Mein persönlicher Schmerzverlauf

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Neu hier mit Kopfschmerzen – Sini05

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 57)
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  • Sini05
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    Beitragsanzahl: 30

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und möchte mich hier ein bisschen vorstellen.

    Ich bin weiblich und Anfang 30. Seit einigen Jahren leide ich zunehmend mehr und heftiger unter Kopfschmerzen. Leider liegt das bei mir irgendwie in der Familie. Schon meine Oma litt darunter und auch mein Vater hat häufig Kopfschmerzen. Lange habe ich es einfach so hingenommen und mich irgendwie durchgequält. Aber mit den Jahren wurde es zunehmend heftiger und die Kopfschmerzen traten häufiger auf und dauerten teilweise 3 Tage am Stück an. Immer begleitet von Übelkeit (zum Glück ohne Erbrechen), Licht- und Lärmempfindlichkeit. Bei der Arbeit war die Konzentration hinüber und es passierten mir an diesen Tagen mehr Fehler und sogar ein Verkehrsunfall mit zum Glück nur nem platten Reifen. Die üblichen Schmerzmittel wirkten sie gut wie gar nicht. NSAR vertrage ich nicht mehr und Novalgin wirkt überhaupt nicht dagegen und Paracetamol auch nur bedingt. Also beschloss ich irgendwann zum Arzt zu gehen. Dieser überwies mich zum Neurologen. EEG und MRT vom Schädel ergaben keine Auffälligkeiten. Da meine Kopfschmerzen eher migräneuntypisch beidseitig auftreten, wurde erstmal auf Spannungskopfschmerz diagnostiziert. Dazu passen allerdings die Begleiterscheinungen nicht. Einige Jahre später tippte ein anderer Hausarzt auf Migräne und verschrieb testweise Rizatriptan. Diese wirken ja wohl nur bei richtigen Migränekopfschmerzen. Ich probierte es also bei der nächsten Attacke aus und die Kopfschmerzen verschwanden tatsächlich innerhalb einer halben Stunde. Also liegt es nahe, dass ich unter Migräne leide.

    So einige Trigger hab ich für mich auch schon herausgefunden. Zyklus, Wetterumschwünge (vor allem schwüles Wetter) und lange, anstrengende Arbeitstage mit hoher visueller und akustischer Belastung oder in muffeligen Räumen.

    Momentan komme ich mit der Kopfschmerzhäufigkeit noch einigermaßen zurecht. Einmal im Monat ist zyklusabhängig schonmal vorprogrammiert und dann auch gleich mindestens 3 Tage am Stück. Und dann meist noch 1-2x im Monat, manchmal bleibt es aber auch bei dem einen Mal. Zu gebrauchen bin ich in der Zeit zu nix mehr. Manchmal hab ich auch Gleichgewichts-, Koordinations- und Sprachstörungen die ersten Stunden der Attacke, begleitet von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit.

    Das Rizatriptan wirkt dann zwar schnell, aber wenn ich Pech habe kommen die ganzen Beschwerden nach ca. 6 Stunden zurück, wenn die Wirkung nachlässt. Da meine Attacken über 3 Tage gehen, schiebe ich die Einnahme immer raus, weil ich sonst zu oft und zu viel davon nehmen müsste. So ganz optimal hab ich das also noch nicht im Griff. Ich nehm auch erst seit einem Jahr Rizatriptan. Wahrscheinlich sollte ich das nochmal mit einem Neurologen oder Schmerztherapeuten besprechen.

    So, jetzt ist es aber ganz schön lang geworden. Ich werde mich die nächsten Tage hier mal ein bisschen einlesen. Euch wünsche ich noch ein schönes Restwochenende.

    LG

    Sini

    kris
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 211

    Hallo Sini,

    herzlich willkommen im Headbook.

    Die Begleiterscheinungen sind ja leider bei Migräne typisch. Wenn die Wirkung des Triptans nachlässt, kannst du die Wirkung mit Naxoproxen verlängern.Das die Untersuchungen EEG und CT bei Migräne keinen Befund bringen sollte dich nicht erschüttern. Das geht vielen hier so. Mit dem Verkehrsunfall hattest du ja Glück, auch wenn es ärgerlich ist. Wichtig ist die 10/20 Regel. Deshalb brauchst du keine Angst zu haben an einem Tag zuviel einzunehmen. Je länger du die Einnahme hinauszögerst umso schlimmer wird es. Bespreche das noch mal mit deinem Arzt.

    Lese dich in der Sidebar über das Thema Migräne ein und vll. hast du das Buch von Prof. Göbel schon? Es ist wirklich für jeden Migräniker zu empfehlen.

    Ich wünsche dir ein hoffentlich schmerzfreies Restwochenende.

    Alles Gute

    kris

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Liebe Sini,

    da du ja zum Glück nicht allzu häufig Migräne hast, kannst du eigentlich großzügig mit Triptanen behandeln. Es gibt für dich keinen Grund, dich unnötig zu quälen, denn von der empfohlenen 10-Tage-Schmerzmitteleinnahme-Grenze bleibst du doch immer noch gut entfernt. Und es zählen ja nur die Einnahmetage, nicht die Anzahl der einzelnen Tabletten, also kannst du auch am selben Tag ein zweites Triptan nachlegen.

    Wie lange ein Triptan wirkt, hängt immer auch von der Halbwertszeit des jeweiligen Triptans ab. Du könntest auch mal ein länger wirkendes Triptan ausprobieren. Allerdings ist es bei manchen Triptanen so, z.B. beim Frovatriptan, das von allen Triptanen die längste Wirkungsdauer hat, dass der Wirkung erst nach mehreren Stunden eintritt. Wenn sich eine Attacke schnell entwickelt, ist das weniger geeignet.

    Die normalen Schmerzmittel wie du sie aufführst, wirken bei vielen Migränepatienten überhaupt nicht, wenn man sie alleine nimmt. In Kombination mit einem Triptan können sie allerdings die Wirkstärke und/oder die Wirkdauer des Triptans verbessern. Wenn du die NSAR gar nicht mehr verträgst (wie äußert sich das?), kommt für dich das hier häufig empfohlene Naproxen mit seiner langen Wirkdauer leider auch nicht in Frage.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Willkommen bei uns, liebe Sini. 🙂

    Versuche doch mal ein länger wirkendes Triptan. Eletriptan z. B. wirkt lange und stark, das könnte vielleicht eine Alternative sein.

    Mich würde auch interessieren, inwiefern Du NSARs wie u. a. auch Naproxen nicht verträgst. Hast Du eine bestätigte Allergie?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo zusammen,

    und erstmal vielen Dank für die nette Begrüßung und Aufnahme hier im Headbook.

    Das Problem mit dem Rizatriptan ist, dass man davon nur höchstens 3 Tabletten im Monat nehmen sollte. Das wäre bei mir bei einer 3-tägigen Migräneattacke schon aufgebraucht. Vielleicht sollte ich da beim Arzt mal nach einem anderen Triptan fragen. Das Rizatriptan vertrage ich halt echt ganz gut und merke eigentlich gar keine Nebenwirkungen (oder ich empfinde sie für mich subjektiv so nichtig im Vergleich zu den Begleiterscheinungen und Kopfschmerzen einer Migräneattacke).

    Zu der NSAR-Unverträglichkeit: Nein, es ist keine Allergie, es ist eine Unverträglichkeit. Ich habe eine chemisch-reaktive Gastritis, die bei Einnahme von NSAR jedesmal wieder aufflammt, da sie von diesen Substanzen ausgelöst wird. Da helfen auch keine „Magenschutztabletten“ wie Pantoprazol oder Omeprazol dagegen, dem vorzubeugen. Je nach konkretem Wirkstoff der NSAR reicht bereits eine einmalige Tablette und ich hab wieder mind. eine Woche lang mit einer Gastritis zu kämpfen. Daher darf ich die nicht mehr nehmen, weil das jedesmal sofort eine Gastritis auslöst.

    LG

    Sini

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  Sini05.
    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 295

    Hallo Sini,

    wer hat das mit den 3 Tabletten im Monat gesagt?
    Ich nehme auch Maxalt lingua und davon habe ich noch nie was gehört.
    Ich kenne nur die 10/20 Regel unter die Rizatriptan selbstverständlich auch fällt aber sonst wüsste ich da von keiner Besonderheit.

    LG Anna

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  Anna.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  Anna.
    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo Anna,

    das hat mir mein Hausarzt so gesagt. Und in der Packung sind auch nur 3 oder in der großen Packung 6 Tabletten drin. Im Beipackzettel stand das auch so drin. Ich hatte aber auch nie die von Maxalt, sondern irgendwelche Generika. Und es waren immer die 10mg. Vllt. hängt es auch damit zusammen? Anfangs hatte ich immer die Schmelztabletten und jetzt normale Tabletten. Ich finde, die Schmelztabletten haben schneller gewirkt. Aber ich muss mir eh ein neues Rezept holen, weil die mir wieder ausgegangen sind. Dann frag ich nochmal nach.

    LG

    Sini

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 295

    Hallo Sini,

    bei mir sind 18 drin und man kann ja schon bei einer Attacke 2 Stück nehmen.

    LG Anna

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  Anna.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Liebe Sini,

    kannst du mir bitte mal per PN die Firma nennen, bei der das auf dem Beipackzettel steht, dass man nicht mehr als 3 Tabletten pro Monat nehmen sollte? Es interessiert mich wirklich.
    Ich habe zwei verschiedene Beipackzettel von Rizatriptan im Internet gelesen, da stand davon nichts. Jedoch die Info, dass man ein zweites Triptan nehmen kann, wenn nötig, allerdings mit einem Mindestabstand von 2 Stunden.
    In deinem Fall würde ich auf jeden Fall bei diesem Triptan bleiben, wenn du so gute und schnelle Wirkung bei so geringer Nebenwirkung hast.

    Klar, dass du die Hände von den NSAR lässt, wenn es solche Konsequenzen nach sich zieht. Medis sollen ja helfen und nicht mehr Probleme auslösen.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Sini,

    Das Problem mit dem Rizatriptan ist, dass man davon nur höchstens 3 Tabletten im Monat nehmen sollte.

    Das stimmt so einfach nicht und in keiner Packungsbeilage steht drin, dass man nur drei davon im Monat nehmen sollte. 😉 Weder beim Originalprodukt, noch bei Generika. 🙂 Also entspanne wieder und halte einfach die 10 „erlaubten“ Behandlungstage ein.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo zusammen,

    mein Hausarzt hat mir das mit mahnenden Worten gesagt. Ich meine auch, es irgendwo mal gelesen zu haben. Nur finde ich es leider auch grad nirgends mehr und im letzten meiner Beipackzettel konnte ich auch nichts zu finden. Hm, muss ich beim Hausarzt das nächste Mal nochmal nachhaken. Ich brauche ja eh wieder Nachschub. Und die Zeit finde ich immer total blöd, weil ich grad immer hoffen und beten muss, bis zu meinem nächsten Arzttermin jetzt bloß keine Migräneattacke zu bekommen, weil ich keine Triptane mehr zu Hause habe. Das momentane Wetter trägt da nicht unbedingt zur Sicherheit bei. Wenn’s so schwül-warm ist, bekomme ich doch eher mal Migräne.

    Wahrscheinlich sollte ich das aber dennoch nochmal bei einem Neurologen abklären lassen. Vielleicht kennt der sich da doch nochmal ein bisschen besser aus als mein Hausarzt.

    LG

    Sini

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Sini,

    Du findest es nicht, weil es nirgends steht. 😉 Ich kenne mich aus und stünde es wo, dann wüsste ich das. 🙂 Eventuell meinte er ja, dass man nicht mehr als drei hintereinander nehmen sollte? Diese Regel gabs nämlich früher mal, ist aber überholt. Hausärzte sind auch nicht immer so fit in Kopfschmerzfragen und das müssen sie auch nicht sein.
    Sie haben genug andere Themen, daher gibts ja auch Fachärzte. Geh doch mal zum Neurologen, der hat zudem auch ein höheres Budget für die teuren Verschreibungen.

    Teste doch auch mal die beiden freiverkäuflichen Triptane, das nimmt Dir den Stress.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo zusammen,

    habe nun glücklicherweise wieder Triptannachschub. Und prompt ereilte mich bei dem drückend-schwülen Wetter eine nette Migräneattacke. Gut, dass ich rechtzeitig Nachschub bekommen habe. Dann noch ein bisschen hinlegen und ein warmes Kirschkernkissen in den Nacken und jetzt geht’s wieder einigermaßen. Ist es eigentlich typisch für Migräne, dass man zusätzlich zu den Kopfschmerzen auch noch Nackenschmerzen bekommt? Da hilft mir glücklicherweise Wärme ganz gut.

    Dem Apotheker war übrigens auch nichts bekannt, dass man von dem Rizatriptan nur 3 im Monat nehmen dürfe. Meine Hausärztin war mit der Frage etwas überfordert (war eine andere Ärztin in der Praxis als der, der mir das damals gesagt hatte). Ich halte mich jetzt also mal an die 10er Regel, weil sonst komm ich mit den Triptanen nicht über die Runden, wenn ich nur 3 davon im Monat nehmen dürfte. Mit 10 sollte ich hoffentlich hinkommen.

    LG

    Sini

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Hallo Sini,

    Ist es eigentlich typisch für Migräne, dass man zusätzlich zu den Kopfschmerzen auch noch Nackenschmerzen bekommt? Da hilft mir glücklicherweise Wärme ganz gut.

    Ja, ja und noch mal ja. 🙂 Das gehört zusammen, tritt praktisch immer gleichzeitig auf und sollte mit gut wirkendem Triptan auch wieder verschwinden.

    Halte die 10er-Regel ein, damit kann man eigentlich gut leben.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo zusammen,

    also toitoitoi, momentan hält sich meine Migräne echt gut zurück. Und das, obwohl ich seit 5 weichen wieder arbeite, ziemlich viel Stress habe, viele Reize und wenig Schlaf. Ich hoffe, das geht noch eine Weile so gut. Die letzten Attacken waren nicht so intensiv vom Kopfschmerz und den Begleiterscheinungen her. Ich nehm aktuell allerdings auch wieder Magnesium hochdosiert und Vitamin-B-Komplex. Vielleicht hilft das doch ein bisschen was. Zum Glück brauch ich wegen meiner anderen gesundheitlichen Baustelle aktuell auch keine Schmerzmittel mehr.

    Ich versuche immer, so wenig Medikamente wie möglich zu nehmen. Grad bei den Triptanen hab ich das Gefühl, wenn man die zu häufig nimmt, bekommt man auch öfters Attacken. Daher versuche ich, damit möglichst sparsam zu sein und sie nur zu nehmen, wenn’s wirklich mal wieder ganz heftig ist.

    LG

    Sini

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Hallo Sini,

    Daher versuche ich, damit möglichst sparsam zu sein und sie nur zu nehmen, wenn’s wirklich mal wieder ganz heftig ist.

    Das ist auch richtig so, versuchen ja die meisten von uns. Aber schön, dass es Dir grad so gut geht. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    So, jetzt hatte es mich dann doch noch erwischt leider. Zyklusmäßig plus Wetterumschwung plus viel Arbeit mit wenig Essen und wenig Schlaf haben nun doch eine zweitägige böse Migräneattacke ausgelöst. Blöderweise hatte ich am ersten Tag bei der Arbeit meine Triptantabletten nicht dabei und musste mich leider ohne durchquälen bis ich spät abends endlich heimkam. Das war echt böse. Ich konnte kaum was essen, weil mir so dermaßen übel dazu war. Die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos stachen regelrecht in meinem Kopf. Nachdem ich abends das Rizatriptan genommen hatte, konnte ich wenigstens schlafen. Nur leider kamen die Schmerzen am nächsten Morgen wieder zurück. Vormittags hab ich mich noch ohne durchgequält. Auch hinlegen brachte nichts, weshalb ich mich gegen Nachmittag entschied, doch wieder ein Rizatriptan zu nehmen, damit ich weiterarbeiten konnte. Ich war dann zwar etwas müde, aber es ging damit dann einigermaßen. Am nächsten Tag hatte ich dann zwar endlich keine Kopfschmerzen mehr, dafür war ich körperlich übelst erschöpft und hatte kaum Kraft. Ist das eigentlich auch normal bei Migräne, dass man nach den Attacken erstmal übelst erschöpft ist?

    Mich nervt an meinen Migräneattacken am meisten, dass die immer 2-3 Tage gehen und selbst wenn man Triptane nimmt, hat man nur ein paar Stunden Ruhe und dann kommt alles in voller Fahrt wieder zurück. Beim Arbeiten ist sowas echt blöd und ich kann in meinem Job leider dann nicht einfach nach Hause gehen und mich hinlegen, sondern ich muss durchhalten und bei der Sache sein. Das ist für mich in solchen Momenten echt schwierig. Es ist jedesmal eine extreme Gratwanderung. Mein Job ist nicht ideal für meine Migräne. Aber welcher Job ist das schon?

    LG

    Sini

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Sini05.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4299

    Liebe Sini,

    natürlich ist es richtig so wenig wie möglich an Medikamenten einzunehmen. Gut, dass du darauf achtest.

    Zu einer guten Attackentherapie gehören aber auch die richtigen Medikamente zur richtigen Zeit einzusetzen. Das mag einem im Moment mehr an Medi´s vorkommen. Aber wenn man dadurch eine Migräneattacke wirklich stoppen kann, dann rechnet sich die Vorgehensweise.

    Mir stellt sich die Frage, wenn du immer lang anhaltende Attacken hast, ob du das richtige Triptan dafür einnimmst. Hast du mal unter Migräne Wissen geschaut, welches Triptan für dich wohl am besten geeignet ist?

    Ggf. kannst du die Wirkzeit mit einer zusätzlichen Naproxen verlängern. Wenn die Attacken so lang sind, versuche gleich zu Beginn des Anfalls zu dem Triptan eine Naproxen zu nehmen. Das kann die Attacke schnell stoppen und die Wirkung hält länger an. Ich kann dadurch oft eine ganze Medieinnahme einsparen. Weißt du, dass es bei der 10/20 iger um Einnahmetage, und nicht um einzelne Tabletten geht?

    Lieber Gruß
    Sternchen

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4299

    Achso, jaaa, es ist total normal, dass man nach einer Attacke völlig erschöpft ist.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Meine Attacken dauern auch 2-3 Tage und nach schweren Attacken bin ich völlig platt. Was ich dann immer wieder meiner Familie beibringen muss, die denkt, dass ich – jetzt doch wieder schmerzfrei – sofort fröhlich durch die Gegend hüpfen müsste wie ein junges Reh. 😀

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo ihr beiden,

    und vielen Dank erstmal für eure Antworten.

    Ob Rizatriptan tatsächlich das optimale Triptan für mich ist, kann ich nicht beurteilen, da ich bislang noch kein anderes ausprobiert habe. Es wirkt eben relativ schnell und eigentlich auch zuverlässig und gut, aber eben nur 6-8 Stunden lang und dann kehrt die Migräne zurück. Naproxen darf ich leider nicht nehmen, da ich eine allgemeine NSAR-Unverträglichkeit habe (bekomme davon sofort Gastritis). Daher fällt das flach. Und Tilidin, Paracetamol und Novalgin wirken bei mir nicht gegen Kopfschmerzen. Daher bleiben mir da leider nicht allzu viele Alternativen. Ich kann es ja mal mit den frei verkäuflichen länger wirksamen Triptanen versuchen, befürchte allerdings, dass diese nicht stark genug wirken. Ich nehme nur bei relativ starken Attacken Medikamente. Die leichteren schaffe ich meist so durchzustehen.

    Wenn ich eure Schmerzverläufe so lese, kann ich mich ja noch relativ glücklich schätzen, da ich nicht so arg häufig Migräneattacken habe. Einmal im Monat meine obligatorischen 2-3 Tage und dann vielleicht nochmal 2-3 Tage, mehr ist das bislang zum Glück nicht. Ich hoffe nur auch, dass sich das nicht weiter verschlimmert. Wenn ich hier so lese, dass es bei vielen jahrelang auch noch verhältnismäßig erträglich und nur wenige Tage waren und es sich dann auf chronische Migräne mit kaum schmerzfreien Tagen ausgeweitet hat, mache ich mir doch Sorgen, dass es bei mir auch noch schlimmer wird.

    LG

    Sini

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Liebe Sini,

    wie schön für dich, dass sich deine Attackenanzahl zum Glück in Grenzen hält. Dein ganz großer Vorteil ist, dass du hier umfassend über alle Möglichkeiten des Gegensteuerns informiert wirst. Du bekommst sozusagen alle Werkzeuge in die Hand, die du einsetzen kannst, um es gar nicht erst schlimm werden zu lassen.

    Viele von uns heute schwer Betroffenen wussten früher zu wenig über Migräne und die ganzen Mechanismen, die diese Erkrankung begünstigen bzw. unterhalten können. Wir können das Rad leider nicht zurückdrehen und Vermutungen, wie alles – vielleicht – anders gekommen wäre, hätte man früher dies oder jenes anders gemacht, bringen nichts.

    Prof. Göbel betont immer wieder, wie wichtig vorbeugende Maßnahmen sind. Triptane sind nur der Feuerlöscher, doch wir sollten versuchen, es gar nicht erst zum Brand kommen zu lassen.

    Wir Migräneköpfe haben eine neurologische Erkrankung, wir verarbeiten Reize anders. Mit diesem Wissen können wir mit den Dingen, auf die wir besonders empfindlich reagieren, die uns stressen, anders umgehen. Manches kann man vermeiden (ich z.B. reagiere stark auf Lärm und würde nie freiwillig zu einem lauten Konzert gehen), manches kann man umgestalten (man besucht die extrem stressige Schwiegermutter nur noch einmal im Monat, nicht mehr jede Woche 😉 – ist jetzt humorvoll gemeint, das weiß hier hoffentlich jeder), manches kann man definitiv nicht ändern, doch immer noch die innere Einstellung dazu.

    Und dann gibt es ja die vielen guten Tipps zur Regelmäßigkeit im Leben, Erholungspausen einplanen, Ausdauersport, Entspannung, eine ausgewogene, gesunde Ernährung, Magnesium, usw.

    Und du solltest wissen, dass hier oft nur Patienten schreiben, die aktuell Nöte und Fragen haben. All diejenigen, bei denen die Migräne besser wurde oder sogar verschwunden ist, melden sich hier gar nicht erst nicht oder nicht mehr. Von daher kann leicht ein falsches Bild entstehen. Ich wünsche dir da viel Gelassenheit, mit all dem vielen Wissen über Migräne und dem Umsetzen in die Praxis den Dingen ihren Lauf zu lassen und dir heute keine Sorgen um die Zukunft zu machen. Das wäre schade um dein gutes Heute – genieße es!

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 4 Wochen von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 4 Wochen von  heika.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Und was das Triptan betrifft, muss man immer abwägen, auf was man besonderen Wert legt: lange Wirkung, schneller Wirkungseintritt, starke Wirkung? Danach sucht man das für sich passende Triptan.

    Mein Allegro (Frovatriptan) hilft mir sehr gut bei meinen 2-3-tägigen Attacken, oft brauche ich nur eine einzige Tablette, habe also nur einen einzigen Einnahmetag. Das entspannt meine Statistik 😉 .
    Allerdings braucht es 2-3 Stunden, bis es wirkt. Bei mir ist das kein Problem, weil sich meine Attacken langsam aufbauen. Geht das jedoch schnell und ist zudem schnell mit Erbrechen verbunden, ist es weniger geeignet, weil man die Tablette ja erst mal überhaupt bei sich behalten muss.

    Da es ein sanftes Triptan ist, also nicht so stark wirkt, muss ich mich auch körperlich sehr schonen, sonst kommt der Schmerz wieder durch. Dafür sind auch die Nebenwirkungen deutlich schwächer als bei den anderen Triptanen, die ich schon getestet habe.

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3906

    Liebe Sini,
    mit all diesen wertvollen Tipps von Heika im Gepäck solltest du dir nun keine Sorgen mehr machen über eine eventuelle Verschlechterung.
    Bleib bei dem, was JETZT ist.
    Während wir uns hier um das Management der Migräne mit den vorhandenen Mitteln kümmern, ist die Forschung mit Hochdruck dabei, weitere Erkenntnisse zu erlangen und passende Medikamente zu entwickeln.
    Wer weiß schon, was uns in Zukunft zur Verfügung steht!
    Meine Großmutter und meine Mutter hatten nicht einmal Triptane und nun gibt es mittlerweile mehrere verschieden davon.
    Für uns tut sich jetzt das weiter Feld der vorbeugenden Impfung auf und diese Mittel werden im Laufe der Zeit verbessert und erweitert, so dass man vielleicht auch da eines Tages für die verschiedenen Typen unterschiedlich Varianten haben wird.
    Da wir das jetzt alles noch gar nicht wissen , sind Sorgen über spätere Migräneverschlechterungen nur Energieräuber und keine Hilfe.

    Ich wünsche dir viel Zuversicht!
    Liebe Grüße
    alchemilla.

    Kiaora
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 45

    Liebe Alchemilla,

    an dieser Stelle „muss“ ich mich einfach in euer Gespräch einmischen und mich – als Mitleserin – für Deinen Beitrag bedanken. Damit hast du mir sozusagen „nebenbei“ gerade sehr geholfen! 🙂

    Danke!
    Kiaora

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo zusammen,

    ich habe mal eine allgemeine Frage: wenn man wegen anderer gesundheitlicher Probleme Schmerzmittel einnehmen muss (in meinem Fall hin und wieder Novalgin oder Paracetamol), muss man das dann auch zu der 10/20 Regel dazuzählen, weil Schmerzmittel an sich ja auch Kopfschmerzen triggern können, wenn man diese längerfristig oder häufig nimmt? Oder zählen da nur die Medikamenteneinnahmen, die man speziell während einer Migräneattacke einnimmt?

    LG

    Sini

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 458

    Liebe Sini,

    leider zählen (natürlich) alle Tage an denen man Schmerzmittel einnimmt. Wogegen auch immer.

    Wenn Du also zum Beispiel an 12 Tagen im Monat Ibuprofen gegen Deine Kniebeschwerden einnimmst und an 3 Tagen Triptane, dann kommst Du in dem Monat auf 15 Tage, die für die 10er Regel gelten.

    Grüße
    glückdererde

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Liebe Sini,

    dieses „hin und wieder“ lässt auf ein dauerhaftes gesundheitliches Problem schließen oder auf mehrere. Da musst du wirklich die 10er-Regel im Auge behalten, wie glückdererde das gut erklärt hat.

    Wenn man ein einmaliges Ereignis hat, z.B. eine OP und danach dringend Schmerzmittel braucht, würde ich diesen Monat als „Ausreißermonat“ betrachten und die OP-Schmerzen entsprechend ausreichend behandeln. Solche besonderen Ereignisse und Behandlungen sind vorrangig vor einer möglichen MÜK-Gefahr.

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Sini,

    dass alle Schmerzmittel in die 10/20-Regel zählen, wurde bereits erklärt.

    (in meinem Fall hin und wieder Novalgin oder Paracetamol),

    Wofür nimmst Du denn regelmäßig diese Medikamente? Eventuell könnte man z. B. statt Paracetamol, das nur schwach gegen Schmerzen wirkt, gegen ein anderes effektiveres Medikament austauschen? Achte darauf, hier wirklich bestens beraten und betreut zu sein, um unnötige Medikation einsparen zu können.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 30

    Hallo zusammen,

    au weia, dann wird es leider oftmals knapp, die 10/20 Regel einzuhalten. Ich habe nach einer OP monatelang Novalgin geschluckt, bis meine Hausärztin irgendwann mal Erbarmen hatte, da ich trotzdem noch starke Schmerzen hatte und hat mir vorübergehend Tilidin verschrieben. Dann wurde es endlich besser und ich konnte die Schmerzmittel ganz absetzen.

    Einmal im Monat benötige ich wegen starker Menstruationsbrschwerden Paracetamol plus Buscopan. Das die ersten 1-2 Tage, dann ist es gut. Aktuell habe ich das Problem von massiven Rücken-, Nacken- und Gliederschmerzen zum einen durch einen Infekt bedingt, zum anderen als Folge meiner Arbeit. D.h. ohne Schmerzmittel ist gerade nicht an Schlaf zu denken. Und solche blöden Situationen kommen leider häufiger vor, dass ich starke Rücken-, Knie- oder Hüftschmerzen bekomme. Und seit ich wieder arbeite ist es wieder richtig schlimm geworden. Die Belastung gerade für den Rücken und den Nacken sind schon enorm. Lange werde ich das so wohl nicht durchhalten. Vor allem, da ich gerade trotz Infekt arbeiten muss, weil sonst keiner da ist, der meine Arbeit übernehmen könnte und das ist gerade ohnehin viel.

    LG

    Sini

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 2 Wochen von  Sini05.
Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 57)

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