Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Ich wünsche mir eine Fernbeziehung mit meiner Migräne. (mirabelle)

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  • mirabelle
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    Meine Migräne und ich lernen uns nochmal ganz neu kennen.
    Wir kennen uns schon seit mindestens 13 Jahren aber ich habe jetzt erst ihre Identität erfahren. Seit ich weiß, dass es sich um Migräne handelt bei den Kopfschmerzen, die mich mindestens seit 2004 begleiten, lerne ich viel dazu.

    Ich habe mich entschieden, auch hier einen kleinen (hoffentlich kurzen) Schmerzverlauf anzulegen. Das Öffentliche an Headbook hat mich bisher daran gehindert. Aber ich profitiere ja auch davon, dass andere hier ihre Geschichten teilen.

    Und so halte ich hier fest:
    Kopfschmerzen seit mindestens 13 Jahren, einige Jahre sehr stark und oft, andere Jahre zwischendurch weniger.
    Eine extreme Steigerung von Häufigkeit und Schmerzintensität und Dauer der Attacken habe ich vor 2,5 Jahren erfahren.
    Durch meine erste Prophylaxe (gegen Spannungskopfschmerzen), Opipramol, gelang eine leichte Reduzierung der Anfälle. Das Durchnehmen der Pille ohne Pause hat die Attackenhäufigkeit ebenfalls leicht reduziert.

    Stark angestiegen ist die Häufigkeit, Intensität und Dauer der Anfälle nun wieder seit November 2016, also seit 11 Monaten. Stetiger Anstieg bis April 2017, seitdem fahre ich mit etwa 15-20 Kopfschmerztagen.

    Seit 3,5 Monaten habe ich die Diagnose chronische Migräne. Mein erstes Triptan (sumatriptan 100mg) hat mich zum ersten Mal nach 7 Monaten von den subtilen immer währenden Nacken- und Kieferschmerzen befreit.
    Aha, das ist sie also, meine Migräne.

    All das Ganze gehört zu ihr!!! Was für eine Erkenntnis…

    Sumatriptan wirkt bei mir immer noch am Besten, allerdings viel zu kurz, ich habe immer schnell wiederkehrende und dann sogar stärkere Schmerzen.
    Nun nehme ich nach Versuchen mit Naratriptan und Frovatriptan, Rizatriptan. Das dauert bei mir lange, bis es wirkt (obwohl es eigentlich schnell wirken soll, wie ich gelesen habe?), aber die Wirkung hält besser an.

    Als Prophylaxe nehme ich nun statt Opipramol seit einem Monat Amitriptylin. Die ersten drei Wochen 10mg abends, jetzt 20mg abends. Die anfängliche Müdigkeit war heftig und hat mich stimmungsmäßig in den Keller gezogen. Aber nun geht es mir gut. Anfangs hatte ich den Eindruck, Amitriptylin hilft, aber die Schmerzpause von 6 Tagen (Jahresrekord!) war leider einmalig bisher. Ich habe aber noch Geduld.

    Ich liege nun also immer noch bei ca. 15 Schmerztagen im Monat und immer bei 9-10 Medikamententagen.
    Ich experimentiere noch mit dem richtigen Zeitpunkt der Triptaneinnahme. So habe ich erst jetzt beim letzten Anfall vor 3 Tagen verstanden, dass das erste „komische Gefühl“, das mir bisher immer sagte „Es könnte sein, dass ich Kopfschmerzen kriege“ Teil der Migräne ist. Dieses Gefühl habe ich an mindestens 25 Tagen im Monat. Es ist beim Aufwachen da. Spätestens kurz nach dem Aufstehen.

    Noch frage ich mich, ob das eine Aura ist, was ich da fühle, oder nicht.
    Ich glaube, es ist keine.
    Ich habe kein Flimmern oder Sehfeldveränderungen. Keinen Schwindel. Ich habe ein Gefühl von einem kalten Helm, der um meinen Kopf schwebt ohne Berührung. Ein Knirschen im Kiefer. Das Gefühl, nicht wach zu werden. Watte im Kopf.
    Das entwickelt sich weiter zu einem Drücken im Kiefer, einem stechenden Schmerz am Hinterkopf und zieht dann meist über die linke Seite über den Schädel bis zu den Augenhöhlen.
    Während eines mehrtägigen Anfalls wechseln die Schmerzen auf die rechte Seite und wenn es ganz schlimm kommt, wechseln sie wieder zurück. Das ist immer verbunden mit einem Abklingen der Schmerzen und dann ziehen sie auf der anderen Seite wieder auf.

    Soweit für heute. Ein erster Steckbrief meiner Migräne.
    Eine gute Bekanntschaft, eine Fernbeziehung, das würde mir eigentlich schon reichen 🙂

    • Dieses Thema wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von  mirabelle.
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    Frank
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo Mirabelle,

    das hast du schön beschrieben. Ich denke, daß ein Teil deiner Beschwerden wahrscheinlich der Spannungskopfschmerz ist. Dann kommt im Laufe des Tages die Migräne dazu. Ich kenne das nur zu gut. Auch diese Benommenheit oder Wattegefühl.

    Wenn das Triptan gewirkt hat, dann kannst du nach 4-5 Stunden nachdosieren. Oder hast du schon versucht die Wirkung durch zeitgleichen Einsatz von Naproxen 500 zu erreichen? Es macht ja keinen Sinn, wenn du die Attacke nach Ende der Wirkzeit des Triptans bis zum nächsten Tag schleppst.

    Den Fehler habe ich auch gemacht. So kommst du auf zu viele Medikationstage im Monat. Lieber nachdosieren, wenn es geholfen hat.

    Und erwarte keine zu schnelle Änderung bei der Prophylaxe mit Amitryptilin, das kann Monate dauern. Es können weniger Schmerztage werden, oder die Attacken schwächer, oder beides. Ich würde eher nicht erwarten, daß du immer 6 Tage am Stück beschwerdefrei bist.

    Und bei mir ist es nicht meine Migräne. Ich habe auch keine Beziehung zu ihr. Es ist die Migräne. So sehe ich das bei mir.

    Auf gute Besserung.

    Gruß

    Frank

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 25328

    Liebe Mirabelle,

    schön, dass Du nun auch einen eigenen Verlauf hast, in dem Du immer wieder updaten kannst. Du hast ja inzwischen schon in verschiedenen Foren geschrieben, aber nun ist dann alles hier beisammen.

    Hört sich nicht nach Aura an, was Du da schilderst. Sind die ganz normalen Begleiterscheinungen oder auch Vorboten der Migräneattacken. Schön, das Du mit Amitriptylin inzwischen gut zurechtkommst. Vielleicht wirkt es auch noch besser auf die Frequenz, das kann aber noch ein wenig dauern. Du kannst aber die 10 Behandlungstage im Monat einhalten und das ist schon mal recht gut.

    Liebe Grüße
    Bettina

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Hallo Frank,

    danke für deine Antwort!

    Nachdosieren – wie meinst du das? Kann ich nach 4-5 Stunden erneut ein Triptan einnehmen? Ich dachte, ich darf das erst nach 24 Stunden wieder nehmen. Dadurch schleppt es sich, genau wie du sagst, oft über mehrere Tage. Naproxen habe ich auch noch nie versucht. Mein Arzt schlug mir so eine Kombination nicht vor. Vielleicht sollte ich ihn fragen.

    Und ja, hast Recht, „meine“ Migräne beschreibt schon eine zu enge Beziehung.
    Erinnert mich gerade an „Ich möchte mich gern von mir trennen“. Kennst du das Lied? Ist großartig. „Ich wünsche mir andere Nerven….“

    So weit in Kürze, heute kopfschmerzfreie Grüße
    mirabelle

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Liebe Bettina,

    danke dir auch für deine Antwort. 🙂

    Danke dir sehr für deine Einschätzung zu den „Vorboten“. Was genau Migräne ist und sein kann, das ist gar nicht so leicht zu verstehen. Selbst für mich als Betroffene. Irgendwie verrückt. Vor allem auch, wie es sich verändert über die Zeit.

    Auf Amitr. setze ich gute Hoffnung. Inzwischen habe ich aber auch innerlich schon die Entscheidung getroffen, dass ich, falls sich nach einigen Monaten keine Besserung abzeichnet, auch den Betablocker probieren würde. Ich habe davor ja zunächst zurückgeschreckt.

    Aber ich warte ab, ich bin zuversichtlich, dass es besser werden wird.

    Soweit für heute. Und um es wieder mit N. Frevert zu sagen: „Das mit dem Glücklichsein ist relativ“.

    mirabelle

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von  mirabelle.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3834

    Liebe Mirabelle,

    es scheint mir, als könntest du deine Akutmedikamenteneinnahme noch verbessern.

    Die 10/20 ger Regel kennst du. Dass sich die Medikamenteneinnahme auf max. 10 Tage (24Std.) bezieht, wird oft falsch verstanden.

    Bei Beginn einer Attacke (hierzu gibt es einen extra Link unten rechts auf dieser Seite „Triptanschwelle“) nehme ich das Triptan. Wenn dieses nur wenig aber nicht ausreichend hilft, nehme ich ca. 2-4 Stunden später ein 2. Triptan.

    Bei ganz schweren und lang anhaltenden Anfällen kombiniere ich das 1. Triptan mit einer 500 ter Naproxen. Dieses Medikament wirkt einerseits gegen die Spannungskopfschmerzen, die ich zusätzlich habe und es verlängert die Halbwertzeit des Triptans.

    Manchmal ist es so schlimm, dass ich sogar zum 2. Triptan noch eine Naproxen brauche. Dies wird aber nicht unbedingt empfohlen. Eigentlich sollte die 1. Naproxen ausreichend lange wirken.

    Ließ einfach unter dem Link „Migräne Wissen“. Dort wirst du so einiges Wertvolles finden.

    Alles Liebe
    Sternchen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von  sternchen.
    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Liebes Sternchen, danke dir sehr für deine Antwort.

    Ich sehe das genauso, meine Akutbehandlung ist noch nicht gut.
    Tatsächlich wusste ich nicht, dass ich innerhalb von 24 Stunden mehr als ein Triptan nehmen darf. Ich weiß, dass ich an einem Tag der Medikamenteneinnahme im Sinne der 10/20 Regel mehr als eine Tablette nehmen kann. Ich habe dann aber z.B. ein Triptan genommen und später noch Ibuprofen. Danke also vielmals für deinen Hinweis, dass ich auch zwei Mal aufeinanderfolgend ein Triptan nehmen darf.

    Nach Naproxen werde ich meinen Arzt morgen mal fragen.
    Ich habe etwas Berührungsängste mit den Medikamenten. Bei Ibuprofen hatte ich das früher auch und habe dann aber aufgrund des Leidensdrucks in den letzten Jahren mir angewöhnt, es früher zu nehmen. Ich bin auch so ein Typ, der im Zweifel zu lange abwartet und den frühen Zeitpunkt verpasst. Aber ich habe das gemerkt und versuche, es zu verbessern. Habe oft Sorge, es dann irgendwie vorschnell und vielleicht „unbegründet“ zu nehmen und den Medikamententag damit für einen anderen Anfall „verloren“ zu haben. Aber mittlerweile kann ich es schon etwas besser einschätzen.

    Gestern bekam ich Spannungskopfschmerzen, (was mich nach vielen Stunden hoch konzentriert am Laptop auch nicht gewundert hat, ehrlich gesagt…) Ibuprofen und frühes Schlafen haben geholfen. Etwas zermatscht und mit einem Brummschädel fühle ich mich auch heute noch.

    Mal sehen, was der Tag so bringt.

    Herzlich
    mirabelle

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Wow, was für ein tolles Herbstbild auf der Startseite 🙂 🙂

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Ich habe noch eine Frage an euch, liebes Forum, liebe Klinikerfahrene.
    Ich hatte über meine Krankenkasse (TK) einen Antrag auf einen Vorsorge-Klinikaufenthalt gestellt (für die Kopfschmerzklinik Königstein). Der Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, meine Erkrankung sei schon zu schwerwiegend für eine Vorsorgebehandlung, ich bräuchte eine Reha (im Hinblick auf meine Arbeitsunfähigkeitszeiten dieses Jahr). Nun fordert mich die Rentenversicherung auf, die erforderlichen Unterlagen nachzureichen.

    Mein Arzt schlug mir vor, mich als Akutpatientin nach Kiel einzuweisen.

    In Königstein sagte man mir, wenn der Rentenantrag genehmigt wird, kann ich nicht dorthin kommen, sie arbeiten nicht mit meiner Rentenversicherung zusammen. Bei Ablehnung durch die RV (was ja wahrscheinlich ist), habe ich eine Chance auf Direkteinweisung (wird dann irgendwie dort geprüft?).

    Nun frage ich mich, ob ich den Rehaantrag stelle oder nicht. Was hätte ich von einer Reha, wenn ich nicht bei Kopfschmerzexperten lande? Und was hat es für Folgen, wenn die Reha abgelehnt wird?

    Erfahrungen, anybody?

    Danke euch!!
    mirabelle

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3834

    Liebe Mirabelle,

    Genau der Spannungskopfschmerz von gestern wäre aus meiner Sicht es wert, zu überdenken.

    Ist es wirklich nur Spannungkopfschmerz? Oder könnte es zunächst Spannungskopfschmerz und darauf folgend eine Migräneattacke sein.

    Hätte dir ein Triptan vielleicht geholfen, um auch heute einen klaren Kopf zu haben? Für mich wären so zwei Tage mit KS besetzt und irgendwie wären es zwei beschädigte Tage :), wenn auch nicht komplett vermasselt aber doch eben irgendwie hin. Mit einer idealen Medikation hättest du vielleicht nur einen Tag gekränkelt.

    Letztendlich glaube ich, dass man das wirklich nur selbst ausprobieren kann. Bei mir sind beide KS-Formen in ihren Symptomen oft so vermischt, dass ich erst im Laufe der Jahre festgestellt habe besser immer ERST ein Triptan zu nehmen und dann ggf. mit einer Naproxen nachzubessern.

    Wichtig ist auch, den Irrglauben, Triptane seien schädlicher, oder irgendwie schlechter als andere Schmerzmittel, zu begraben.

    Triptane sind so gesehen keine Schmerzmittel. Sie greifen in den Ablauf der Migräne und zwar nur in den Ablauf der Migräne ein. Sie wirken nur dort. Allgemeine Schmerzmittel wirken im ganzen Körper. Die Aussage, dass die Triptane für den Körper weniger schädlich sind, ist eigentlich eine logische Schlussfolgerung. Oder?

    Alles Liebe für dich.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3834

    Nun noch zu deiner Frage ob Reha oder Schmerzklinik.

    Vor einigen Jahren stand ich vor einer ähnlichen Entscheidung!

    Du beantwortest deine Frage eigentlich schon selbst in deinem Beitrag. Was hättest du von einer Reha, wenn du die Kopfschmerzsituation nicht vorher geklärt hast. Wahrscheinlich durch die Umstellung schon viel KS, und Personal welches sich nicht wirklich auskennt.

    Für mich wäre es „das Pferd von hinten zu satteln“.

    Es macht Sinn, zunächst in die Schmerzklinik zu fahren. Mit dem geballten Wissen und mit der Ausrüstung von dort eine Reha anzustreben.

    In der Reha (das ist meine Erfahrung) muss man strikt bei dem erlernten Vorgehen und der Medikation aus der Schmerzklinik bleiben. Mich hat man versucht medikamentös umzustellen. Immer wieder mit dem Hinweis, dass man selbst ja auch viel Erfahrung mit KS und Migräne hat. Ich habe mich mit dem Argument, dass die Prophylaxe 6 – 9 Monate braucht,( sie braucht natürlich nicht ganz so lange) um sich voll entwickeln zu können. Vorher käme für mich kein Medikamentenwechsel in Frage. Dieses Argument war überzeugend. Was ja eigentlich auch wieder beweist, dass das Wissen dort nicht so groß war. 🙂

    Also ich empfehle ganz klar, zuerst Schmerzklinik und dann ggf. zeitnah die Reha.

    Nochmals 🙂 alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 25328

    Liebe Mirabelle,

    ich staune etwas über die Aussage, dass Du zu schwer betroffen bist für eine Akutklinik. Ich hoffe dann immer, dass es sich vielleicht um ein Missverständnis handelt. Ich schließe mich Sternchen an – erst Schmerzklinik, danach Reha, wenn sie überhaupt noch nötig ist. Lass Dich nicht kirre machen, Du hast als Patientin auch ein Mitspracherecht.

    Alles Gute,
    Bettina

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Liebes Sternchen, mir fällt das auch schwer, das auseinander zu halten (Ich dachte ja bis vor Kurzem, das alles ist Spannungskopfschmerz… ). Ich glaube sogar, gestern war der erste Tag, an dem ich gemerkt habe, das ist jetzt Spannungskopfschmerz. Heute bin ich auch nach dem zweiten Kaffee klar im Kopf geworden 🙂 Nur müde bin ich.

    Grundsätzlich stimme ich dir absolut zu, in dem was du sagst.
    Und weniger Angst vor dem Triptan zu haben, das entwickelt sich sicher. In der Tat habe ich irgendwo noch Bedenken vor Spätfolgen, Nebenwirkungen, die sich erst irgendwann bemerkbar machen… Bei Ibuprofen weiß ich wenigstens, dass sie meinen Magen kaputt machen… 😉

    Danke auch für deine Einschätzung zur Reha-Frage.
    Auch an dich, liebe Bettina!
    Nun hat ja so ein Reha-Antrag auch seine Bearbeitungszeit und dann noch Wartezeit auf einen Platz. Ich frage mich also, ob ich den Antrag stellen sollte oder den Antrag „zurückziehen“. (Denn er wurde von der KK an die RV weiter geleitet, wenn ich nichts weiter einreiche, gilt er als abgelehnt, das würde ich durch ein Zurückziehen des Antrags vermeiden.) Vielleicht beantrage ich und sehe was passiert…?

    Bettina, ich verstehe deine Verwunderung.
    Dieses Telefonat mit der KV hat mich auch umgehauen. Sie wiederholte die Aussage aber wirklich eindeutig, dass die Gutachter zum Entschluss gekommen sind, dass es sich bei mir nicht mehr um einen „Vorsorgefall“, sondern um einen Reha-Fall handele und daher keinen Klinikaufenthalt finanzieren (habe insgesamt knapp zwei Monate AU in diesem Jahr gehabt).
    Völlig absurd 🙁

    Danke für Eure Worte!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 25328

    Liebe Mirabelle,

    Ibuprofen kann auf Dauer nicht nur Deinen Magen ruinieren, sondern auch Leber und Nieren. Das ist weitaus gefährlicher als die Wirkung auf den Magen. An der Dialyse landen nur Menschen, die häufig Schmerzmittel einnehmen, nie Menschen, die mit Triptan behandeln. Also auch mal das überdenken. Schmerzmittel wirken im gesamten Körper, können nicht „differenzieren“ und wirken auch da, wo gar keine Wirkung gebraucht wird. Triptane wirken ganz spezifisch und nur da, wo sie gebraucht werden. Willst Du Dir also was Gutes tun, dann behandle Migräneattacken lieber mit Triptan. 🙂

    Unterstützt Dich denn Dein Arzt? Dann kann er nämlich bestimmen, wohin er Dich schickt mit Deiner Problematik. Weist er Dich in eine Schmerzklinik ein, dann können Kasse und Rentenversicherung sagen was sie wollen. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 102

    Hallo Ihr Lieben.
    Ich habe mal generell eine Frage bzgl. der MÜK.
    Meine Migräne hält sich in Grenzen, ab und zu ca. 4 x im Monat.
    Aber ich habe z.Zt. Gelenkbeschwerden in den Schultern und ein Hüftproblem. Deswegen nehme ich dann eine Paracetamol. Zählen diese Tabletten dann auch zu der MÜK ?
    Ich habe gg. Spannungskopfschmerzen einen Versuch gestartet mit “ Baldrian “ 🙂 es hat mir geholfen. Ruhe im Bett, der Kopf war zwar ein bisschen matschig.

    Einen richtigen Arzt habe ich nicht. Mein Hausarzt ist eher mein Kardiologe , der absolute Schulmediziner, der mein Herz betreut. Ich werd nicht richtig warm mit ihm. Nun überlege ich ob ich zu einer hier neu angesiedelten Schmerzärztin gehe.
    Triptane mag ich absolut nicht nehmen wegen Vorhofflimmern, daran bin ich ja operiert werden. Diese Nebenwirkung nein !.

    Liebe Herbstgrüsse
    Seemoewe

    Frank
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo Seemoewe,

    naklar zählen die Paracetamol dann zu den Medikationstagen, egal wogegen du die Tablette genommen hast. Hilft dir eine Paracetamol tatsächlich gegen deine Schulter/Gelenk Schmerzen? Darf ich fragen wieviel du wiegst?

    Die 10/20 Regel kennst du sicherlich, da zählen alle Schmerzmittel und Triptan dazu.

    Hast du das mit deinem Kardiologen abgeklärt? Vor welchen Nebenwirkungen hast du denn Angst? Naratriptan ist i.A. sehr gut verträglich. Wenn dein Kardiologe keine Bedenken bezüglich deiner OP hat, solltest du das probieren. Das ist bestimmt verträglicher als Paracetamol.

    Inwiefern hat dir Baldrian gegen Spannungskopfschmerz geholfen? Hast du es dann weggeschlafen, oder wie muss man das verstehen?

    LG

    Frank

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 102

    Hallo Frank.
    vielen Dank für deine Info. Nein die 10/20 Regel kenne ich nicht.
    Ich war ja bei einem Neurologen, der mir Triptan verschrieben hat, mich aber sofort drauf aufmerksam gemacht hat, dass nach der Einnahme Vorhofflimmern auftreten kann. Das hatte ich Jahrelang, und will es nicht mehr haben.
    Ich wiege 60 Kilo. Mit Migräne und Gelenkschmerzen komme ich auf ca. 8 Tbl. pro Monat.
    Baldrian. … tja.. ich hab 2o Tropfen genommen, mich ruhig ins Bett gelegt und bin etwas eingeschlafen. Danach wars besser.

    LG. Seemoewe

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 102

    kleiner Nachtrag.
    Ich bin überglücklich, dass ich nach jahrelangem Vorhofflimmern eine gute OP hatte. Aber nochmals wegen eines Medikamentes diese Beschwerden. ???

    L.g. Seemoewe

    Frank
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Ja das verstehe ich, bei Herzkrankheiten kann Triptan in der Tat kontraindiziert sein. Nur Paracetamol ist bei Migräne nicht die richtige Medikation. Die 10/20 Regel besagt 10 Tage Medikation im Monat bei 20 medikationsfreien Tagen, sonst Gefahr von MÜK.

    Vielleicht solltest du mit deinem Doc sprechen, welche Alternativen an Medikation für dich verträglich wäre.

    Gruß

    Frank

    P.S. du bist hier glaube ich im falschen Forum. Hast du keinen eigenen Verlauf.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von  Frank.
    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 281

    Hallo Mirabelle,
    bzgl. Vorsorge-/Rehaaufenthalt versuchen die KK natürlich vor allem, nicht zahlen zu müssen. Für eine Vorsorgekur ist dein Krankheitsverlauf evtl. schon zu schwer, da es ja vermutlich schon ein chronischer Verlauf ist (?). Mit einem Reha-Aufenthalt will man erreichen, dass du arbeitsfähig bleibst, daher ist dann die RV zuständig, die gerne weiter deine Beiträge hätte. Wenn Königstein sagt, sie arbeiten mit denen nicht zusammen, wird es leider so sein, also eher von der RV aus.
    So wie du deinen Verlauf beschreibst, wird dir irgendeine Reha eher wenig bringen, außer zur körperlichen Erholung etc., nur von schwerwiegender Migräne hat da kaum eine KLinik soviel Ahnung wie Königstein oder Kiel. Ich kenne beides und kann beides empfehlen. MIttlerweile nimmt KÖnigstein genauso wie Kiel Akutpatienten auf, nachdem sie zunächst die Unterlagen auf Notwendigkeit prüfen. Das Programm scheint in etwa gleich zu sein, auch vom zeitlichen Ablauf.
    Ich selbst war in Königstein mehrmals zur Reha, teils leider auch selbst finanziert sogar.
    Bei Fragen kannst du mich auch gern per PN anschreiben.
    LG Jasmin

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 281

    Nachtrag:Ich habe nun nochmal gegoogelt bzgl. Vorsorgekur und demnach könnte man doch eigentlich argumentieren, dass du eine Verschlimmerung verhüten willst… Quelle: „betanet“
    LIebe Grüße

    2. Voraussetzungen
    Damit die Krankenkasse die Kosten von Vorsorgeleistungen oder -kuren übernimmt, muss eine der 4 folgenden Voraussetzungen vorliegen:
    Schwächung der Gesundheit (körperlich, psychisch oder geistig) mit Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsentwicklung
    oder
    Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung des Kindes
    oder
    Krankheiten zu verhüten oder deren Verschlimmerung zu vermeiden
    oder
    Vermeidung von Pflegebedürftigkeit

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4580

    Liebe Seemoewe,

    du bist hier in einem fremden persönlichen Schmerzverlauf, deshalb antworte ich dir an anderer Stelle.

    Bis gleich,
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 25328

    Liebe Seemoewe, ich würde Dir auch lieber in Deinem eigenen Schmerzverlauf antworten, Du bist jetzt bei Mirabelle. Bitte kopiere Deine Beiträge in Dein Forum: http://www.headbook.me/groups/mein-persoenlicher-migraeneverlauf/forum/topic/migraene-oder-nerv-narbenschmerzen/page/6/#post-137483

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4580

    Wenn Seemoewe ihren Beitrag umsetzt, setze ich meinen anderen Beitrag auch um.

    Für die Betroffenen selber sind die persönlichen Schmerzverläufe natürlich prima zum Nachlesen. Für Außenstehende, die unter speziellen Themen in den einzelnen Gruppen nachlesen wollen, ist es natürlich schade, weil dann dort viele Infos nicht auftauchen. Aber man kann nun mal nicht alles haben im Leben… 😉

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Liebe Jasmin, liebe Bettina, herzlichen Dank!

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 102

    Liebe Heika und Bettina..
    nun bin ich mit meinem Beitrag in meinen! Schmerzverlauf gegangen. Hoffe es war richtig. So ganz kenne ich mich nicht aus.

    LG. Seemoewe

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    (Eine Seemöwe, die sich verlaufen hat :))

    Hallo ihr Lieben,

    ich war heute bei meinem Arzt. Er rät mir, einen Aufenthalt in Kiel zu beantragen. Dann werde ich mich jetzt daran machen.

    Auf die Frage nach Naproxen sagte er, er würde eher Novalgin Tropfen empfehlen, da kämen viele seiner Patienten gut mit zurecht. Seine Begründung war, Naproxen ist eher krampflösend, z.B. bei Regelschmerzen. Aber im Grunde (nachdem mein Hirn die Information verarbeitet hat, war er schon über alle Berge) spräche das ja für eine Anwendung, da ich ja auch Spannungskopfschmerzen habe. Oder interpretiere ich das falsch? Er hat mir jedenfalls dann nur Novalgin aufgeschrieben und nicht Naproxen und ich hab irgendwie nicht reagiert. Sollte wohl nochmal nachhaken.

    Ich habe mich heute so gut gefühlt. Jeder Tag, an dem ich z.B. Wege auf dem Rad zurücklegen kann, ist für mich so befreiend. Dieses Jahr war das so selten der Fall. Die Haltung auf dem Rad ging gar nicht für meinen Nacken, der Fahrtwind triggert Migräne, und ich war oft viel zu erschöpft und habe die Fahrt durch den Stadtverkehr als sehr stressig und anstrengend empfunden.
    Heute war die Fahrt zum Arzt und zurück so schön. Das genieße ich und male ich mir grün mit Sternchen im Kalender an.
    Nur dann kam ein Telefonat mit einer Kollegin und ich fühle mich elend, mein Bauch grummelt, ich verspanne mich… Manchmal merke ich das so unmittelbar, wie ein Ereignis mich beeinflusst. Meine Schultern und mein Kiefer sind angespannt.
    Sie hat mir eben gesagt, dass sie meine Arbeit als „unsere“ präsentieren wird und mich kritisiert im Hinblick auf meine Arbeitsdokumente „sie habe mal geschaut und das sei ja alles ziemlich unübersichtlich und auch teilweise gar nicht notwendig“.

    Und nun frage ich mich, wie hätte ich eigentlich reagieren „sollen“, dass ich mich nicht so schlecht fühle?

    Wenn dazu jemand Ideen hat, freue ich mich. Ich weiß, dass ich Probleme habe, mich abzugrenzen. Und in solchen Situationen weiß ich wirklich nicht, was ein gesunder Umgang damit wäre.

    Herzlich herzlich
    mirabelle

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 25328

    Liebe Mirabelle,

    Naproxen ist für unsere Zwecke sinnvoller. Es hat eine sehr lange Halbwertszeit von bis zu 12 Stunden und wirkt auch entzündungshemmend. Novalgin wirkt nur vier Stunden, schmerzhemmend (aber vielen Migränikern hilft es nicht), zudem fiebersenkend. Ich würde den Arzt doch noch mal um Naproxen bitten.

    Zur anderen Sache … Wie soll man da schon reagieren können? 😉 Das ist unverschämt, beleidigend und unfaier, da kann man nur erst mal sauer sein. Ich würde aber das Gespräch suchen und das nicht einfach nur so hinnehmen. Aber für den Akutfall, wenn einem so etwas unter die Nase gerieben wird, habe ich auch kein Patentrezept. Gut wäre, das nicht in sich hineinzufressen und nicht ewig zu grübeln.

    Liebe Grüße
    Bettina

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Danke, Bettina!
    Ich habe mir Naproxen in der Apotheke geholt. Wie ist hier die Erfahrung, soll ich es einfach mit dem Triptan oder kurz darauf (wie lange danach?) nehmen und „testen“, ob mir die Kombination dann besser/länger hilft als nur das Triptan?

    Ich habe noch eine ziemlich pragmatische Frage: Wie sind eure Erfahrungen, Behandlungskosten steuerlich als außerordentliche Belastungen abzusetzen?
    Ich habe die letzten Jahre hohe Ausgaben gehabt durch meine Krankheit. Ich weiß, es gibt diesen hohen Eigenanteil, über dem man liegen muss (prozentual abhängig vom Einkommen XXX Link von der Moderation entfernt. Über dem liege ich aber dieses Jahr.
    Wenn ich es richtig verstehe, müssen alle Behandlungen und Medikamente von einem Amtsarzt verordnet sein, sonst brauche ich es gar nicht zu versuchen? XXX Link von der Moderation entfernt
    Ist das auch eure Erfahrung? Ich habe die Diagnose chronische Migräne erst seit Mitte des Jahres, die Ausgaben vorher waren alle aufgrund der Diagnose Spannungskopfschmerz.
    Ich habe Ausgaben für die Rezeptgebühren, Arzneimittel ohne Rezept, Wege zum Arzt (ÖPNV), Manuelle Therapie (mehrfach verordnet (CMD), dann auf Selbstzahlerbasis weitergemacht, Osteopathie (verordnet)…

    Lohnt sich der Aufwand, alles zusammenzustellen für die Steuer?

    Liebe Grüße, kopfschmerzig, in die Runde. Euch einen schönen Sonntag!
    mirabelle

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 87

    Noch eine Ergänzung wegen Naproxen: Ich habe nachgelesen und die Empfehlung gefunden für Sumatriptan und Naproxen. Ich nehme Rizatriptan und habe keine Info gefunden, ob diese Kombi ebenso zu empfehlen ist. Sorry, vermutlich habt ihr diese Fragen schon hunderte Mal beantwortet. 🙁

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