Möchte mich kurz bzw. lang vorstellen (Claudia) (15 Antworten)

  • Profilbild von Claudia Popp Claudia Popp sagte vor 12 Monaten:

    Hallo,

    ich heiße Claudia, bin neu hier und möchte euch gerne meine Migränegeschichte schreiben.
    Seit 1997 habe ich Migräne. Bis 2004 hatte ich immer mal wieder leichte Attacken, die ich mit 800mg Ibuprofen gut in den Griff bekommen habe. Von 2004 bis 2008 hatte ich gar keine Attacke, so dass ich schon dachte, es hätte sich endgültig erledigt. 2008 hat es wieder angefangen und ist seitdem schlimmer als vorher. 2008 hatte ich eine schwere Migräneattacke und mein Hausarzt hat mich am zweiten Tag in die Klinik eingewiesen, weil er dachte, es könnte auch etwas anderes sein. Wars dann aber nicht. Ich habe bei meinem Hausarzt eine Infusion mit 1g Novalgin und 10mg MCP bekommen und in der Klinik nochmal 2g Novalgin. Danach bin ich zum Neurologen, damit eindeutig geklärt werden kann, ob es wirklich Migräne ist. Wars dann auch (welche Überraschung :-) ). Ich muss dazu sagen, dass ich Migräne immer beidseitig habe, was ich ganz schlimm finde, obwohl es wahrscheinlich egal ist, ob es einseitig oder beidseitig so scheußlich weh tut. Von meinem Neurologen habe ich dann Maxalt Lingua (Rizatriptan) bekommen. Das habe ich gar nicht vertagen und ich konnte eine Woche nichts essen. Ich habe einen echt tollen Hausarzt, der auch Notarzt für unseren Bereich ist und auch privat, sowie am Wochenende immer auf seinem privaten Handy zu erreichen ist auch spät Abends oder Nachts, wenn es sein muss. Dafür bin ich sehr dankbar. Von meinem Hausarzt habe ich dann Sumatriptan (Imigran) als Tabletten bekommen. Das habe ich zwar vertragen, aber es hat 6 Stunden gedauert, bis es gewirkt hat. Daraufhin haben wir auf Imigran inject umgestellt und damit bin ich bis Juni 2011 auch gut zurecht gekommen. Anfangs hat es gereicht, einmal 6 mg Sumatriptan zu spritzen und es ging mir nach 3 Stunden wieder so gut, dass ich einigermaßen auf den Beinen war. So nach ca 1-1/2 Jahren musste ich nach ca 4 Stunden mit einer zweiten Dosis nachspritzen und seit letzes Jahr Juni wirkt das Sumatriptan gar nicht mehr. Ich hatte im September und November zwei starke Migräneattacken, die über 3 Tage gedauert haben und ich in eine Status gerutscht bin. Mein Hausarzt hat mir in beiden Fällen über zwei Tage hinweg Infusionen mit 1g Novalgin, 500mg Ass-Lysinat und 10mg MCP gegeben hat und ich mich danach 3 bis 4 Tage gefühlt habe, als hätte mich ein Bus überfahren. Ich war total schlapp und habe fast nur geschlafen. Im Januar hatte ich dann wieder eine ganz starke Attacke, da habe ich über 3 Tage Infusionen bekommen und es war so schlimm, dass mein Arzt nahe dran war, mich wieder in die Klinik einzuweisen. Nur weil weil an Tag drei dann die Kurve bekommen habe, bin ich drum rum gekommen. Jetzt im Mai war die bislang schlimmste und längste Attacke. Dienstag Abend hat es angefangen, da habe ich ein neues Triptan, Zolmitriptan, ausprobier, das mir mein Arzt gegeben hat. Er meinte, es wäre einen Versuch wert. Mein Mann hat unseren Hausarzt Dienstag Abend angerufen und der hatte leider keine Zeit zu kommen, da er bei einem anderen Notfall war, aber die beiden haben das telefonisch geklärt. Leider hat das Zolmitriptan nicht gewirkt (war ja auch nicht anders zu erwarten) nachdem ich Rizatriptan, Noratriptan, Sumatriptan schon durch hatte und die auch nichts mehr gebracht haben. Also hat mein Arzt gemeint, ich sollte 1g Novalgin nehmen und wenn es Mittwoch früh nicht besser ist, kommt er vorbei. Mittwoch früh war es minimal besser, so dass mein Arzt meinte ich sollte nochmal 1g Novalgin in der Früh nehmen und mich Mittag nochmal melden. Er kam Mittag nochmal vorbei und ich habe Mittwoch Mittag und Abends nochmal je 1g Novalgin genommen. Dazu jeweils MCP Tropfen, weil mir total übel war. Von Mittwoch auf Donnerstag ist das ganze dann völlig aus dem Ruder gelaufen. Donnerstag Früh hatte ich schlimmste Schmerzen, konnte kaum noch sehen, weil ich so extrem Lichtempfindlich war (das war aber auch schon früher so), meine Augen waren richtig zu und haben getränt und mir war wahnsinnig schlecht. Mein Mann hat um 6.45 Uhr morgens unseren Hausarzt angerufen, der ist dann auch sofort mit Blaulicht und dem RTW im Schlepptau gekommen. Er hat mir dann 20mg Vomex und 10mg Morphium über eine Kanüle gespritzt und mir eine Infusion gelegt. Dann haben sie mich mit dem RTW in die Klinik gefahren und dort haben sie mich dann über zwei Tage mit Novalgin und AssLysinat und Vomex versorgt, bis ich dann endlich am Samstag aus dem Status raus war. Mir gings 5 Tage total schlecht und ich war noch eine ganze Woche krankgeschrieben, weil ich total erledigt war. Ich habe die ersten Tage fast nur geschlafen, weil ich so platt war. Eine Prophylaxe mit Beta-Blockern geht bei mir nicht, da ich gegen den Wirkstoff allergisch bin. Jetzt habe ich einen Termin in einer Schmerzklinik. Vielleicht haben die noch Möglichkeiten, mir zu helfen, da die Attacken wirklich schlimm sind und ich die letzen 4 male über 3 bis 5 Tage einen Status hatte und kaum rausgekommen bin trotz stärkster Schmerzmittel. Gott sei Dank habe ich nur alle 8 bis 12 Wochen eine Atacke. So das wars dann mal fürs erste. Jetzt ist es doch länger geworden als gedacht.
    Gruß
    Claudia

  • Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin Bettina Frank – Moderatorin sagte vor 12 Monaten:

    Liebe Claudia, sei herzlich willkommen bei uns im Headbook. :)

    Du hast einen tollen Arzt, der sich wirklich rührend um Dich kümmert! Das ist enorm wichtig und er wird Dich auch nach dem Klinikaufenthalt bestens weiterversorgen können.

    Alles in allem fehlt Dir ein Konzept, denn jede Attacke läuft irgendwie aus dem Ruder. Das kann so nicht weitergehen, daher ist ein Klinikaufenthalt für Dich jetzt die richtige und beste Entscheidung.

    Es gibt noch viel, das sich bei Dir verbessern lässt, was man Dir in der Klinik vermitteln wird.

    Wenn die Akutmedikamente nicht mehr wirken, kann es sein, dass Du im Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz (MÜK) bist. Hier kann man mit einigen Kortisontagen gegenwirken.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild von Doro Doro sagte vor 12 Monaten:

    hallo liebe claudia,
    herzlich willkommen hier bei uns. schön, dass du uns gefunden hast.
    dein arzt scheint sich ja rührend um dich zu kümmern. das ist ja schon mal gut, wenn man das gefühl hat, dass man ernst genommen wird.
    medikamentös bist du ja versorgt.
    wie schaut es denn mit prophylaxen aus?
    achtest du auf einen regelmäßigen schlaf-wachrhythmus und regelmäßige essenzeiten? Ißt du abends vorm zubettgehen *gute* kohlehydrate?
    nimmst du magnesium, vitamin b2 und q10?
    bewegst du dich ausreichend, auch an der frischen luft?
    kennst du enstpannungsverfahren.
    kennst du deine trigger?
    führst du ein schmerztagebuch?
    ohjee, nun habe ich dich aber mit fragen bombadiert….
    schau dich erst einmal in ruhe um… hier sind viele mit ähnlichem verlauf….
    es ist wirklich gut, dass du nur alle 8 bis 12 wochen betroffen bist. so hast du wenigsten erholungsphasen….
    lg
    doro

  • Profilbild von paula paula sagte vor 12 Monaten:

    Hallo Claudia, auch ich kenne dieses mit RTW in Krankenhaus wegen Kopfschmerzen
    wünsche Dir weiterhin viel Kraft, hast du schon dich angemeldet in Kieler Klinik oder hast du schon eine Antwort wegen Termin bekommen

  • Profilbild von Claudia Popp Claudia Popp sagte vor 12 Monaten:

    Hallo zusammen,
    danke für die vielen Rückmeldungen. Ja aus dem Ruder läuft es schon irgendwie, aber erst seit letztem Jahr. Vorher hatte ich das eigentlich gut im Griff mit dem Imigran inject. Nur wirken Triptane bei mir jetzt nicht mehr. Einen MÜK kann ich eigentlich nicht haben, da ich ja nur alle 8 bis 12 Wochen auf 3 bis höchstens 7 Schmerzmitteltage komme und ich ja außerhalb der Attacken auch gar keine Kopfschmerzen habe. Ich nehm ja außerhalb der Attacken überhaupt keine Schmerzmittel. Daran kanns, denke ich nicht liegen. Propanolol und Metoprolol (Beta Blocker) als Prophylaxe kann ich nicht nehmen, da ich allergisch gegen die Wirkstoffe bin. Ich nehme seit einem Jahr Migravent 3 Kapseln morgens und 3 Kapseln abends. Hab aber nicht den Eindruck, dass es bis jetzt was geholfen hat.

    @Bettina: Wirkten tun die Akutmedikamente schon, aber wenn ich es nicht als Infusion bekomme, dauert es halt umso länger. Mit den Infusionen war es dann nach ein paar Stunden besser, hat aber insgesamt immer so 3 Tage gedauert, bis ich komplett aus dem Status raus war. Ich glaub nicht, dass mir ein Konzept fehlt. Die Richtlinie ist, im Moment jedenfalls, in Rücksprache mit meinem Arzt, dass ich wenns kommt erst MCP und dann 1g Novalgin plus 500mg Aspirin nehme und dann sehe, ob es besser wird. Und wenns nochmal zurückkommt, dann halt das Gleiche nochmal. Wenns dann so schlimm kommt wie beim letzten Mal habe ich jetzt für den Notfall 5mg Diazepam (ist unkonventionell sagt mein Arzt, aber es soll funktionieren). Aber wenns mir so dreckig geht, wie letztes Mal, dann ist mir lieber er kommt vorbei und bringt mich in die Klinik (Diazepam hin oder her). Das Vomex mit dem Morphium hat wenigstens insoweit geholfen, dass die schlimmsten Schmerzen weg waren. Ich bin ja kein RTW und Notaufnahme Freak, aber bevor ich dann dreimal aus dem Bett ins Auto zur Praxis und zurück muss nur wegen den Schmerzmittelinfusionen (weil zu Hause geht das nicht immer, er hat ja auch noch andere Patienten) ist es mir lieber, er fährt mich in die Klinik.

    @Doro: ja ich hab einen regelmäßigen schlaf-wach-rhytmus (22 Uhr ins Bett und 5.30 Uhr raus) und auch regelmäßige Essenszeiten. Auch autogenes training mache ich regelmäßig. Schmerztagebuch führe ich im Moment keines, da die Attacken ja nur 4 bis 6 mal im Jahr sind. Ich weiß nicht, ob das dann recht viel Sinn macht. Ich hab lange Tagebuch geführt, was dazu geführt hat, dass sich herausgestellt hat, dass ich keine Trigger habe. So blöd wie es klingt, aber bei mir liegts weder am Wetter noch an den Hormonen, noch an Lebensmitteln oder sonst was. Es kommt einfach wie aus heiterem Himmel und geht dann auch innerhalb von 5 – 10 Minuten von 0 auf 100% Schmerz. Das ist ja das Schlimme.

    @Paula: Kiel ist von mir aus viel zu weit weg. Ich wohne im tiefsten Oberbayern. Aber wir haben eine fabelhafte Schmerzklinik in Tutzing und dort habe ich mich schon angemeldet. Den Schmerzfragebogen und die Befunde habe ich schon hingeschickt und warte nun auf einen ersten Termin dort. Ich hoffe, dass die mir dort wenigstens weiterhelfen können.

    Grüße
    Claudia

  • Profilbild von Doro Doro sagte vor 12 Monaten:

    halllo claudia,
    das liest sich sehr seltsam. keine trigger…. die migräne kommt, so denke ich, bei vielen von uns aus heiterem himmel. deine schmerzintensität scheint ja wirklich enorm, dass du dich dann sicherer in der klinik fühlst, kann ich gut verstehen.
    ich drücke dir ganz fest die daumen für die schmerzklinik. ich bin mir immer noch ganz sicher, dass es auch für dich eine *erfolgreiches* behandlungskonzept gibt….. :-)
    lg
    doro

  • Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin Bettina Frank – Moderatorin sagte vor 12 Monaten:

    Liebe Claudia,

    na gut, Du hast doch ein Konzept. ;) Hatte sich vorher etwas anders gelesen. Diazepam ist eigentlich nicht so unkonventionell, wird hier immer wieder eingesetzt, um die Nerven ein wenig runterfahren zu können. Wobei 5 mg sehr niedrig dosiert sind, ich nehme meist 10 mg. Hatte denn Imigran Inject gar nicht mehr geholfen? Vielleicht versuchst Du es nochmal, eventuell auch in Kombination mit Naproxen (NSAR) und Vomex.

    Ein Schmerztagebuch würde ich an Deiner Stelle trotzdem wieder führen. Auch in der Klinik ist man sehr daran interessiert. Vielleicht reagierst Du auf Stress ganz allgemein und es fällt Dir gar nicht auf? Extra Notizen in Deinem Kalender könnten eventuellen Triggern vielleicht doch auf die Spur kommen.

    Dass Du in eine Schmerzklinik gehst, ist eine gute Idee. Ich wünsche Dir jetzt schon eine schnelle Aufnahme.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild von Claudia Popp Claudia Popp sagte vor 12 Monaten:

    Hallo Bettina,

    war ja auch nicht böse von dir gemeint mit dem Konzeptlos :-) Ich habe von Juni bis November dreimal das Imigran inject versucht, aber es hat gar nichts mehr gebracht. MCP hab ich sowieso immer genommen, weil mir extrem übel ist wenn ich Migräne habe. Rizatriptan und Naratriptan hatte ich vorher, das habe ich nicht vertragen Zusätzlich habe ich jetzt im Mai noch Zolmitriptan versucht, weil mein Neuro meinte, es wirkt etwas anders als die anderen. Hat aber leider auch nichts gebracht. Stress hab ich eigentlich keinen. Ich hab einen absoluten Relaxjob mit Traumarbeitskollegen und nem tollen Chef. Wir sind nur zu sechst im Büro. Zu Hause ist auch alles im Lot. Klingt vielleicht komisch, aber es ist alles genau so wie es sein soll. Beruflich, Familiär und finanziell. Vielleicht hab ich zuviel Glücksstress :-)
    Gruß Claudia

  • Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin Bettina Frank – Moderatorin sagte vor 12 Monaten:

    Glücksstress ist gut. :)

    Es gibt 7 Triptane, bitte versuche sie alle! Jedes Triptan wirkt anders und es kann sein, dass nur ein einziges für Dich gut ist.

    Dann kann man noch variieren, indem man verschiedene Antiemetika versucht und NSARs zur Wirkverstärkung und Verlängerung. So schade, dass Imigran Inject nicht mehr wirkt. Das ist immer meine Feuerwehr und ich würde nicht auf sie verzichten können.

    Ich wünsche Dir sehr, dass Du eine passende Attackenmedikation findest, denn eine Prophylaxe macht ja nicht so viel Sinn bei den eher seltenen Attacken.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild von Happy Happy sagte vor 12 Monaten:

    Ihr werdet vielleicht lachen, aber bei mir lösen starke Glücksgefühle auch starke Migräne aus! Ich scheine auf Emotionen generell zu reagieren… egal, in welche Richtung die gehen.

    Liebe Grüße
    Christiane

  • Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin Bettina Frank – Moderatorin sagte vor 12 Monaten:

    Das ist ein üblicher und allgemein bekannter Trigger, liebe Christiane. ;)

  • Profilbild von Happy Happy sagte vor 12 Monaten:

    ja klar, liebe Bettina :-) , hatten wir uns ja auch schon öfter drüber ausgetauscht. Es viel mir nur nochmal dazu ein, weil sie “Glücksstress” schrieb…

  • Profilbild von Claudia Popp Claudia Popp sagte vor 11 Monaten, 2 Wochen:

    Hallo zusammen,

    am Mittwoch hab ich mein Schreiben vom Schmerzzentrum Tutzing bekommen. Am 03.07. habe ich einen Termin dort. Von 8.45 Uhr bis um 14 Uhr habe ich verschiedene Termine beim Chefarzt des Schmerzzentrum, einem Anästhesisten, einem Psychotherapeuten und eine Physiotherapeuten. Ich bin ja mal gespannt, ob wir da auf einen grünen Zweig kommen bezüglich der Medikation, damit ich nicht jedesmal so lange mit den starken Schmerzen zu kämpfen habe.

    Gruß
    Claudia

  • Profilbild von Doro Doro sagte vor 11 Monaten, 2 Wochen:

    hallo claudia,
    das freut mich für dich :-D
    dann kann es ja bald losgehen….
    ich drücke dir ganz fest die daumen, dass du vor ort an entsprechende experten gerätst.
    lg
    doro

  • Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin Bettina Frank – Moderatorin sagte vor 11 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe Claudia,

    wie schön, dass Du jetzt den Termin hast. Ich wünsche Dir von Herzen, dass man ein Akutmedikament für Dich finden kann, denn so kann das nicht mehr weitergehen.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

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