Hormonelle Migräne (Aquamarine)

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    Hallo in die Runde,

    ich möchte Euch von meiner Geschichte erzählen, die inzwischen schon drei Jahrzehnte andauert, ich aber nun zu einem – hoffentlich! – entscheidenden Punkt gekommen bin.

    Ich bin 44 Jahre alt und meine Migräne begann in der Pubertät – damals eher als Kopfschmerzen abgetan – da sie zwar unangenehm waren, sich aber über die Jahre einigermassen im Rahmen bewegten.

    Schlimmer wurde es dann mit etwa 30, als ich beruflich immer mehr im Ausland unterwegs war. Das Reisen durch unterschiedliche Zeitzonen, unregelmässige Schlafrhythmen, dann vielleicht noch ein Glas Wein am Abend – das bedeutete für meinen Körper Stress und äusserte sich durch immer stärkere Migräneattacken am nächsten Tag. Die ersten Jahre war das noch einigermassen auszuhalten – vor allem weil mich mein kreativer Beruf, den ich so sehr liebte, in nur jede erdenkliche Ecke dieser Welt reisen ließ und es für mich undenkbar gewesen wäre, darauf zu verzichten. Also verzichtete ich dafür lieber komplett auf Alkohol, achtete auf meine Ernährung und genügend Schlaf.

    Leider wurde es mit Anfang 40 so schlimm, dass ich bei Migräneattacken oft den ganzen Tag im verdunkelten Raum flachlag, mich permanent übergeben musste, ich teilweise reiseunfähig war und nur mit starken Medikamenten gegen Übelkeit – und Kotztüte bewaffnet mit schlotternden Knien – wieder nach Hause reisen konnte.

    In der Zeit war ich immer mehr bei Ärzten – Allgemeinärzten, Neurologen, Kardiologen, Psychologen etc. Der Allgemeinarzt machte ein großes Blutbild und schob die Migräne auf einen Mangel an Vitamin B12 und Eisen, war aber sichtlich überfordert mit dem Thema. Diese Werte wurden auch nicht weiter hinterfragt bzw. verfolgt. Nachdem er zu keinem Ergebnis kam, ging ich zu einem Kopfschmerzspezialisten und Neurologen. Dieser machte eine Komplettuntersuchung mit MRT, Hirnstrommessungen, Blutdruck etc. und stellte nach einer einmaligen Messung – bei der mir vorab ein starker Kaffee serviert wurde – einen erhöhten Blutdruck fest. Er verschrieb mir ein Blutdruckmittel und damit war die Behandlung für ihn abgeschlossen. Mein Blutdruck war all die Jahre zuvor immer im Normalbereich und ich war verwundert, dass hier mit nur einer Messung die Medikation der nächsten Jahre festgelegt wird. Als ich mich nochmal bei ihm meldete, da ich große Probleme mit den Nebenwirkungen des Medikamentes hatte, tat er dies entnervt ab und schob es auf meine psychische Instabilität, was ich als absolute Frechheit empfand. ich war zwar später noch einmal bei einem Kardiologen, der bei mir ein Langzeit-EKG und 24-Stunden-Blutdruck-Messung vornahm, aber da war bis auf leicht erhöhten Blutdruck, der sich einfach mit pflanzlichen Mitteln behandeln liess, nichts zu finden.

    Leider wurden in den letzten 3 Jahren die Attacken so schlimm, dass ich meinen kreativen Beruf quasi vollkommen aufgeben musste. Ich arbeite zwar noch selbständig in einem weiteren Bürojob, doch auch da habe ich inzwischen große Probleme, trotz der geregelten Tagesabläufe. Meine Attacken dauern inzwischen manchmal bis zu zwei Wochen an, was daran liegt, dass sich eine z.B. einwöchige Migräne durch die Daueranspannung oft in einen Spannungskopfschmerz umwandelt. Teilweise muss ich mich in der Zeit mehrere Tage übergeben und liege im Bett. Sumatriptan in Kombination mit Ibuprofen und einem Magenmittel helfen zwar vorübergehend, sind aber nicht die Dauerlösung. Ich komme inzwischen jeden Monat auf die 10 Einnahmetage, wobei das die stärksten Migränetage sind. Weitere Tage versuche ich ohne Schmerzmittel durchzuhalten, um nicht über die 10 Tage zu kommen. Manche Monate sind dann wieder ein bisschen entspannter. Ich war mein Leben lang ein sehr lebenslustiger Mensch mit einem großen Freundes- und Bekanntenkreis. Dieses Umfeld hat sich nun die letzten Jahre durch meine Krankheitsgeschichte rapide verkleinert, was – zusätzlich zu meiner beruflichen Umstellung – Depressionen zur Folge hat. Ich gehe nun zusätzlich seit zwei Jahren zu einem Psychologen, doch auch der ist mit dem Thema überfordert.

    Nun empfahl mir eine Freundin eine Heilpraktikerin, die ich letzten Sommer das erste mal aufsuchte. Diese brachte mich auf einen vollkommen neuen Weg. Sie stellte einen latenten Ferritinmangel fest, der durch die letzten Jahren immer stärker werdenden Monatsblutungen verursacht wurde und vermutete einen hormonellen Zusammenhang, da meine Migräne verstärkt in der ersten Zykluswoche auftrat. Erstaunlicherweise bestand der Ferritinmangel wohl schon seit längerem, wie man in all meinen Blutbildern ersehen kann. Verfolgt hat das aber niemand so wirklich. Sie schickte mich zu meinem Hausarzt, der mir drei Eiseninfusionen verabreichte. Und siehe da – ich hatte einen Monat keine Kopfschmerzen. Dann empfahl sie mir, meine Gynäkologin aufzusuchen, um einen Hormonstatus anfertigen zu lassen. Sie war sich sicher, dass bei mir aufgrund meiner typischen Symptome ein Progesteronmangel bzw. eine Östrogendominanz vorliege. Die Gynäkologin rief mich eine Woche nach der Blutentnahme an mit den Neuigkeiten, dass sowohl mein Östrogen als auch mein Progesteron im absoluten Normbereich lägen, also nichts weiteres in die Richtung zu veranlassen wäre. Auch sie war überfordert mit dem Thema Migräne und Hormone, obwohl sie eine renommierte Gynäkologin in München ist. Die einzige Lösung, die ihr einfiel, war die durchgehende Einnahme der Anti-Baby-Pille Maxim, um die starken Blutungen und den daraus resultierenden Ferritinmangel zu verhindern. Auf meinen Hinweis, dass ich die Pille nie vertragen habe, ging sie nicht wirklich ein, da ihr schlichtweg nichts besseres einfiel.

    Mitte November 2018 begann ich mit der Einnahme der Pille und – wie schon befürchtet – setzten bei mir alle Nebenwirkungen ein, die in dessen Beipackzettel zu finden waren, weshalb ich sie nach einer Woche wieder absetzte und die Behandlung für meine Gynäkologin somit abgeschlossen war.

    Zur gleichen Zeit informierte mich meine Heilpraktikerin nach Ansicht meines Hormonstatus darüber, dass die Werte zwar einzeln im Normbereich lägen, aber – wie schon vermutet – in einem extremen Missverhältnis zueinander stünden. Sie ist sich sehr sicher, dass das des Rätsels Lösung ist und empfahl mir eine naturidentische Hormontherapie bei einer Endokrinologin. Auch mein Hausarzt stimmt ihr zu, dass mir diese Therapie sehr helfen werde, da der Progesteronmangel schon sehr eklatant wäre. Mitte Januar habe ich nun einen Termin und ich bete natürlich schon seit Wochen, dass dies hoffentlich in irgendeiner Form mein Leben wieder in eine angenehmere Richtung leitet, auch wenn ich keine Wunder erwarte.

    Ich habe mich nun sehr mit dem Thema „Hormonelle Migräne“ im Internet auseinandergesetzt und bin auf viele Artikel und sogar Bücher gestoßen. Erstaunlicherweise habe ich seit Jahren all die Symptome eines Progesteronmangels – ohne es zu wissen – was mir ein bisschen Mut für einen möglichen Erfolg der Hormontherapie macht.

    Was mich wirklich stutzig macht, ist der Umgang der Ärzte über die Jahre mit dem Thema. Ich bin Privatpatient, war durchgehend bei sehr guten Ärzten, habe inzwischen sicher einen hohen fünfstelligen Betrag dort gelassen, doch keiner der Ärzte war wirklich in der Lage, in die Tiefe zu gehen bzw. nach Ursachen zu suchen, die abseits der „grosses Blutbild“ und 08/15-Ansätzen lagen. Vor allem die Langzeitschäden eines latenten Progesteronmangels wie Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs etc. sind in meinen Augen eigentlich ein Grund, dass sich mehr Ärzte mit dem Thema auseinandersetzen sollten.

    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt – ich bin nun wirklich gespannt, was die Hormontherapie bei mir bewirkt.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen wie ich zu diesem Thema? Ich würde mich über Antworten freuen!

    Liebe Grüße

    • Dieses Thema wurde geändert vor 4 Monate, 3 Wochen von  Aquamarine.
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    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Willkommen im Forum, liebe Aquamarine. 🙂

    Eins gleich mal vorweg: Migräne ist eine neurologische, vererbbare Erkrankung. Sie ist eine primäre Erkrankung und nicht das Symptom einer anderen Erkrankung. 😉

    Du schilderst eigentlich einen ganz normalen Verlauf der Migräneerkrankung. Sie nimmt in dieser Altersspanne leider oft immer mehr zu, da Migräne eine progrediente Erkrankung ist. Im Alter (so um die 70) lässt sie in aller Regel wieder nach, da die Hirnaktivität dann auch etwas nachlässt. Und es ist auch nicht unüblich, um die Periode herum stärkere Attacken zu haben. Das muss auch gar nichts mit einem hormonellen Problem zu tun haben.

    Wie wurde denn der Progesteronmangel gemessen?

    Ich habe mich nun sehr mit dem Thema „Hormonelle Migräne“ im Internet auseinandergesetzt und bin auf viele Artikel und sogar Bücher gestoßen. Erstaunlicherweise habe ich seit Jahren all die Symptome eines Progesteronmangels – ohne es zu wissen – was mir ein bisschen Mut für einen möglichen Erfolg der Hormontherapie macht.

    Wenn man zu Progesteronmangel googelt, erhält man entweder Seiten von Anbietern diverser Produkte, Seiten von Heilpraktikern, Naturheilkunde-Seiten, oder sonstiger alternativer Heiler. Also nichts wirklich Fassbares.
    Das erstaunt nicht, denn würde die Substitution von Progesteron in der Migränetherapie auch nur irgendwie von Bedeutung sein, würden wir alle nur diesen vermeintlichen Mangel ausgleichen und alles wäre gut. Ist es aber nicht, weil dies keine Lösung darstellt.

    Heilpraktiker erstellen oft erstaunliche „Diagnosen“, daher muss man aufpassen, nicht noch mehr verunsichert zu werden. Sie sind keine Ärzte und die Empfehlungen sollte man immer hinterfragen. Aber zumindest gut, dass sie Dich zu Ärzten weiterschickt. Aber alles in allem – das Progesteron wird Dein Problem nicht lösen.

    Nun empfahl mir eine Freundin eine Heilpraktikerin, die ich letzten Sommer das erste mal aufsuchte. Diese brachte mich auf einen vollkommen neuen Weg. Sie stellte einen latenten Ferritinmangel fest, der durch die letzten Jahren immer stärker werdenden Monatsblutungen verursacht wurde und vermutete einen hormonellen Zusammenhang, da meine Migräne verstärkt in der ersten Zykluswoche auftrat.

    Wie stellte sie den Ferritinmangel fest?

    Zur gleichen Zeit informierte mich meine Heilpraktikerin nach Ansicht meines Hormonstatus darüber, dass die Werte zwar einzeln im Normbereich lägen, aber – wie schon vermutet – in einem extremen Missverhältnis zueinander stünden.

    Aha, und wie entstand diese „Diagnose“?

    Es tut mir leid für Dich, dass Du von den Ärzten oft nicht so umfassend beraten und auch nicht wirklich gut betreut wurdest, so dass man dann andere Wege sucht, die nicht immer halten können, was sie versprechen. Für den Kranken bedeutet dies aber eine weitere Verzögerung und die Verfolgung „falscher“ Ziele.

    Migräne ist weder mit Progesteron zu behandeln noch mit Eiseninfusionen. Verbessern können sich in solchen Fällen nur sekundäre Kopfschmerzen, die eventuell mal aufgrund eklatanter Mängel auftreten. Aber diese sehr starken Mängel gibt es fast nie, sonst wäre man nämlich schwer krank.

    Ist alles nicht so einfach, vor allem auch, wenn man nun mehrere Wege gehen will, aber ich würde Dir zu einem weiteren Versuch bei einem Neurologen raten, der sich mit Migräne auskennt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5560

    Liebe Aquamarine,

    dass deine Monatsblutungen stärker werden, kann daran liegen, dass du vom Alter her dich so langsam Richtung Wechseljahre bewegst. Viele Frauen sind in dieser Phase von deutlich stärker werdenden Monatsblutungen betroffen, deshalb sollte man dann das Thema ausreichende Eisenversorgung immer im Hinterkopf behalten.

    Bei geringen und harmlosen Auffälligkeiten im Blutbild wird ein Arzt richtigerweise erst einmal gar nichts tun, da man Symptome behandeln sollte und keine Werte. Es gibt Menschen mit ausgesprochen niedrigen Eisenwerten und kaum nachweisbaren Ferritin-Werten, die munter durch die Gegend springen, während andere mit einem Ferritin-Wert von 30 bereits Eisenmangel-Symptome zeigen. Dazu gehören u.a. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Unkonzentriertheit – und Kopfschmerzen. Diese jedoch eher allgemeiner Natur, nicht als Migräne.

    Ich habe lange Zeit unter einer schweren Eisenmangel-Anämie gelitten und mein Eisen-Spezialist prophezeite mir mutig, dass mit der Behebung des Eisenmangels auch meine Migräne verschwinden würde. Ich blieb skeptisch und das zu Recht, denn meine Migräne beeindruckte das in keiner Weise. Wie Bettina schon schrieb, ist Migräne eine neurologische Erkrankung.

    Dass du nach den Eiseninfusionen vier Wochen ohne Migräne hattest, freut mich für dich riesig. Ähnliches wird allerdings auch von Leuten berichtet, die bei einem starken Vitamin D-Mangel o.ä. endlich behandelt werden. Es ist ein gutes Gefühl, dass „endlich was gemacht wird“, das kann in der inneren Haltung viel Entspannung bewirken. Wäre es das Mittel selber, müsste die Wirkung bei fortlaufender Gabe ja dauerhaft anhalten, und das tut sie nicht.

    Falls du zum Eisen-Thema noch detailliertere Fragen haben solltest, gerne auch per PN, denn darin bin ich (durch die eigene leidvolle Erfahrung) ziemlich fit.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 3 Wochen von  heika.
    Aquamarine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebe Bettina, liebe Heika,

    erstmal danke für Eure Antworten!

    Ich glaube, ich habe mich in meinem Post etwas missverständlich ausgedrückt. Natürlich sehe ich den Progesteronmangel nicht als Ursache meiner Migräne, sondern als einen zusätzlichen Trigger von vielen. Und da sich meine Migräne ausserhalb dieser ersten und zweiten Zykluswoche sehr im Rahmen hält, bleibt bei mir dennoch ein kleiner Hoffnungsschimmer. Vor allem in der ersten Zykluswoche bin ich sensibel auf jeden kleinsten zusätzlichen Trigger, in den letzten zwei Zykluswochen habe ich oft gar keine Migräne und kann ab und zu sogar Alkohol trinken und es passiert nichts.

    Mir ist natürlich absolut klar, dass meine Migräne – wie Du (Bettina) schon sagst – genetisch vererbt ist. Sowohl meine Mutter als auch mein Vater litten viele Jahre darunter – ich habe es also doppelt abbekommen.

    Falls du zum Eisen-Thema noch detailliertere Fragen haben solltest, gerne auch per PN, denn darin bin ich (durch die eigene leidvolle Erfahrung) ziemlich fit.

    Das wäre toll! Kannst Du irgendein Präparat abseits der Infusionen empfehlen, das etwas höher dosiert ist und keine Nebenwirkungen wie die üblichen (Verstopfung o.ä.) nach sich zieht? Bzw. wie hast Du das über all die Jahre gelöst?

    Es gibt Menschen mit ausgesprochen niedrigen Eisenwerten und kaum nachweisbaren Ferritin-Werten, die munter durch die Gegend springen, während andere mit einem Ferritin-Wert von 30 bereits Eisenmangel-Symptome zeigen.

    Genauso war es auch bei mir. Ich hatte zu Beginn einen Wert um die 20 und kam fast nicht mehr aus dem Bett vor Erschöpfung. Nach den ersten Infusionen hatte ich das Gefühl, ich bin ein neuer Mensch!

    Wie wurde denn der Progesteronmangel gemessen?

    Der Progesteronmangel bzw. die Dysbalance Progesteron/Estradiol wurde im Rahmen eines Hormonstatus (Blutabnahme am 19. Zyklustag bei meiner Gynäkologin) festgestellt. Hier liegt mein Estradiol (E2) bei 80 und Progesteron bei 23,6. Das Thema „Hormone und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit“ ist seit vielen Jahren ein Spezialgebiet meiner Heilpraktikerin. Sie hält auch seit vielen Jahren sehr erfolgreich Vorträge darüber. In meinen Ohren klingt das alles sehr fundiert. Mein Hausarzt hat ihre Aussagen aus eigenen Recherchen bestätigt.

    Es tut mir leid für Dich, dass Du von den Ärzten oft nicht so umfassend beraten und auch nicht wirklich gut betreut wurdest, so dass man dann andere Wege sucht, die nicht immer halten können, was sie versprechen. Für den Kranken bedeutet dies aber eine weitere Verzögerung und die Verfolgung „falscher“ Ziele.

    Das stimmt, nur muss ich nach all den Jahren sagen, dass bei mir – vielleicht auch tatsächlich durch die falschen Ärzte – die Heilpraktiker und Ärzte mit Naturheilverfahren mehr in Gang gesetzt haben als die Schulmediziner, wenn auch teilweise nur temporär, aber immerhin! Was mir dann ehrlich gesagt lieber ist als mich mein Leben lang mit Medikamenten vollzustopfen. Ich bin aber immer noch offen für alles – egal ob schulmedizinisch oder homöopathisch – hauptsache es bewegt sich etwas in irgendeine Richtung. Ausserdem waren die Summen, die ich für Heilpraktiker ausgegeben habe, zum Glück immer nur ein sehr geringer Bruchteil – im Gegensatz zu denen der „normalen“ Ärzte. Sicher gibt es viele schwarze Schafe unter den Heilpraktikern, die das Leid der Patienten ausnutzen, doch ich habe in den letzten 30 Jahren die schwarzen Schafen eher bei den Ärzten finden müssen.

    Rausfinden, was mir hilft, muss ich natürlich selbst. Ich werde berichten, sollte sich etwas tun.

    Ich überlege – sollte die Hormontherapie wirklich nichts bewirken – in eine Schmerzklinik zu gehen. Ausserdem empfahl mir ein befreundeter Arzt die Kopfschmerzambulanz in München, wobei er selbst keine Erfahrungsberichte kennt.

    Liebe Grüße

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5560

    Alles klar, liebe Aquamarine, es war bei mir wirklich ein wenig zu einseitig rübergekommen. Es sind ja meist einige Trigger, die zusammenwirken, und wenn halt der letzte Trigger kommt, der das Migräne-Entstehungsfass zum Überlaufen bringt, fokussiert man sich leicht zu stark auf den einen.

    Meine PN zum Eisenthema kommt gleich.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Aquamarine,

    Was mir dann ehrlich gesagt lieber ist als mich mein Leben lang mit Medikamenten vollzustopfen.

    keiner „stopft“ sich gerne und nur zum Spaß mit Medikamenten voll. Aber oft hat man halt keine Wahl, denn sonst müsste man Schmerzen unbehandelt ertragen. Dies wiederum ist mit Lebensqualität nicht vereinbar und schadet zudem dem Nervensystem – und schlägt nicht zuletzt auch auf die Stimmung.

    Ich bin aber immer noch offen für alles – egal ob schulmedizinisch oder homöopathisch – hauptsache es bewegt sich etwas in irgendeine Richtung.

    Hab ich durchaus früher auch gemacht – bei mir war es nur Zeit- und Geldverschwendung. Bei vielen anderen auch. Homöopathie ist lediglich Zucker ohne Inhaltsstoffe, das sollte man sich wirklich besser ersparen.

    Aber schön, dass die Eisensubstitution so viel bewirken konnte bei Dir. Liebe Heika, Ihr dürft Euch gerne auch öffentlich zum Thema austauschen. Das interessiert sicher viele und Deinen Empfehlungen vertraue ich blind. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 473

    Ja bitte, wenn es geht, macht den Austausch öffentlich!!! Mich interessiert das Thema Eisen auch! Vor allem, wie man davon nicht verstopft… 😉! Diese Nebenwirkung geht nämlich bei mir gar nicht!

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5560

    In Ordnung, gerne auch öffentlich. Es ist ja ein durchaus häufiges Frauenthema, heute noch viel häufiger als früher, da die heutigen Mädchen etliche Jahre früher in die Pubertät kommen, die Menopause sich deutlich nach hinten verschoben hat und dazwischen eine Frau weniger Kinder als früher bekommt.

    5 Jahre lang habe ich mich mit dem Thema Eisen herumgeplagt. Festgestellt wurde meine Eisenmangel-Anämie, als ich kaum noch belastbar war und unter starker Atemnot litt. Zuerst dachte ich, ich hätte zu wenig Kondition… Doch meine Blutwerte waren extrem schlecht, der Ferritin bei 5 und der Hämoglobinwert des einzelnen roten Blutkörperchens extrem niedrig, der allgemeine Hb war natürlich auch nicht gut.

    Zuerst gab´s Eiseninfusionen, dann Tabletten, dann wieder Infusionen, dann wieder Tabletten. Man soll es nicht miteinander kombinieren, doch nacheinander ist es kein Problem. Nur Tabletten hätten bei mir einfach nicht gereicht. Und jeden Monat gingen die Werte ja wieder ein gewisses Stück in den Keller, das konnte man sich direkt schon ein wenig ausrechnen, wie viel weniger Ferritin ich nach wie vielen Zyklen haben werde.
    Da ein rotes Blutkörperchen eine Lebensdauer von ca. 3 Monaten hat, dauert es bei schlechten Werten also entsprechend lange, bis das wieder ins Lot kommt.

    Bei den Tabletten nahm ich Ferrosanol duodenal 100mg, anfangs täglich sogar zwei, dann eine. von den 100mg Eisen werden vom Körper nur ca. 10% aufgenommen, bei starken Mangelerscheinungen bis zu 20%. Mehr nicht. Der Rest wird auf natürlichem Weg ausgeschieden.

    Pures Eisen reizt leider die Schleimhäute ein wenig, deshalb bekam ich in der Langzeitanwendung irgendwann leichte Oberbauchbeschwerden und Appetitlosigkeit. Letzteres war eher von Vorteil, ich esse gern. 😉
    Verstopfung hatte ich nie, da ich von Anfang an parallel zum Eisen mit der Anwendung von Flohsamen angefangen habe. Ich nahm die gemahlenen Flohsamenschalen, habe sie erst gründlich in Wasser eingeweicht, dann getrunken und reichlich Wasser nachgetrunken. Das funktionierte bei mir super.
    Flohsamenschalen sind ein natürliches Produkt und sie verursachen keinen Gewöhnungseffekt des Darmes. Geschrotete Leinsamen gehen u.U. auch, doch Leinsamen enthält manchmal mehr Cadmium, als für einen gut ist, deshalb wollte ich das nicht regelmäßig über einen langen Zeitraum hinweg zu mir nehmen. Dann gibt es natürlich auch noch stärkere Mittel aus der Apotheke, doch mir sind die natürlichen Mittel lieber. Vollkornprodukte, viel Obst und Gemüse und dazu reichlich Trinken tun der Verdauung auch gut.

    Tardyferon ist eine gute Alternative zu Ferrosanol, kann besser verträglich sein, habe ich selber aber nie genommen. Dann gibt´s noch den Saft aus der Apotheke, Floradix, schmeckt lecker, ist aber relativ teuer.

    Wichtig ist immer, dass man Eisenpräparate nicht mit Milchprodukten zusammen aufnimmt, sondern mit mindestens 2 Std. Abstand, dafür aber gerne mit etwas Vit.C-Haltigem wie z.B. Orangensaft. Vit. C begünstigt die Eisenaufnahme.

    Interessant ist, dass die Grenzwerte des Ferritin in Deutschland bei 13-150 liegen. Je nach Land ist das übrigens unterschiedlich, doch die 13 sind extrem niedrig. Für die KKs hat das den Vorteil, dass sie erst bei einem Wert unter 13 Medikamente/Infusionen bezahlen müssen.

    Eisenmangelsymptome kann man schon bei Werten um die 30 zeigen. Wichtig ist immer das persönliche Wohlbefinden, nicht der nüchterne Zahlenwert.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Vielen Dank für diese wichtigen und interessanten Erklärungen, liebe Heika. 🙂

    Verstopfung hatte ich nie, da ich von Anfang an parallel zum Eisen mit der Anwendung von Flohsamen angefangen habe. Ich nahm die gemahlenen Flohsamenschalen, habe sie erst gründlich in Wasser eingeweicht, dann getrunken und reichlich Wasser nachgetrunken. Das funktionierte bei mir super.

    Toll, dass die natürlichen Mittel so gut wirken. Dann braucht man wirklich nichts anderes, wobei man eventuell auch Magnesium für diese Zeit noch etwas erhöhen könnte.

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2017

    Liebe Aquamarine, liebe Mitleser,

    Heika ist hier unsere Eisenexpertin und hat das alles wunderbar ausgeführt, aber ich möchte gerne noch ein paar Sätze aus meiner eigenen Erfahrung hinzufügen 😉

    Ich lebe seit etlichen Jahren mit einem Ferritin-Wert um bzw. unter 20 – auch schon zu Zeiten, als ich noch nicht einmal wirklich wusste, was Kopfschmerzen überhaupt sind. Anfangs mit einer massiven Eisenmangelanämie, die mit den typischen Erschöpfungssymptomen einherging und mit Tabletten gut behandelt werden konnte, so dass ich mich auch deutlich besser gefühlt habe – nur mein Ferritin blieb im Keller.

    Und auf einmal war an allem das Eisen schuld… Immer wieder wurden seitdem meine Probleme auf mein Eisen geschoben, nicht nur von mir, auch von meinen Ärzten. Und immer wieder wurde prophezeit, dass es mir mit mehr Eisen besser gehen wird, dass ich mich fitter fühlen werde und und und…
    Das ging letztlich soweit, dass Atemlosigkeit beim Sport auf das niedrige Ferritin zurückgeführt wurde, während sämtliche anderen Symptome von den Ärzten außer Acht blieben und dabei war es eine 1A Pollenallergie.

    Nach zahlreichen Versuchen mit Ernährungsumstellung, Tabletten und Infusionen kann ich für mich das Fazit ziehen: Der Unterschied von einer Eisenmangelanämie zum normalen HB ist eine Offenbarung – der Unterschied von niedrigem zu höherem Ferritin ist bei mir marginal.

    Was ich damit sagen möchte: Es ist gut und wichtig, gerade für Frauen, die Eisenwerte im Auge zu behalten und bei niedrigen Werten rechtzeitig zu substituieren, nicht erst dann wenn alle Werte unter der Norm liegen – insbesondere wenn der Eisenmangel mit Erschöpfung und anderen Symptomen einhergeht. Man sollte sich aber nicht zu sehr darauf versteifen, dass das Eisen Ursache und Lösung aller Probleme ist.

    Eisenmangelsymptome kann man schon bei Werten um die 30 zeigen. Wichtig ist immer das persönliche Wohlbefinden, nicht der nüchterne Zahlenwert.

    Dem kann ich nur zustimmen, liebe Heika 🙂

    Noch ein Wort zu den Tabletten: Tardyferon enthält Rizinusöl, um der Nebenwirkung Verstopfung entgegen zu wirken – ich hatte mit diesem Präparat tatsächlich eher den gegenteiligen Effekt 😉
    Ich selbst substituiere inzwischen mit den Tabletten von Verla. Diese haben eine Dosis von 35 mg, sind damit zu niedrig dosiert, um einem massiven Eisenmangel schnell entgegen zu wirken, haben aber ein deutlich geringeres Nebenwirkungspotential und sind für eine Stabilisierung des Eisenspeichers gut geeignet.

    Man sollte übrigens die Eisentabletten auch nicht mit Kaffee oder Schwarztee kombinieren, da diese ebenfalls die Eisenaufnahme hemmen.

    Liebe Grüße, Tanni

    Aquamarine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Guten Morgen 🙂

    Das sind ja hochinteressante Informationen, danke dafür! Vor allem die untere Normgrenze für Ferritin in Deutschland im Vergleich zu anderen EU Ländern ist ja unfassbar, das wusste ich noch nicht! Bei mir war zu Zeiten, als es mir mal wieder richtig schlecht ging, mein Ferritinwert auch um die 20. Ein befreundeter Allgemeinarzt (der noch nicht soooo lange praktiziert, muss man dazu sagen) lächelte mich bei dem Wert nur müde an und meinte sinngemäss, warum ich und meine Ärzte sich so anstellen würden. Das läge doch noch im absoluten Normbereich. Da dürfe es noch keine Mangelerscheinungen geben! Dass aber jeder Mensch individuell ist und der eine vielleicht früher darauf reagiert als der andere, wird oft ausser acht gelassen. Und wie bereits geschrieben – nach den ersten Infusionen sah ich ja den Unterschied!

    Im Grunde ist das mit den Ferritingrenzwerten ähnlich wie beim Bluthochdruck. Die WHO senkt alle paar Jahre die Referenzwerte nach unten, um die Pharmaindustrie noch mehr Medikamente verkaufen zu lassen. Menschen, die vor vielen Jahren noch im Normalbereich waren, haben plötzlich Hypertonie. Die Bereiche werden oft so festgelegt, wie der Nutzen am größten ist. Schlimm…

    Gegen den Ferritinmangel nehme ich seit ein paar Monaten „Ferroverde 14“ Kapseln. Die sind zwar verhältnismässig niedrig dosiert, sind aber ein sehr gut verträgliches Naturpräparat ohne den üblichen Nebenwirkungen wie Verstopfung o.ä.. Dauert dann halt bei mir wohl etwas länger bis ich den gewünschten Wert erreiche.

    Ich hoffe nun, auch die starken monatlichen Blutungen mit all ihren Folgeerscheinungen wie eben Erschöpfung, Ferritinmangel und Migräne durch eine zusätzliche naturidentische Progesterontherapie ein bisschen in den Griff zu bekommen. Soweit ich gehört habe, sollen sich diese Symptome auf Dauer dadurch auch wieder verbessern. Mal sehen, was passiert.

    Liebe Grüße und einen schönen Freitag!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 3 Wochen von  Aquamarine.
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    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 473

    Liebe Heika, liebe Tanni,
    vielen Dank für diese ausführlichen und hilfreichen Informationen!

    Eine Frage noch zu den Flohsamenschalen: ich habe unterschiedliche Informationen darüber gefunden, wieviel Zeit zwischen der Einnahme von Flohsamenschalen und der Einnahme von Medikamenten vergehen muss, damit die Aufnahme dieser aus dem Darm nicht beeinträchtigt wird. Die Angaben reichen von 30 Minuten bis 3 Stunden.
    Welche Zeitspanne MUSS ich MINDESTENS einhalten?

    Dir, liebe Aquamarine, wünsche ich, dass dir die Hormontherapie Erleichterung verschaffen wird.

    Ich überlege – sollte die Hormontherapie wirklich nichts bewirken – in eine Schmerzklinik zu gehen. Ausserdem empfahl mir ein befreundeter Arzt die Kopfschmerzambulanz in München, wobei er selbst keine Erfahrungsberichte kennt.

    Einen Aufenthalt in einer (guten) Schmerzklinik würde ich erstmal unabhängig vom Ausgang der Hormontherapie anstreben, da die Wartezeiten bis zur Aufnahme u.U. recht lange sein können und du dort mit umfangreichem und hilfreichem Wissen ausgestattet wirst.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5560

    Liebe Katrin,

    ich persönlich finde 2 Stunden Abstand eine sinnvolle Zeitangabe. Wobei man daraus keine Doktorarbeit machen muss 😉 . Es hängt ja auch immer von der Menge ab, die man zu sich nimmt.
    Auch bei Abständen zu den Mahlzeiten hängt es ja auch immer ein wenig davon ab, was und wie viel man gegessen hat. Ein leichtes Gemüsesüppchen ist schneller verdaut als eine große Portion Schweinshaxn mit Kraut und Knödeln. 🙂

    Auch bei den Medikamenten ist es sehr unterschiedlich. Ein NSAR nehme ich gerne während oder direkt nach dem Essen, weil dann die Magenschleimhaut weniger gereizt wird. Ein Triptan nehme ich am besten auf leeren Magen oder mit ganz wenig Essen ein, damit die Aufnahme im Magen besser funktioniert. Ein Antibiotikum hat wieder ganz andere Dinge zu beachten…

    Die Eisentabletten kann man auch eine Stunde vor dem Frühstück einnehmen. Bei nüchternem Magen reicht diese kurze Zeit. Doch für unsere Migräneköpfe ist das nicht empfehlenswert, da wir nach dem Aufstehen so zügig wie möglich frühstücken sollten, um unsere Energiespeicher wieder zu füllen.

    Ich habe die Eisentablette am liebsten direkt vor dem Schlafengehen genommen. Da war genügend zeitlicher Abstand zum Abendessen und nachts gibt´s dann eh nichts. 😉 Tagsüber fand ich das umständlich, bei vier Stunden Essenspause in diese Mitte die Einnahme der Eisentablette zu legen.

    Lieber Gruß
    Heika

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 473

    Danke dir, liebe Heika!

    Wobei man daraus keine Doktorarbeit machen muss ;-).

    Das stimmt. Aber die Gefahr, dass man unter Stress gerät, steigt, je mehr es zu beachten gilt. Auch da hilft wieder nur ein „guter“ Plan und eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit den jeweiligen Gegebenheiten.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Aquamarine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Dir, liebe Aquamarine, wünsche ich, dass dir die Hormontherapie Erleichterung verschaffen wird.

    Vielen Dank, das ist lieb! Die Migräne wird sie sicher nicht ganz beseitigen, aber zumindest hoffentlich einen entscheidenden Trigger abschwächen.

    Einen Aufenthalt in einer (guten) Schmerzklinik würde ich erstmal unabhängig vom Ausgang der Hormontherapie anstreben, da die Wartezeiten bis zur Aufnahme u.U. recht lange sein können und du dort mit umfangreichem und hilfreichem Wissen ausgestattet wirst.

    Ist das so? Unabhängig ob Privat- oder Kassenpatient? Gut zu wissen! Welche Klinik würdet Ihr empfehlen? Ich habe nur von der in Königstein gehört, kenne aber niemanden, der mir dazu was sagen kann.

    Liebe Grüße

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7339

    Liebe Aquamarine,

    du bist hier im Forum der Schmerzlinik Kiel, die ganz besonders spezialisiert ist auf alle Kopfschmerzerkrankungen und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus den allerbesten Ruf hat. Da liegt es sehr nahe, dir „unsere“ Klinik sehr ans Herz zu legen. Das mache ich nicht nur aus subjektiver, mehr als 20jähriger Erfahrung, sondern auch ganz objektiv. Prof. Göbel und sein Team sind weltweit sehr anerkannte Forscher wenn es um „Köpfe“ geht. Lies unbedingt mal rechts unten in der Sidebar auf der Seite der Schmerzklinik.

    Viele gute und neue Erkenntnisse wünsch ich dir ☺. Und wenn du Fragen hast, bitte stell sie uns, wir werden uns bemühen, dir alle zu beantworten. Wichtig ist aber vor allen Dingen lesen, lesen, lesen…..
    Julia

    Aquamarine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebe Julia,

    du bist hier im Forum der Schmerzlinik Kiel

    Huch, jetzt sehe ich’s erst! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil 🙂 Danke für die Info!

    Ich bin durch googeln meiner Symptome durch einen Link automatisch hier gelandet, bin aber davon ausgegangen, das wäre ein allgemeines Migräneforum. Aber umso besser – dann bestehen die Informationen nicht aus subjektiven Erfahrungsberichten, sondern sind auf jeden Fall fundiert.

    Dann werde ich mich gleich mal genauer damit auseinandersetzen!

    Liebe Grüße und ein schönes Rest-Wochenende

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 3 Wochen von  Aquamarine.
    Aquamarine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    So, nun sind ein paar Monate vergangen und ich wollte kurz ein kleines Update schreiben.

    Ich habe vor ein paar Monaten mit der Therapie (naturidentische Hormone: Progesteron + DHEA-S) begonnen und kann nur sagen – ich habe seitdem so gut wie keine Migräne mehr! Von 10-15 Tagen Migränetagen mit teilweise sogar 1-2 wöchigen Attacken im Monat sind nur noch sehr wenige vereinzelte Kopfschmerztage geblieben, die aber nichts mehr mit den Schmerzen zu tun haben, die ich vorher hatte. Letzten Monat hatte ich sogar keinen einzigen! Interessanterweise hat sich die Art des Schmerzes ebenso verändert – von Migräne zu normalen Kopfschmerzen. Ich feiere gerade quasi so etwas wie meine Wiedergeburt 🙂 Ich kann wieder normal am Leben teilnehmen! Es ist so toll.

    Jetzt kann man natürlich behaupten, das wäre nur meine subjektive Wahrnehmung und hat vielleicht gar nichts mit den Hormonen zu tun. Ich habe aber aus dem Grund interessehalber meine Erfahrungen in einer Facebook-Gruppe geteilt, in der Frauen sind, die ebenso diese Therapie machen. Dies ist natürlich alles andere als repräsentativ, aber es ist schon erstaunlich, dass sich daraufhin 40 Frauen gemeldet haben, von denen 34 Frauen angegeben haben, ihre hormonelle Migräne habe sich extrem reduziert (wie bei mir), 3 haben angegeben, sie habe sich ein wenig reduziert, bei 2 Frauen habe sich nichts verändert und bei einer einzigen habe sie sich verschlimmert. Es haben sich zu dem Thema auch wahnsinnig viele Frauen gemeldet, die berichten, ihr Leben habe sich dadurch wieder zum Positiven verändert.

    Aufgrund dessen und meiner eigenen Erfahrungen zufolge würde ich mich freuen, wenn die klassische Medizin diese Behandlungsmöglichkeiten nicht nur mit Ablehnung betrachten würde.

    In diesem Sinne – migränefreie Ostern!

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 473

    Hallo Aquamarine,

    es freut mich, dass du eine derartige Besserung erfahren hast und sich dein Leben zum Positiven verändert!

    Was bedeutet bzw. beinhaltet eine Therapie mit naturidentischen Hormonen genau? Verstehe ich es richtig, dass es sich NICHT um eine klassische von Frauenärzten empfohlene Hormonersatztherapie handelt?

    Nimmst du neben den naturidentischen Hormonen der Migräne vorbeugende Medikamente ein? Und wenn ja, welche?

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Aquamarine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebe Katrin,

    die bioidentischen/naturidentischen Hormone werden gerne mal mit synthetischen Hormonen verwechselt bzw. in einen Topf geworfen, obwohl sie überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Synthetische Hormone würde ich nie nehmen, da sie Krebs erzeugen können etc. Bioidentisches Progesteron beispielsweise wird aus der Yams-Wurzel gewonnen und ist quasi nebenwirkungsfrei, wenn es richtig dosiert wird. Ab 35 sinkt bei jeder Frau auf natürliche Art der Progesteronspiegel, was bei manchen Frauen eben zu Beschwerden wie hormonelle Migräne, PMS o.ä. führen kann. Das Thema ist sehr komplex, aber wahnsinnig interessant. Ich habe viele Bücher gelesen, da sich die Ärzte zum Großteil leider nicht so gut damit auskennen – zumindest meiner Erfahrung und der Erfahrung all dieser Frauen nach.

    Ich nehme keine weiteren Medikamente ein – im Gegenteil! Ich brauche so gut wie keine Schmerzmittel/Triptane mehr.

    Liebe Grüße
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat von  Aquamarine.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat von  Aquamarine.
    Mika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 11

    Liebe Julia!

    Freut mich wirklich, dass es bei dir funktioniert! Hatte auch viel Hoffnung da rein gesetzt. Da meine Migräne sich auch auf Eisprung, vor den Tagen, an den Tagen und nach den Tagen festbeißt, sind die natürlichen Schwankungen meine Trigger. Ich habe es auch mit Wild Yams Kapseln und später dann Gel über Monate probiert, leider ohne Erfolg.
    Dabei war ich mir so sicher, dass ich genau da ansetzen muss. 😌

    Wie hast du es dosiert? Nur ab Eisprung? Dauerhaft? Kapseln? Gel?

    Liebe Grüße
    Mika

    Aquamarine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebe Mika,

    ich dosiere das ab ca. Eisprung bis zum Einsetzen meiner Periode mit einer von der Apotheke zusammengemischten PG-Creme – morgens 50 mg, abends 50 mg. Ich habe aber auch schon von vielen Frauen gehört, dass man sich erstmal durch die verschiedenen Produkte durchprobieren muss, bis man das findet, das einem am besten hilft. In diesem besagten Forum waren auch einige dabei, denen das Gel nicht geholfen hat. Die Dosis ist auch von Frau zu Frau verschieden. Ich reagiere sehr sensibel auf alles und habe mit einer Erbsengröße gestartet, andere Frauen brauchen da viel mehr. Am besten mal nach Literatur dazu googlen!

    Liebe Grüße
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat von  Aquamarine.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Hallo Julia,

    für Dich persönlich freut es mich, dass es Dir jetzt so gut geht. Hast Du noch andere Maßnahmen ergriffen vorher? Medikamentenpause z. B., Verhaltensänderung, mehr Entspannung, mehr Pausen und solche Dinge?

    Zu den bioidentischen Hormonen ist zu sagen, dass es zum einen ein Hype ist, wieder mal aus Amerika kommend 😉 (Oprah Winfrey schwört öffentlichkeitswirksam darauf), zum anderen leider den wenigsten ausreichend hilft. Und schon gar nicht Migränepatienten. Umfragen in Facebook-Foren ersetzen keinesfalls Studien (darauf weist Du ja auch hin) und sind nicht auf die große Masse übertragbar. Weder in Studien konnten Wirksamkeitsnachweise erbracht werden für Migränepatienten, noch in der klinischen Beobachtung. Und bevor nun das Dauerargument kommt, dass die Pharmaindustrie solche Sensationen wieder mal blockiert und verhindert – um an die bioidentischen Hormone aus der in der Yamswurzel vorkommende Diosgenin ranzukommen, müssen diese teilsynthetisch hergestellt werden. Es ist also auch dafür die Pharmaindustrie notwendig und sie würde das entsprechend ausschlachten, sollten sich tatsächlich Erfolge darstellen lassen, die repräsentativ sind.

    Daher möchte ich jetzt nicht gerne ausschweifende Diskussionen hier, wie die „Dosierung für Migränepatienten“ sein soll usw. Headbook ist erstellt worden, um Betroffene über Wege aufzuklären, die wahrscheinlich nicht erfolgsversprechend sind. Bitte Verständnis für diese Entscheidung!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Mika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 11

    @bettina: ich habe explizit nach ihrer Dosierung gefragt weil es mich persönlich interessiert hat.

    @julia: Danke, für deine Antwort.

    Insgesamt finde ich den Gedanken ja richtig an dieser Schraube zu drehen, denn genau das sind meine Trigger- jegliche Hormonschwankungen.

    Dauerschwanger oder Dauerstillen könnte auch helfen… 🤣 da war immer alles sooo schön konstant im Gleichgewicht.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    @bettina: ich habe explizit nach ihrer Dosierung gefragt weil es mich persönlich interessiert hat.

    Mein Beitrag war nicht an Dich gerichtet. 🙂

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 473

    Liebe Bettina,

    Daher möchte ich jetzt nicht gerne ausschweifende Diskussionen hier, wie die „Dosierung für Migränepatienten“ sein soll usw. Headbook ist erstellt worden, um Betroffene über Wege aufzuklären, die wahrscheinlich nicht erfolgsversprechend sind. Bitte Verständnis für diese Entscheidung!

    Mein Beitrag war nicht an Dich gerichtet. 🙂

    Falls dein Beitrag (teils) an mich gerichtet sein sollte, betone ich ausdrücklich, dass es nicht meine Absicht war, einen Diskussion „anzuzetteln“. Meine Verständnis hast du hast du du in diesem Fall auf jeden Fall!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Ich hatte doch explizit Julia (Aquamarine) angesprochen. 😉 Und danke für Dein Verständnis.

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 473

    Oh, jetzt sehe ich es auch 🙊! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil 😉!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Aquamarine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebe Bettina,

    Weder in Studien konnten Wirksamkeitsnachweise erbracht werden für Migränepatienten, noch in der klinischen Beobachtung.

    Das ist ja interessant! Mir war neu, dass es hierzu offizielle Studien gibt? Hast Du einen Quellennachweis für mich? Eine befreundete Ärztin, die gerade mit der gleichen Therapie angefangen hat und sich mit dem Thema beschäftigt, wäre ebenso sehr interessiert daran! Gerne auch per PM, wenn Dir das hier zu sehr in unerwünschte Details geht.

    Und ja, wie bereits oben erwähnt, habe ich so gut wie alles erdenkliche von progressiver Muskelentspannung bis Psychotherapie probiert, doch nichts hat geholfen.

    Liebe Grüße
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Hallo Julia,

    schau mal hier rein: Bioidentical Hormones

    Der ganze Claim mit den bioidentischen Sachen fußt doch nur wieder auf dem herbeigeredeten Gegensatz von „natürlich“ und „synthetisch“. Wenn die gleichen Inhaltsstoffe drin sind, ist die gleiche Wirkung zu erwarten. Da aber viele (die meisten?) bioidentischen Sachen nicht standardisiert sind (also weder auf den Grundwirkstoff reduziert noch sauber dosierbar), dürfte der Effekt allenfalls sein, dass mehr unkontrollierte Nebenwirkungen auftreten. Es ist also bloß Augenwischerei und einer von vielen Hypes, wie gesagt.
    „The whole “bioidentical” thing is a pseudoscientific concept: it is a marketing term rather than a scientifically meaningful one. […] The mainstream scientific community is in consensus: a number of medical organizations, from the American Cancer Society to the Mayo Clinic, have issued statements similar to that of The Medical Letter.“

    Jetzt möchte ich persönlich diese Diskussion für mich abschließen.

    Liebe Grüße
    Bettina

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