Neu hier – Denkpositiv

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  • Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27484

    Liebe Denkpositiv,

    schön, wieder mal von Dir zu hören und dann noch mit so wundervollen Nachrichten. 🙂 Ganz herzlichen Glückwunsch zur Zwillingsomi! 😀

    Und als Extra für die frischgebackene Omi gibts auch einen Linkservice zur Migräneimpfung. http://www.headbook.me/groups/termine-veroeffentlichungen-berichte/forum/topic/cgrp-impfung-gegen-migraene/page/3/

    Und die Sendung von Volle Kanne: http://www.headbook.me/groups/termine-veroeffentlichungen-berichte/forum/topic/zdf-volle-kanne-jetzt-live-0905-uhr-05-06/

    Alles Gute weiterhin und liebe Grüße
    Bettina

    denkpositiv
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 278

    Liebe Bettina,

    herzlichen Dank für Deine Glückwünsche!

    Und die Info in Sachen Impfung wird mir sehr gut weiterhelfen, damit ich meinen nächsten Termin beim Neurologen gut gerüstet antreten kann. Abgesehen davon ist der erst im Oktober. Bis dahin sind wir hier im headbook informationsmäßig eh schon alle super aufgestellt :-)))

    Schönen Abend!
    Denkpositiv

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27484

    Bis dahin sind wir hier im headbook informationsmäßig eh schon alle super aufgestellt :-)))

    Eh klar … 😀

    denkpositiv
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 278

    Hier sind wir ja in der Gruppe, in der jeder über seine eigene Migränegeschichte berichtet. Heute möchte ich mich mal wieder melden:

    Zuerst – ein herzliches Hallo in die Runde!

    In diesem Jahr kam es durch verschiedene, familiäre Ereigenisse dazu, dass ich mich weniger im headbook beteiligen konnte. Zum Teil habe ich mich aber auch bewußt von „meiner Migräne“ zurückgezogen.

    Es wurde mir immer deutlicher, dass ich mich aufgrund der häufigen und schweren Attacken immer mehr in die Krankheit habe verstricken lassen. Grundsätzlich führe ich ein gutes Leben. Die Basis desse kann und will ich nicht ändern. Also war deutlich, ich muss an die Migräne selbst ran. An mir arbeiten (viele Verhaltensweisen sind einem ja längst klar) und anders mit der Krankheit umgehen.

    Es war so, wie wenn man sagt „das Faß ist voll“. Mir ging es so schlecht, dass ich unbedingt manche Masche in meinem Charakter-Strickmuster überdenken und auftrennen mußte.

    Zwei Punkte waren mir ganz wichtig: Nicht jedem Menschen muss ich den Hintern nachtragen, und ich muss auch nicht alles, was so passiert, bis auf den Grund hinterfragen und aufdröseln, in der Hoffnung, hinterher zufrieden zu sein. Das klappte nämlich nur sehr selten! Diese veränderte Lebensweise ist mir längst noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen aber ich bessere mich 😉

    Das Ergebnis meiner Bemühungen tut mir nämlich sehr gut. Statt jeden Monat (trotz Prophylaxe) zwischen 9 – 12 Attacken (Naproxen und Naratriptan) waren es 2018 durchschnittlich zwischen 5 – 7 Naproxen/Triptan-Tage.

    Grund genug, mich an dieser Stelle bei Prof. Göbel, bei Bettina und bei euch allen hier im headbook ganz herzlich bedanken. Ohne die vielen Tipps, Informationen, den Zuspruch und die vielen Erfahrungen aller Teilnehmer hätte ich diese Verbesserung nicht hinbekommen.

    Ich wünsche euch allen ein friedliches, harmonisches und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr 2019! Auf dass es jedem nach seinen Bedürfnissen etwas besser geht und wir uns alle auf das Gute im kommenden Jahr freuen können. Die Blödheiten kommen eh ungefragt auf uns zu.

    Frohe Weihnachten wünscht euch
    Denkpositiv

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4470

    Liebe Denkpositiv,

    danke, ich freue mich sehr über deinen Bericht. Ich lese aus deinen Zeilen schon eine ganze Menge Gelassenheit.

    Außerdem ist es ein wunderbares Ergebnis, von 9-12 auf 5-7 Meditage zu kommen.

    Ich pers. habe immer zu Freunden gesagt, wenn die Migräne innerhalb der 10/20 Regel ist, und dann noch gut behandelbar, dann bin ich fast geheilt. 🙂 🙂 🙂

    Alles Liebe auch für dich zu Weihnachten.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3945

    Liebe Denkpositiv,
    diesem Dank von Sternchen schließe ich mich mit ganzem Herzen an.
    Besonders die zwei Punkte in deinem „Charakter-Strickmuster“ empfinde ich als sher inspirierend und sehr hilfreich.

    Ich wünsche dir, dass es auf diesem Wege so weiter geht.
    Alles Gute
    für die nächsten Tage und auch für das neue Jahr
    wünsche ich dir
    Liebe Grüße
    alchemilla

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7197

    Hallo, liebe Denkpositiv,

    schön, mal wieder Positives von dir zu hören.
    Auch wenn es immer mal wieder Sinn machen kann, ein wenig das Strickmuster zu überarbeiten, kommt es mir schon immer so vor, als wäre das „Positiv“ in deinem Namen trotz aller negativen Phasen doch grundsätzlich dein bewährtes Strickmuster, oder?

    Mach weiter so, scheint ein guter Weg zu sein !☺
    Liebe Grüße, auch für die nahenden Feste 🎄🎅🎉🍸,
    Julia

    Emily
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo Denkpositiv,

    ich schneie hier auch einfach mal so herein, aber dieser eine Ansatz in deinem heutigen Bericht hat es mir angetan.

    „und ich muss auch nicht alles, was so passiert, bis auf den Grund hinterfragen und aufdröseln, in der Hoffnung, hinterher zufrieden zu sein. Das klappte nämlich nur sehr selten! Diese veränderte Lebensweise ist mir längst noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen aber ich bessere mich“

    Das sollte ich mir für das kommende Jahr vornehmen und ich weiß natürlich auch schon heute, dass ich das nicht zu hundert Prozent umsetzen kann. Macht nichts! Und wenn ich mein Gedanken- und Klärungskarussel nur um die Hälfte reduzieren könnte, würde dies meinem Migränehirn nur gut tun.

    Ebenso vorgenommen habe ich mir als Motto für 2019 drei kleine Worte, die ich öfter beherzigen möchte: „nicht mein Problem“. Und wenn es das nicht ist, dann ist das so und dann lass ich auch mal öfter etwas an mir abprallen.

    Ich hoffe, die neue Emily kann das. 🙂

    Ich wünsche eine wunderschöne Weihnachtszeit.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27484

    Liebe Denkpositiv,

    ich freue mich sehr über Deine Zeilen, denn sie zeigen, wie effektiv Verhaltens“anpassung“ sein kann. Wirklich toll, dass Du das so hinbekommen hast und ich wünsche Dir sehr, dass Du auf einem Weg bleiben kannst, der Dir einfach nur gut tut. 🙂

    Alles Liebe und auch Dir eine schöne Weihnachtszeit,
    Bettina

    denkpositiv
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 278

    Hallo Ihr Lieben!

    Herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen!

    Wenn auch ein alter Hut, so ist es doch immer wieder interessant, wie sich die Lebensweisen von Migränepatienten ähneln, besonders die der weiblichen. Da ist er wieder, der berühmt/berüchtigte Migränecharakter.

    Mittlerweile bin ich 57 Jahre alt. Ich kenne mich eigentlich wirklich gut 😉 und doch bin ich immer wieder in meine eigenen Fallstricke getappt. Manche hier im headbook haben mich im Laufe der Jahre auch gut kennengelernt und mich an den richtigen Stellen ab und zu passend ermahnt. Vielen Dank dafür!

    Auch wegen der entbrannten Euphorie um Aimovig bin ich voll auf die Bremse getreten und habe mir gesagt „bevor ich mich nach zig Prophylaxeversuchen nun auch noch auf Aimovig stürze, will ich nochmal versuchen, ob ich nicht doch bei mir selber besser ansetzen kann“. Ich hatte so die Nase voll !!!

    Ich weiss nicht, wie lange ich weiter so gut wie momentan durch die Zeit komme und was das Leben überhaupt an Veränderungen bereit hält, das ich selber nicht beeinflussen kann. Aber momentan bin ich sehr dankbar und zufrieden 🙂

    Ich stell mal einen ganz großen, offenen Nikolaussack voller „Alles Gute für Euch“ ins headbook und hoffe, dass sich die guten Wünsche schnell verbreiten 🙂

    So verabschiede ich mich ins Jahr 2019
    Eure Denkpositiv

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27484

    Ich stell mal einen ganz großen, offenen Nikolaussack voller „Alles Gute für Euch“ ins headbook und hoffe, dass sich die guten Wünsche schnell verbreiten 🙂

    Danke, liebe Denkpositiv, und in diesen greifst Du auch ganz tief rein. 🙂

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 397

    Liebe Denkpositiv,

    ich konnte deine Bericht erst gestern lesen, wollte dazu noch kurz etwas los werden.

    Es freut mich so sehr für dich, dass du mit deiner veränderten Lebensweise so erfolgreich bist und deine Migränetage fast um die Hälfte reduzieren konntest – wirklich erstaunlich!

    … ich muss auch nicht alles, was so passiert, bis auf den Grund hinterfragen und aufdröseln, in der Hoffnung, hinterher zufrieden zu sein. Das klappte nämlich nur sehr selten!

    Genau! Danke für diesen „Zaunpfahl“, mir geht es in dieser Beziehung ebenso. Es ist einfach die reinste Energieverschwendung, die an anderer Stelle dann fehlt. Ich übe weiter und weiter, es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen…!

    Ich wünsche dir von Herzen, dass es so gut weiterläuft für dich!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Katrin.
    denkpositiv
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 278

    Ein herzliches Hallo in die Runde!

    Der Sturm ist zwar noch nicht ganz vorübergezogen aber der Himmel ist blau und die Sonne scheint – was will man mehr?
    Hm… natürlich, dass man an diesem schönen Tag keine Migräne bekommt ;-)!

    Bei mir läuft es recht gut, obwohl ich in 2019 wieder mehr Migräne habe als 2018. Aber ich bin zufrieden und komme mit Naratriptan, Naproxen und Bisoprolol als Prophylaxe immer noch gut klar.

    Streß ist leider nach wie vor das große Thema. Nicht nur im Sinn von zu viel und unter Druck arbeiten. Es ist viel mehr der „abstrakte“ Stess, den ich mir selbst mache. Zum Beispiel denke ich, dass Menschen in meinem Umfeld dieses oder jenes erwarten. Ich werde (natürlich) sofort aktiv, mache mir Gedanken noch und nöcher. Dann trage mein Ergebnis als Tipp verpackt (ganz dezent) vor und erfahren prompt, dass die Angelegenheit für mein Gegenüber gar nicht wirklich wichtig und brisant war. Noch besser ist es, wenn meine Idee sogar als Einmischung empfunden wird (da kann man aber wenigstens ordentlich beleidigt sein) :-).

    Noch ein tolles Beispiel: Unsere gesamten Familien und die Freunde wohnen weiter von uns entfernt. So gibt es Zeiten, wo es mir ständig durch den Kopf kreist, ich hätte die Verpflichtung hier- und dorthin fahren, um in einer schwierigen Situation zu helfen oder einfach mal wieder einen Besuch zu unternehmen. Dass die anderen auch zu uns kommen könnten, kommt mir gar nicht in den Sinn. Wenn ich all diese anscheinend nötigen Besuche absovieren würde, wäre ich nur noch unterwegs. Also ringe ich mit meinem Gewissen. Dreimal dürft ihr raten, wer diesen Kapf gewinnt ;-).

    Aber ich habe dazugelernt. Seit einiger Zeit lasse ich Gespräche erst mal sacken, werden nicht mehr ungefragt aktiv und handel nicht aus meiner eigenen Einstellung heraus für andere Leute. Kurz und gut – ich springe nicht mehr in jede Pfütze. Einfach nix zu tun und die Sache da lassen, wo sie hingehört, das erspart mir Kraft, Zeit und unschöne Erfahrungen. Vermutlich habe ich mich wirklich zu viel und zu oft eingemischt :-))) .

    Diese Gedanken wollte ich euch einfach mal aufschreiben, vielleicht findet sich ja jemand wieder.

    Jetzt wünsche ich euch allen einen wunderschönen Mittwoch ohne Schmerzen und nur Begegnungen mit netten Menschen!!!

    Liebe Grüße von
    Denkpositiv

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 660

    Liebe Denkpositiv,

    das hört sich doch gut an.

    Ich arbeite auch gerade wieder am „auch mal nein sagen“. Und am „Aufgaben abgeben“.

    Bei mir ist es beruflich gerade sehr turbulent. Erstaunlicherweise verhält sich die Migräne relativ ruhig. Oder sie taucht mal auf, lässt sich dann aber auch wieder leicht vertreiben.

    Dafür habe ich beschlossen das ein oder andere Ehrenamt abzugeben. Ich habe lange gezögert und schon die letzten 2 Jahre hat mich das sehr unter Druck gesetzt und gestresst. Meistens habe ich es schon irgendwie hinbekommen und alle die nur das Ergebnis sehen waren begeistert – aber wenn ich selber dabei kaputt gehe – ist das nicht gut. Als ich mich Verantwortlichen anvertraut habe – kam nur die Antwort – „Mut zur Lücke!“ – wenn immer alles klappt; dann merkt keiner dass ein Mangel da ist. Es findet sich dann schon wer anderes, der die Aufgabe übernimmt.

    Und wenn nicht, fällt halt mal was aus – auch nicht tragisch :o)

    Und wenn ich dann doch mal Zeit übrig habe, kann ich auch mal was entspannendes machen – schwimmen gehen – oder aufarbeiten, was liegen geblieben ist (z.b. die 50 Umzugskisten….).

    Grüßle Daniela

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27484

    Kurz und gut – ich springe nicht mehr in jede Pfütze.

    Das hört sich sehr gut an, liebe Denkpositiv! 😀

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5456

    Liebe Denkpositiv,

    was du geschrieben hast, ist klasse!

    Denn bei vielen von uns liegt gerade da der Hase im Pfeffer, dass wir uns unnötigen Druck selber machen. Und das ist überflüssig wie ein Kropf! – Und sogar bei Druck, der uns von außen gemacht wird, dürfen wir erst einmal fragen, ob dieser überhaupt berechtigt ist oder nicht.

    Wir müssen nicht alle Erwartungen anderer erfüllen, denn manchmal wollen es sich die anderen nur auf unsere Kosten schöner, leichter und bequemer machen in ihrem eigenen Leben. Oder ihre eigenen Vorstellungen von Verpflichtungen o.ä. auf uns übertragen. Doch wir sind eigene Persönlichkeiten mit einem Recht auf eigene Entscheidungen, auch wenn es anderen mal nicht passt.

    Und wenn wir sogar denken, dass wir Dinge tun sollten, die andere erwarten würden, sollten wir erst einmal das Gespräch mit ihnen suchen, ob es denn auch so ist.
    Du hast das super geschrieben, nämlich dass du denkst, dass die anderen denken… Prof. Göbel sagt über Migränepatienten, dass sie schon fünf Antworten auf Fragen haben, die noch gar nicht gestellt wurden. Das passt auch in diese Kategorie.

    Üben wir uns weiterhin darin, den für uns optimalen Weg zu finden. (Denn zu überzogenen Egoisten sollten wir ja auch nicht werden. 😉 )

    Denn, was sich hier so leicht niederschreibt, ist in der Praxis oft gar nicht so einfach. Das weiß ich aus meiner eigenen langen und leidvollen Erfahrung mit meiner Ursprungsfamilie.

    Lieber Gruß
    Heika

    denkpositiv
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 278

    Hallo und guten Morgen!

    … einfach ein Tipp 😉

    Ich streune liebend gerne durch Bücherläden. Auf einer meiner Herumschnüffeltouren bin ich an „Die Leichtigkeit des Seins“ Text und Illustrationen von Jean-Pierre Weill hängengeblieben. Es ist quasi ein Bilderbuch für Menschen, die auf der Welle beim Umblättern der Seiten mitschwimmen, die sich in etwas hineindenken oder hineinfallen lassen möchten. Also für Migräniker 😉

    Gaanz wenig Text und gaanz wunderbare Illustrationen schenken mir gaanz schöne Gedanken und Gefühle. Ich lese darin, wenn ich mir wirklich Zeit nehmen kann, es zu genießen. Manchmal aber schleicht es mich an, dann setz ich mich sogar im größten Tohuwabohu vor das Bücherregal, in dem es steht, auf den Boden… – hm, ganz schlecht für das Tohuwabohu :-)).

    Habt alle einen schönen Tag!
    Denkpositiv

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 397

    Liebe Denkpositiv,

    ich habe mich sehr gefreut, mal wieder von dir zu lesen, auch in deinen Zeilen deinen Namen zu spüren 😊 und mit dir heute einem netten Menschen mehr begegnet zu sein!

    Dem, was du und und Heika schreibt, kann ich zustimmen, möchte aber gerne noch ein paar andere Apsekte einbringen, die mir in dem Zusammenhang wichtig erscheinen.

    Z.B. sind in der Arbeitswelt die Erwartungen aneinander in der Regel durch den Arbeitsvertrag klar geregelt. Es sind Arbeit geben, Arbeit nehmen, Leistung liefern, Leistung erhalten.

    Im familiären und sozialen Zusammenleben ist das größtenteils nicht so klar und eindeutig. Den meisten von uns wurden in ihrer Kindheit und Jugend bestimmte „Rollenbilder“ vorgelebt. Und auch die meisten von uns haben dieses „Rollenverständnis“ häufig unbewusst „aufgesaugt“ und ohne zu hinterfragen übernommen – so waren wir es gewohnt, so war es „normal“, da sind wir „reingewachsen“. Und so hat sicher jeder „entsprechende“ bewusste und unbewusste Erwartungen an seine eigene „Rolle“ und die der/des Anderen.

    Vielleicht haben auch wir Erwartungen an unsere Mitmenschen, die möglicherweise nicht angemessen oder gerechtfertigt sind, oder die sie nicht erfüllen können oder wollen? Und vielleicht auch in Bezug auf den Schmerz?!

    Über diese „erlernten“ Erwartungen tauscht man sich in der Regel nicht aus, weil sie einem erstens vielleicht gar nicht bewusst sind, und es zweitens keine Veranlassung gibt, so lange es (gut) läuft und alle (einigermaßen) zufrieden sind.

    Und selbst wenn der Unmut über wessen Erwartungen auch immer so groß wird, dass man merkt, da stimmt etwas nicht, spricht man es (meist) nicht an, weil man nicht weiß, was los ist (unbewusst) oder man sich nicht traut, um nicht – wie du, liebe Heika, es beschreibst – als überzogener Egoist dazustehen oder sich so zu fühlen.

    Vielleicht machen es mal wieder zwei kleine Beispiele aus dem Alltag meines lieben Mannes und mir etwas deutlicher.

    Seine (erlernte, verinnerlichte, unbewusste (?)) Erwartung:
    In seinem Wäscheschrank gehen die Socken zuneige. Er fragt mich, wann ich mal wieder wasche. Häh? Warum wäscht er nicht selbst? Er weiß, wo Waschmaschine und Waschmittel stehen und wo die Bedienungsanleitung liegt. Die Beschriftung an der Maschine ist selbsterklärend. Er kann lesen und ist schlau!

    Meine (erlernte, verinnerlichte, jetzt bewusste (!)) Erwartung:
    Unser Auto war in der Inspektion, dabei wurde festgestellt, dass der TÜV vor ein paar Monaten abgelaufen war. Ich sagte ihm, dass er danach auch mal schauen müsse. Häh? Ich fahre das Auto auch, weiß, wo sich die Plakette befindet, kann auch nachschauen und sie lesen, weil ich auch schlau bin 😉!

    Das sind jetzt vielleicht nicht die brillantesten Beispiele, aber wenn man einmal anfängt, die Dinge auch aus dieser Perspektive heraus zu betrachten, lassen sich immer mehr Beispiele dafür finden, dass nicht nur die anderen Menschen Erwartungen an uns haben sondern auch umgekehrt.

    Ähnlich ist es mit Krankheit und Schmerz: durch die sicht- und messbaren Fortschritte und Entwicklungen in der Medizin erliegen wir eben auch der teils unberechtigten Erwartung, dass ALLES MÖGLICH und HÄNDELBAR sei. Wir nehmen z.B. einfach eine Tablette und alles ist wieder gut (als „Die Lösung“ wird uns dieses Vorgehen heute noch in der Werbung „verkauft“). Funktioniert das nicht, erfüllen sich unsere Erwartungen an die Medikamente nicht, dann ist es der Arzt, dann der (Un)Heilkpraktiker usw. Und am Ende fühlen wir uns selbst schuldig, weil wir unsere Erwartung an uns selbst – nämlich (wieder) gesund zu werden – nicht erfüllen (können). Und ein Teil der Außenwelt tut noch den Rest!

    Seit einiger Zeit lasse ich Gespräche erst mal sacken, werden nicht mehr ungefragt aktiv und handel nicht aus meiner eigenen Einstellung heraus für andere Leute. Kurz und gut – ich springe nicht mehr in jede Pfütze.

    Das ist genau der Punkt – super! Wenn ich gerne, freudvoll und aus meinem inneren Bedürfnis heraus ins Handeln komme, fühlt sich jeder Sprung in die Pfütze gut und wohlig an. Aus Pflichtgefühl, wessen Erwartungshaltung auch immer, Annahmen oder unguten Denkweisen heraus sollte man sich vielleicht lieber nicht „nass machen“.

    …als Einmischung empfunden…

    Zu diesem Thema habe ich im Buch „Elisabeth auf Rügen“ von Elisabeth von Arnim folgendes gelesen:

    ‚Seit meiner Jugendzeit kenne ich die Ansicht von Salomo, dass derjenige, der sich im Vorübergehen in einen Streit einmischt, der ihn nichts angeht, wie einer ist, der einen Hund bei den Ohren packt. Auch ich habe einen weisen Verwandten, der mir in angemessenen Abständen rät: „Misch dich nicht ein.“‘

    Nun könnte man das Wort „Streit“ nicht ganz wörtlich nehmen und diese „Weisheit“ auf andere Situationen übertragen und so für Entlastung sorgen. Vielleicht ist auch dieses „Einmischen“ und „darum-kümmern-wollen/müssen“ eine typische „Rolle“ der Frau, um zu helfen, zu schlichten, für Verständnis und Frieden sorgen zu wollen oder oder oder…?!

    Dir und allen einen schönen Tag,
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Tagen, 4 Stunden von  Katrin.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7197

    Liebe Katrin,

    ich misch mich (will ja nur helfen! 😂) jetzt auch noch ein, weil ich doch so meine Zweifel habe, ob du es ganz alleine und ohne meinen doch sicher wertvollen Rat schaffen wirst: auch, wenn es dir noch soo schwerfallen könnte, denk gar nicht erst über einen kleinen, und natürlich nur gutgemeinten, Waschmaschinebedienungskurs nach!!! 😉

    Gutgemeinte Grüße an alle immer vorausdenkenden und auch immer hilfsbereiten Migräniker 😉,
    Julia

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 397

    Liebe Julia,

    danke für dein Einmisch-Hilfs-Angebot, ich weiß das sehr zu schätzen 😉!

    Aber hab’ keine Sorge oder Zweifel, ich denke nicht darüber nach! Er wäscht ja! Was bleibt ihm auch übrig, wenn ich es nicht mache…! Da verhalte ich mich im Moment ganz bestimmt sehr provokativ, um Bewusstsein und Entlastung zu schaffen! Ich kümmere mich ja gern um die Wäsche, aber schließlich habe ich keinen „Waschvertrag auf Lebenszeit“ 😉!

    Und ich lerne auch dazu: wenn ich solche Fragen und verdatterte Blicke ein paar Mal „aushalte“ und meinem „erlernten“ Waschmaschine-anstellen-Impuls nicht mehr folge, obwohl es mich in den Fingern juckt, wird es für uns beide zur Normalität, dass auch mein Mann mal wäscht, waschen kann und DARF!

    Mal sehen, wer die nächste Maschine fröhlich zum Laufen bringt…😉!

    „Reinliche“ Grüße,
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Tagen, 3 Stunden von  Katrin.
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