Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Hej und Moin – Vorstellung Toni

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  • Toni
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    Liebe Grüsse in die Runde….

    Ich bin Antonia (Toni), 52 Jahre bewegtes und leider auch kopfschmerzgeplagtes Leben im Schlepp….

    Gerade bin ich aus einer fast drei Tage andauernden Kopfschmerzattacke wieder aufgetaucht. Ich lebe wieder, möchte ich dann immer rufen :)!

    Da ich gerade erst eine Knie-OP und viel Zeit zum Nachdenken hatte, ist mir erst jetzt aufgefallen, dass ich -wie vieles andere in meinem Leben- einfach immer hinnehme und es erdulde. Nach den fast zwei Jahren Kniequälereien (falsche Diagnose, HKB-Riss übersehen) werde ich das ändern!

    So ist es auch mit meinen Kopfschmerzen, die mich schon seit meiner Kindheit begleiten. Ich erinnere mich, dass ich bereits als kleines Kind im Bad auf den kühlen Fliesen lag und mit meinem Kopf immer wieder gegen die Fliesen schlug. Kopfschmerzattacken hatte und habe ich immer und immer wieder.

    Normalerweise wache ich mit den quälenden Schmerzen irgendwann nachts auf (meist gegen Morgen, ab 2 Uhr) und dann weiss ich, dass der kommende Tag verloren ist. Wenn ich Glück habe, rettet mich noch viel Paracetamol (Minimum 1000 mg), aber meistens schwächt es den Schmerz nur kurz oder hilft gar nicht. Ab dann liege ich nur noch im Bett, alles muss dunkel sein, jedes Geräusch und vor allem jede Berührung tut unendlich weh und ich möchte nur noch irgendwie über den rasenden Schmerz hinwegschlafen.

    Dazu kommt noch, dass mir grottenschlecht ist, weswegen ich dann mit Schüssel im Arm im Bett liege, denn den Weg ins Bad würde ich niemals schaffen, ohne dass mein Schädel explodiert. Wenn ich dann erbrechen muss, ist wenigstens die Übelkeit weg, aber der Schmerz intensiviert sich. Ich zittere, bin schweissüberströmt und bewegungsunfähig.

    Seit ich denken kann, begleiten mich diese Anfälle. Es gab Zeiten, wo es häufiger vorkam und Zeiten, wo es weniger wurde. Welche Auslöser es gibt, kann ich bis heute nicht sagen. Stress? Wein? Zu kurz geschlafen? Zu lange geschlafen? Hohe Luftfeuchtigkeit? Zu heiss draussen? Irgendeine Erklärung findet sich ja immer, aber die wechselt eben.

    Zum Arzt bin ich nie gegangen, denn wenn die Attacken vorbei waren, war ja immer alles wieder gut und was soll ich dann beim Arzt? Vor gefühlten 25 Jahren habe ich mich mal von meinem Partner zu einem Neurologen schleifen lassen während eines Anfalls, der irgendwelche Hirnströme gemessen hat, aber zu keinem Ergebnis kam….glaube ich, denn während der Attacke war ich nicht wirklich aufnahmefähig. Es gab jedenfalls kein Ergebnis, weswegen ich auch nie wieder zum Arzt gegangen bin. Es kann ja eh keiner helfen.

    Ohnehin bin ich dauerkopfschmerzgeplagt durch meine chronische Sinusitis und der Polypen, die schon dreimal operiert worden sind. Allerdings sind die Sinusitis-Kopfschmerzen von ganz anderer Qualität. Die sitzen frontal mittig auf der Stirn und sind eher drückend und störend-nervtötend. Auch nicht schön, aber mit Paracetamol gut handhabbar, solange ich mich nicht sportlich betätige *g*.

    Diese Attacken dagegen sind unaushaltbar! Diese Tage kann man einfach nur durchleiden…und irgendwie überleben…

    Und das möchte ich nicht mehr. Der Knie-Unfall hat mir gezeigt, dass ich mir vertrauen kann und auf Hilfe bestehen muss…also habe ich mich jetzt mal wegen der Kopfschmerzen etwas belesen. Ich denke, dass es sich hier um Migräne handelt und dass es durchaus neue Behandlungsformen gibt.

    Also werde ich mich aufmachen zu einem Schmerztherapeuten, vielleicht sogar direkt in Kiel, denn dort bin ich wegen der Pendelei Schweden-D durchaus häufiger. Ich möchte nicht noch mehr Lebenstage verschwenden.

    Ich freue mich darauf, euch zu lesen!

    Liebe Grüsse,
    Toni

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4157

    Liebe Toni,

    ich gratuliere dir ganz, ganz herzlich zu deinem Entschluss. Es ist das Beste, was du tun kannst.

    Ja, auch für mich hast du alle typischen Symptome der Migräne. Wenn du dir richtiges Wissen zu der Migräne anlesen möchtest, dann kannst du hier unten rechts auf dieser Seite in der Sidebar unter „Mgräne-Wissen“ alles nachlesen, was du unbedingt wissen solltest.

    Mit dem Migräne-Wissen hast du die Möglichkeit, dich mit dem Neurologen, der sich unbedingt mit Migräne auskennen sollte auf Augenhöhe zu beraten.

    Vielleicht hast du nach dem Lesen noch ein paar Fragen. Scheue dich nicht, hier weiter zu schreiben. Ggf. kannst du dann auch etwas genauer und im Detail schreiben, wie oft du Migräne hast, und was und wie oft du an Medikamenten im Monat einnimmst.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    Willkommen liebe Toni. 🙂

    Meine Güte, ich schlage gerade die Hände über den Kopf. Wie kann man so lange leiden und keinen Neurologen aufsuchen? 😉 Jetzt wirds aber wirklich Zeit, denn es gibt wirksame Akutmedikation, wirksame Prophylaxen und Verhaltensregeln, die alle zusammen im Paket sehr vieles verbessern können.

    Suche erst mal einen Neurologen vor Ort, denn stationär kann man erst aufgenommen werden, wenn ambulante Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Also starte jetzt durch!

    Lade Dir gleich mal unseren Kopfschmerzkalender, die „Migräne App“. Sie ist wichtig für die Dokumentation und auch wichtig für den Arzt, den Du ja bald aufsuchen wirst.

    Sonst lies Dich auch mal bei uns ein, es gibt viel zu lernen und zu entdecken.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Toni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Liebes Sternchen, liebe Bettina.

    Vielen Dank für eure Antworten und Tipps 😊. Genau über das „Migräne-Wissen“ bin ich hier gelandet. Und die Migräne-App habe ich gestern auch noch geladen und die erste Attacke eingetragen. Das ist wirklich praktisch, denn gerade bei dem Medikamenten-Cocktail bin ich oft besorgt. Jetzt habe ich das besser im Auge.

    Ja, wie kann man so lange leiden? Ich denke, dass man das kann, wenn man Aushalten und Erleiden schon von Kind an gelernt hat. Diese Kopfschmerzen sind in unserer Familie bekannt. Die hat man eben, da hilft nichts und da muss man eben durch.

    Und selbst wenn man zum Hausarzt geht, dann schreibt der eben für den einen Tag krank, aber sagt auch nur, dass man nichts tun kann. Und einen Versuch beim Neurologen gab es ja. Und wenn man dazu noch an anderen Punkten gelernt hat, dass Ärzte so ziemlich alles auf Stress und Psyche schieben, dann meidet man solche Besuche.

    So habe ich das auch mit meiner Autoimmunerkrankung erlebt, wo die Erschöpfung, die Schlafstörungen etc. alles auf den Stress mit meinen drei damals Kleinkindern geschoben wurde. Erst als dann meine Blutungen ausblieben, ging ich zum Arzt und die Gynäkologin fand die Ursache. Verlorene Jahre, wo ich mich durchgequält habe, Tag für Tag.

    Wenn ich also nichts Greifbares, Sichtbares vorweisen kann, meide ich Ärzte, wo es nur geht. Daher ist meine Krankenakte auch relativ blande. Bis ich den Sturz auf das Knie hatte, 2016. Der diagnostizierte Innenbandriss wollte nicht heilen….es folgten eineinhalb Jahre Schmerzen, Arbeitsunfähigkeit, Kampf mit Ärzten und endlich fand ich einen Arzt, der sofort gesehen hat, dass das HKB ebenfalls gerissen ist. Jetzt ist es operiert und alles auf einem guten Weg.

    Und ich jetzt hoffentlich auch. Ich führe ab jetzt den Kopfschmerzkalender in der App und wenn ich genug Daten gesammelt habe, mache ich mal einen Termin bei einem Neurologen. Mir graut es jetzt schon….

    Ich könnte jetzt gar nicht sagen, wie oft die Anfälle sind. Oft genug aber, dass ich Paracetamol supp. und meine Schüssel immer griffbereit im Nachtschrank habe. Manchmal kommen die Attacken häufiger und manchmal habe ich ein oder zwei Monate Ruhe. Weswegen ich oft dachte, es habe mit Stress zu tun und entschieden hatte, damit keinesfalls zum Arzt zu gehen!

    Der Schmerz, dieser fiese, hinterhältige, mörderische Schmerz sitzt immer links an der Schläfe. Immer! Ich hatte das noch niemals rechtsseitig. Jeder Pulsschlag ist die Hölle.

    In meiner Verzweiflung versuche ich zu drücken, aber der Pulsschlag danach ist unaushaltbar. Ich kühle, aber zu kalt, intensiviert den Schmerz auch. Es bleibt nur aushalten und hoffen, dass eines der Schemrzmittel anschlägt…was aber meist nicht passiert. Ich dämmere vor mich hin…bis es abklingt. Irgendwann schlafe ich ein und wache dann am nächsten Tag vollkommen gerädert auf und schleppe mich zur Arbeit.

    Ein grosses Problem, weswegen ich mich ebenfalls in der Gruppe „Berufstätigkeit“ eingetragen habe. Denn wenn ich noch irgendwie kann, schleppe ich mich zur Arbeit und halte durch. Allenfalls bei einer akuten Attacke bleibe ich einen Tag daheim, weil es einfach nicht anders geht.

    Aber das ist Raubbau am eigenen Körper, denn fit bin ich am nächsten Tag nicht. Aber Gott sei Dank sind die Attacken ja so freundlich und kommen gern, wenn ich ein freies Wochenende vor mir habe oder Urlaub *grrr*….Meine schönen Aktivitäten fallen daher leider oft aus 😢.

    Gibt es hier auch eine Sparte, wo Neurologen empfohlen werden? Ansonsten danke für die freundliche Aufnahme, ich gehe mal hier bei euch stöbern…

    Habt einen schönen, schmerzfreien Tag.

    Liebe Grüsse,
    Toni

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4914

    Hallo Toni,

    da, wo du das „Migräne-Wissen“ findest, steht auch der Punkt „Schmerztherapeuten“. Dort findest du bundesweit Ärzte, die mit Kiel zusammenarbeiten.

    Lieber Gruß
    Heika

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 620

    Hi Toni,

    ich bin nicht mehr so oft hier im Forum, aber nun lese ich just deinen Eintrag und möchte dir aus der Ferne zurufen:

    Sieh zu, dass du direkt morgen einen Termin beim Neurologen machst (verschieb den Anruf nicht;)), der dir dann sicherlich Triptane verschreibt. Nimm Dich wichtig!!!!

    (Dass mit dem Aushalten/Durchhalten kenne/kannte ich auch.) Die Wirkung der Triptane wird dir dann sicherlich wie ein Wunder vorkommen!!! So war es zumindest bei mir.

    Ich habe früher über einige Jahre Thomapyrin genommen … weil mein Vater es auch immer genommen hat … Aber die haben „natürlich“ nicht geholfen …

    Ich behandle inzwischen fast jede Attacke – und „liege zwischendurch aus“. Auch bei mir ist der Eimer unter dem Bett seit fast zwei Jahrzehnten Bestandteil meiner Bettgewohnheiten:) :(. Aber ich nutze ihn Gott sei Dank nicht mehr so häufig.

    Alles Gute für dich!
    Susisonne

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  susisonne.
    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 33

    Liebe Toni

    Da kommt mir doch einiges sehr bekannt vor.
    Ich bin 54 Jahre alt und meine Kinder sind mitlerweile groß. Vor fast 24 Jahren haben bei mir auch alle Ärzte meinen plötzlich aufgetretenen Dauerkopfschmerz nicht ernst genommen sondern mich konsequent in die Psychoschublade gesteckt. Es hat Jahre gedauert bis allein die Familie mir geglaubt hat, das der KS dauerhaft vorhanden ist.
    Meine Konsequenz daraus war, genau wie bei dir, der Rückzug von den Ärzten. Ich habe irgendwann dann für mich einen Weg gefunden damit klar zu kommen. Dieser Weg bestand in erster Linie daraus zu arbeiten (denn das lenkt ab), mir ein bis zweimal in der Woche eine Auszeit zu nehmen und diese Schmerzen einfach zu ignorieren. Das heist mich komplett zurück zu ziehen. Mein Mann hat in all diesen Jahren meine mehr oder weniger großen Probleme begleitet und für dieses Durchhaltevermögen bin ich ihm sehr dankbar. Das macht nicht jeder so lange mit.
    Bis zum Januar diesen Jahres war ich Vollzeit (40 Std./Woche) beschäftigt und habe diesen Job geliebt. Dann kam dieser zusätzliche einseitige Dauerkopfschmerz dazu. Seit dem bin ich krank geschrieben und auch der MDK hat diese AU voll bestätigt.
    Im Januar habe ich im Branchenbuch eine Neurologin gefunden, bei der ich halbwegs zeitnah (6 Wochen), einen Termin bekam. Diese hat mich erst aufmerksam darauf gemacht, welche verschiedenen KS Formen es gibt. Es folgten dann noch MRT, Augenarzt, HNO und CT.
    Mittlerweile habe ich mich in Kiel angemeldet und versuche für die Übergangszeit einen Termin bei einem Schmerztherapeuten zu bekommen. Dieses gestaltet sich aber schwer, da es entweder einen Aufnahmestopp oder eine lange Wartzeit gibt.
    Auch ich hatte vor etwa 13 Jahren nach einem Sportunfall einen Riss des hinteren Kreuzbandes. Aber im Gegensatz zu dir, hat bereits direkt nach dem Spiel eine Physiotherapeutin aus unserer Mannschaft dieses vermutet. Der Chirurg im Krankenhaus hat dieses, nach dem Taschengriff und MRT, auch gleich bestätigt. Mein Knie ist zwar nicht mehr wirklich belastbar aber im Vergleich zu den KS ist das pienats.
    Ich denke das die Leichtfertigkeit aber auch Ignoranz von unseren damaligen Ärzten dazu führten, das wir uns entschieden haben Ärzte zu meiden. Wobei das Unverständnis in unserem Umfeld auch erheblich dazu beigetragen hat.
    Ich sehe für mich jetzt einen Neustart, auch wenn er bedingt durch meine AU mit den jetzt erheblichen Einschränkungen auch im privaten Bereich, erzwungen ist.
    Und genau wie du ist mein Motto aufgeben!!! ist nicht. 😆😥😊

    Gruß Flummi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    Liebe Toni,

    so war das Denken früher leider. Wenn man an die Sprüche unserer Großeltern so denkt: „Schmerzen erdulden ist eine Tugend. Ein Indianer kennt keinen Schmerz.Sterben muss weh tun.“ Oder, religiös konnotiert: „Die Schmerzen bringen Dich näher zu Gott“.

    Alles Blödsinn, wie wir heute wissen.

    Ich führe ab jetzt den Kopfschmerzkalender in der App und wenn ich genug Daten gesammelt habe, mache ich mal einen Termin bei einem Neurologen. Mir graut es jetzt schon….

    Wie Susisonne schon rät – mache sofort (!) einen Termin beim Neurologen, denn die Wartezeiten betragen mitunter sechs Monate. In der Zwischenzeit füllst Du das Schmerztagebuch und erhältst dann hoffentlich bald eine vernünftige Diagnose. Damit Du nicht so lange auf hilfreiche Medikation warten musst: Frage doch Deinen Hausarzt schon vorab mal, ob Du eines der beiden freiverkäuflichen Triptane schon mal testen kannst. Ich habe so tolle Ärzte, die mich seriös beraten, ernstnehmen und mich jederzeit unterstützen. Das war auch nicht immer so, auch ich hatte Ärzte, bei denen ich nicht bleiben wollte. Eine oder mehrere schlechte Erfahrungen sollten einen aber nicht abhalten, die Segnungen der modernen Medizin in Anspruch zu nehmen. Passt ein Arzt nicht, sucht man sich einfach einen neuen. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Toni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Guten Morgen, Susisanne, Heika und Flummi.

    Danke für eure Rückmeldungen.

    @heika: Die Expertensuche habe ich mir angesehen und mein deutscher Wohnsitz liegt wieder mal mitten im leeren Fleck der Karte 🙄. Ich denke, ich werde am Dienstag zunächst zum Hausarzt gehen und mich von dort weiterleiten lassen. Aner der wird ein bisschen schräg gucken, weil ich bisher nie etwas über diese Kopfschmerzen gesagt habe…wenn, dann habe ich es immer auf die chronische Sinusitis und die rezidivierenden Polypen geschoben. Ob ich das richtigstellen sollte? 🤔

    @Susisanne: Sich wichtig nehmen…das hast du gut formuliert. Ich werde mich darin üben. Die Zeit mit dem Knie hat mich ja einiges gelehrt. Da liegt viel im Argen bei mir und das zieht sich durch alle Bereiche.

    @flummi: Schön, dass du das auch kennst und verstehen kannst, warum man Ärzte meidet. Die Ablenkung durch Arbeit habe ich auch lange praktiziert, damit der Tag wenigstens einen Sinn hat. Die Attacken sind ja meist so „freundlich“, sich am Wochenende zu melden. Aber ich merke langsam, dass es mir nach all den Jahrzehnten an die Substanz geht. In mir regt sich der Widerwillen, noch länger Schmerzen ertragen zu müssen.

    Wegen des Knies war ich nun fast eineinhalb Jahre krankgeschrieben, obwohl ich nur bestätigen kann, dass die Schmerzen rund um das Knie und nach der OP dagegen echt pillepalle waren/sind. Es war zwar auch zermürbend in der Zeit, aber die Migräne bringt mich an den Abgrund. An Migräne-Tagen denke ich oft „Macht ein Ende!“, während ich dagegen beim Knie eher denke „Reicht jetzt, hab keine Lust mehr“. Knie ist ja auch schön weit weg vom Kopf und gut händelbar.

    Wie ich rausgelesen habe, hat sich dein Knie auch nie wieder richtig erholt? Ich befürchte leider auch, dass durch die eineinhalb Jahre auf dem instabilen Knie herumlaufen Spätfolgen entstanden sind. Aber ich werde mal geduldig bleiben und abwarten. Die OP ist ja noch nicht allzu lange her.

    Ich freue mich, dass du jetzt eine AU hast und somit Zeit, deine Baustellen anzugehen. Ich liebe meinen Job, aber die Knie-Zeit hat mir auch verdeutlicht, dass Vieles im Argen liegt und so nicht bleiben kann.

    Ich arbeite jetzt seit drei Wochen wieder und geniesse das auch, aber spüre auch deutlich, wie mich der Stress-Strudel wieder anzieht. Und das tut mir nicht gut. Ich weiss nur noch nicht, wie ich das lösen kann. Ich möchte eigentlich nicht, dass ich noch weitere 15 Jahre alles der Arbeit opfere und den Rest der Lebenszeit den Schmerzen und Erkrankungen.

    Ich möchte arbeiten, aber ich möchte in der freien Zeit auch reiten gehen können, meine Freizeit planen und geniessen können…und nicht permanent nach der Pflichterfüllung mit Schmerzen bewegungsunfähig im abgedunkelten Zimmer liegen…

    Liebe Grüsse,
    Toni

    Toni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    @bettina : Herrje, sechs Monate Wartezeit? Gut, dass ich das weiss. Ist ja fast wie bei der Schmerztherapie, wo ich wegen des „eingebildeten“ Knies hinsollte. Die haben jetzt, nach fast einem Jahr, angerufen, dass ich einen Termin bekommen könnte 😳. Da ich ja aber nun operiert und das Knie auf einem guten Weg ist, habe ich das abgesagt….

    Also morgen: Hausarzt und Termin Neurologe. Aber wie um alles in der Welt bringe ich dem Hausarzt nur bei, dass ich nie was gesagt habe…?

    Liebe Grüsse,
    Toni

    Julia
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    Beitragsanzahl: 6898

    Liebe Toni,

    nicht lange fackeln, ERZÄHLEN, so wie du es uns erzählt hast. Eigentlich solltest du dafür ein Lächeln und sehr viel Mitgefühl von ihm ernten.

    Und sollte er dir vom Triptan ohne plausible Gründe, wie Probleme mit dem Herzkreislaufsystem, abraten (ja, so etwas, wie fehlendes Wissen, gibt es immer noch!), es gibt ja noch die Apotheke oder sehr viel billiger das INet. Die Substanzen heißen Almotriptan und Naratriptan ;-).
    Und fahre lieber etwas weiter zu einem Arzt, der sich mit Migräne auskennt. Einfach mal im Inet vorher googlen oder direkt fragen. Gibt allerdings keine Garantie!

    Ganz viel Erfolg auf dem neuen Weg,
    Julia

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 33

    Liebe Toni

    Vielleicht ist es für dich am besten eine Prioritätenliste aufzustellen. Wobei die KS Geschichte einen hohen Stellenwert einnehmen sollte. Denn wenn diese Baustelle in richtige Bahnen gelenkt ist, könnte es dir leichter fallen die anderen Punkte anzugehen.
    Ich denke auch das wir lange genug ohne Hilfe klar kommen mussten und es wirklich an der Zeit ist einen Ausweg aus unserer Schmerzspirale zu bekommen. Ich hoffe auch, das dich deine Familie hier nach Kräften unterstützt.
    Wenn mir auf der Arbeit der Stress begegnet ist und mein Kopf das nicht mehr aushalten konnte, habe ich mich für ein paar Minuten zurückgezogen und die progressive Muskelentspannung nach Jakobsen durchgeführt. Diese aber auch nur gedanklich nicht körperlich. Das reichte meistens um runter zu kommen und den Arbeitsgang neu zu starten.
    Mit meiner neuen Hausärztin stehe ich im Regen Kontakt und sie unterstützt mich bei allen Fragezeichen die bei mir auftauchen. Wenn dein HA um deine Kopfschmerzen weiß, wird er dich hoffentlich genauso unterstützen. Ansonsten nenne deine KS beim Namen auch wenn du noch keine gesicherte Diagnose hast. Dieses Forum ist da SUPER!!! 😊😊😊 hilfreich.
    Meine Kniebeschwerden beschränken sich darauf, das es nicht mehr voll belastbar ist und ich mich auf das Knie nicht mehr stützen kann. Sicher ist es möglich durch ein gezieltes Aufbautraining eine Verbesserung zu erreichen aber dafür fehlt mir die Kraft. Mein Versuch in einer Muckibude scheiterte nach 3 Monaten. Nicht nur wegen meiner fehlenden Energie, sondern vor allem wie es dort abläuft. Alle sind mit sich selbst und ihren Stöbseln im Ohr beschäftigt. Vor einem hängt dann noch ein Fernseher mit meistens irgendwelchen Seifenopern. Das konnte ich auf Dauer einfach nicht ertragen, denn ich komme aus einem Mannschaftssport wo eine Gemeinschaft gepflegt wird.
    Wenn wir unsere Baustellen in den Griff bekommen haben, bin ich sicher werden wir auch unsere Freitzeitaktivitäten genießen können. Dafür bedarf es aber noch einen langen Weg, denn was sich in Jahrzehnten physisch und psychisch aufgebaut hat kann nicht innerhalb weniger Wochen einfach verschwinden.
    Ich habe das mal mit einer Lichtung aus unserem Dickicht beschrieben. Irgendwann wird diese Lichtung kommen!!!

    Gruß Flummi

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 26464

    Aber wie um alles in der Welt bringe ich dem Hausarzt nur bei, dass ich nie was gesagt habe…?

    Genau so, wie Du das uns erzählt hast. 🙂

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 620

    … Wenn du deine Beschwerden deutlich machst, wird dir vielleicht der Hausarzt auch eher einen Termin beim Neurologen verschaffen können.

    Im Zweifelsfall nimmst du deinen Mann mit – wenn du dazu neigst, die Situation harmloser darzustellen als sie ist, kann dein Mann vielleicht das Wort ergreifen:).

    Bettina: Dürfen Hausärzte ohne Befund/Diagnose vom Neurologen kein Triptan-Rezept ausstellen?

    Viele Grüße
    Susisonne

    Toni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Ihr Lieben,

    mein Hausarzt war nun heute nicht da, die Praxis war heute noch zu. Die nächsten beiden Tage muss ich arbeiten, aber Freitag gehe ich dann hin.

    Heute morgen bin ich wieder richtig klar aufgewacht und habe mich gefreut, dass es endlich vorbei ist. So lange hat es noch nie gedauert. Endlich wieder was tun können! Und dann heute späten Nachmittag etwas, was ich noch nie hatte. Ich wurde hundemüde, fühlte mich wieder schlapp und fror. Ich habe mich hingelegt und habe ein wenig gedöst. Und dann wache ich mit den altbekannten pulsierenden Schmerzen auf….nur in der rechten Schläfe??? Rechts hatte ich das noch nie! Immer treu links! Und nach zwei Tagen Pause schon wieder???

    Wobei ich sagen muss, dass der Schmerz zwar schon quälend pocht, aber nicht annähernd so schlimm ist, wie es in den drei Tagen zuvor links war. Mir graut es davor, morgen aufzuwachen! Bitte, bitte nicht mehr! Ich muss morgen funktionieren…

    Was ist denn da los? Erst einen längeren Anfall und schmerzhafter also gewöhnlich und jetzt mit Seitenwechsel so kurz danach? Kennt ihr das? Kann ich was tun, um eine weitere Attacke zu verhindern?

    Liebe Grüsse,
    Toni

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4157

    Hallo Toni,

    für mich hört sich das völlig normal an, und jaaaaa, ich kenne das sehr gut. Die Migräne ändert sich ständig. Manchmal ist sie aber auch lange Zeit total gleichbleibend. Da gibt es kein Schema.

    Heute Abend bekommst du eh kein Triptan mehr. Oder? Ich pers. würde morgen früh bei meinem Hausarzt anrufen, und fragen, was dagegen spricht, dass du dir ein freiverkäufliches Triptan besorgst. Das könntest du dann morgen früh gleich einnehmen. Sollte der Arzt nicht erreichbar sein, kannst du ggf. auch in der Apotheke fragen, was bei dir speziell gegen die Einnahme eines freiverkäuflichen Triptans spricht.

    Alles Gute für dich und viel Glück.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Toni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Danke, Sternchen 😊.

    Liebe Grüsse,
    Toni

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4157

    🙂

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 26464

    Liebe Toni,

    wie Sternchen schon schreibt, ist das gar nichts Ungewöhnliches. Sollte Dir bitte auch keine Angst machen, sonst gehts nämlich bald so weiter …

    Mir graut es davor, morgen aufzuwachen! Bitte, bitte nicht mehr! Ich muss morgen funktionieren…

    Nein, nicht jetzt schon Panik bekommen vor Attacken. Das ist ein übler Kreislauf, kann auch zu einer self fulfilling prophecy werden. Und wenn die Angst einen erst mal in seinen Fängen hat, kann man sich nicht immer gut wieder abschütteln.

    Frag wirklich mal den Arzt wegen der Triptane. Man sollte die Freiverkäuflichen zwar erst dann nehmen, wenn man bereits eine Migränediagnose hat, aber in Deinem Fall, wenn die Vermutung auch des Arztes eh schon Migräne nahelegt … 😉 Übrigens wäre auch der Apotheker verpflichtet, darauf hinzuweisen.

    Alles Gute für morgen und entspanne!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Toni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Ihr Lieben,

    ich melde mich wieder zurück…die Arbeit hatte mich sehr im Griff, dennoch war ich mittlerweile bei meinem Hausarzt, welcher mir Zolmitriptan 2,5 mg verschrieben hat.

    Heute war es nun soweit. Gegen 3 Uhr bin ich mit Übelkeit und linksseitigem, pulsierenden Kopfschmerz aufgewacht. Da ich nicht wusste, ob nehmen oder nicht, habe ich zuerst die gewohnte Taktik versucht…darüber wegschlafen. Klappte natürlich nicht, wie immer 🙄, und nachdem ich dann gegen 4 Uhr gebrochen habe, habe ich eine Schmelztablette genommen.

    Dann wurde ich unfassbar müde, habe mich wieder zusammengerollt und habe dann bis ca. 9 Uhr geschlafen. Bin kurz aufgewacht und habe festgestellt, dass die Übelkeit weg war und der Schmerz absolut erträglich. Nicht weg, aber erträglich.

    Dann habe ich wieder geschlafen – vermutlich liegt das am Zolmitriptan? Jetzt ist der Kopfschmerz wieder etwas stärker und auch eine leichte Übelkeit wieder da, aber kein, überhaupt kein!!!, Vergleich zu den Tagen sonst…wie man ja sieht, denn früher wäre ich garantiert nicht fähig gewesen, das iPad zu halten und zu schreiben. So kann ich es aushalten, wofür ich sehr dankbar bin. Vor allem euch hier und der Migräne-App mit all den Infos!

    Ist es bei euch auch so oder bekommt ihr mit den Triptanen den Schmerz komplett weg? Sollte ich vielleicht einmal 5 mg ausprobieren?

    Morgen habe ich wieder einen Termin beim Hausarzt, der mich nach der ersten Einnahme wiedersehen wollte.

    Liebe Grüsse,
    Toni

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4157

    Liebe Toni,

    jetzt habe ich von dir nicht alles gelesen. Aber kannst du mir sagen, warum du heute morgen um 4 Uhr nicht noch ein zweites Zolmitriptan genommen hast? Vermutlich wäre der Spuk vorbei gewesen. Als Medikamententag zählt der Tag ja eh.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    Liebe Toni,

    wenn man nachts erwacht und der Schmerz schon so stark ist, wirken auch Triptane manchmal nur noch eingeschränkt. Der Grund dafür ist meist, dass mit der Migräne die Magen-/Darmmotilität ziemlich zum Erliegen kommt und das Triptan nicht an seinen Wirkort im Dünndarm transportiert wird. Weißt Du eigentlich, dass man Schmelztabletten auch mit Wasser schlucken sollte? Sie wirken nämlich nicht über die Mundschleimhaut.

    Triptane können müde machen, vor allem, wenn man ganz neu mit ihnen startet. Das legt sich im Laufe der Zeit auch etwas.

    Versuche beim nächsten Mal ruhig wieder die 2,5 mg, vielleicht reichen sie ja aus. Wenn die Migräne stark fortgeschritten ist, lieber vor dem Triptan ein Antiemetikum einnehmen, damit das Triptan besser weitertransportiert werden kann.

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4157

    Sorry Toni, jetzt hatte ich vorausgesetzt, dass du dich mit der 10/20 iger Regel schon auskennst. Anscheinend hat dich der Apotheker und auch der Arzt nicht aufgeklärt, wie die Medikamente einzunehmen sind.

    Grundsätzlich heißt es, zu viele Schmerzmedikamente können Kopfschmerzen machen. Da aber ja viele Migräniker und Kopfschmerzpatienten sehr häufig Akutmedikamente benötigen, hat sich die Schmerzklinik Kiel die 10/20 Regel einfallen lassen.

    Diese Regel sagt, dass man an 10 Tage in Monat Akutmedikamente einnehmen darf. Natürlich immer nach seiner maximal erlaubten Höchstdosierung. Auch im Beipackzettel der Triptane steht, dass man eine 2. Tablette nehmen darf, sollte der KS nicht ganz verschwunden sein. Nur wenn man gar keine Veränderung spürt hilft ein 2. Triptan nicht. An mind. 20 Tagen im Monat soll man keine Akutmittel nehmen. Nimmt man mehr als an 10 Tagen diese Medikamente läuft man Gefahr einen sog. MÜK (Medikamentenübergebrauchskopfschmerz) zu bekommen.

    In diesem Rahmen sollte man Migräneattacken behandeln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es sei denn, man kann die Migräne gut wegstecken. Allerdings kenne ich pers. da niemanden. 🙂

    Ließ mal hier im Forum auf dieser Seite unten rechts (wenn es dein Kopf erlaubt). Dort steht vor allem hinter dem Menüpunkt „Migräne-Wissen“ ganz viel, was du unbedingt wissen mußt.

    Nochmals
    lieber Gruß
    Sternchen

    Toni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 10

    Hallo ihr Beiden,

    es war ja mein erster Triptan-Versuch überhaupt. Ich hatte ja seit der Mörderattacke im Mai bis jetzt halbwegs Ruhe. Und dafür war das Ergebnis schon ganz brauchbar.

    Das mit dem Wasser wusste ich – dank der Migräne-Wissen-Seite. Und morgen quetsche ich den HA aus.

    Ich bin gespannt. Und jetzt rolle ich mich wieder zusammen, bin so müde…

    Liebe Grüsse,
    Toni

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4157

    …. ja genau, da hatte ich zu früh geschossen. 🙂 🙂 🙂

    Danke für dein Verständnis.

    Ganz schnelle gute Besserung und schlaf schön.

    Alles Liebe
    Sternchen

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