Ich bin ein Monster und die Migräne manchmal auch

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    Hallo allerseits,
    ich, weibliche 40erin, bin gerade über die Migräne-App auf diese Community gestoßen und finde diese sehr spannend. Parallel mache ich auch das KopfschmerzCoaching der TK mit… ich weiß schon so ein paar Dinge und bin doch immer – noch und wieder – auf der Suche, vor allem nach Hilfe. So hoffe ich, bei Euch auf offene Ohren zu stoßen. 😉

    Meine Schmerzgeschichte:
    Migräne hab ich – soweit ich mich erinnern kann – spätestens seit 2006, da war ich (schon) 27. Ich kenne das soweit ich zurückdenken kann von meiner Mama, die oft und heftig darunter gelitten hat und auch heute mit 65 noch darunter leidet. Darum war das recht schnell so einzuordnen, zumal typische Symptome mit Aura etc. auftraten. Nur diagnostiziert hat das damals keiner, da ich ein ausgesprochener Ärztemuffel war.

    Ich habe so damit herumgelebt, durchschnittlich 1x pro Monat. Ich habe aber trotzdem immer weiter an meiner Promotion gearbeitet, denn Ehrgeiz und übermäßiges Pflichtbewusstsein und „Funktionieren-müssen“ ließen keine Ruhe zu. Bin übrigens eine HSP! Nach der Promotion kam der Umzug in die neue Stadt und in einen Job, bei dem ich dann, um mich zu beweisen, rangeklotzt habe, teilweise 80 Wochenstunden … über Monate. Klar, dass sich das gerächt hat. Die Migräne kam häufiger und wurde stärker: ausgeprägte Aura (Tippfehler en mass, Sprachprobleme und Wortfindungsstörungen), Sensibilitätsstörungen in Gesicht und Finger, Licht und Lärm – iih bääh!, Lichtflackern, Übelkeit und das seltsame Gefühl Entfernungen nicht mehr richtig abschätzen zu können. Ich habe trotzdem weitergearbeitet, höchstens mal die Kollegin gefragt, ob mein Gesicht noch gerade ist. Es bohrt und pocht und fühlt sich pelzig an (fast) immer links. Die Aura hielt auch immer während der Kopfschmerzen an und dauerte manchmal über eine Woche. Soweit meine Verweigerung auf mich selbst zu hören und zu achten.

    Dann kam der Krankheitsmarathon, der seit dem zwar mal pausiert aber nie aufhört: 2013 CRPS und Myokarditis; 2014 Panikattacken und beginnende Depression, 2x Leistenbruch-OP; 2015 schwere Depression mit 7,5 Monaten Klinikaufenthalt; seit dem 50%-Stelle und psychologische Betreuung. UND ich muss sagen, psychisch hab ich mich aus dem meisten sehr gut herausgearbeitet und ich bin stabiler, selbstsicherer und selbstfürsorglicher als jemals zuvor. Das interessante ist, dass ich während der Phase mit viel Pregabalin (CRPS) und dann mit viel SSRI und Olanzapin (Depression) 1,5 Jahre keine einzige Migräneattacke hatte! Seltsam, seltsam!

    Doch seit einem Jahr kehrt die Migräne zurück – nachdem ich das Olanzapin reduziert habe!? Und sie hat sich verändert! Leider haben mir die Psychiater gesagt, ich dürfe Triptane nicht mit dem SSRI kombinieren, was ich auch brav gemacht habe. Zunächst hatte ich nach einem kleinen Bandscheibenvorfall in der HWS starke Nackenprobleme und Dauerkopfschmerzen vom Hinterkopf nach vorne und da auch meist links (= 2 Wochen Krankschreibung). Dazu kam ein Schwankschwindel mit Benommenheit inkl. Gangunsicherheit und Fallneigung, der 4 Wochen anhielt. Die Sensibilitätsstörungen im Gesicht um Mund und Nase sowie kleinen Fingern hielten 2,5 Monate. Beides konnte sich mein Orthopäde nicht so recht erklären, da es nicht zum Ort des Vorfalls passt. Also Verlegenheitsdiagnose…

    Im November bin ich dann bei der Arbeit auf dem Charité-Gelände mit einem plötzlichen Schwächeanfall, akutem Schwankschwindel und Übelkeit mit Erbrechen zusammengeklappt. Rettungsstelle, Neurologie, MRT … nichts zu finden außer Gangunsicherheit und ungerichteter Fallneigung. 2 Tage später dann die sehr starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Pelzigkeit links, dauerten 3 Tage. 8 Tage Krankschreibung und niedergelassenen Neurologen gesucht.

    Sagt, das sei „Schwindelmigräne“ – also vestibuläre!? – mit der Besonderheit, dass bei mir der Schwindel als Aura auch vorher kommt und nicht nur Stunden sondern Wochen anhält. Diesmal 3,5 Wochen! O-Ton Neurologe: Sie dürfen Triptane (2,5 mg Naratriptan) nehmen, aber gegen den Schwindel könne man nichts machen! Na toll! Ich war begeistert, das könnt Ihr Euch denken. Seitdem 7 Attacken in 9 Wochen, von denen manche noch am selben Tag durch Triptane gestoppt werden konnten oder dann nur 3 Tage anhielten. Soweit so gut.

    Ich bin dabei die Psychopharmaka eines nach dem anderen trotz massiver Absetzsymptomatik auszuschleichen. Da solle sich mein Organismus erst einmal einpendeln, dann könnten wir im Falle der Fälle nach einer Prophylaxe schauen, so sagt der Neurologe. Finde ich gut, mir reicht es ja eigentlich mit all den Medis und ihren Nebenwirkungen. Letzte Woche dann wieder Migräne, kaum aushaltbar und innerhalb von 10 min voll da. Naja, alle Autos und Zigaretten haben so dermaßen gestunken, ich habe in der U-Bahn trotz Winterjacke angefangen zu frieren, das Licht war zu hell. Als Vorboten hatte ich Euphorie und tausend Gedanken gleichzeitig, Müdigkeit und interessanterweise über Stunden gehäufte Extrasystolen, zu denen ich seit der Myokarditis neige, sowie leichter Schwindel.

    Das erste Triptan hat die Schmerzen auf sehr stark reduziert, was immerhin dazu reichte nachhause zu fahren und mich hinzulegen. Hab mir den Wecker auf 4 Stunden gestellt und das zweite Triptan genommen. Dankenswerter Weise dann nur noch mittlere Schmerzen, aber starker Schwindel mit Übelkeit. Nächsten Tag war ich krankgeschrieben (Fr), vom HA, und habe weiter geruht. Ich war so schwach, was zusammen mit der Gangunsicherheit und der Fallneigung durch den Schwindel gar nicht gut kommt. Am Samstag war ich wieder kräftig genug, um alles Schwanken einigermaßen auszugleichen. Dachte, ich könnte 5 min um die Ecke, um mir einen schönen frischen Salat zu kaufen. Da bin ich dann leider mit starkem Schwächeanfall zusammengeklappt. Ich konnte nicht mehr alleine stehen und auch nichts halten, zudem war meine Sprache schleppend und etwas verwaschen. Also wieder ab in die Rettungsstelle. Ergebnis: neurologisch alles i.O., also Migräne (Kopfschmerzen setzten dort ein, außnahmsweise rechts), bei der doch tatsächlich 1g Paracetamol oder 500 mg ASS i.v. nichts gebracht haben. Ach echt? Nach fast 7 Stunden durfte ich mit der Anweisung ein Triptan zu nehmen wieder nachhause. Seitdem bin ich sehr matt, aber noch mit genügend Kraft um ganz langsam durch die Wohnung zu krauchen oder mich für die Woche krankschreiben zu lassen. Der Schwindel und die Benommenheit sind unverändert, Übelkeit und immer Kopfschmerzen, die seit 6 Tagen nie ganz weg gehen und heute auch wieder nach links wanderten und die Gesichtshälfte enorm taub machten. Natürlich verkrampft sich dann auch mein Nacken, das sehe ich aber eher sekundär.

    Mein Neurologe kann mich erst in 3 Wochen reinschieben. Wenn es bis dahin besser ist – das hoffe ich doch! – dann wird auch dieser Termin auf April/Mai verschoben. 🙁 Im letzten halben Jahr war ich 7 Wochen wegen Schwindel und Übelkeit krankgeschrieben. Triptane nehme ich erst wieder seit Dezember, was bislang 8 Stück in 2,5 Monaten waren. Aufgrund der Depression mache ich schon regelmäßig die verschiedensten Entspannungsverfahren (PMR, Atemtherapie, Autogenes Training, Phantasiereisen … je nachdem wonach mir gerade ist). Auch bin ich ein rechter „Turnschuh“, 3x / Woche Ausdauersport müssen schon sein, und solche Schwäche wie im November oder letzten Samstag hatte ich noch nie!

    So, das in langer „Kürze“ 😉 Die Schwindelsymptomatik mit Benommenheit und die permanente Übelkeit gehen mir ehrlich gesagt auf den S. … Ich weiß, ich bin bei Euch in guter Gesellschaft und werde mich in Geduld üben!

    Über einen Austausch würde ich mich aber sehr freuen!

    Seid herzlich gegrüßt!!!

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27618

    Hallo Monster, herzlich willkommen. 🙂

    Du hast ja schon einiges mitgemacht, alles nicht so einfach. Ich gehe mal der Reihe nach Deinen Bericht durch.

    Das interessante ist, dass ich während der Phase mit viel Pregabalin (CRPS) und dann mit viel SSRI und Olanzapin (Depression) 1,5 Jahre keine einzige Migräneattacke hatte! Seltsam, seltsam!

    Also das ist schon mal gar nicht seltsam, da all diese Medikamente auch erfolgreich als Migräneprophylaxen eingesetzt werden. 😉 Neuroleptika auch mal für die Medikamentenpause. Zeigt also, dass Du hier schlicht und ergreifend auch Wirksamkeit für die Migräne hattest.

    Leider haben mir die Psychiater gesagt, ich dürfe Triptane nicht mit dem SSRI kombinieren, was ich auch brav gemacht habe.

    Hier wird auf das eher theoretische Problem des Serotoninsyndroms hingewiesen. Theoretisch möglich, in der Praxis kaum gesehen. Die Kombination wird weltweit millionenfach eingesetzt, der Verzicht auf Triptane war daher nicht sinnvoll.

    Sie dürfen Triptane (2,5 mg Naratriptan) nehmen, aber gegen den Schwindel könne man nichts machen!

    Triptane helfen nur gegen die Schmerzen, nicht gegen den Schwindel und dürfen auch während der Aura (sofern der Schwindel migränebedingt ist) nicht eingesetzt werden.

    Dass es gegen den migränebedingten Schwindel nichts gibt, stimmt so auch nicht. Gut wirksam bei dieser Migräneart wäre Flunarizin, das aber bei Deiner Problematik mit Depressionen nicht angezeigt wäre. Sinn könnte aber z. B. Lamotrigin machen, oder einfach noch mal Pregabalin. Du hattest es bereits, scheinbar auch gut vertragen und immerhin war es bei den Medikamenten dabei, die Dir die Migräne vom Leib gehalten hatten. 🙂

    Magnesium kann auch Sinn machen, einfach mal versuchen.

    Achtest Du auch auf Regelmäßigkeit, Pausen, genügend Kohlenhydrate usw.?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Monster
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina,

    Lieben Dank für Deine Antwort. Letztlich bin ich ja noch recht bei allem, was Therapie heißt, daher danke für die Hinweise. Mein Neurologe war nicht so recht von einem Zusammenhang mit Olanzapin überzeugt, gab aber zu sich damit nicht gut auszukennen. Und Pregabalin damals war nötig, hat mich aber ziemlich umgehauen, heißt, ich war benebelt und benommen und stark verlangsamt im Denken. Das fand ich immer gruselig. In der Psychiatrie haben die mich dann recht schnell entzogen, weil auch das kontraproduktiv bei Depression war. Nun. Jetzt bin ich aus der Depression raus und vielleicht bringt es auch eine niedrigere Dosis mit weniger Nebenwirkungen. Werde alles für meinen nächsten Termin im Kopf behalten.
    Und was die Regelmäßigkeit angeht liebe ich es prinzipiell Stundenpläne zu machen. Scherz beiseite, ich mag regelmäßigen Sport und ins Bett und Aufstehphasen. Ich habe vieles entschleunigt und bin schon immer eher der Nudel-Reis-Brot-Körneresser. Naja, und ohne Milchprodukte würde mir echt was fehlen. Dennoch ist mein Speiseplan außnahmsweise nicht ausarbeitet und kann sicherlich in einigem noch verbessert werden. Ich werde mich belesen und mich auch hier durchstöbern.

    Danke nochmal und liebe Grüße an alle!

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Liebe Monster,

    schön, das du ins headbook gefunden hast und mit dir selbst fürsorglicher umgehst! Wie ein Monster siehst du gar nicht aus 😊!

    Möglicherweise habe ich etwas in deinem sehr umfangreichen Beitrag überlesen oder nicht (richtig) verstanden, und du kannst mich aufklären. Gerne in kurzer „Kürze“, mein „Arbeitsspeicher“ ist heute sehr begrenzt 😉!

    Das interessante ist, dass ich während der Phase mit viel Pregabalin (CRPS) und dann mit viel SSRI und Olanzapin (Depression) 1,5 Jahre keine einzige Migräneattacke hatte!

    Ich bin dabei die Psychopharmaka eines nach dem anderen trotz massiver Absetzsymptomatik auszuschleichen.

    Warum setzt du Medikamente ab, die dir eineinhalb Jahre migränefreie Zeit beschert haben??? In den Beipackzetteln steht unter „Gegenanzeigen“ keine Depression.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Monster
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Moin Moin Katrin,
    ja, manchmal bin ich eine Labertasche …

    Ich bekam und bekomme Sertralin und Olanzapin gegen die Depression und haben auch gut geholfen. Nun bin ich stabil, die Nebenwirkungen aber akkumulierten mit der Zeit:
    Speziell das Olanzapin soll raus, weil es u.a. (!) meinen Stoffwechsel in Richtung Diabetes verschiebt. Und das Sertralin nehme ich in Höchstdosis von 200 mg. Das soll dann auch mal wieder runter, ob ganz weg, wird sich zeigen.

    Ich bleib auch mal an Verordnungen für die Physio dran, denn mein Therapeut empfiehlt vom Nacken bzw. dem Kiefer aus zu arbeiten könnte helfen. Wer weiß? Probieren halt …

    Liebe Grüße und eine gute Nacht in einen besseren Tag

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Moin Monster,

    aus deinem Gruß folgere ich, dass du ein Nordlicht bist 😉?!

    Aufklärung gelungen, danke!

    Auflockerung – welcher Art auch immer – kann zu mehr Entspannung – welcher Art auch immer – führen und somit die Migräne möglicherweise indirekt (im Sinne von weniger Anspannung) beeinflussen.
    Es wäre erfreulich, wenn dir eine physiotherapeutische Behandlung gut täte!

    Danke, dir und allen auch eine gute Nacht!
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Monster
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Leute,

    es ist 11 Tage her und ich habe immer noch Kopfschmerzen (seit 17 Tagen insgesamt), von leicht bis schwer, diffus und unschlüssig hin und her wandernd oder deutlich links, dazu 5 klare Migräneattacken in 2 Wochen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was für eine Tortur das sein muss, wenn die Dauerschmerzen Monate bestehen 😱 Was mich fertig macht ist die Aura, die nicht weggeht – wie soll sie auch, wenn sich die Migräne aus sich selbst erneuert. Den Schwindel und das Taumeln kann ich inzwischen wenigstens wieder ausgleichen, die Taubheit im linken Gesicht ist eigentlich nur „nervig“. Leider bin ich nochmals mit Muskel- und Kreislaufschwäche – wieder mal während einer Zusatzaura vor der nächsten Attacke, eingeknickt – diesmal aber ohne RTW. Mein Verlobter hat mich irgendwie mit der U-Bahn nachhause buchsiert. Ich habe bei 9x Schmerzmittel / Triptanen im Februar aufgehört, damit ich auch ja die Regel einhalte. Das alles macht mir Angst und diese „neue“ Aura ganz besonders, da sie immer noch so neu für mich ist. Notfallmäßig beim Neurologen hat der mich für noch weitere 4 Wochen krankgeschrieben, mir Metoprolol (50) gegeben und eine psychiatrische Tagesklinik bzw. psychosomatische Reha vorgeschlagen. Da mich die Tagesklinik wegen der leidenden Menschen mit gravierenden psychischen Erkrankungen eher kränker machen würde (sensitiver HSPler), worin mich sowohl Psychiaterin als auch Psychologin unterstützt haben, denn ich bin NICHT mehr, nicht mal mehr im Ansatz, depressiv. Daher nehme ich die Auszeit, das Metoprolol und beantrage die Reha (DRV). Drückt mir die Daumen, das 1. die Schmerzen bald enden, 2. das Metoprolol wirkt und 3. ich die Reha bekomme.
    Kennt jemand eine gute Rehaklinik, die Migräne und HWS-Beschwerden mit Psychosomatik behandelt? Dann könnte ich mir ja zumindest eine wünschen …

    Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende, hier schien heute sooo schön die Sonne und ich nehme sie mit im Herzen.
    Alles Gute!

    Monster
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Ach so, ich bin’s nochmal:

    Kennt sich jemand mit dem Serotonin-Syndrom aus?

    Denn die letzten Tage mit Naratriptan hatte ich enorme Probleme mit heftiger Abgeschlagenheit, erhöhter Temperatur, Tachykardie, für mich echt hohem Blutdruck und Schwitzen, dazu starke dämpfende Benommenheit. Fühlte mich immer 3-4 Stunden stark krank, dann ging der Spuk wieder vorbei.

    Ich denke, auch deshalb ist meine Triptanpause gut, damit es erstmal nicht mehr mit 200 mg Sertralin (SSRI) zusammentrifft! Hoffe so sehr, dass dann das Metoprolol die Notwendigkeit mit Triptan kappen zu müssen senkt…

    Julia
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    Beitragsanzahl: 7261

    Hallo, liebe Du 😊 ( der Name Monster geht mir als Anrede eines Menschen nicht durch die Finger 😕 ☺!).

    Eine sehr gute Rehaklink findest du in der Schlossklinik Bad Buchau. Ganz viel Gutes dazu kannst du in der Gruppe Klinikerfahrungen finden, an vierter Stelle.

    Das Serotoninsyndrom gibt nur sehr sehr selten. Prof. Göbel hat es in seiner ganzen Zeit als Arzt nicht gesehen. Sprich aber in der nächsten Woche deinen behandelnden Arzt darauf an.
    Meine Daumen sind gedrückt und ich wünsche dir ganz schnell wieder bessere Zeiten.
    Alles Liebe,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von  Julia.
    Julia
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    Beitragsanzahl: 7261

    Ich jetzt auch nochmal:
    hat dir dein Neurologe jetzt neu das Metoprolol gegeben? Er weiß doch sicher von deiner Depressionsneigung und schreibt dir trotzdem den Betablocker auf? Betablocker sind eigentlich dafür bekannt, Depressionen zu begünstigen und sollten darum in deinem Fall nicht genommen werden!
    Nochmal liebe Grüße,
    Julia

    Monster
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    Beitragsanzahl: 12

    Tja, ich weiß auch nicht. Ich habe extra nachgefragt und er sagt, dass das kein Problem sei. Habe auch vom Hausarzt die 190 mg auf Bedarf wegen der Herzrhythmusstörungen und damit keine Probleme. Aber natürlich nehme ich die manchmal auch ein paar Wochen gar nicht, so dass das auch kaum ins Gewicht fallen würde.
    Aber Du hast trotzdem Recht! Der Neurologe kennt mich auch eigentlich gar nicht, war erst 3x da, und weiß natürlich von der ehemaligen Depression. Ich habe inzwischen, weil es mir unter den Nägeln brennt, bei dem einzigen in meiner Nähe erreichbaren Neurologen, der mit der Schmerzklinik Kiel kooperiert, nach einer Zweitmeinung / Termin angefragt. Mal sehen, ob ich nächste Woche eine Antwort bekomme, so was geht ja jetzt oft per Mail … und mit meiner Psychiaterin spreche ich ja sowieso regelmäßige, da Frage ich auch nochmal nach. Ich bleibe aufmerksam!

    Monster
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    Ach, und wenn „Monster“ nicht passt, nimm Annika! 😀

    Julia
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    Beitragsanzahl: 7261

    Danke, liebe Annika, das schreib ich lieber!!!☺

    Monster
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    Hallo Ihr Lieben,
    ich suche nochmal Rat von Euch. Mein Neurologe, der mich ja auch erst 3x gesehen hat, hatte mich für weitere 4 Wochen AU geschrieben. Davon sind drei um, das Metoprolol 50 mg nehme ich 1/2 morgens, 1/2 abends. Da er der Meinung war, dass 9 Tablettentage zu viel waren, soll ich pausieren (dabei war das das allererste Mal) … das aber ohne alles! Mir bleibt Ruhe und die Kühlkompresse. Immerhin waren es in diesen weiteren 3 Wochen „nur“ 3 Attacken, die aber – wie für mich typisch – zwischen 50 und 80 Kopfschmerzstunden dauerten. Der unbestimmbare Kopfschmerz an allen anderen Tagen (seit 8.2.) wandert umher, zieht links in die Zähne oder in den Hinterkopf, ist jedoch glücklicherweise nur schwach. Immerhin bin ich wieder so kräftig, dass 30 min Aktivität möglich ist, und der Schwindel und taube Gesichtshälfte werden jetzt auch wieder besser. Termin und Rücksprache bei meinem Neurologen gibt es nicht vor Mai. Letztlich weiß ich Null über die Pausendauer und Erleichterungsmaßnahmen … muss da kalt durch … es graust mich vor der Arbeit, da mehr Aktivität diese Woche (4x am Montag je 20 min zu Fuß) sofort die nächste Attacke triggerte, dabei will ich so gerne wieder.
    Ich fühle mich gerade ziemlich allein gelassen. Alle Informationen lese ich hier, in der App und sonst wo im Inet. Bin gerade etwas down und frustriert und versuche mein kleines Teufelchen mundtot zu machen, das immer wieder behauptet, das sei alles so, weil ich irgendwas falsch gemacht habe. 🙁
    Aber: Der Rehaantrag ist eingereicht.

    Liebe Grüße, Annika

    sternchen
    Teilnehmer
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    Hallo Annika,

    es tut mir leid, dass du grad etwas verzweifelt bist. Vielleicht ließt du zu viel im Netz aber vor allem nicht das Richtige.

    Es macht Sinn, sich über Migräne zu informieren. Um dich aber nicht total zu verunsichern, besorge dir das Buch von Prof. Göbel, „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“. Somit hast du die besten kompetentesten Informationen, die für dich wichtig sind. Außerdem kannst du natürlich hier in den Gruppen zu allen Themen lesen, die du brauchst.
    Hier wurde dir im Vorfeld ja schon einiges erklärt und geraten. Dazu gibt es nichts Neues.

    Wenn du in deinem Beitrag von einer Pause redest, meinst du sicher die Medikamentenpause. Wenn ich es richtig interpretiere, wird sie von deinem Neurologen empfohlen, weil er ggf. vermutet, dass du in einem sog. MÜK bist. Richtig? Wenn das so ist, und wenn du und dein Neurologe das richtig einschätzt, dann kannst du hier in den Gruppen lesen, wie man eine Pause macht. Findest du dich hier zurecht? Hast du da ggf. schon zu gelesen?

    Das Entscheidene ist, dass du einen gut spezialisierten Neurologen hast, dass du dich sachlich gut auskennst (nur so kannst du deine Situation richtig erkennen), und mit dem Spezialisten zusammen für deine ganze Problematik eine Therapie findest.

    Einen Gedanken solltest du auf jeden Fall sofort über Bord werfen!!!!!!!!Du bist nicht Schuld. Du hast nichts falsch gemacht. Schuld hilft gar nicht. Im Gegenteil!

    Alles Liebe
    Sternchen

    Monster
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Danke, liebes Sternchen!

    Ja, das Schuld-Teufelchen kenne ich nur zu gut. Da lob ich mir seine jetzige Größe, die 100x kleiner ist als zur Depressionszeit. 😉 Und ja, ich lese vieles hier und auch in Prof. G’s Buch. Das ist sehr hilfreich!!! Und echt gut geschrieben! Und das mit dem MÜK hat mein Neurologe wohl so gemeint … ist aber nur geraten, denn gesagt hat er nix und hat mir keine Tipps oder Tricks oder irgendwelche Hilfen mitgegeben … Ich finde es nur komisch, dass ein MÜK dann schon nach einmalig und erstmalig 9 Einnahmetagen entsteht. Allerdings ist es so, dass ich tatsächlich sehr sehr empfindlich auf fast alle Arzneimittel reagiere, so muss ich vielleicht schon deutlich vor 10 Tagen pausieren?!? Allerdings ist der Dauerkopfschmerz seit dem 2. Migränetag mit Medi da, was schon arg früh ist. Allerdings hatten die mich in der Rettungsstelle mit 2x Paracetamol, 1x ASS und dann Naratriptan vollgepumpt … Das doofe ist halt, dass mir der Neurologe fast nix erklärt. Letztlich denke ich mir das so, dass ich mit Schmerzmedis pausieren sollte bis die Grundkopfschmerzen weg sind … und darüber hinaus. Mir ist schon klar, das mir nicht das Händchen gehalten wird 😉 Wie bei allem gilt es der eigene Experte zu werden. Ich hoffe halt echt, dass ich, wenn ich am 25.03. zurück bei der Arbeit bin, nicht gleich wieder 4-5 Tage ausfalle, weil die nächste Attacke kommt, die ich noch nicht wieder behandeln darf, will ich mich an die 8 Wochen MÜK-Pause halten. Ich halte aber die Ohren steif, mein emotionale Tief gestern war wohl auch mein Nachhall-Down der letzten Attacke von Mo-Fr.

    Danke nochmal!
    LG, Annika

    Monster
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Hallo Ihr Lieben,
    danke nochmals, Bettina & Co, für Euer Engagement und den Chat vom Montag, der ja dann doch geklappt hat. Ich hatte vorher schon viel in Prof. Göbels Buch gelesen und er hat dann meine zwei daraus abgeleiteten Überlegungen zu meiner Problematik tatsächlich bestätigt: hemiplegisch oder Hirnstammaura. Erklärt zumindest, warum die anderen immer einen Schlaganfall befürchtet haben. Auch wenn es Ferndiagnose ist, möchte ich seinen Hinweisen ein Kopfschmerzzentrum aufzusuchen und einen Notfallausweis einzustecken gerne folgen. Nun ist es so, dass wohl zeitlich erst die Reha erfolgen wird, denn vor Juli/August ist in der Charité kein Termin möglich. Ich übe mich in Geduld und darin, beim nächsten Neurologentermin als kompetente Patientin da zu sitzen.

    Beim Mitlesen gingen mir aber nochmals ein paar Gedanken zu den Schmerzen und der Verbindung zu Depressionen durch den Kopf. Abgesehen davon, dass ich bzgl. Depression schon immer vulnerabel war, habe ich doch am eigenen Leib erfahren (damals neuropathische Schmerzen meiner Führhand/-arm), wie sehr Schmerzen das dann noch zusätzlich triggern. Bei mir hat es 2 1/2 Jahre gedauert – weil ich ein sturer Kopf bin und nicht schnell aufgebe, was meine Rettung war! – bis ich mit drängendsten Suizidplänen in einer Rettungsstelle aufgeschlagen bin. Nun, es hat dann nochmal 3 1/2 Jahre gedauert und, voilá, Psychiatrie und Psychologin bestätigen die komplette Gesundung … und das jetzt trotz dieser Migränekomplikation!
    Warum ich das nochmal schreibe? Weil ich gerade all jenen Mut machen möchte, die die echte Depression kennen, und auch denen, die „nur“ depressiv sind. Es ist schaffbar, auch trotz Schmerzen! Ich musste wiederholt lernen, das 3 … 6 … 10 Tage, in denen ich depressiv bin, nicht bedeuten, dass ich wieder in einer Depression lande, denn das ist eine ganz andere Hausnummer. Wenn dann mal wieder ein paar psychisch „gute“ Tage da sind und dann wieder eine depressive Phase kommt, ist das auch kein Problem. Mittlerweile glaube ich das und mache mir diesbezüglich nicht mehr so viele Sorgen. Ich bin meiner Psychologin unendlich dankbar, dass sie mich mehrfach so auf den Topf gesetzt hat, denn so habe ich mehr Resilienz! Und das hilft dann tatsächlich auch beim Ertragen der Migräne … für mich eine interessante Beobachtung! Nun ist jeder anders, beim Schmerz und in der psychischen Grundsituation, und ich wünsche Euch allen die richtige Unterstützung – jederzeit! Ich möchte mutig und auch im Sinne einer erneuten Depression nicht zu ängstlich sein – ohne natürlich das Aufmerksamsein gegenüber möglicher neuer Symptome nicht zu vernachlässigen. Das wünsche ich Euch auch und das jeder – wenn nötig – psychologische oder auch psychiatrische Hilfe hat bzw. sich holt. Bei Depression leichter bis mittlerer Art muss nicht unbedingt immer eine Klinik her, aber natürlich kann auch das sehr heilsam sein, gerade WEIL bei uns die Schmerzsymtomatik noch obendrauf kommt oder eben umgekehrt die Depression als Folge der Dauerschmerzen. Vielleicht hilft das in dunklen Stunden zu hören. Das würde mich freuen!

    Habt ein gutes Wochenende! Es wär doch gelacht, wenn das nicht zu schaffen wäre. Und ich versuche in schweren Stunden nicht zu oft Tränen zu vergießen, versprochen!;-)

    Alles Liebe, Annika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27618

    Liebe Annika,

    Deine Zeilen machen auf jeden Fall Mut und können Betroffene in dunklen Zeiten wieder aufrichten. Für Dich freut es mich sehr, dass Du für Dich einen guten Weg, eine funktionierende Strategie gefunden hast.

    Es muss allerdings jeder seine eigene Erfahrung machen und Diagnosen sind auch unterschiedlich. Resilienz ist gut und wichtig, aber auch hier gibts unterschiedliche Veranlagungen. Resilienz kann man nur bedingt lernen, der Hauptteil ist wohl angeboren. Bzw. die Fähigkeit, auch aus misslichen Situationen und Problemen wieder rauszukommen und sie nicht gedanklich weiter mit sich rumzuschleppen.

    Metoprolol nimmst Du noch? Wenn ja, auch im Hinterkopf behalten, dass es nicht so ganz optimal ist, wenn man Depressionen hat.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Monster
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Bettina,

    vielen lieben Dank für Deine Zeilen!

    Die letzte Attacke hat es erstmal unmöglich gemacht zu antworten. Für alle, die mitgelesen haben …, ich gebe Dir VÖLLIG Recht: Jede Diagnose, jeder Mensch ist einzigartig! Das gilt für den Körper und die Psyche, die mögliche Resilienz oder die Probleme damit! Bitte verzeiht, wenn mein Beitrag irgendwie belehrend geklungen hat, denn das war nun gar nicht mein Ziel. Ich finde es für mich halt bemerkenswert und nahezu unglaublich, dass bei meiner hypersensiblen Veranlagung alles schwer zu nehmen und zu hadern doch so viel positive Änderung möglich war. Ich wollte nur verdeutlichen, dass ich erlebt habe, dass etwas subjektiv Ausgeschlossenes sich doch verbessern konnte!
    Naja, ich muss wegen der wiederholten Depressionen (steckte auch mal in einer Magersucht und habe mich sehr sehr lange selber nicht gemocht) natürlich wie jeder auf potentielles Wiederauftreten aufpassen … gerade im Zusammenhang mit der Migräneprophylaxe Metoprolol. So: genug zur Depression, dies ist ein Forum für/gegen/mit Kopfschmerzen, richtig? 😉
    Die Metoprolol soll ich natürlich erst einmal weiter nehmen. Ich passe auf! Endlich (!) konnte ich mit meinem Neurologen klären wie ich bei ihm spontan Krankschreibungen bekommen kann, wenn Arbeiten nicht möglich ist. Ab Montag gehe ich wieder Arbeiten (halbe Stelle), dann ist ja aber erstmal Ostern und leider Beerdigung meiner Oma. Ich hoffe so sehr, dass ich dann im Sinne einer Nicht-Migräne „DA“ sein kann. Ein Lichtblick ist, dass meine Reha in Bad Buchau genehmigt ist. In 4 Monaten ist da ein Platz für mich … ich bin gespannt! Wer war schon mal dort???

    Nun nochmals: bitte nicht krumm nehmen, wenn es „komisch“ geklungen hat, denn ich bin hoch beeindruckt von Euch allen und ebenso erschüttert über all das, womit Ihr eben individuell irgendwie klarkommen müsst! Habt genug Kraft, das Blümchen am Wegesrand, den ersten Schmetterling, schnalzende Stare und so vieles mehr zu sehen und Euch ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern zu lassen. Mögen die Schmerzen Euch diesen kleinen Genuss nicht verwehren!

    Herzlichst, Annika

    Und Frohe Ostern!!!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27618

    Aber nein, liebe Annika, das kam gar nicht belehrend rüber! 🙂

    Ich finde es toll, wie Du alles zum Positiveren wenden konntest und Du machst ja damit den anderen Mut. Es gibt im Grunde nie eine ausweglose Situation und das hast Du deutlich gemacht. 🙂

    In Bad Buchau waren schon viele und sind begeistert zurückgekommen. Da bist Du gut aufgehoben, da man sich dort wirklich um die Migränepatienten kümmert.

    Alles Liebe,
    Bettina

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