Katrin und das Lachen

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  • Tanni
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    Beitragsanzahl: 2015

    Liebe Katrin,

    ich kann absolut nachvollziehen, dass du Antidepressiva bei den negativen Erfahrungen, die du gemacht hast, nicht zur Sedierung einsetzen möchtest. Aber mich würde interessieren, ob du mal getestet hast, ob die paradoxe Reaktion auch schon durchkommt, wenn du es nur einen Tag zur Sedierung einnimmst. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass am ersten Tag die müde machende Wirkung überwiegt und wenn ich die Tage drauf kein AD nehme auch keine weitere Reaktion kommt…

    Vielleicht lässt sich das ja noch irgendwo in deinen Plan einbauen – ich denke, dass dir dein Arzt da weiterhelfen kann.

    Es tut mir leid für dich, dass du im Moment so fertig bist und gerade keinen Weg siehst – einen Rat habe ich leider nicht, aber bis Dezember ist nicht mehr lange und ich wünsche dir einfach sehr, dass dir der Termin weiterhilft und dein Arzt am 3.12. noch eine gute Idee parat hat 🙂

    Liebe Grüße, Tanni

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Liebes Sternchen,

    danke für deine ausführlichen Zeilen, die mir die Augen wieder etwas geöffnet und mir einige Erkenntnisse beschert haben!

    mein Text bezog sich natürlich in erster Linie auf Insomnias Problematik.

    Gut, dass du mich darauf aufmerksam machst, denn ich habe deine Textpassage als „allgemein“ gültig interpretiert. Dass dies für eine chronische Migräne nicht zutreffend sein muss, habe ich in dem Moment gar nicht gesehen.

    Als „ausgeklügelte System“ nehme ich selbst meine Vorgehensweise gar nicht wahr! Vielleicht sollte ich mir mal selbst auf die Schulter klopfen, dass ich es so schaffe, wie ich es schaffe. Ich habe in letzter Zeit eher das Gefühl, dass es zu wild durcheinander geht in meinem Denken und Handeln, und dass es mich fertig macht, dass ich keinen „festen Fahrplan“ habe, der immer gut funktioniert. Sicher kann es diesen so auch nicht geben, weil meine Migräne so ist, wie sie ist. So muss ich – auch wenn es mir nicht passt – die Karten täglich neu mischen. Das empfinde ich als schlimm, aber schlimm wird das Ganze wohl (immer noch) nur durch meine Bewertung der jeweiligen Situation und meine Sicht darauf.

    Mir ist durch deine Zeilen wieder einmal schmerzlich bewusst geworden, dass ich wohl noch immer einer Besserung meines Zustandes nachjage und (vielleicht) noch immer nicht wirklich wahrhaben will, dass ich mich mit den Schmerzen, meinem Zustand und meinen Einschränkungen arrangieren MUSS! Ansonsten leidet nicht nur mein Kopf, sondern auch meine Seele!

    Ich glaube, aufgrund der vielen Migränetage und der Kopfschmerzen an den migränefreien Tagen ist der Schmerz wieder viel zu sehr IN meinen Fokus und sind meine Pläne und Strategien AUS meinem Fokus geraten. Und das nährt natürlich meine Angst vor Schmerzen, vor zu vielen Medikamententagen, vor dem MÜK.

    Sicher ist es verständlich und normal, dass es Phasen gibt, in denen man am liebsten alles hinschmeißen würde. Wenn ich merke, dass ich in eine solche Phase rutsche oder mitten drin bin, kann ich ja auch ganz bewusst versuchen, wieder auf meinen Weg zu kommen statt der Angst das Zepter überlassen.

    An erster Stelle steht dann, die Attacke zu kupieren. Erst mein zweiter Gedanke ist, so wenig wie möglich Medikamente zu nehmen.

    Bei mir stehen die Zahlen an erster Stelle (Medikamententage, Uhrzeiten, Wirkungsdauer). Und mit meiner Rechnerei mit diesen Zahlen mache ich mich selbst verrückt.

    … der muss vorsichtig und nach eigenen Erfahrungen abwägen. Ich pers. nehme die Medikamente erst, wenn ich mir sicher bin, dass die Migräne mit meinen anderen „Mittelchen“ nicht zu stoppen ist.

    Genauso mache ich es auch. Vielleicht ist es dieses „Immer-wieder-neu-Abwägen“, was mich und mein Handeln so unruhig macht. Und/oder die Angst davor, dass das, wofür ich mich außerhalb der Akutmedikation entschieden habe, nicht (ausreichend) hilft. Aber die Akutmedikamente habe ich doch immer noch als Joker im Ärmel dabei!!!

    … ob es für mich in dem Moment machbar ist, oder ob ich ggf. die 10/20 ger unberücksichtigt lasse.

    Genau da liegt der Unterschied: ich habe die 10/20-Regel IMMER im Hinterkopf und setze mich damit unter Druck. Ich weiß ja, dass ich sie nicht immer einhalten kann. Meine Akutmedikamente wirken – wie weiter oben geschrieben – zu 95%, also kann ich doch auch ziemlich sicher sein, nicht im MÜK zu sein, vor dem ich so große Angst habe.

    Ich für mich kann sagen, dass bei mir ein Triptan auch noch wirkt, wenn ich es sehr spät nehme.

    Das trifft für mich auch zu. Also könnte ich auch da viel entspannter sein.

    Hast du dann auch ggf. am 1. Tag der Behandlung noch mal nachbehandelt, wenn die Migräne noch nicht ganz weg war?

    Ich brauche in der Regel nicht nachbehandeln, weil ich in der Regel eine sehr gute Wirkung meiner Akutmedikation habe, zumindest so lange, bis die Wirkung nachlässt (ca. 20-30 Stunden) und die Migräne wiederkommt. Und so bekomme es eben nicht so oft hin, mit einem Medikamententag zwei Migränetage zu behandeln.

    Ich danke dir für deine guten Wünsche und wünsche dir und allen einen schönen Sonn(en)tag!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Liebe Tanni,

    ich danke dir für deinen guten Wunsch und deine Zeilen!

    Ich werde meinen „roten Faden“ schon wieder finden und aufnehmen können, mit euerer und ärztlicher Hilfe!

    Bei meiner letzten Sedierung mit Trimipramin und Opipramol trat die paradoxe Reaktion nach dem zweiten Einnahmeabend auf und verstärkte sich bereits nach dem dritten.
    So könnte mir deine Erfahrung, nur an einem Tag ein Antidepressiva einzusetzen, hilfreich sein. Auch das werde ich mit meinem Arzt besprechen.

    Ganz liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    sternchen
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    Beitragsanzahl: 4495

    Diesen Beitrag habe ich gelöscht, da er doppelt erschienen ist.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  sternchen.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4495

    Liebe Katrin,

    ja, es ist wirklich so, das entspannte Angehen an jede Attacke ist sehr wichtig. Dadurch kann man schon den ein oder anderen Schmerztag verringern. Glaube mir, ich weiß genau, wie schwer das fällt.

    Natürlich kann dir da ein Plan helfen. Aber wenn der Plan Stress macht, dann hat er sein Ziel verfehlt.

    Klopf dir erst einmal auf die Schulter. Du machst das doch alles schon gut. Es ist eine enorme Herausforderung. Niemand kann behaupten, dass ihn diese Krankheit nicht ungeheuerlich fordert.

    Aber im Grunde kannst du doch ganz ruhig zu Beginn eines Monats richtig und konsequent behandeln. Wie ich es geschrieben habe -wenn die Medi´s bei dir auch noch zu einem späteren Zeitpunkt wirken- wenn die Migräne hochfrequent ist, erst Medikamente nehmen, wenn man merkt, dass man die Attacke nicht so durchstehen kann.

    Wenn man dann behandeln muss, dann behandele ich auch knall hart, mit allem was möglich ist. Sollte es dann im Monat eng werden, versuche ich mit Sedieren und anderen Sachen durchzukommen. Oft hilft mir dann auch PMR nach Jakobsen.

    Ich habe für mich noch ein paar andere Punkte, die ich möglichst berücksichtige. Ich versuche nicht an mehr als an 3 aufeinander-folgenden Tagen Akkutmedikamente zu nehmen. Außerdem teile ich den Monat im 3 Tageblöcke. Also am 6. Tag eines Monats nehme ich möglichst nicht mehr als an 2-3 Tage Akkutmedi´s ein. Am 21. Tag versuche ich nicht mehr als 7-8 Tage behandelt zu haben usw. usw.

    Vielleicht gibt es auch Tage, an denen es sich anbietet einmal so auszuhalten. Dann hat man den Rest des Monats etwas Luft. So ist es für mich pers. eine Brücke. Ich weiß natürlich, dass das für viele nicht möglich ist. Soll auch keine Anregung für andere sein. Aber mir hilft es enorm über die Runden zu kommen. Wenn ich dann mal aushalte, dann schaffe ich das auch.

    Oft überlege ich auch schon für den nächsten Tag was ich mache/machen kann, wenn eine Attacke durchkommt. Du glaubst nicht, wie gut sich das anfühlt, für den nächsten Tag gewappnet zu sein. Auch wenn es bedeutet, dass ich ggf. „nur mit Sedieren“ oder anderem aggieren kann. Im Notfall gehe ich auch über die 10ner. Denn wenn ich dann nach Monaten wirklich in den MÜK komme, dann kann man auch immer noch eine Pause einlegen. Dieser Gedankengang nimmt mir auf jeden Fall Stress und damit auch die ein oder andere Attacke.

    Natürlich ist es um so schwieriger, je mehr Migränetage man im Monat hat. Das ist doch klar. Keiner soll glauben, dass das für mich leicht ist. Ich will hier auch nicht so tun, als ob es für mich kein Problem darstellt. Aber ich habe eben die Erfahrung gemacht, dass es so deutlich entspannter ist.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Hallo ihr Lieben,

    heute mal ein kleines Update von mir.

    Anfang Dezember wollte ich mir bei meinem Arzt das Rezept für Aimovig abholen. Ich wusste vorher schon, dass er es noch nicht verschreibt, und werde mich – wie Andere sicher auch – wahrscheinlich bis zum Frühjahr gedulden müssen.

    Auch seine Ausführungen in Bezug auf die Studien haben meine Hoffnungen auf die Wirksamkeit von Aimovig etwas relativiert und machen mir das Warten erträglicher. Natürlich lesen sich die Berichte einiger Mitglieder hier wirklich richtig gut, und ich freue mich sehr für alle, denen es hilft! Und obwohl diejenigen es vielleicht als Wunder bezeichnen würden, da es ihnen eine ganz neue Lebensqualität beschert, so ist es im Vergleich zu anderen Prophylaxen sicher kein Wundermittel.

    Da ich bis zum Frühjahr nicht „untätig“ sein möchte, habe ich in Vorbereitung auf meinen Termin nochmal meine bisherigen Prophylaxeversuche durchforstet und bin dabei auf Metoprolol gestoßen, welches ich 2005 schon einmal mit mäßigen Erfolg genommen hatte, damals noch mit deutlich weniger Migränetagen. Mein Arzt befürwortete einen erneuten Versuch und so startete ich bereits vor 2 Wochen mit Metoprolol (1 Woche 25 mg, dann erstmal 50 mg).

    Außerdem hat er mir für einen Monat Prednisolon 5 mg täglich verordnet, ich soll mal schauen, wie es mir damit geht.

    Für einen besseren Schlaf – seit Monaten schlafe ich sehr schlecht – hat er mir Mirtazapin 15 mg verordnet. Nach der ersten Einnahme schlief ich wie ein Baby, dann nicht mehr ganz so gut. Nun jongliere ich noch immer mit der Einnahmezeit, die mit 19.30 Uhr wohl noch immer nicht so optimal ist. Ich werde die richtige Zeit schon noch finden…!

    Nachdem ich mit der Einnahme dieser drei Medikamenten begonnen habe, konnte ich für einige Tage nicht auf die Toilette, ich war total verstopft und fühlte mich aufgeblasen wie ein Luftballon. Mehr Magnesium half leider nicht, mit Movicol ging es dann besser. Das nehme ich nun nur im Notfall, denn auch wenn es relativ schonend ist, tut es meinem Reizdarm nicht besonders gut.

    Ich bin froh und dankbar, dass die Nebenwirkungen bisher erträglich sind und werde einfach schauen, wie es weitergeht.

    Meine Sorge in Bezug auf die sedierenden Medikamente konnte mir mein Arzt nehmen. Mir erschien es als zu wild durcheinander. Aber er sagte, so lange ich mit Dimenhydrinat nicht über 10 Tage komme und an den restlichen Tagen – wenn nötig – mal mit Trimipramin oder Hoggar Night auskomme, wäre die „Abwechslung“ gut. Für den absoluten Notfall habe ich auch noch Diazepam im Schrank.

    Insgesamt bin ich jetzt nicht mehr ganz so verzweifelt und ein kleines bisschen entspannter, was mir den Umgang mit dem Schmerz etwas leichter macht – das ist ja immerhin auch schon ein Erfolg.

    Ich wünsche euch einen schönen Abend.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4495

    Liebe Katrin,

    ich freu mich sehr über dein Update. Es zeigt uns, dass auch bereits abgeschriebene Prophylaxemittel zu einem späteren Zeitpunkt gut wirken können.

    Wenn du das Mirtazapin nur für den nächtlichen Schlaf einnimmst, dann würde ich dir aus eigener Erfahrung das rein pflanzliche Arzneimittel Lasea empfehlen. Ich habe auch erst gelächelt, als man mir in Kiel den Tipp gab. Nach nun längerer Zeit der Einnahme, kann ich es wirklich weiterempfehlen. Die Wirkung läßt mit der Zeit nicht nach. Im Gegenteil, sie baut sich in den ersten 14 Tagen auf. Anspannung, Angst- und Unruhezustände werden positiv beeinflußt. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.

    Mirtazapin hat bei mir erst nach längerer Einnahmezeit zuverlässig für einen guten Schlaf gesorgt. Dann war die Einnahme eine halbe Stunde vor Schlafenszeit absolut ausreichend. Ich mußte recht schnell das Bett aufsuchen, ansonsten wäre ich im Sessel eingeschlafen. 🙂 🙂 🙂

    Ich wünsche dir weiter alles, alles Gute.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Liebes Sternchen,

    ich werde hoffentlich in 3 Monaten beurteilen können, ob mir Metoprolol helfen wird – jedenfalls ist es mein Plan, es vorerst so lange einzunehmen.

    Hab Dank für den Tip mit Lasea. Ich nehme ich es seit Mitte Oktober auf Empfehlung meines Arztes – leider ohne ausreichende Wirkung. Er sieht wie ich den Grund dafür in der Häufigkeit und Intensität der Schmerzen und empfahl mir, Mirtazapin auszuprobieren. Die Packung Lasea brauche ich jetzt parallel dazu noch auf.

    Ich habe es auch mit Pascoflair versucht – ohne spürbare Wirkung.

    Ich danke dir für deine guten Wünsche, dir ebenfalls alles Gute!

    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Meine Erkenntnis des Tages, die ich heute in einer Unterhaltung mit meinem Mann hatte, als wir über das Thema „Essen gehen“ sprachen. Vielleicht ist sie auch Einigen von euch hilfreich.

    Dreh‘s rum! Reserviere keinen Medikamtentag, um in deinem Lieblingsrestaurant essen zu gehen, sondern gehe (vielleicht) an einem Medikamententag in deinem Lieblingsrestaurant essen. Das kann den (Erwartungs)Druck mindern.

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Hallo ihr Lieben

    nun läuft mein neuer „alter“ Vorbeugungsversuch knapp 4 Wochen. Ich komme mit den Nebenwirkungen mittlerweile nicht mehr zurecht und musste jetzt die Notbremse ziehen. Ich habe Atemnot, d.h. bin sehr schnell aus der Puste und habe im Liegen das Gefühl, als läge mir Blei auf der Brust. Vorgestern Nacht hatte ich stich- und krampfartige Schmerzen in der Herzgegend, die mir Angst gemacht haben. Ich bin verstopft, aufgebläht, habe Bauchschmerzen und eine große Unruhe/Bewegung im Darm.

    Mein Arzt meinte, ich solle Mirtazapin absetzen, wenn ich die Verstopfung mit Dulcolax (alternativ hatte ich Movicol) nicht in den Griff bekäme. Das habe ich vor 2 Tagen getan.
    Obwohl mir Movicol in der Apotheke im Vergleich zu Dulcolax als schonender empfohlen wurde, reizt es meinen Reizdarm zu sehr.
    Ich habe gestern mit der Einnahme von Flohsamenschalen begonnen, erstmal nur mit 2 gestrichenen Teelöffeln pro Tag (knapp 2,5 g insgesamt).

    Nun ist mein Arzt erst Anfang Januar wieder erreichbar. So habe ich die Dosis von Metoprolol erstmal wieder halbiert, seit gestern nehme ich „nur“ 25 mg und hoffe, dass ich schnell wieder besser atmen kann. Ich weiß nicht, ob diese Dosis ausreichend sein wird, um die Migräne zu beeinflussen. Ich würde so gerne noch durchhalten, um wenigstens etwas Erleichterung zu bekommen.

    Ich habe im Moment echt die Nase voll – und das ist noch zurückhaltend ausgedrückt. Ich bin offen und motiviert in den neuen Versuch gegangen, würde – wenn auch ungern – mit den 3,5 kg, die ich zugenommen habe, leben. Aber so? Ich kann nicht mehr und bin ziemlich frustriert.

    Ich hoffe, dass das neue Jahr besser wird, wobei ich nicht weiß, wo ich (neue) Hoffnung schöpfen soll.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 147

    Hallo Katrin

    Es tut mir leid, das es dir gerade nicht wirklich gut geht und dir die Nebenwirkungen das Metoprolol so viel Probleme machen.

    Ich kann dir fachlich nicht wirklich weiterhelfen, da ich mich mit dem Thema Migräne erst seit März diesen Jahres beschäftige.

    Ich nehme Metoprolol (mittlerweile 2×75mg) seit Mitte des Jahres unter anderem gegen die Herzstolperer und zu mindest diesbezüglich zeigt das Metoprolol eine Wirkung. Auf meine KS hat es aber keinerlei Wirkung.

    Die von dir geschilderten Stiche in der Herzgegend kenne ich seit meiner Jugend und ich mache mir darüber schon lange keine Gedanken mehr, auch wenn sie sehr schmerzhaft und plötzlich kommen.

    Die Kurzatmigkeit ist bei mir ebenfalls sehr present. Ich brauche nur die Kellertreppe hoch zu gehen und jappse nach Luft. Vielleicht ist das ein Ausdruck unserer intensiven Schmerzbelastung.

    Hattest du denn bei deinem 1. Versuch mit Metoprolol auch diese Nebenwirkungen? Vielleicht hängt es ja gar nicht mit dem Medikament zusammen. Zu den anderen Mitteln kann ich leider überhaupt nichts sagen.

    Ich habe in älteren Beiträgen aus deinem Verlauf durchaus erkennen können, das du ein positiv denkender Mensch bist und auch neuen Prophylaxen wieder offen gegenüber stehst. Lass dich bitte nicht von diesem vielleicht Fehlschlag entmutigen, sondern behalte dein Lächeln und eine große Portion Zuversicht für die kommende Zeit.

    Ps.: Ich habe im letzten halben Jahr 5kg abgenommen, ohne deutlich weniger zu essen. Bei meiner Ernährung nur mehr Obst, Kohlenhydrate und Wasser einbezogen.

    Gruß Flummi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27618

    Liebe Katrin,

    ich kann Deinen Frust nachvollziehen. Immer wieder neue Versuche und die Hoffnung wird enttäuscht. Erst mal wieder runterdosieren ist sicher eine gute Idee.

    Wie lange nimmst Du bereits Mirtazapin? Könnten die Nebenwirkungen auch aus dieser Richtung kommen? Also vom Abdosieren, sozusagen die Absetzproblematik?

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 139

    Liebe Katrin,

    Ich habe nicht alle Einträge von Dir mitbekommen, da ich mich in den letzten Monaten auf die Diskussion um Aimovig beschränkt habe, aber ich kann mich noch an so einige Beiträge aus der Vergangenheit von Dir erinnern und habe dich als großen Kämpfer im Kopf, der trotz dieser vielen Schmerzen noch immer irgendwo einen positiven Gedanken herbeizaubert. Das bewundere ich sehr.
    Dass Dir jetzt gerade mal die Puste ausgeht kann ich sehr gut verstehen! Du hast schon soviel versucht und dich nicht unterkriegen lassen, aber irgendwann darf auch mal eine Zeit der Erleichterung kommen. Das wünsche ich dir wirklich sehr!
    Ich habe selber einige Monate Mirtazapin genommen, als ich noch sehr starke Schlafstörungen hatte. Zum Schlafanstoßen reichen oft 7,5 mg, hast du das mal probiert. Es gibt sogar Untersuchungen, dass in der niedrigen Dosis die Wirkung auf den Schlaf besser ist als bei 15 mg. Zur antidepressiven Wirkung reicht es jedoch nicht, da geht man dann höher. Ich weiß nur nicht, ob das gerade Thema ist bei dir oder ob es vorwiegend um den Schlaf ging. Mit niedriger Dosis sind dann auch die Nebenwirkungen geringer.
    Metoprolol habe ich mit 100 mg recht gut vertragen, allerdings war ich auch Treppe hoch etwas pustig. Hab es dann nur wegen geringer Wirkung wieder abgesetzt. Aber die Nebenwirkungen lassen mit der Einnahmedauer ab…
    Ich wünsche dir sehr, dass du trotz der vielen Tiefschläge die Hoffnung nicht verlierst!
    Mir hat es im letzten Jahr sehr geholfen, dass ich krankgeschrieben war. Da hatte ich Zeit, die Migräne als unheilbare Erkrankung anzunehmen und habe von Tag zu Tag das gemacht, was ging. Der tägliche Spaziergang mit dem Hund in den Wald wurde zu meinem Lebenselixier und ich bin dankbar, dass ich ohne finanziellen Druck diese Zeit hatte. Man lernt bewusster zu leben und sich über die kleinen Dinge zu freuen, so wie du es hier auch schon oft geschrieben hast.
    Dennoch hatte ich die ganze Zeit die Hoffnung, dass mit Aimovig eine neue Therapieoption Besserung bringt. Und das wünsche ich dir auch!

    Alles Liebe!
    Anna

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Liebe Flummi, liebe Bettina, liebe Anna,

    vielen Dank für eure Zeilen, euer Mitgefühl und für‘s Mutmachen!

    Hattest du denn bei deinem 1. Versuch mit Metoprolol auch diese Nebenwirkungen?

    Der erste Versuch mit Metoprolol liegt 13 Jahre zurück. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob und welche Nebenwirkungen auftraten. Damals nahm ich 100 mg täglich für ca. 9 Monate und setzte es wegen des mäßigen Erfolgs ab.

    Die Kurzatmigkeit ist bei mir ebenfalls sehr present. Ich brauche nur die Kellertreppe hoch zu gehen und jappse nach Luft. Vielleicht ist das ein Ausdruck unserer intensiven Schmerzbelastung.

    Durch die Häufigkeit und Intensität der Schmerzen mache ich – wenn möglich – höchstens leichte Spaziergänge, leider geht Walken schon längere Zeit nicht mehr. Dadurch habe ich natürlich kaum Kondition. Aber die Atemnot in dieser Ausprägung ist neu, deshalb bringe ich sie in Verbindung mit Metoprolol.

    Die 3,5 kg habe ich seit der Einnahme von Metoprolol, Mirtazapin und Prednisolon zugenommen und schreibe sie den Medikamenten zu.

    Wie lange nimmst Du bereits Mirtazapin? Könnten die Nebenwirkungen auch aus dieser Richtung kommen? Also vom Abdosieren, sozusagen die Absetzproblematik?

    Ich habe am 5.12.18 mit 25 mg Metoprolol (nach 1 Woche 50 mg), 15 mg Mirtazapin und 5 mg Prednisolon begonnen. Ich hoffe, dass nach dem Absetzen von Mirtazapin und der halben Dosis Metoprolol die Nebenwirkungen wieder verschwinden. Sicher war es auch ungünstig, mit allem gleichzeitig zu starten. So kann man die Nebenwirkungen nicht eindeutig einem der Medikamente zuschreiben.
    Wenn es sich in meinem Bauch wieder etwas beruhigt hat, kann ich entweder Metoprolol wieder hochdosieren oder jeweils einzeln neu starten, um Klarheit zu bekommen. Ich werde das mit meinen Arzt besprechen, wenn er wieder da ist.

    Zur antidepressiven Wirkung reicht es jedoch nicht, da geht man dann höher. Ich weiß nur nicht, ob das gerade Thema ist bei dir oder ob es vorwiegend um den Schlaf ging. Mit niedriger Dosis sind dann auch die Nebenwirkungen geringer.

    Ja, es ging um einen besseren Schlaf, der ja wichtig für das Nervensystem ist. Und den hatte ich schon längere Zeit mehr. Ich stehe morgens nicht ausgeruht und erholt auf, was sowohl am schlechten Schlaf als auch an den täglichen Schmerzen liegt.

    Mir hat es im letzten Jahr sehr geholfen, dass ich krankgeschrieben war. Da hatte ich Zeit, die Migräne als unheilbare Erkrankung anzunehmen und habe von Tag zu Tag das gemacht, was ging.

    Ich bin seit 9 Jahren arbeitsunfähig und halte es genauso, wie du es gemacht hast: es geht, was geht! Meine Spaziergänge an der frischen Luft tun mir richtig gut, täglich schaffe ich sie schon längere Zeit nicht.

    Dennoch hatte ich die ganze Zeit die Hoffnung, dass mit Aimovig eine neue Therapieoption Besserung bringt. Und das wünsche ich dir auch!

    Danke dir! Ich werde mich gedulden (müssen!), bis mein Arzt es verschreibt, und vielleicht beschert es mir – wie dir und einigen anderen hier – wieder mehr Lebensqualität.

    Nochmals ganz lieben Dank an euch und liebe Grüße!
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Hallo ihr Lieben,

    sind Fenistil Tropfen und Cetirizin als Alternativen zu Dimenhydrinat zur Sedierung geeignet? Hat jemand von euch Erfahrungen damit?

    Mein Arzt meinte, ich könne Fenistil ausprobieren, um mir die müde machende Nebenwirkung zunutze zu machen.

    Meine Apothekerin empfahl mir Cetirizin, welches ihr Sohn gegen Heuschnupfen nähme und bei Anwendung über Müdigkeit klagt.

    Mein (hoffentlich logischer) Denkansatz ist der, dass ich damit eventuell noch eine weitere Möglichkeit hätte, da man Dimenhydrinat ebenso wie Schmerzmittel und Triptane nicht an mehr als 10 Tagen im Monat einnehmen sollte.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  Katrin.
    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2015

    Liebe Katrin,

    In diesem Fall würde ich dir empfehlen, es einfach für dich auszuprobieren 🙂

    Ich selbst habe Cetirizin für einige Zeit wegen meinem Heuschnupfen genommen und hatte davon heftige Dauerkopfschmerzen. Müdigkeit war auch vorhanden, dies auch so stark, dass mir am Schreibtisch die Augen zugefallen sind, aber durch den Schmerz konnte ich nicht wirklich schlafen – sprich: die Müdigkeit hat nicht gereicht, um den Schmerz zu überlagern…

    Da würde ich dir fast eher zu Fenistil raten, weil bei diesem Medikament die müde machende Nebenwirkung mehr im Vordergrund steht als bei Cetirizin.

    Aber das ist nur meine persönliche Erfahrung – jeder Kopf reagiert anders, von daher: teste aus, ob eines der Medikamente für dich passt 🙂 ich wünsche dir sehr, dass du mit einem davon Erfolg hast.

    Liebe Grüße, Tanni

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7261

    Liebe Karin,

    wie Tanni schon sagt, wirst du es ausprobieren müssen. Aussichtsreicher als Schlafmittel sind aber die Antihistaminika der ersten Generation. Dazu zählt das Fenistil (Dimetinden) oder auch das Hoggar night (Dipenhydramin). Aber auch für die Mittel gilt wohl, dass eine gewisse Gewöhnung eintritt.
    Das Ceterizin ist ein Antihistaminikum der neueren Generationen, denen das Müdemachen weitgehend „abtrainiert“ wurde.
    Lieber Gruß,
    Julia

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5502

    Liebe Katrin,

    ich habe wegen deiner Frage gerade bei einer PTA nachgefragt und folgende Auskunft bekommen:

    Alle drei Mittel, also Dimenydrinat, Fenistil und Cetirizin sind Antihistaminika und machen müde. Dimenydrinat und Fenistil sind Medikamente der 1. Generation, sie machen deutlich stärker müde als Cetirizin, das ein Mittel der 2. Generation ist. Deshalb setzt man heutzutage C. bevorzugt gegen Allergien ein (und dann am besten abends nehmen, weil es eben müde machen kann), die anderen beiden eher zur Sedierung.

    Das persönliche Ausprobieren ist immer noch das Beste, wie Tanni ja auch schon geraten hat.
    Ich selber nehme Cetirizin nur gegen meine Allergie. Mir hilft es gut dagegen und macht mich gar nicht müde, Dimenydrinat dagegen lässt mich ruckzuck wegschlummern.

    Lieber Gruß
    Heika

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5502

    Danke, Julia, du warst schneller 🙂 ! Während ich noch nachgefragt habe, hast du schon gepostet, ich hatte es nur nicht gesehen. Nun, doppelt schadet auch nicht. 🙂

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7261

    Das nennt man wohl Teamwork, Heika ☺!

    Ich kann mich noch gut an die Einführung von Fenistil erinnern, das muss so ca. 1966 gewesen sein. Vorher gab es nichts gegen die Allergien und man war so dankbar, den Heuschnupfen etwas ausbremsen zu können. Aber die Müdigkeit war schlimm, besonders während der Arbeitzeit. Von Cetirizin werde ich heute überhaupt nicht müde.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  Julia.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7261

    Ich frage mich gerade, ob es überhaupt Sinn macht, die doch in Ansatz und Wirkung eher sehr ähnlichen Substanzen gegeneinander auszutauschen. Wirken sie wirklich immer wieder neu oder addiert sich im Grunde die Gewöhnung wenn man sie abwechselnd nimmt?
    Wäre vielleicht ein Frage für den Chat.

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Liebe Tanni, liebe Julia, liebe Heika,

    habt vielen, vielen Dank für eure Unterstützung, Mühe und die guten Wünsche! Ihr seid wirklich ein unschlagbares Team, auf das man sich immer verlassen kann!

    Auch wenn ich weiß, dass sich eure Erfahrungen nicht eins zu eins auf mich übertragen lassen und ich meine eigenen machen muss, so hilft es mir dennoch zu wissen, dass es Möglichkeiten sind, die es mir etwas leichter machen können, den Schmerz durchzustehen.

    Mit Dimenhydrinat habe ich meistens eine wirklich gute Wirkung, aber möchte die Einnahme wegen der möglichen Gewöhnung nicht überstrapazieren.

    Ich werde erst einmal Fenistil testen. Sollte ich damit eine für mich ausreichend gute Sedierung erreichen, addiert sich der mögliche Gewöhnungseffekt zu dem vom Dimenhydrinat? Oder sind beide möglichen Gewöhnungen getrennt voneinander zu betrachten?

    Ich sehe gerade, dass du, liebe Julia, dieselbe Frage stellst. Am Montag werde ich diese Frage im Live-Chat stellen, um Klarheit zu bekommen.

    Mein Arzt sagte mir bei meinem Termin im Dezember, dass es gut sei, wenn ich mehrere Möglichkeiten zum Sedieren hätte, damit ich wechseln könnte und nicht immer auf Dimenhydrinat zurückgreifen muss.

    Ach was bin ich doch froh, dass es euch gibt 😊😊😊!

    Ich wünsche euch und allen einen schönen Tag!
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo ihr Lieben,

    ich nehme jetzt 5 mg Diazepam und betrachte es als wahren Segen, da ich gerade keine Schmerzmittel/Triptane nehmen kann. Gestern war ein sehr schwerer Anfall und nach der Diazepam-Einnahme habe ich einfach mit Eisbeutel im Nacken 5 Stunden geschlafen. Als ich aufgewacht bin war das schlimmste vorbei.
    Ich hoffe, wenn ich das 2, 3 mal im Monat bei den schwersten Anfällen mache, ist das vertretbar.

    Liebe Grüße,
    Bea

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 441

    Liebe Bea,

    es freut mich für dich, wenn das funktioniert, aber trotzdem ist es doch einfach schade wie viel Lebenszeit da wieder auf der Strecke bleibt.

    LG Anna, die darüber manchmal einfach nur frustriert ist.

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo liebe Anna,

    ich habe es ehrlich gesagt aufgegeben mir darüber Gedanken zu machen und frustriert zu sein, ich habe jahrelang gehadert und war teilweise auch sehr verzweifelt. Ich dachte manchmal es wäre besser gar nicht mehr zu leben. Aber das habe ich zum Glück vor einigen Jahren überwunden und nun versuche ich es einfach als gegeben hinzunehmen und aus jedem Tag das Beste zu machen.

    Vor einiger Zeit habe ich hier gestöbert und eine Buchempfehlung eines anderen Mitglieds gelesen, das ich gleich bestellt habe. Es ist von Ursula Frede und heißt „Herausforderung Schmerz“. Jede einzelne Seite darin kann ich nur unterschreiben. Sie schreibt beispielsweise:

    „[…] Wo hört mein ich auf und fängt mein Schmerz an? Mein Schmerz ist untrennbar mit mir verbunden, so dass eine feindselige Einstellung gegenüber dem Schmerz nichts anderes bedeutet, als dass ich mir selbst gegenüber feindselig eingestellt bin. Wenn ich Herr bin über den Schmerz, der Schmerz aber ein Teil von mir ist, wer ist dann der Sklave? Ich selbst! Es ergibt keinen Sinn, in den Kategorien des Kampfes zu denken, wenn das, wogegen man kämpft, zu einem selbst gehört. Ebenso wenig sehe ich einen Sinn darin, mit dem Leben zu warten, bis „Feind Schmerz“ besiegt worden ist. Denn das wird womöglich niemals der Fall sein. Sinnvoll dagegen erscheint mir, in jeder Situation – auch mit dem Schmerz – dasjenige Leben zu führen, das unter den gegebenen Umständen das bestmögliche ist, die eigenen Kräfte nicht gegen den Schmerz einzusetzen, sie vielmehr für das Leben zu nutzen.

    Der Begriff „bewältigen“ bedeutet zunächst „in seine Gewalt bringen, eine Sache beherrschen“, dann „mit etwas fertig werden“. Bezogen auf chronischen Schmerz sind beide Bedeutungen unzutreffend: Chronischen Schmerz kann man weder beherrschen noch kann man mit ihm fertig werden. Die Auseinandersetzung mit ihm hört niemals auf. Sie fällt mal leichter, mal schwerer – je nach Intensität der Schmerzen, je nach Anforderung der Situation. Einen Feind kann man besiegen. Mit chronischen Schmerzen muss man leben. Leben aber ist ein zum Tode währender Prozess, nicht etwas, das man irgendwann einmal als erledigt betrachten könnte.[…]“

    Ich finde das so toll ausgedrückt und so „lebe“ ich es auch. Aus einem schlimmen Tag das bestmögliche machen, und das bedeutet für mich, ihn überschlafen und abends vom Lebensgefährten ein bisschen verwöhnen lassen wenn es irgendwie geht. Und versuchen, nicht all zu sehr über die „verlorene“ Lebenszeit nachzudenken.

    Ganz liebe Grüße,
    Bea

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Liebe Bea, ihr Lieben,

    ich habe es ehrlich gesagt aufgegeben mir darüber Gedanken zu machen und frustriert zu sein, ich habe jahrelang gehadert und war teilweise auch sehr verzweifelt. Ich dachte manchmal es wäre besser gar nicht mehr zu leben. Aber das habe ich zum Glück vor einigen Jahren überwunden und nun versuche ich es einfach als gegeben hinzunehmen und aus jedem Tag das Beste zu machen.

    Das ist wahrscheinlich genau die Einstellung, die einem das Leben mit Schmerzen etwas „leichter“ macht. Auch bei mir hat sich der Blick von „verlorener“ Lebenszeit hin zu „erfüllter“ Lebenszeit gewandelt, weil ich gemerkt habe, wie es mich immer weiter runter zieht, wenn ich hauptsächlich auf meine Verluste, auf das, was ich nicht mehr (gut) kann, schaue. Bei mir bedeutete das auch, in einigen Bereichen meines Lebens „aufzuräumen“, „auszumisten“ und zu schauen, was mich wirklich erfüllt, mich wirklich „nährt“, mir wirklich Freude macht. Dieses Schauen gibt mir jederzeit auch die Chance, Neues zu entdecken!

    Natürlich gibt es Zeiten des Schmerzes, in denen sich diese Einstellung schwerer oder gar nicht leben lässt. Und da hat mir deine Sicht, liebe Alchemilla, geholfen, es so zu nehmen, wie es eben ist. Und das heißt nicht, dass ich mich dem Schmerz ergebe, sondern – wie du, liebe Bea, schreibst – das Bestmögliche aus jedem Tag zu machen, egal ob und wie er sich gestalten lässt. Denn wie Ursula Frede schreibt – und auch du, liebe Alchemilla, schriebst bereits davon – ist der Kampf gegen die Schmerzen immer auch ein Kampf gegen sich selbst und schwächt uns nur noch mehr.
    Danke, liebe Bea, dass du diese Buchempfehlung wieder „rausgekramt“ hast.

    Ich habe gemerkt, dass sich auch meine gewählten Worte auf mein Befinden auswirken. Mit Wörtern wie leiden, schrecklich, höllisch, ausgeliefert, machtlos usw. fühlte ich mich mit der Zeit immer schlechter. Auch, wenn es sich in vielen Momenten genauso anfühlt, versuche ich diese Worte wegzulassen oder meine Situation mit anderen Worten zu beschreiben (manchmal, aber immer seltener, geht aber auch das nicht!) Das mindert meinen Schmerz nicht, aber wohl hat es Einfluss auf mein seelisches Befinden.

    Ich habe inzwischen zu Hause eine 12-tägige Schmerzmittelpause gemacht. Sie hatte sich nach 2 schmerzmittelfreien Tagen und aus meiner Angst vor dem MÜK heraus ergeben. Es war nicht leicht, aber meine eigene Entscheidung für die Pause hat es mir sicher ein wenig leichter gemacht, durchzuhalten. Am 7. Tag habe ich habe von meinem Arzt vor Ort eine Infusion aus Dexamethason, Diazepam und Fenistil bekommen – eine kleine Rettung!

    Positiv an der Pause ist auch meine Erkenntnis, dass ich jetzt besser weiß, wie groß mein Spielraum bis zur Medikamenteneinnahme sein kann und ich somit den Zeitpunkt der Einnahme etwas besser festlegen kann. Aber auch das kann sich von Tag zu Tag unterscheiden und ändern.

    Nun hat sich nach der Pause an den Schmerzen nichts geändert, mein Arzt hält deshalb einen MÜK für sehr unwahrscheinlich. Er hat mir nun auch meine Frage nach der Addition der Gewöhnungseffekte beantwortet. Die Gewöhnungseffekte von Dimenhydrinat, Fenistil und Hoggar Night addieren sich. Diazepam ist unabhängig davon zu betrachten, weil es anders wirkt. Aber Diazepam hat – wie schon oft betont wurde – ein sehr hohes Abhängigkeitspotential, deshalb sollte man es mit Bedacht und sparsam einsetzen.

    Bei der Sedierung mit Dimenhydrinat , Fenistil und Hoggar Night sei seiner Meinung nach die Einhaltung der 10 Tage nicht ganz so entscheidend wie die 10/20-Regel bei den Schmerzmedikamenten und Triptanen, allerdings käme es bei zu häufiger Einnahme zu einem Wirkverlust. Also ist auch mit diesen Mitteln mit Bedacht umzugehen.
    Ich habe zusätzlich die Möglichkeit der Sedierung mit Trimipramin und Mirtazapin, die ich tageweise einsetzen kann. Dies aber möglichst nicht an zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen, denn ich reagieren sehr schnell paradox auf Antidepressiva.

    Ich wünsche euch einen guten und hoffentlich erfüllten Tag!

    Alles Liebe
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 100

    Hallo Katrin,

    das hast du sehr toll geschrieben finde ich.
    Ich kann ein ganz aktuelles Beispiel von mir beitragen. Ich wollte sehr gerne französisch lernen und in der Schule hatte ich stattdessen aus diversen Gründen Latein. Danach waren andere Themen wichtig aber irgendwie kam mir immer der Gedanke wieder. Gleichzeitig habe ich, als ich dann die Schmerzen bekommen habe, gemerkt, dass irgendetwas in mir sagt „Warte bis es dir besser geht, das strengt zu sehr an, das machst du als Belohnung wenn du endlich die Therapie gefunden hast, die dir hilft etc.“

    Irgendwann hat mich dann mein Arzt, als ich ihm das nebenbei erzählt habe, ermuntert, nicht zu warten, weil man ja quasi wenn es blöd läuft sein leben lang auf „die“ Besserung wartet, sondern es einfach gleich zu versuchen. Ich dachte dann, warum nicht, und habe losgelegt (selber, mit einer App). Ja und was soll ich sagen, jetzt, 2 Jahre später, kann ich mir Filme mit Untertiteln ansehen, übe mehrmals die Woche, verstehe zumindest oberflächlich fast alle einfachen Texte und kann mich zumindest so ausdrücken und sprechen, dass man weiß was ich sagen will. Das ist so eine Bereicherung für mich und ich war/bin so stolz! Und gleichzeitig fühle ich mich so dämlich, dass ich damit so lange warten wollte, einfach weil ich irgendwie dachte, damit warte ich, bis ich „gesund“ bin.

    Weil ich so gedacht habe, ist mir sicher einiges entgangen und das möchte ich nicht mehr. 🙂

    Liebe Grüße,
    Bea

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Super, c‘est cela même!

    Viva la Vida! 🍀

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 428

    Hallo ihr Lieben,

    nun habe ich meinen zweiten Versuch mit Topiramat nach Rücksprache mit meinem Arzt nach 10 Tagen wegen folgender Nebenwirkungen beendet:

    • zusätzlicher Kopfschmerz zur nahezu täglichen Migräne
    • mehr und mehr schlechtere Stimmung
    • mit 50 mg häufiges in Tränen Ausbrechen
    • immer schwerer fallende und wie in „Zeitlupe“ stattfindende Bewegung
    • noch mehr Müdigkeit
    • zunehmende Verspannungen Nacken- und Schulterbereich

    Die Nebenwirkungen habe ich in der ersten Woche mit 25 mg als „nicht gravierend“ eingestuft. Diese „Verdrängung“ funktionierte schon am ersten Tag mit 50 mg nicht mehr, aber ich hielt mich noch drei weitere Tage „wacker“, bis ich mir doch eingestand, was ich so ziemlich von Anfang an wusste: es war ein weiterer verzweifelter Versuch, irgendetwas zu tun, um nicht das Gefühl zu haben, NICHTS zu tun.

    Meine bittere Erkenntnis, um deren Akzeptanz ich noch immer ringe, ist die, dass es bis zu meinem Aimovig-Termin im Mai medikamentös wohl einfach nichts mehr zu tun gibt. Bis dahin werden die meisten meiner Tage wie bisher aus Akutmedikation, Sedierung und Aushalten bestehen. Zwei, drei Tage im Monat sind mit sehr schwach ausgeprägten Schmerzen richtig gut – davon wünschte ich mir einfach nur ein paar mehr…!

    Vielleicht kann mich meine o.g. Erkenntnis aber auch ein Stück weit „retten“, wenn dieses Nicht-handeln-müssen für ein Loslassen sorgt, was weniger Druck und Stress und mehr Sein-lassen bedeuten würde.

    Ich wünsche euch einen guten Sonntag!
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 88

    Liebe Katrin,

    aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Entscheidung jetzt erstmal nicht noch etwas auszuprobieren eine unglaubliche Erleichterung bringt und durchaus auch ein bisschen Ruhe in den Kopf bringen kann.
    Das Ein- und Ausdosieren von Medikamenten ist einfach immer mit soviel Angst, Hoffnung und Enttäuschung verbunden. Auch das muss verarbeitet werden.

    Ich drück dir die Daumen, dass du dich jetzt bis Mai ein bisschen erholen kannst und dann ist Aimovig eben der nächste Versuch.

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