Lara ohne Akutmedikation

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  • Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 135

    Liebe Lara,
    ich würde dich drücken, wenn ich könnte.
    Bei so wenig Verständnis durch die eigenen Eltern fehlen mir echt die Worte.
    Zumal ich mir nicht mal sicher bin, ob sie dir den Geldhahn überhaupt abdrehen können. Solange du nämlich in der Erstausbildung bist sind deine Eltern sogar Unterhaltspflichtig.
    Die Kraft das ggf. mit einem Anwalt durchzusetzen, hast du momentan natürlich überhaupt nicht.

    Versuch das aber jetzt vielleicht gerade von dir wegzuhalten. Wenn alle Stricke reissen kannst du immerhoch Harz 4 bekommen. Ich weiss, dass das jetzt keine tolle Perspektive ist. Aber du bist nicht abhängig von deinen Eltern und deine Gesundheit hat gerade allerhöchste Priorität.
    Hast du die Möglichkeit mit einem Therapeuten über deine Situation zu sprechen? Vielleicht auch über die Uni? Hast du eine Freundin, die dir gerade seelisch beistehen und dich mal in den Arm nehmen kann?

    Die starken Nackenschmerzen hatte ich ca. 10 Tage lang nach der Botoxbehandlung. Es wird also auf jeden Fall besser. Ich habe auch immer etwa 2 Wochen gebraucht, bis sich die „Nebenwirkungen“ eingependelt haben.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4545

    Liebe Lara,

    auch mir bleiben die Worte stecken. Unglaublich.

    Aber es hilft letztendlich nichts. Du musst dich von diesen Anforderungen deiner Eltern trennen. Einfach den Abstand zu den Erwartungen finden. Es ist das Problem deiner Eltern, dass sie sich nicht in deine Situation hinein versetzten können und dass sie so wenig Mitgefühl und Verständnis haben.

    Das klingt natürlich einfach und simpel. Das ist es sicher nicht. Aber nur so kannst du dich gelöst von dem „Übel“ auf dich selbst konzentrieren und deinen Weg trotz Migräne finden.

    Indie schreibt es schon. Deine Eltern müssen deine Erstausbildung finanzieren. Wenn du tatsächlich Sozialleistungen beantragen mußt, werden deine Eltern vom Sozialamt dafür herangezogen.

    Also keine Panik, da ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.

    Ich halte es auch für eine vernünftige Idee, dir Gesprächshilfe zu organirsiern

    Alles Liebe
    Sternchen

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 457

    Liebe Lara,

    da hast du es wirklich doppelt übel erwischt.
    Ich grübel gerade, wo du dich da beraten lassen kannst.
    Ich glaube, die Jugendämter machen sowas.
    Sie können zwar keine rechtlichen Schritte mehr einleiten, da du volljährig bist, aber beraten können sie dich.

    Fühl dich mal gedrückt.

    LG Anna

    Brain
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 25

    Liebe Lara,

    es tut mir sehr leid, dass deine Eltern dir so schlimme Steine in den Weg legen. Aber, so schmerzlich es ist, das jetzt schwarz auf weiß zu haben, kann dir rein rechtlich nichts Besseres passieren als ein Brief mit Unterschrift. Den würde ich gut aufheben.

    Ich erinnere nochmal dran, dass BÄföG bei schwerer Erkrankung auch verlängert gewährt werden kann und dass das BAföG-Amt auf Antrag in Vorleistung gehen kann, wenn deine Eltern sich weigern, zu zahlen.

    Mit Hartz IV und Studium ist es hingegen leider so ein Ding. Jobcenter und Arbeitsagentur verlangen, dass man dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen muss und daher erhält man i. d. R. keine Leistungen, wenn man noch studiert. Was allerdings ggf. möglich ist, ist sich für einen Zeitraum beurlauben zu lassen. Ich hatte die Situation mal und habe dann bei der Studienberatung zwei Präzedenzurteile ausgedruckt bekommen, die habe ich mitgenommen und dann war es kein Problem. Weiß nichtmal, ob ich die überhaupt gebraucht hätte, aber der Sachbearbeiter hat sich jedenfalls gefreut. 😉

    Eine gute Beratungsstelle kann dir sicher weiterhelfen. Jugendamt, wie Anna schon sagte, oder auch eine Sozial-/Rechtsberatung des Studierendenservice. Und wenn du in dieser Situation im Studium nicht so schnell vorankommst, wie gedacht – hell, wer tut das schon? Mir war es auch peinlich, als das mir passiert ist. Bis ich dann mal gecheckt hab, wie viele Leute um mich herum waren, die es wegen solcher und anderer Probleme aus der Regelstudienzeit rausgehauen hatte und die trotzdem später gute Jobs bekommen haben. Was jetzt zählt, ist, dass es dir besser geht und dass du diese schwierige Zeit gut und mit guter Unterstützung bewältigen kannst. Wenn deine Eltern da nicht tauglich sind, dann eben mit Hilfe von außen.

    Liebe Grüße
    Brain

    Lara22
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Danke für eure lieben Antworten!
    Ich kann mich zum Glück dank Ersparnissen auch eine ganze Weile selber finanzieren, es ist gerade eher der emotionale Schmerz, dass sie mir nochmal so deutlich zeigen, dass sie mich hängen lassen, wenn ich sie so dringend brauchen würde (und längst nicht nur finanziell).

    Aber eigentlich wusste ich auch das. Ich durfte schon früher in der Schule nie fehlen, ganz egal wie schlecht es mir ging, musste auch mit fürchterlicher Migräne auf jedes Geschäftsessen mit usw. Und doch war es nie genug, ich habe immer irgendwo geschwächelt. Wer will schon eine Tochter, die bei Geschäftsessen die Worte verdreht, weil sie dank stärkster Kopfschmerzen überhaupt keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, die auf den „tollsten“ Kreuzfahrten nur über der Toilette hing,…

    Seit gestern Abend hat die Migräne mich wieder ganz fest im Griff und ich werde es mir wohl im Dunklen mit Kühlkissen auf dem Sofa bequem machen.

    Wir haben an der Uni recht gute Beratungsstellen für all sowas, da werde ich Montag mal hingehen. Mir widerstrebt es aber im Zweifelsfall mit einem Anwalt gegen meine Eltern vorzugehen oder die Kraft für so einen Stress fehlt mir auch.

    Liebe Grüße
    Lara

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 374

    Li-ebe Lara,
    es macht einen als Betroffene wirklich fassungslos, sowas zu lesen von deinen Eltern…
    Rein sachlich betrachtet denke ich nicht, dass da etwas mit Anwalt laufen muss,, das wäre auch sehr belastend für dich. Das Bafög-Amt wird vermutlich da etwas von sich aus regeln können. Deine Eltern sind definitiv unterhaltspflichtig bis zum Ende der ERstausbildung, wenn du nicht durch eigenes Verschulden dies verbummelst, was ja nicht der Fall ist.
    Gute Idee, dich an eine Beratungsstelle zu wenden!! Unbedingt verfolgen.
    Ich hatte auf anderer Ebene sehr schlechten und belastenden Kontakt zu meinen Eltern, daher weiß ich, was man mit begleitender Psychotherapie alles überstehen kann. Irgendwann wirst du auch emotional davon unabhängig sein. Hast du gute Freundinnen, die dich etwas stützen können? Wende dich unbedingt den Menschen zu, die dir guttun, deine Eltern sind es nicht – so wenig wie es bei mir war, doch man kann davon tatsächlich unabhängig(er) werden und trotzdem irgendwann glücklich. Neue Menschen werden in dein Leben treten und dies dann hoffentlich irgendwann heilen.

    Ich wünsche dir möglichst schnelle Hilfe von Botox. Ich hatte danach auch immer einige Tage mehr Nackenschmerzen und wenn es nach dem ersten Zyklus noch nicht so recht wirkt, ist es auch relativ normal, also keinen Druck machen 😉
    Und die Versager sind hier definitiv eher deine Eltern, nicht du!!!! Das sage ich als dreifache Mutter.

    Alles Liebe für dich,
    Jasmin

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 457

    Liebe Lara,

    das kann ich alles sehr gut verstehen. Da kommen physischer und psychischer Schmerz zusammen.
    Es sagt sich leicht, dass Du das loslassen musst, denn es verletzt eben doch sehr.
    Du hast sicher auch schon oft gehört, dass es nicht an Dir liegt, sondern dass Deine Eltern auf eine gewisse Art psychisch krank sind und Dich nicht so lieben können, wie Du es verdienst.

    Jetzt sieh erst mal zu, dass Du wieder auf die Beine kommst. Ich drücke Dir die Daumen, dass das Botox hilft und dann siehts Du weiter.
    Such Dir Hilfe und ob Du dann klagst, das wirst Du sehen. Ein Schritt nach dem anderen.

    LG Anna

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 473

    Liebe Lara,

    fühle dich auch von mir mal ganz liebevoll gedrückt 🤗!

    Der emotionale Schmerz, den du jetzt empfindest, ist mehr als verständlich! Deinen Eltern scheint es egal zu sein, dass sie dir, ihrer kranken Tochter, mit ihrem Ultimatum, ihrer Drohung und ihrer emotionalen „Blindheit“ enormen Druck und somit zusätzliche Schmerzen bereiten. Ich wünsche dir von Herzen, dass du DEINEN WEG findest, damit umzugehen und ihn möglichst zu verarbeiten. Die Abnabelung von den Eltern braucht ihre Zeit und ist häufig schmerzhaft. Hoffentlich hast du liebe Menschen um dich und Unterstützung von wem und in welcher Form auch immer!

    Ich kann deiner Wortwahl, liebe Brain, der Untauglichkeit als Eltern nur zustimmen. Manchmal denke ich, ein Eignungstest wäre auch vor einer Elternschaft sinnvoll. Möchte man einem Pflegekind ein Zuhause geben, wird man auf Herz und Nieren geprüft, muss einen Pflegeelternkurs belegen. Die leiblichen Eltern (in Spe) haben einen Freifahrtschein…!

    Wir als Kinder sind nicht verpflichtet, das Leben unserer Eltern „nachzuahmen“ oder es ihnen gleich zu tun! Wir haben auch nicht die Pflicht, ihre (unrealistischen) Erwartungen zu erfüllen, sie glücklich zu machen! Wir haben unser eigenes Leben, unsere eigenen Bedürfnisse, unser eigenes Tempo – genauso wie sie! Da lässt sich nichts 1:1 übertragen! Wenn es so wäre, wären alle gleich – wie farblos wäre das Leben!

    LIEBE, liebe Anna, muss man sich nicht verdienen!!! So hast du es ganz sicher auch nicht gemeint 😉! Jetzt einen Schritt nach dem anderen zu tun, sehe ich genauso!

    Alles Liebe
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 457

    Nein liebe Katrin,

    ich habe es so gemeint, dass jedes Kind, das so krank ist (und sonst natürlich auch) von seinen Eltern natürlicherweise geliebt werden sollte.
    Wenn die Eltern das nicht können, ist das nicht die Schuld des Kindes, aber Kinder glauben das oft.

    LG Anna

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4545

    Liebe Lara,

    da hoffe ich mal, dass du mich nicht falsch verstanden hast.

    Natürlich meine ich nicht, dass es einfach und leicht ist loszulassen. Das schreibe ich ja auch explizit.

    Deine Verletztungen sind tief und das fatale ist, dass sie dir von deinen Eltern zugefügt wurden. Personen, denen man von Grund auf vertraut und die man niemals anzweifelt.

    Ich hoffe, und bin sehr zuversichtlich, dass du Deinen Weg findest. Ich wünsche dir alle Kraft dafür.

    Dein Vorhaben am Montag ist ein guter Schritt.

    Alles Liebe
    Sternchen

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