Medikamentenpause Jana

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 120)
  • Autor
    Beiträge
  • Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Guten Morgen,
    ich habe dieses tolle Forum schon vor ein paar Wochen gefunden und schon mal kreuz und quer mitgelesen, in meiner Verzweiflung eröffne ich jetzt aber doch ein eigenes Thema und hoffe, dass mein Beitrag nicht gleich zu lang wird, auch wenn ich jetzt gar nicht so genau weiß wo ich anfangen soll 🙂
    Also ich bin 23 Jahre alt, Studentin und habe schon seit dem Grundschulalter Migräne. Mal ging es mir besser, dann gab es wieder schlechte Phasen. Mit 16 ca. haben die Migräneanfälle dann angefangen sich sehr zu häufen, die 10/20-Regel kannte ich lange nicht und als ich sie kannte, habe ich mich zugegebenermaßen auch nicht immer dran gehalten (nicht immer dran halten können). Generell kam ich aber ganz gut klar, auch wenn die Anfallshäufigkeit trotz Prophylaxen immer weiter zunahm. Ich habe auf regelmäßige Schlaf-/Essenszeiten geachtet, regelmäßig Sport und autogenes Training gemacht, versucht sichere Migränetrigger zu vermeiden und auch mal ein Wochenende dank Vomex mehr oder weniger verschlafen, wenn sich die Anfallshäufigkeit zu sehr steigerte,…
    Jetzt habe ich zwei Semester im Ausland (ein Auslandssemester+ein halbes Jahr Praktikum) verbracht und wollte da einfach auch mal ein „normales“ Leben führen, alles was ging mitmachen-Ausflüge, Reisen und auch mal eine Party,…ohne streng auf einen immer gleichen Tagesablauf, Sport und Entspannung zu achten und erstrecht nicht auf meine Medikamententage. Dazu hatte ich ind em halben Jahr Praktikum keinen Urlaubsanspruch, feste Arbeitszeiten und 40-Studnen Wochen, da konnte ich es mir auch nicht erlauben mit Migräne auszufallen. Ich hatte ein tolles Jahr, aber die Strafe kam nu natürlich. Ich hatte keinen schmerzfreien Tag mehr, höllische Migräneattacken, die nach einer Woche im Krankenhaus endeten, weil ich sie nicht mehr gestoppt gekriegt habe und quasi wirkungslose Akutmedikation. Mein Neurologe hat mich (absolut zu recht) dann recht schnell zu einer Medikamentenpause „verdonnert“, weil er meinte, sonst komme ich da nicht mehr raus. Ich habe insgesamt 8 Tage Kortison genommen (nach 3 Tagen 100mg langsam abdosiert). Seit dem nehme ich noch Vomex, Diazepam und/oder Trimipramin und soll die Pause fortführen bis ich an mindestens 3 aufeinanderfolgenden Tagen schmerzfrei bin. Seit knapp 3 Wochen nehme ich jetzt kein Kortison mehr, aber bin inzwischen am Ende meiner Kräfte. Ich hatte seit dem maximal 1 1/2 „migränefreie“ Tage am Stück (die waren dafür auch tatsächlich wirklich schmerzfrei!). Mein Neurologe meint er könne nicht mehr machen, ich muss eben durchhalten. Will ich ja eigentlich auch, aber diese tagelangen höllischen Schmerzen+Übelkeit/Erbrechen ohne Triptane übersteigen meine Kräfte langsam aber sicher, da helfen ein paar Stunden Schmerzfreiheit dazwischen auch kaum noch, das reicht einfach nicht um neue Kraft zu tanken. Gestern Abend hatte ich Imigran Inject schon in der Hand, habe es doch nicht gespritzt, weil ich noch nicht aufgeben will, aber weit entfernt bin ich davon nicht mehr. Wer weiß, ob überhaupt jemals 3 schmerzfreie Tage hintereinander kommen.
    Gibt es noch irgendetwas, was man machen kann um es irgendwie leichter auszuhalten?
    Ansonsten musste ich das einfach mal los werden. Mir ist bewusst, dass es vielleicht gar nicht erst soweit gekommen wäre, wenn ich das letzte Jahr über etwas mehr auf mich (und meine Migräne) geachtet hätte, aber das Wissen hilft mir jetzt rückwirkend auch gerade nicht 🙁

    Ich wünsche euch allen einen guten schmerzfreien Tag!
    Ganz liebe Grüße von einer verzweifelten Jana

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4473

    Hallo und herzlich willkommen hier bei uns im Headbook, liebe Jananna-

    Deinen Text konnte ich gut lesen, also mach dir keinen Kopf. 🙂 Alles ist gut. 🙂 Dein großes Glück ist, dass sich dein Neurologe ja eigentlich schon ganz gut bzgl. der Migräne beraten hat. Viele irren lange umher und wissen gar nicht, was überhaupt los ist, und noch schlimmer ist, dass ihnen kaum geglaubt wird.

    Ich kann dich gut verstehen, dass du am Ende deiner Kräfte bist. Die Version, nach der man mind. 3 Tage am Stück schmerzfei sein sollte, ist m.E. nicht mehr aktuell. Sicher das Nervensystem soll runterkommen. aber wenn es so ausartet wie bei dir ist das nicht machbar und auch nicht förderlich. Ich pers. würde das so nicht hinnehmen.Es gibt eine Menge Möglichkeiten. Dein Arzt sollte dich unterstützen und mit deinem Problem nicht alleine lassen.

    Hier habe ich noch einen interessanten Link:http://www.headbook.me/groups/termine-veroeffentlichungen-berichte/forum/topic/kopfschmerztag-2012/

    Eigentlich brauchst du auch eine gute, zu dir passende medikamentöse Prophylaxe, um eben nach der Pause nicht wieder in das alte Muster zu verfallen. Sprich mit deinem Arzt darüber. Auch hier ist es wichtig, dass er sich gut auskennt und dich auch mit diesem Problem begleitet.

    Mir stellt sich noch die Frage, wie du in dem Auslandsjahr behandelt hast. Wie sah die Migräne in dieser Zeit aus?

    Alles Liebe
    Sternchen

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Hallo Sternchen,
    danke für deine liebe und ausführliche Antwort 🙂 Den Link werde ich mir gleich angucken.
    Ja, ich hatte echt Glück ziemlich früh schon bei einem Neurologen gelandet zu sein, der sich wohl ganz gut auskennt. Im Moment hat er nur leider auch keine schlauen Tipps mehr, außer dass ich da durch muss bis ich die drei schmerzfreien Tage habe.

    In meinem Auslandsjahr habe ich im Prinzip so weiter behandelt wie vorher auch. Ich habe ca. gleich häufig „linke“ und „rechte“ Attacken. Die mit den Schmerzen auf der rechten Kopfseite gehen auch immer mit heftigem Erbrechen einher, die behandel ich entweder gleich mit Imigran Inject (wenn die Übelkeit schon zu stark ist) oder sonst mit einer Sumatriptan Tablette. Die linksseitigen Attacken gehen meistens zwar mit starker Übelkeit einher, dafür ohne Erbrechen, die Schmerzspitzen sind aber noch extremer und sie dauern meistens länger, die behandel ich normalerweise mit Allegro (+dann oft noch Naproxen). Inzwischen wechselt die Seite oft auch nach einer Weile, dann bin ich immer etwas planlos. Am Anfang hatte ich im Ausland viele Attacken, habe ich aber auf Stress, Klima und und und geschoben, dann ging es mir eine Weile relativ gut und dann wurde es eigentlich plötzlich zunehmend immer schlechter. Ich habe fast jede Attacke behandelt, weil sie mir immer dazwischen kam, wenn ich irgendwas geplant hatte und es „so gar nicht passte“. Am Anfang wirkten meine Triptane dann immerhin noch, mit der Zeit wirkten sie immer schlechter, so dass ich oft nach ein paar Stunden noch was nachgenommen habe und plötzlich war ich bei über 20 Medikamententagen im Monat und habe dann noch angefangen, an den paar migränefreien Tagen die noch blieben, dauernd Ibuprofen zu nehmen, um die Kopfschmerzen, die ich dann noch hatte in den Griff zu kriegen. Naja und zum Ende hin wirkte eigentlich gar nichts mehr richtig, die Attacken wurden immer schlimmer und länger und schmerzfreie Tage gab es fast gar nicht mehr.

    Die einzige Prophylaxe die ich die ganze Zeit durchgenommen habe ist Migravent classic, vor dem Ausland hatte ich ein Jahr Metoprolol genommen, was mir vermutlich eine Weile auch ganz gut geholfen hatte, mit zunehmender Attackenhäufigkeit hatte ich es (nach Absprache mit meinem Neurologen) dann aber wieder abgesetzt.

    Liebe Grüße
    Jana

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4473

    Ok, nach dieser Pause, (auf jeden Fall ist das für mich eine Pause, wenn du nun schon 3 Wochen ohne jegliche Akutmedikation bist) sollte m.E. eine Prophylaxe für dich gesucht werden. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass deine Akutmedikation auch noch optimiert werden kann.

    Nun ist schwer zu sagen, wie deine eigentliche Attackenfrequenz ist. Z.Zt. scheint alles überreizt zu sein. Ich habe irgendwie den Eindruck, als wenn dein Nervensystem völlig außer sich ist, und nur so vor sich hin feuert.

    Deshalb empfehle ich dir als nicht medikamentöse Maßnahme auf jeden Fall erst einmal Ruhe, Ruhe, Ruhe, Entspannung und einen total entschleunigten Lebensrhythmus. Es scheint mir, als wenn du wirklich zunächst erst einmal total runter kommen mußt. In der Migräneprophylaxe ist die Säule der nichtmedikamentösen Maßnahmen mindestens so wichtig, wie die Medikamente. Man sollte den Erfolg nicht unterschätzen. Ein „immer weiter so“ wird dich nicht zum Ziel bringen. Das soll aber gleichzeitig nicht bedeuten, dass man alles absagen, und sein Leben nicht mehr leben und genießen kann. Aber in deiner Situation jetzt, würde ich meinem Gehirn erst einmal alle Ruhe geben, die es braucht.

    Wie gesagt sprich die Punkte bei deinem Arzt an. Schau, dass er dich jetzt unterstützt. Zuerst mußt du ja mal eine adäquate Lösung gegen die Schmerzen haben.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27490

    Herzlich willkommen im Headbook, liebe Jana. 🙂

    Deine Verzweiflung kann jeder von uns nachvollziehen. Zumal man in so jungen Jahren einfach unbeschwert leben möchte. Super, dass Du Dir nicht hast nehmen lassen, ins Ausland zu gehen. Habe auch kein schlechtes Gewissen, dass Du nicht immer nur an Deinen Kopf gedacht hast. 😉

    Man betrachtet eine Pause als erfolgreich, wenn man nach Absetzen des Kortisons an drei aufeinanderfolgenden Tagen schmerzfrei war (doch, liebes Sternchen, dies ist noch gültig 🙂 ). Sollten diese drei Tage nicht auftreten, auch nach ca. acht Wochen, könnte die Diagnose „chronische Migräne“ gestellt werden. Das sind jetzt nur mal die Infos dazu, heißt aber nicht, dass Du das so durchziehen musst.

    Dein Arzt hat Dich schon super beraten, das ist ein Glück für Dich. Jetzt heißt es, eine Prophylaxe für Dich zu finden, damit die Lebensqualität wieder steigt.

    vor dem Ausland hatte ich ein Jahr Metoprolol genommen, was mir vermutlich eine Weile auch ganz gut geholfen hatte, mit zunehmender Attackenhäufigkeit hatte ich es (nach Absprache mit meinem Neurologen) dann aber wieder abgesetzt.

    Wie hoch dosiert war Metoprolol? Zu früh abzusetzen wäre schade, wenn man bis zur Zieldosis nicht ausgereizt hätte.

    Wie hoch ist Trimipramin dosiert? Eventuell könntest Du die Dosis noch steigern und somit mehr Entlastung für den Kopf erreichen. Bei guter Verträglichkeit kann es auch als Prophylaxe eingesetzt, bzw. beibehalten werden.

    Diazepam kann über schwere Tage helfen (Achtung, Abhängigkeitsgefahr!), sonst Vomex, das Du eh schon nutzt und eventuell auch Melperon, ein Neuroleptikum.

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4473

    🙂 Ok, dann bin ich jetzt wieder auf dem Laufenden. 🙂

    Danke Dir Bettina.

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Liebes Sternchen,

    Nun ist schwer zu sagen, wie deine eigentliche Attackenfrequenz ist. Z.Zt. scheint alles überreizt zu sein. Ich habe irgendwie den Eindruck, als wenn dein Nervensystem völlig außer sich ist, und nur so vor sich hin feuert.

    Das Gefühl habe ich auch gerade. Dass mich ein „immer weiter so“ nicht ans Ziel bringt, habe ich jetzt auch sicher gemerkt. Die ersten Wochen wieder in Deutschland waren mit Umzug, alle wiedersehen,…auch nochmal recht stressig, aber im Moment gönne ich meinem Kopf alle Ruhe, die er braucht. Was anderes ist auch gar nicht mehr möglich. Heute sind es immerhin schon genau 3 Wochen ohne Akutmedikation und ohne Kortison 🙂

    Liebe Bettina,
    auch dir danke für den herzlichen Empfang hier. Hier fühlt man sich gleich wohl 🙂

    Super, dass Du Dir nicht hast nehmen lassen, ins Ausland zu gehen. Habe auch kein schlechtes Gewissen, dass Du nicht immer nur an Deinen Kopf gedacht hast.

    Besonders die Worte tun gut 🙂 Aus meinem näheren Umfeld höre ich hauptsächlich, dass ich ja selber Schuld sei, nicht hätte ins Ausland gehen müssen und sie mir ja vorher gesagt haben, dass das keine gute Idee sei,..
    Haben sie zum Teil ja sicher alle Recht mit, hilft mir allerdings auch nicht und davon abgesehen finde ich immer noch, dass das Auslandsjahr grundsätzlich absolut die richtige Entscheidung war.

    Man betrachtet eine Pause als erfolgreich, wenn man nach Absetzen des Kortisons an drei aufeinanderfolgenden Tagen schmerzfrei war (doch, liebes Sternchen, dies ist noch gültig ). Sollten diese drei Tage nicht auftreten, auch nach ca. acht Wochen, könnte die Diagnose „chronische Migräne“ gestellt werden. Das sind jetzt nur mal die Infos dazu, heißt aber nicht, dass Du das so durchziehen musst.

    Gut zu wissen 🙂 Auch wenn es mir absolut rätselhaft ist, wie das irgendjemand acht Wochen durchhalten kann. Ich bin ja nach drei Wochen schon am Ende meiner Kräfte.

    Ich hatte 100mg Metoprolol genommen, mein Arzt meinte damals höher könnten wir nicht dosieren, da mein Blutdruck sowieso schon ziemlich niedrig sei.
    Und 25mg Trimipramin im Moment.

    Melperon sagt mir noch nichts, werde ich meinen Neurologen aber mal nach fragen.

    Liebe Grüße
    Jana

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4473

    Liebe Jana,

    es gibt noch einen Buchtipp, den ich für dich parat habe. „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen“ von Prof. Dr. Hartmut Göbel. (auch hier unten, unter den Links „Büchertipp“ zu finden).

    Es erklärt auf einfache Weise, und beinhaltet das Wissen, welches man bei unserer Krankheit unbedingt haben sollte. Das Gespräch mit dem Arzt ist viel einfacher. Außerdem kann das Buch auch eine Unterstützung für bestimmte Behandlungen und Medikamente sein.

    Alles Gute für dich
    wünscht
    Sternchen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr von  sternchen.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27490

    Liebe Jana,

    Sternchens Buchtipp ist klasse, da findest Du alles zur modernen Kopfschmerztherapie. 🙂

    Besonders die Worte tun gut 🙂 Aus meinem näheren Umfeld höre ich hauptsächlich, dass ich ja selber Schuld sei, nicht hätte ins Ausland gehen müssen und sie mir ja vorher gesagt haben, dass das keine gute Idee sei,..
    Haben sie zum Teil ja sicher alle Recht mit, hilft mir allerdings auch nicht und davon abgesehen finde ich immer noch, dass das Auslandsjahr grundsätzlich absolut die richtige Entscheidung war.

    Nein, hier gehts nicht um Schuld, lass Dich bloss nicht verunsichern. Es geht vielmehr darum, dass Du trotz Beeinträchtigung durch die Schmerzen viel geschafft hast und darauf stolz sein kannst. 🙂 Diese Jahr und diese Erfahrungen nimmt Dir keiner mehr, sie werden Dir immer in guter Erinnerung bleiben. Zudem machen sie selbstbewusst und selbstsicher und tragen positiv zu Deiner Entwicklung bei. 🙂

    Meine Tochter ist auch teilweise schwer betroffen, zieht Ihr Studium durch (ist praktisch) fertig und hat ihr PJ nur im Ausland gemacht. Allem zum Trotz und erst recht. 😉

    Lass Dich durch die Migräne nicht in Deiner Lebensplanung beeinflussen. Plane so, als wärst Du gesund, alles weitere lässt sich regeln. Soll natürlich nicht heißen, dass man nicht auf eine Lebensführung achten sollte, die sich der Migräne natürlich auch etwas anpassen sollte. Häufigere Pausen zählen dazu, Regelmäßigkeit, sofern sie sich einplanen lässt, kohlenhydratreiche Mahlzeiten, keine einseitigen Diäten, Entspannungsverfahren usw. Man kann einiges tun.

    Trimipramin könnte noch weiter hochdosiert werden bei guter Verträglichkeit. Am besten geht das mit Tropfen, da man viel feiner dosieren kann.

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5456

    Liebe Jana,

    sei froh, dass du dieses Auslandsjahr gemacht hast! Vielleicht wäre die Migräne auch ohne dies schlimmer geworden? Wer weiß das schon?

    Ich habe vor Jahren meine berufliche Situation geändert und schon länger die Möglichkeit, recht gut nach den Empfehlungen für Migräne-Patienten leben zu können. Und dennoch wurde meine Migräne immer schlimmer und schlimmer. Ganz ohne irgendwelchen „wilden Dinge“. 😉

    Es wäre zu schön, wenn wir unsere eigenen Lebensläufe im Vorfeld mehrfach nebeneinander legen könnten, so nach dem Motto „So entwickelt sich alles z.B. mit Auslandsjahr, mit Magnesium, mit med. Prophylaxe, mit Arbeitsplatzwechsel, mit… … – oder eben ohne“.

    So gut und richtig und wichtig alle Empfehlungen für uns auch sind, wir haben auch das Recht, es unseren Vorstellungen von Leben anzupassen. Wir alleine tragen die Konsequenzen. Doch manchmal ist es auch so, dass sie weniger schlimm sind als zuvor befürchtet, und man hätte sich dann so manches Schöne und Wichtige entgehen lassen.

    Lieber Gruß
    Heika

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7198

    Liebe Jana,

    wie deine Migräne heute aussähe ohne Auslandsaufenthalt weiß kein Mensch! Lass dir also nicht irgendwelche Vorwürfe machen, für die es keinerlei Gründe gibt.

    Als ich in deinem Alter war, ist schon seeehr lange her, wußte ich nicht mal, dass meine ständigen schlimmen Kopfschmerzen Migräne waren, und das trotz einer Familie voller Migräniker. Aber Kinder und Jugendliche hatten keine Migräne, schon gar nicht ab Babyalter!
    Man hätte aber auch keine Behandlungsmöglichkeit gehabt. Die Schmerzmittel, die heute nicht helfen , haben auch damals schon nicht viel gebracht. Und Triptane gab es erst, als ich schon über 40 war.
    Dadurch unterlag ich aber auch keinem Zwang, irgendetwas dagegen zu tun oder zu lassen, so dass ich mir mein Leben auch nicht mehr als unbedingt durch die Schmerzen nötig einschränken lassen mußte.

    Meine Jugend war wunderschön, auch mit Kopfschmerzen und ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, es könnte mir besser gehen, wenn ich dies oder das nicht gemacht hätte.
    Und sonderbarerweise habe ich keine wirklichen Erinnerungen an die Schmerzen bei den Migräneattacken bei aus heutiger Migräne-Sicht völlig verrückten Unternehmungen: Reise mit einem steinalten VW-Käfer übers verlängerte Wochenende von Hamburg nach Paris mit 4 Leuten, keinem Quartier dort und Kopfschmerzen von Anfang an. Und nur ich hatte schon einen Führerschein. Es war eine tolle Fahrt!!!

    Heute gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten, man weiß um den MÜK und es gibt Ärzte, die da wirklich helfen können. Nutz jede Möglichkeit, um dir das Leben mit der Migräne zu erleichtern, aber lass dir nicht den Spaß am Jungsein verderben. Auch mit Migräne (es gibt einige wirklich sehr behindernde Fälle, da muss man sich sicher notgedrungen anders verhalten), kann man viel Spaß und Freude am Leben haben.

    Ich habe heute als Rentnerin immer noch ganz viel Migräne, ob trotz oder wegen meines immer sehr interessanten und anstrengenden Lebens weiß ich nicht.
    Aber ich habe es genossen!!!

    Darum: versuch die allerbeste Behandlung zu bekommen, schaff dir ganz viel Wissen dazu an, aber lass dich nicht mehr als unbedingt nötig von der Migräne (und der Meinung deiner Umwelt) einschränken. Man kann viel mehr als man oft glaubt. 😀 👍

    Bleib zuversichtlich,
    Julia

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Eigentlich wollte ich gestern nochmal reingucken, aber da hatte es mich doch schon wieder umgehauen, dafür freue ich mich jetzt umso mehr über die ganzen Beiträge hier 🙂
    Erstmal noch lieben Dank für den Buchtipp!

    Und ihr habt alle so recht damit, dass keiner weiß, wie es mir jetzt gehen würde, wenn ich nicht im Ausland gewesen wäre. Danke für die ganzen aufmunternden Worte 🙂 Ich möchte mich auch nicht mehr einschränken, als es wirklich nötig ist. Was habe ich davon wenn ich mich in Watte packe, dadurch eventuell weniger Migräne habe (was ja nchtmal gesagt wäre), aber dafür totunglücklich wäre, weil ich nichts machen würde, was ich eigentlich möchte?

    Trotzdem würde ich im Moment gerade verdammt viel für etwas mehr Schmerzfreiheit geben.

    Trimipramin könnte noch weiter hochdosiert werden bei guter Verträglichkeit. Am besten geht das mit Tropfen, da man viel feiner dosieren kann

    Super danke, da werde ich doch bei meinem Arzt morgen gleich nochmal nachfragen. Ich kann bisher immerhin keine Nebenwirkugnen feststellen. Auch wenn ich sowas wie „Müdigkeit“ oder so vermutlich auch gerade nicht sicher zuordnen könnte.

    Liebe Grüße
    Jana

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27490

    Trotzdem würde ich im Moment gerade verdammt viel für etwas mehr Schmerzfreiheit geben.

    Oh ja, das glauben wir Dir. Aber die Zeiten kommen wieder und dann genießt Du alles, was das Leben zu bieten hat. 🙂

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Aber die Zeiten kommen wieder und dann genießt Du alles, was das Leben zu bieten hat.

    Das versuche ich mir auch immer zu sagen und eigentlich bin (bzw war) ich da auch immer ein relativ optimistischer Mensch. An den schlechten Tagen ist es aber so super schwer zu glauben, dass auch wieder bessere Zeiten kommen. Aber das kennt hier vermutlich jeder 😉

    Heute konnte ich immerhin die Sonne mal wieder etwas genießen, das hebt doch auch gleich die Stimmung wieder 🙂

    Trimipramin darf ich langsam erstmal auf 40mg hochdosieren, keine Ahnung wieso mein Arzt mir das nicht von sich aus gesagt hatte, aber danke nochmal für den Tipp! Mal sehen, vielleicht bringt das ja was. Ansonsten rät mein Arzt mir ganz energisch davon ab, die Pause abzubrechen solange ich keine drei schmerzfreien Tage am Stück hatte, weil sonst „alles umsonst war“. Hm schwer vorstellbar, dass es völlig „umsonst“ gewesen wäre, wenn ich wochenlang keine Akutmedikation genommen habe, irgendwas muss das doch trotzdem bringen, oder nicht?

    Also werde ich versuchen noch etwas weiter durchzuhalten und weiter auf die drei schmerzfreien Tage warten.

    Liebe Grüße
    Jana

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27490

    Liebe Janana,

    weil sonst „alles umsonst war“. Hm schwer vorstellbar, dass es völlig „umsonst“ gewesen wäre, wenn ich wochenlang keine Akutmedikation genommen habe, irgendwas muss das doch trotzdem bringen, oder nicht

    Nein, es war nicht umsonst! Aber Dein Arzt hat natürlich recht, dass eine erfolgreiche Medikamentenpause (die Du ja anscheinend durchziehen sollst) diese drei schmerzfreien Tage in Folge verlangt. Vielleicht klappt es ja mit dem höher dosierten Trimipramin, sonst arbeite auch noch weiter mit Vomex oder sonstigen sedierenden Begleitmedikamenten. Ich drücke Dir sehr die Daumen, dass Du durchhalten kannst und sich Dein Nervensystem somit super gut erholen wird. 🙂 Aber jeder Tag ohne Akutmedikation ist ein Gewinn und ein Erfolg. Klasse!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Guten Morgen ihr Lieben,
    ich bin tatsächlich jetzt schon bei 4 1/2 Wochen ohne Akutmedikation und habe im Moment auch die Hoffnung es noch länger durchzuhalten, auch wenn ich auf die drei schmerzfreien Tage in Folge immer noch vergeblich warte. Mit Vomex und dem Trimipramin komme ich aber gerade ganz gut über die Runden (bei manchen Attacken besser bei anderen schlechter).

    Jetzt habe ich aber trotzdem nochmal eine „neue“ Frage. Und zwar hatte ich die letzten Jahre immer schon relativ selten mal eine Aura vor der eigentlichen Attacke. Mit massiven Seh- und Sprachstörungen,…und (und das ist eigentlich mein Hauptproblem dabei) starkem Erbrechen und einer absoluten Leere im Kopf.
    Das Erbrechen beginnt in den Fällen schon ziemlich zu Beginn der Aura, also lange bevor die Schmerzen einsetzen. Im „Normalfall“ habe ich die Aura immer abgewartet und sobald die Schmerzen danach begannen mit Imigran Injekt behandelt. Damit hörte dann auch das Erbrechen wieder auf und die Attacke war meistens ganz gut in den Griff zu kriegen.
    Ohne Akutmedikation ist das jetzt allerdings etwas schwieriger und gerade jetzt treten die Attacken mit Aura leider öfter auf.

    Mein Neurologe hat mir geraten es möglichst gleich zu Beginn der Aura noch mit Vomex zu versuchen (darf man wohl während einer Aura nehmen?). Mein Problem ist allerdings dass ich das einfach nicht hinkriege. Ich weiß, dass es völlig blöd klingt (und so blöd komme ich mir auch vor) aber ich bin während einer Aura überhaupt nicht in der Lage irgendwie zu Denken, schwer zu beschreiben, aber da ist nur eine völlige Leere im Kopf ohne jeglichen Gedanken. So dass ich nicht in der Lage bin überhaupt irgendwas zu nehmen. Ich habe schon gefühlt alles probiert, aber jegliches „Wissen“ was ich in dem Moment eigentlich tun sollte ist sobald die Aura beginnt ist einfach weg.
    Das Denkvermögen setzt erst mit Verschwinden der Aura und Beginn der Schmerzen wieder ein und da ist es längst viel zu spät noch was im Magen zu behalten.

    Kennt das Problem hier jemand? Nachdem ich gerade wieder so eine Attacke hinter mir habe, bei der mir dann nichts anderes mehr übrig blieb als die Schmerzen und das Erbrechen „einfach“ auszuhalten dachte ich, ich frage hier nochmal nach 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Jana

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 397

    Gratulation, liebe Jana!!! Ich freue mich für dich! 4 1/2 Wochen, wow! Schön, dass du mit Vomex und Trimipramin gute Helferlein hast!

    Ingo ch weiß, dass es völlig blöd klingt (und so blöd komme ich mir auch vor) aber ich bin während einer Aura überhaupt nicht in der Lage irgendwie zu Denken, schwer zu beschreiben, aber da ist nur eine völlige Leere im Kopf ohne jeglichen Gedanken. So dass ich nicht in der Lage bin überhaupt irgendwas zu nehmen. Ich habe schon gefühlt alles probiert, aber jegliches „Wissen“ was ich in dem Moment eigentlich tun sollte ist sobald die Aura beginnt ist einfach weg.

    Es klingt weder blöd noch brauchst du dir blöd vorkommen, es ist so wie es ist! Die meisten von uns kennen diesen Zustand, den du beschreibst. Mir fiel beim Lesen deiner Zeilen spontan ein, dass es vielleicht eine Möglichkeit ist, dir eine Liste mit der Vorgehensweise für diese Situationen in Sichtweite zu legen/hängen o.ä. Dort kannst du dann nachlesen, was zu tun ist.

    Ich wünsche dir, dass du deine akutmedikationsfreie Zeit weiter verlängern kannst! Super machst du das 👍 👏❗️

    Hab du auch einen schönen Sonntag!
    Katrin

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Liebe Katrin,
    danke 🙂 ich bin auch begeistert, weil ich am Anfang nicht mal dachte, dass ich überhaupt eine Woche schaffen könnte und ohne eure Hilfe hier hätte ich auch schon längst aufgegeben. Inzwischen sind auch die Zeiten zwischen den einzelnen Attacken tatsächlich wieder immer richtig schmerzfrei und die Stimmung steigt damit auch wieder 🙂

    Ich hatte mir tatsächlich erst schon einen Zettel mit „Anweisungen“ an mich selber geschrieben und auf dem Tisch liegen. Da das nichts gebracht hat, bin ich dann dazu übergegangen, mir gelbe Klebezettel nur mit „Vomex“ an mehrere Stellen zu hängen. Aber auch das scheint nichts zu bringen. Ich kann nicht mal sagen, ob ich die Zettel einfach dann nicht wahrnehme oder ob ich sie nicht „verstehe“.

    Liebe Grüße
    Jana

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2010

    Liebe Jana,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinen 4einhalb Wochen Medikamentenpause! Das ist eine richtig starke Leistung und da kannst du richtig stolz drauf sein 🙂

    Dein Problem mit dem leeren Kopf kenne ich sehr gut – allerdings genau in der anderen Situation – bei einer Aura fangen meine Gedanken an zu rasen und mir ist jederzeit bewusst, was ich wie in welcher Situation tun muss – bei einer Migräne dagegen habe ich das Gefühl, dass mein Gedanke, dass ich behandeln muss, gerade Spazieren gegangen ist und erst 2 Stunden später zurückkommt…
    Ich habe dann analysiert, wie es mir geht, bevor mein Denkvermögen mich verlässt – und festgestellt, dass ich an bestimmten Eckpunkten festmachen kann, dass mein Kopfschmerz unausweichlich auf eine Migräne zusteuert und ich damit noch rechtzeitig zum Triptan greifen kann – klappt oftmals, aber nicht immer. Vielleicht wäre es einen Versuch wert, dass du die Aura erkennen kannst, bevor sie dir dein Denken wegnimmt?

    Ansonsten: Hast du Vomex Zäpfchen im Haus? Vielleicht kannst du damit das Erbrechen dann doch noch stoppen…

    Liebe Grüße, Tanni

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27490

    Liebe Jana,

    Du kannst sehr stolz auf Dich sein, Du hast wirklich Tolles geleistet. 🙂

    Ist gar nicht blöd, dass Du kaum handlungsfähig bist vor und während der Aura. Es gibt ein sehr starkes Antiemetikum, Ondansetron, und dieses gibt es auch als Schmelztablette. Du könntest Dir diese Schmelztabletten verschreiben lassen und an mehreren Orten im Haus – natürlich auch am Bett – positionieren. Wenn Du Dich komisch fühlst, einfach schnell das Blistier öffnen und in den Mund damit. Es wirkt schon über die Mundschleimhaut und wird das Erbrechen unterbinden können. Es zählt – wie auch Vomex – nicht in die 10/20-Regel und kann auch in der Pause eingenommen werden.

    Weiter alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Was für ein schönes Forum, nach einem „Besuch“ hier fühle ich mich gleich immer besser 🙂 Ich habe zugegebenermaßen im Moment den Luxus, dass ich nicht viel tun muss und ich mich mit aller Ruhe um meinen Kopf kümmern kann. Danke euch 😉

    Ich habe dann analysiert, wie es mir geht, bevor mein Denkvermögen mich verlässt – und festgestellt, dass ich an bestimmten Eckpunkten festmachen kann, dass mein Kopfschmerz unausweichlich auf eine Migräne zusteuert und ich damit noch rechtzeitig zum Triptan greifen kann – klappt oftmals, aber nicht immer. Vielleicht wäre es einen Versuch wert, dass du die Aura erkennen kannst, bevor sie dir dein Denken wegnimmt?

    Bisher gelingt es mir nicht, die Aura vorauszusehen, aber irgendwelche Anzeichen gibt es bestimmt. Ich werde versuchen nochmal genauer darauf zu achten.

    Du könntest Dir diese Schmelztabletten verschreiben lassen und an mehreren Orten im Haus – natürlich auch am Bett – positionieren.

    Das klingt gut, werde gleich morgen meinen Arzt danach fragen 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27490

    Was für ein schönes Forum, nach einem „Besuch“ hier fühle ich mich gleich immer besser 🙂

    Das ist ein schönes Statement, freut uns sehr. 🙂

    Ich drück Dir sehr die Daumen, dass alles bald wieder besser läuft. 🙂

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    🙂
    Jetzt habe ich hier schon zwei Mal was geschrieben und wenn ich auf „Absenden“ klicke ist es immer weg. 🙁 Also noch ein dritter Versuch: Ich (und meine ganze Wohnung) bin jetzt mit Ondansetron ausgestattet und „warte“ auf die nächste Aura. Auch wenn die sich gerne noch Zeit lassen darf. 😉

    Heute sind es genau 5 Wochen „Pause“, hätte nie gedacht, dass man sich auch so darüber freuen kann keine Schmerzmittel zu nehmen 😀

    Allerdings warte ich immer noch auf die drei schmerzfreien Tage am Stück, soll auch noch weiter drauf warten bzw wenn sie nicht kommen, versuchen acht Wochen durchzuhalten, dann würde es laut Arzt für chronische Migräne sprechen. Hattest du, Bettina, hier ja auch schon geschrieben.

    Jetzt aber mal eine blöde Frage: Wozu will ich das denn überhaupt wissen? Also was bringt mir das?

    Liebe Grüße
    Jana

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7198

    Ganz einfach, liebe Jana, weil die Botoxbehandlung nur bei chronischer Migräne von den Kassen bezahlt wird!
    Liebe Grüße zurück,
    Julia

    Und bitte nicht den Einsatz von Ondansetron herbeisehnen ! 😋

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27490

    Liebe Jana,

    Jetzt aber mal eine blöde Frage: Wozu will ich das denn überhaupt wissen? Also was bringt mir das?

    Wie schon erwähnt wurde, werden manche Behandlungen nur aufgrund dieser Diagnose bezahlt. Allerdings ist es nötig, dass Dein Arzt Deine Anstrengungen auch mitverfolgt und Dich unterstützt beim Erstellen dieser Diagnose. Es bringt Dir nichts, das nur alleine für Dich festzustellen. Daher suche das Gespräch mit ihm und bitte ihn, Dich diagnosemäßig zu unterstützen.

    Alles in allem ist es spitzenmäßig, dass Du so lange schon ohne Medikation auskommst. Es tut Dir und Deinem Nervensystem (den Organen natürlich auch) ungemein gut und auch mit chronischer Migräne profitiert man davon.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Danke für die Antworten! Gut zu wissen, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass ich mir jemals freiwillig Nadeln in den Kopf stechen lassen würde.

    Ich bin im Moment sehr regelmäßig im Gespräch mit meinem Arzt. Er ist sicher ein guter Arzt, allerdings nicht gerade der kommunikativste 😉 Mehr Infos als unbedingt nötig gibt er einem freiwillig nicht gerne, sodass ich mir meine Fragen immer schon vorher aufschreibe.
    Wenn ich dann hinterher nochmal über das Gespräch nachdenke, fallen mir immer noch mehr ein (so wie vorhin).

    Heute morgen brummelte er vor sich hin, dass ich bloß nach 5 Wochen jetzt nicht aufgeben soll, die drei schmerzfreien Tage ja noch kommen können (auch wenn er es für unwahrscheinlich hält-na toll) und ich sonst die acht Wochen durchhalten soll, damit wir dann wenigstens die Diagnose „chronische Migräne“ stellen können.
    Die Frage, wozu das überhaupt gut sein soll, ist mir erst danach eingefallen.

    Aber jetzt bin ich dank euch ja wieder etwas schlauer 😉

    Liebe Grüße
    Jana

    P.S. bin ich die Einzige, die heute Probleme mit der Seite hat? Vorhin konnte ich nicht schreiben und jetzt läd bei mir die Startseite dauernd neu, schiebt alles hin und her und die Schrift wechselt immer von fett zu normal. Seit es mir jetzt irgendwie gelungen ist hier in meinem Verlauf zu landen sieht aber wieder alles normal aus.

    Schönen Abend euch 🙂 Vielleicht ist die Seite morgen ja auch wieder migränefreundlicher ohne, dass es soviel blinkt 😉

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27490

    Liebe Jana,

    man kann nicht alles erwarten von einem Arzt, aber Hauptsache, er brummelt das Richtige. 😉 Mach Dir immer ausführliche Spickzettel, nicht erst direkt vor dem Termin.

    P.S. bin ich die Einzige, die heute Probleme mit der Seite hat? Vorhin konnte ich nicht schreiben und jetzt läd bei mir die Startseite dauernd neu, schiebt alles hin und her und die Schrift wechselt immer von fett zu normal. Seit es mir jetzt irgendwie gelungen ist hier in meinem Verlauf zu landen sieht aber wieder alles normal aus.

    Habe selbst nichts bemerkt, auch sonst kamen keine derartigen Meldungen. Liegt vielleicht an Deinem Internet oder am Browser.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Guten Morgen,

    aber Hauptsache, er brummelt das Richtige. 😉

    Ja, das denke ich mir auch und das tut er offenbar meistens. 🙂 Auch wenn ich nicht gerade begeistert davon bin, das jetzt noch 3 Wochen durchhalten zu sollen, aber da kann er ja auch nichts für. Der Kopf war gestern Abend schon so doof und ist heute morgen auch nicht wirklich besser, da wäre es schon verlockend einfach mal wieder zu behandeln.

    Habe selbst nichts bemerkt, auch sonst kamen keine derartigen Meldungen. Liegt vielleicht an Deinem Internet oder am Browser.

    Heute sieht es auch wieder besser aus. 😉

    Liebe Grüße
    Jana

    Janana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Hallo ihr Lieben,

    ich näher mich langsam den 6 Wochen Medikamentenpause, habe aber seit Tagen schon eine Attacke, die nicht aufhören will. Mit Vomex, Trimipramin und Kühlen komme ich da gerade nicht mehr weiter.
    Gibt es noch irgendwas was ich tun kann?

    Ein paar Stunden Schmerfreiheit wären mir schon verdammt viel wert und die Kraft, das so zu überstehen schwindet gerade ziemlich. Ich weiß aber, dass ich mich echt ärgern würde, wenn ich jetzt doch zum Triptan greife.

    Falls ich irgendwann nochmal eine Medikamentenpause mache, dann bestimmt nicht im Frühling.

    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag, möglichst mit ruhigem Kopf 😉 Bei den Wetterwechseln und Winden haben bestimmt einige zu kämpfen.

    Ganz liebe Grüße
    Jana

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 397

    Liebe Jana,

    ich finde es wirklich ganz großartig, wie du – trotz der Probleme und des Immer-wieder-Schwankens – die Medikamentenpause zu Hause durchziehst! Du hast meinen vollen Respekt!!! Ich hoffe und wünsche dir so sehr, dass du richtig „belohnt“ wirst mit ganz vielen Stunden, vielleicht so gar Tagen ohne Schmerzen!!!

    Ich kann dir leider nicht sagen, was du noch tun kannst, so gerne ich es auch täte!

    Ich stecke auch gerade wieder mal in einem Schmerzloch. Vomex 150 mg haben mir gestern zwar geholfen, aber lt. Beipackzeittel ist die Höchstdosis 400 mg. So habe ich noch MCP „nachgeschoben“, aber die haben mich erst heute so richtig auf der Bahn geworfen. Nachdem mich das Aushalten gestern so viel Kraft gekostet hat und der Schmerz heute Nacht wieder mehr als sehr stark wurde, zu meiner Akutmedikation gegriffen, die sehr gut angeschlagen hat.

    Wie handhabst du das mit Vomex, Trimipramin und Kühlung? Habe auch alles 3 im Haus, weiß aber noch immer nicht so genau, wie ich die Trimipramin-Tropfen am besten einsetze (Einnahmezeitpunkt, Dosierung, kombiniert oder zeitlich getrennt vom Vomex…). Hast du da Tips für mich?

    Ich denke an dich! Du kannst dir wirklich auf die Schulter klopfen, aber vorsichtig!!!

    Alles Liebe
    Katrin

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 120)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.