Neuvorstellung soulsurfer und Frage bzgl. Wartezeit

Ansicht von 30 Beiträgen - 151 bis 180 (von insgesamt 224)
  • Autor
    Beiträge
  • soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Hallo ihr Lieben,

    nur ganz kurz eine Zwischenfrage: Gilt die Einnahme von Indometacin RETARD (1-0-1) generell als Schmerzmitteltag?

    Und wenn, sollte ich das mitzählen, auch wenn es sich bei der mehrfachen Einnahme nur um einen Versuch gehandelt hat, HC auszuschließen?
    Kann ich dadurch direkt in einen Mük geraten?

    Liebe Grüße

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 2 Wochen von  soulsurfer.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 2 Wochen von  soulsurfer.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 2 Wochen von  soulsurfer.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7218

    Liebe Soulsurfer,

    Indometacin ist ein NSAR, also ein Schmerzmittel, das wohl auch mit in die Berechnung der Behandlungstage eingerechnet werden muss. Du schreibst jetzt nicht, wie oft und wie lange du das Medikament genommen hast. Oder noch nimmst??
    Da man aber nicht „sofort“, sondern erst nach einer längeren Einnahme von Schmerzmitteln und Triptanen an mehr als ca. 10 Tagen über ca. 3 Monate Gefahr läuft, in den MÜK zu kommen, kannst du die „Gefahr“, denke ich, selbst anhand deines Kalenders abschätzen. Es ist auch nicht für Jeden gleich, ob und wann man Probleme kriegen kann. Einige kommen schneller in den MÜK, Andere haben da einen größeren Spielraum.

    Alles Liebe,
    Julia

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Hallo liebe Julia,

    Ich dachte, bei einem Retard-Präparat würde das vielleicht irgendwie anders gezählt. Schade. Habe es drei Tage hintereinander genommen, soll es aber laut Schmerztherapeutin jetzt weglassen, da es überhaupt keine Auswirkungen gezeigt hat.

    Das mit den 10 Tagen weiß ich natürlich, aber dann weiß ich jetzt auch, dass der Januar ein harter Monat für mich wird, wegen des Indo-Tests. Habe sonst schon immer sehr Mühe, die 10 Tage einzuhalten und kann deutlich weniger Mittel nehmen als Schmerztage da sind; diesen Monat wird es dann nochmal eine Spur härter :/

    Will derzeit nichts riskieren, es wäre schwierig, wenn jetzt auch noch irgendwer auf die Idee käme, den Dauerschmerz für einen MÜK zu halten, was faktisch aber gar nicht sein kann. Habe die 10 Tage seit der Pause nicht mehr überschritten und der Januar wäre Monat 1 von 3.

    Danke für deine Antwort.

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Guten Morgen ihr Lieben,

    ich schon wieder…
    Ich habe ja seit März diesen nicht ganz eindeutig diagnostizierten Dauerschmerz, auf den sich „normale“, mehrtägige Migräneattacken oben drauf setzen.

    Da ich mit Naratriptan wegen der langen Dauer bis zum Wirkeintritt unzufrieden war, habe ich es jetzt mit Zolmitriptan plus Naproxen versucht. Das Triptan hilft auch, aber ich habe festgestellt, dass der Migräneschmerz, anders als beim Naratriptan, am nächsten Morgen in gefühlt doppelter Heftigkeit wieder da ist.

    Ich werde jetzt natürlich wieder zum Naratriptan zurück.
    Mich interessiert allerdings, woran das liegt. Kann das eine Nebenwirkung vom Zolmitriptan sein? Quasi eher eine Verstärkung der Migräne (die die direkt auf die Verbesserungsphase folgt)? Oder liegt’s am Naproxen?

    Kennt jemand sowas? Finde es einfach etwas merkwürdig.

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3945

    Liebe soulsurfer,

    ich persönlich reagiere auf Naproxen immer mit seltsamen, andauernden und kaum behandelbaren Schmerzen. Ich habe es dreimal versucht und immer das Ergebnis gehabt.
    Das ist sehr selten. Die meistens profitieren sehr von Naproxen. Nur ich eben nicht.
    Es hilft nichts, als es auszuprobieren, mit welcher Regelmäßigkeit das zu beobachten ist.
    Zu Naramig kann ich dir empfehlen, unbedingt immer vorher oder zugleich ein Mittel zu nehmen, das die Magentätigkeit in Ganz bringt.
    Ich nehme Domperidon. Und damit tritt bei mir die Wirkung schneller und zuverlässiger ein.
    Auch ruhen und Wärmflasche auf die Magengegend hilft, wenn das möglich ist und man nicht gerade unterwegs ist oder arbeiten muss.
    Und ich muss Naramig immer so früh wie möglich einnehmen, sobald ich weiß, dass das eine Migräne ist und nicht irgendein Kopfschmerz.
    Wenn der Schmerz schon richtig wütet dauert es lang und ist auch nicht so wirklich durchgreifend wirksam.

    Ich hoffe, damit konnte ich dir ein bisschen helfen.
    Alles Gute!
    alchemilla

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Danke, liebe Alchemilla, für deinen Erfahrungsbericht. Das hilft mir tatsächlich sehr.
    Vielleicht ist der „Übeltäter“ tatsächlich eher das Naproxen, als das Zolmitriptan.

    Ich werde das mal weiter beobachten und ausprobieren.

    Ich habe Vomex und auch MCP daheim. Macht es einen Unterschied? Sonst würde ich zu Vomex tendieren.

    Vor Kiel habe ich das Naratriptan immer „ohne alles“ genommen; Naproxen ist auch komplett neu für mich und habe ich erstmals ausprobiert in Zusammenhang mit Zolmi.

    Ich darf seit diesem Monat auch erst wieder Triptane nehmen (Ausschluss einer Diagnose, die das sonst „verboten“ hätte) und kann daher jetzt wieder ein bisschen experimentieren.

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3945

    Liebe soulsurfer,

    ja, ich glaube, das macht einen Unterschied.
    Vomex kurbelt nicht die Magentätigkeit an. Es wirkt auf andere Weise gegen die Übelkeit.
    Man braucht aber etwas, was den Körper unterstützt, das Triptan überhaupt zu verarbeiten.
    Da wäre eher MCP ähnlich, das aber macht mich immer müde. Das liebe ich nicht so sehr.
    Experimentieren ist auf jeden Fall gut, denn jeder Mensch ist anders und man wird nur Experte für SICH und nicht allgemein.
    Alles Gute!
    alchemilla

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2011

    Liebe soulsurfer,

    MCP und Vomex helfen beide gegen Übelkeit, aber von diesen beiden bringt nur MCP den Magen wieder in Schwung und wäre daher zu bevorzugen.

    Gerade wenn man andere Triptane oder neue Kombinationen probiert, hilft vielfach nur ausprobieren – jeder reagiert ein wenig anders…
    Was mich interessieren würde: Als das Zolmitriptan gewirkt hat, wie hast du dich dann verhalten? Ich habe lange Zeit den Fehler gemacht, dass ich bei guter Triptanwirkung wieder Vollgas gegeben habe und dann nach Ende der Wirkung die Rechnung dafür bekam – gerade Zolmi ist ein schnell und stark wirkendes Triptan, bei dem ich mir vorstellen könnte, dass man nicht unbedingt einen Gang zurückschaltet.

    Ich wünsche dir, dass du die für dich optimale Attackenbehandlung und auch bald eine gute Behandlung für deinen Dauerkopfschmerz findest!

    Liebe Grüße, Tanni

    P.S.: Hast du für bzw. gegen den Dauerschmerz mal die Anwendung eines TENS-Gerätes versucht? Das war das Erste, was mir damals, als mein Dickschädel noch Dauerschmerz war, Erleichterung verschafft hatte…

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Okay, irgendwie hatte ich im Kopf, dass das mit Vomex und der Magendarmtätigkeit auch funktioniert. Werde dann das nächste Mal MCP Tropfen nehmen, da ich die ja noch zuhause habe. Müde machen wäre gar nicht verkehrt momentan.

    @tanni, also Vollgas habe ich nicht gegeben, ist auch aufgrund des Dauerschmerzes gar nicht möglich, da dieser sich von dem Triptan überhaupt nicht beeindrucken lässt. Das Triptan hilft lediglich gegen die Migräne, sodass quasi die Schmerzpitze des gesamten Berges weg ist, aber der Dauerschmerz trotzdem bleibt.

    Ich habe die letzten 10 Tage zuhause verbracht und war nur 3 mal draußen, davon 2 mal, um zum Schmerztherapeuten zu fahren und einmal, um schnell was einzukaufen.
    Davon waren 6 Tage Migräne und seit gestern habe ich sie auch wieder. Wobei sich auch der Dauerschmerz mit einer Intensität von 6 derzeit sehr penetrant zeigt und damit kaum von der Migräne abzugrenzen ist.

    Ich liege nur auf der Couch und versuche, mich zu entspannen und meine Schmerzmitteleinnahme konsequent zu überwachen. Deswegen heißt es auch für mich, heute und das Wochenende ohne Medikamente durchzustehen.

    Ich bin seit August krank geschrieben und nach Vollgas sieht mein Leben momentan überhaupt nicht aus, was sehr schade ist, denn depressiv bin ich nicht und habe sogar den Kopf voller Ideen, was ich gerne machen würde. Sport zum Beispiel. Ich vermisse das Schwimmen und wollte mit Joggen anfangen. Aber es geht derzeit einfach nicht, solange der Dauerschmerz nicht ansatzweise in den Griff zu bekommen ist.

    Wegen der Migräne wird’s wahrscheinlich eh auf Aimovig hinauslaufen.

    TENS habe ich ausprobiert, habe sogar ein Gerät zuhause. Aber ich finde es einerseits sehr unangenehm, also prinzipiell unangenehm und Schmerzerleichterung hat es auch nicht bewirkt. Ich habe es damals benutzt,als ich noch so schlimme Gesichtsschmerzen hatte. Da war es etwas hilfreich, mir einfach die Elektroden auf die Wangen zu kleben.
    Alles andere war irgendwie nichts.

    Danke für euren Rat und die lieben Wünsche! 🙂

    soulsurfer

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 84

    Hallo Soulsurfer,

    Ich möchte nur kurz was schreiben was das Thema Entspannung angeht, auch ich habe leider chronische Kopfschmerzen plus Migräne, also ziemlich ähnlich wie du, und es ist auch sehr behandlungsresisitent.

    Ich habe vor einiger Zeit mit dem Meditieren angefangen und für mich ist das die allerbeste Möglichkeit, runter zu kommen. Im Gegensatz zu allen anderen Entspannungsverfahren wie Jacobsen oder Autogenes Training darf man beim Meditieren nämlich einfach „sein“, auch der Schmerz, man muss nichts „erreichen“.

    Ich habe erst, als ich das Meditieren angefangen habe, begriffen, dass ich dauernd versuche etwas zu erzielen, also „ich muss mich jetzt verflixt nochmal entspannen“, aber beim Meditieren geht es nur darum, den Zustand wie er ist, anzunehmen und einfach zu beobachten. Wenn man etwas geübt ist, wird der Schmerz in der Zeit der Meditation irgendwann irrelevant.

    Für mich war das seit Jahren das erste mal, dass ich einfach Schmerzen „haben durfte“, es war egal, für diese 40 Minuten war jeder Zustand ok, nichts sollte erreicht oder verbessert werden.

    Ich weiß nicht ob ich mich gut ausdrücke, aber es hat mir eine riesige Last von den Schultern genommen.

    Ich meditiere seitdem jeden Tag etwa 40 Minuten und bekomme immer mehr Routine. Wenn die Angst mich mal wieder völlig überwältigt weil ich nicht weiß, wie es weitergehen soll, dann kann ich mich jetzt relativ schnell runterfahren, ich schlafe schneller ein und ich fühle mich selbstsicherer. Angst und Stress sind bei mir große Trigger und ich habe jetzt ein Werkzeug, diese in den Griff zu bekommen.

    Ich habe es nach einem Buch von Jon Kabat Zinn „gelernt“ und wollte das nur als Idee weitergeben, weil es mir ganz neuen Halt gegeben hat.

    Liebe Grüße,
    Bea

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Liebe Bea,

    Danke für diesen sehr wertvollen Tipp. Tatsächlich habe ich bereits darüber nachgedacht, mit dem meditieren zu beginnen. Meine Therapeutin hat mich erst neulich darauf gebracht, da sie es selber praktiziert.

    Wir haben hier in meiner Kleinstadt ein buddhistisches Zentrum, das kostenlos 3 mal in der Woche achtsamkeitbasiertes Meditieren anbietet,also genau das, was du beschreibst; alle 3 Monate zusätzlich mit Einführungsveranstaltung.Mit Achtsamkeit kenne ich mich auch schon recht gut aus; ein Zwischeneinstieg wäre also auch möglich.
    Zusätzlich gäbe es auch noch (kostenpflichtige) Lehrgänge, aber das muss ja nicht sein.

    Ich habe es bisher einfach nicht geschafft,dort in diesem Zentrum vorbei zu schauen, mir fehlte der Mut und auch die Kraft.

    Ich kann mit PMR/Jacobsen leider überhaupt nichts anfangen,da ich dabei Panikattacken bekomme…
    Bisher hilft Imagination/Traumreisen und ruhige Klaviermusik.

    Ach, so viele Ideen und Möglichkeiten…Wie gerne würde ich irgendwas davon in Angriff nehmen, aber mir fehlt noch das entscheidende „Wie“ bisher. Einfach machen würde meinem Körper nicht gut tun, das habe ich jahrelang so praktiziert und war überhaupt nicht sinnvoll.
    Selbst „morderat“ ist zu viel, nach jedem Schritt vor die Tür falle ich anschließend völlig fertig mit Kopf aufs Sofa.

    Ich versuche,dem Körper zu geben, wonach er verlangt und das ist Ruhe,Ruhe,Ruhe. Nur die treibt mich langsam auch wieder in den Wahnsinn.

    Ich hoffe, das findet bald ein Ende. Oder zumindest mal eine leichtere Phase. Dann gehts zur Meditation ins buddhistische Zentrum. Und zum Sport. Definitiv.

    Eins nach dem anderen, soulsurfer, und Geduld haben. Das versuche ich mir immer wieder zu sagen, auch wenn’s schwer fällt.

    Liebe Grüße

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 399

    Liebe Soulsurfer,

    mir ist aufgefallen, dass du bei der beschriebenen Attackenbehandlung zwei Dinge geändert hast: ein anderes Triptan und dazu Naproxen.

    Jetzt ist es schwierig einzuschätzen, was Henne und was Ei ist. Vielleicht kannst du das nächste Mal zum bewährten Medikament Ein anderes ausprobieren und besser einschätzen, ob es eine gute Idee ist.

    Die Triptane unterscheiden sich in Wirkungseintritt und Wirkdauer. Du findest genauere Informationen im Migränewissen oder im Buch von Prof. Göbel.

    Ach, so viele Ideen und Möglichkeiten…

    In schweren Phasen bleibt uns nichts anderes übrig, als die Möglichkeiten nach unseren Möglichkeiten auszuloten. Die Ideen, wieder Sport zu machen oder ins buddhistische Zentrum zu gehen, können motivierend wirken. Ist es aber aufgrund des Schmerzpegels oder der fehlenden Kraft momentan nicht möglich, kann es möglicherweise frustrieren. Dann gilt es, nach (leichteren) Aktivitäten zu suchen, die JETZT möglich sind und Spaß machen.

    Ich versuche,dem Körper zu geben, wonach er verlangt und das ist Ruhe,Ruhe,Ruhe. Nur die treibt mich langsam auch wieder in den Wahnsinn.

    Dass du deinem Körper Ruhe gönnst, kann nur gut sein! Aber vielleicht heißt Ruhe nicht: „Nur liegen“. Es könnte auch bedeuten, einen leichten Spaziergang zu machen – eben in aller Ruhe. Und dann gibt der Wahnsinn vielleicht auch wieder Ruhe.

    Alles Gute
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  Katrin.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  Katrin.
    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3945

    Liebe soulsurfer
    du schreibst: Einfach machen würde meinem Körper nicht gut tun, das habe ich jahrelang so praktiziert und war überhaupt nicht sinnvoll.
    meintest du damit Meditation?
    Da kann man eigentlich wenig falsch machen.
    Ich habe immer Kurse und ganze Retreats vermieden, weil ich das dann machen will, wenn es mir passt und solange, wie es mir passt und nicht erst noch irgendwo hinfahren müssen. Termine sind ein Gräuel.
    Voe kurzem fand ich ein Buch über unkomplizierte Meditation und ich habe jetzt gesehen, dass es das soagr als Hörbuch gibt:
    Die innere Ruhe kann mich mal: Meditation radikal anders Hörbuch – Ungekürzte Ausgabe
    Fabrice Midal

    Vielleicht ist das ein Einstieg.
    Wir haben hier in headbook an anderer Stelle über Mediation geschrieben, unter anderem hier unter der Gruppe MBSR: http://www.headbook.me/groups/nichtmedikamentoese-vorbeugung/forum/

    Wenn du weitere Fragen hast, dann nur her damit, evtl auch per PN

    Liebe Grüße
    alchemilla

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    @katrin, ich habe grundsätzlich sehr lange Attacken, bei dem Naratriptan auch grundsätzlich mehr Sinn macht als Zolmitriptan.
    Ich hatte aber das Gefühl, dass Naratriptan nicht STARK genug wirkt und hatte die Hoffnung, mit einem stärker wirkenden Triotan auch den Dauerschmerz endlich beseitigen zu können (was aber nicht geklappt hat). Da ich aber von vornherein wusste, dass das Zolmitriptan zu kurz wirken würde, habe ich beim Auftreten des Wiederkehrkopfschmerzes eine zweite Zolmi genommen und dies dann mit Naproxen verlängert, damit ich hoffentlich bis zum nächsten Tag Ruhe habe. Denn dass die Migräne länger als einen Tag andauern würde, war sowieso klar.

    Zu diesem Zeitpunkt war mir aber nicht bewusst, dass der Dauerschmerz wohl auch nicht auf stark wirkende Triptane anspricht. Das war einfach meine Hoffnung gewesen.

    Aber grundsätzlich gebe ich dir recht, es ist blöd, 2 Sachen gleichzeitig auszuprobieren, die beide irgendwie „neu“ sind, weil man das eine dann nicht mehr vom anderen unterscheiden kann. Genauso wie ich mich strikt weigere, mit einer neuen Prophylaxe zu beginnen, während ich eine andere absetze, auch wenn mir der Arzt zehnmal sagt, das wäre nicht nötig. Doch, ist es, zumindest bei mir. Sonst geht alles durcheinander.

    Die leichten Aktivitäten sind momentan wirklich nur Netflix und Musik hören. Ich liege im Bett, als hätte ich ne Grippe, nur dass es halt der Kopf ist und nicht das Fieber o.ä.

    Jegliche Aktivität verschlimmert „die Geschichte“, und wenn’s nur Putzen ist. Durch die Sachen, die notwendig sind (einkaufen, Post), da quäle ich mich dann kurz durch, um mich dann wieder auszuruhen.
    Ein Spaziergang wäre schon Überforderung pur.

    @Alchemilla, nein, ich meinte damit eher, mein Leben einfach weiterzuleben und so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Den Schmerz zu ignorieren und trotzdem allen Tätigkeiten wie gewohnt nachzugehen, ein Leben unter der Käseglocke, den Schmerz abspalten (das ist möglich, insbesondere wenn zum dissoziieren neigt).
    Das ist natürlich völlig blöd.

    In den letzten Wochen habe ich dann immer geschaut, was geht, was geht nicht, an Tagen an denen es mir gut ging, bin ich raus gegangen zum spazieren gehen, auch mit Schmerzen in die Stadt gefahren, solange diese in einem erträglichen Rahmen waren. Da hatte ich auch immer mal wieder schmerzfreie Stunden über den Tag verteilt, dank Botox.

    Seit Mitte Dezemeber ist’s aber richtig schlimm geworden, insbesondere mit der Migräne, die mich echt an meine Wohnung fesselt.

    Für mich ist es schon wichtig, Termine zu haben, irgendwo hin zu gehen, denn wenn ich etwas „auf eigene Faust“ versuche, mir meinen eigenen Plan mache (in Bezug auf die Meditation) dann fällt es mir deutlich schwerer, das auch regelmäßig umzusetzen. Ich mache das dann einfach nicht, dafür kenne ich mich zu gut. Das liegt aber an meiner Persönlichkeitsstruktur.
    Deswegen ist dieses Zentrum gar nicht schlecht.

    Ich schaue mich gleich mal in der Gruppe um. Danke für den Link und deine Vorschläge! 🙂

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5466

    Zu dem Thema Entspannung möchte ich noch bemerken, dass es einzig auf den Zustand des Entspanntseins ankommt. Wie man da hingelangt, ist gar nicht so wichtig.

    In den letzten Beiträgen war viel Wertvolles angeklungen und es wurde klar, dass es reine Typsache ist, was gut tut und was nicht. Der einen hilft es, in einen Kurs zu gehen, der anderen das in aller Ruhe und Freiheit zuhause zu tun. Auch welche Methode des Entspannens man wählt, ist sehr unterschiedlich. Die eine findet die PMR super, die andere hat das Gefühl, dabei noch mehr zu verspannen. Da hilft nur ausprobieren und spüren, was einem selber gut tut.

    Wichtig ist, dass die Zeit des Ruhens, des „Runterfahrens“, was für unsere sensiblen Köpfe in dieser lauten und hektischen Zeit extrem wichtig ist, mit Genuss, Freude, Wohlfühlen, Erholung und insgesamt vielen positiven und angenehmen Gedanken verbunden ist.

    Entspannungsmethoden können auch nur Hilfen sein, Anspannungen überhaupt körperlich und geistig wahrzunehmen und das darauffolgende Entspannen zu spüren und in den Zustand des optimalen Entspannens zu gelangen.

    Was sie auf gar keinen Fall sein sollten, sind ungeliebte Pflichtübungen, die mit zeitlichem Druck oder Leistungsdruck, Stress, Anstrengung oder anderen unangenehmen Gefühlen verbunden sind.

    Neugierig ausprobieren und gerne üben JA, sich zwingen NEIN !

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  heika.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5466

    Und eines ist auch noch ganz wichtig: Gefühle können auch täuschen.
    Wenn wir einfach mal so verschiedene Menschen fragen, wie sich denn optimal entspannen, werden viele mit „Fernsehen“ antworten.

    Schönes, Erfreuliches, Positives nehmen wir oft als Entspannung wahr, ohne dass es das auch ist. Fernsehen sind Reize pur für unser Gehirn, es läuft weiter auf Hochtouren, egal, wie entspannend-romantisch der Film auch sein mag. 😉

    Für unser Gehirn sind Reize einfach nur Reize, wir werten sie nur sehr unterschiedlich. Deshalb gehören für Migräneköpfe Fernsehen, Radio hören, Telefonieren, sich per PC oder Handy in den sozialen Medien tummeln u.ä. definitiv nicht zu einem Reizreduzierung-Runterfahr-Entspannungsprogramm.

    Ich weiß, für manchen ist diese Wahrheit bitter. 😉 😉 Es ist aber wirklich so! 🙂

    Beatrice
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 84

    Liebe Soulsurfer,

    es freut mich, wenn mein Beitrag für dich ein guter Hinweis war 🙂 Ich persönlich bin froh, etwas zu haben, was an keinen Termin und keinen körperlichen Zustand gebunden und mit Busfahren, evtl. Herrichten (Schminken etc.) verbunden ist sondern was ich einfach jederzeit daheim machen kann. Ich muss leider während Migräneattacken sehr oft auf die Toilette, teilweise 20-30 mal am Tag, und da bin ich dann froh wenn ich daheim bin und dort entspannen kann.
    Das Gute für mich beim Meditieren ist, dass man keine Befähigung oder ähnliches braucht, auch keine CD oder Equipment und es quasi überall machen kann.
    Vielleicht findest du auch so etwas oder schaffst in besseren Zeiten mal eine Einführung in dem Zentrum bei euch, damit du es einmal testen kannst. Kostenpflichtige Kurse sind bei der Meditation meines Wissens nicht nötig.

    Und Heika, ich bin da ganz bei dir, ich musste es aber erst lernen, dass meinem Migränekopf Lesen, Fernsehen etc. keine Entspannung bringt. In heftigen Zeiten mit 8-10 Tagen Migräne am Stück kann man natürlich nicht nur die Wand anstarren aber ich mache seit einiger Zeit generell in meinem Alltag viel mehr Pausen, selbst wenn es mir an dem Tag ganz gut geht.

    Das heißt nicht direkt vom Supermarkt schon wieder weiterhetzen sondern einfach 15 Minuten dazwischen auf die Couch, Eisbeutel in den Nacken und ein ruhiges Pianostück mit geschlossenen Augen hören (entspannt mich sehr) und dann kann es weitergehen. Dieses Vorgehen hat meine Attackenzahl schon reduziert, also einfach wahrnehmen, dass man sich Pausen auch an guten Tagen einplant um den Status Quo zu erhalten. Auch mache ich keine Abendverabredungen mehr an stressigen Tagen (also wo ich vorher schon weiß, dass der Tag stressig wird) sondern nutze den Abend bewusst zum „Auftanken“ und gestalte ihn reizarm.

    So komme ich deutlich besser durchs Leben, aber das funktioniert bei mir und kann bei anderen ja wieder ganz anders sein 🙂

    Liebe Grüße,
    Bea

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  Beatrice.
    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3945

    Genau so geht es mir auch.
    Keine Termine, keine Verpflichtungen.
    Kein Fernsehen, Computer, Musikhören am Abend.

    Ein schöner Nebeneffekt vom Meditieren ist, dass man ein gutes Körpergefühl bekommt und sofort merkt, wie welche Tätigkeit auf den Körper und auf das Gehirn wirkt.

    Es gibt unsägliche Anleitungen zum Meditieren.
    Wann es am besten ist
    und wo
    und dass man zuerst dafür sorgen muss, nicht gestört zu werden,
    und und und.
    Damit wird das Unterfangen richtig kompliziert.
    Midal empfiehlt das Meditieren als: sich einfach mal in Ruhe lassen.
    Ich glaube, viele Migräneattacken sind quasi eine Zwangsmeditation, weil man eh nichts anderes macht, als den ( schmerzenden) Körper zu spüren.
    Aber freiwillig Meditieren ist schöner. Und ich empfinde es als Denkurlaub und nicht als Pflichtübung.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5466

    Ganz super, Bea, was du alles umsetzt. Wie schön, dass es dir in deinem Alltag auch so gut hilft.

    Wenn die Migräneattacke schon da ist, können wir sie leider nicht mehr durch Reizreduzierung verhindern. Und dann brauchen wir natürlich was, damit die Zeit rumgeht. So ist es ja nicht gedacht, dass man dann gar nichts mehr tun darf. Es geht ja nur in den speziellen „Runterfahr-Zeiten“ darum, so viele Reize wie möglich auszuschalten.

    Ich bin übrigens grad in einer ähnlichen Phase und muss mir manche Dinge bewusst ab- und andere angewöhnen.

    Du hast da einen ganz wichtigen Punkt angesprochen

    …ich mache seit einiger Zeit generell in meinem Alltag viel mehr Pausen, selbst wenn es mir an dem Tag ganz gut geht.

    Unser hyperaktives Gehirn ist ja auch an guten Tagen hyperaktiv. Die genetische Veranlagung haben wir und werden sie auch nicht mehr los. Deshalb muss man sich diesem Zustand anpassen. Und wer an guten Tagen auch regelmäßige Pausen zum Runterfahren des Gehirns einplant, kann vielleicht den einen oder anderen Trigger wieder „ausgleichen“.

    Ich bekam heute den genialen Spruch geschickt
    „Immer ruhig und gediegen,
    was nicht fertig wird, bleibt liegen.“

    Von Kindheit an geprägt wurde ich nämlich von
    „Was du heute kannst besorgen,
    das verschiebe nicht auf morgen.“

    Ich musste das Verschieben auf morgen lernen, eine gewisse Gelassenheit, die meinem Hang zum Perfektionismus entgegensteht. Wer sich davon überzeugen möchte, ob mir das schon ein wenig gelungen ist, darf mich gerne besuchen kommen. Aber bitte bringt euer Putzzeug mit! 😀

    Fröhliche Grüße
    Heika

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 399

    Liebe Soulsurfer,

    ich möchte mich nicht so verstanden wissen, dass ich deine Vorgehensweise für blöd halte!

    Aber möglicherweise gerät es unter Umständen aus dem Blick, dass man Wirkungen und Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung neuer Medikamente nicht wirklich auseinanderhalten oder zuordnen kann.

    Mir ist es im Dezember so ergangen, als ich mit einem bekannten und zwei neuen Medikamenten startete, weil ich in meinem Zustand bis zu meinem möglichst baldigen Aimovig-Termin nicht untätig sein wollte. Ich habe mir mit meinem „Aktionismus“ selbst den Blick auf die Zuordnung der Nebenwirkungen verstellt. Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt. Und aus der Motivation heraus, dass diese vielleicht auch anderen helfen kann, habe ich geschrieben.

    Die leichten Aktivitäten sind momentan wirklich nur Netflix und Musik hören. Ich liege im Bett, als hätte ich ne Grippe, nur dass es halt der Kopf ist und nicht das Fieber o.ä.
    Jegliche Aktivität verschlimmert „die Geschichte“, und wenn’s nur Putzen ist. Durch die Sachen, die notwendig sind (einkaufen, Post), da quäle ich mich dann kurz durch, um mich dann wieder auszuruhen.
    Ein Spaziergang wäre schon Überforderung pur.

    Nun, das sind genau die Aktivitäten, die ich – wie du, liebe Heika, inzwischen auch geschrieben hast – nicht meine. Klar schaue ich auch ausgewählt fern und erledige Dinge im Haushalt. Mit kaum migränefreier Zeit kann ich – so meine ich – auch sehr gut verstehen, dass und wie die Möglichkeiten des „Aktivseins“ sich immer weiter eingrenzen. Ich setze das „Aktivsein“ auch deshalb in Anführungszeichen, weil wir sicher alle eine Vorstellung davon vermittelt bekommen haben, was Aktivität ist. Aber ist das die einzige Wahrheit?

    Wenn ich aufgrund der Schmerzen nicht aktiv sein kann im Sinne von Bewegung (Sport) oder Leistung (Putzen, und was heißt eigentlich „nur“??? Für mich ist Putzen meistens anstengend!) o.a., dann bin aktiv, indem ich z.B. ein paar Reihen stricke, Texte oder Gedichte schreibe, meinen Rezepte-Ordner aufräume oder, oder, oder. Auf jeden Fall wähle ich Aktivitäten, die mir Freude machen und bei denen ich mich in Ruhe befinde – also sitze – und meinen Kopf nicht zu sehr beanspruche.

    Solche Aktivitäten sind natürlich sehr individuell und können sich gravierend voneinander unterscheiden. Jeder kann nur selbst herausfinden, was sich für ihn gut anfühlt und gut tut. Dabei kann man sich auch inspirieren lassen.

    Wenn wir schon – wie du schreibst – an die Wohnung gefesselt sind, halte ich wohltuende „Aktivität“ in welcher Form auch immer für sehr wichtig, damit wir wenigstens auf dieser Ebene eine gewissen Zufriedenheit finden. Ansonsten steht – wie du auch geschrieben hast – dem Wahnsinn die Tür offen.

    Ich wünsche dir, dass du etwas für dich Gutes findest.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 399

    Liebe Heika,

    wie gerne würde ich dich besuchen! Beim Lesen habe ich schon in Gedanken begonnen, meinen Koffer zu packen. Aber ehrlich, wenn deine „Bedingung“ das Mitbringen von Putzzeug ist, dann bleibe ich lieber zu Hause 😉😉😉!

    Vielleicht könnten wir aber noch den „Deal“ machen, dass ich ein Mohngebäck mitbringe, damit würde ich auch einen extra Koffer füllen 😉😋! Vielleicht findet sich noch ein Gast mit Putzzeug, dem könnten wir dann genüsslich beim Putzen zusehen, während wir uns „high“ futtern!

    Fröhliche Grüße zurück!
    Katrin

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5466

    Liebe Katrin,

    meine Gebäckdosen sind aktuell auch leer, du darfst kommen! 😉 🙂

    LG Heika

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Hallo ihr Lieben,

    @katrin, nein, das hatte ich auch nicht so verstanden. Viel mehr fand ICH SELBER im Nachhinein meine Vorgehensweise „dumm“, da gerade MIR dieses Problem hätte bekannt sein müssen (habe es schon mehrfach erleben müssen und mir daher geschworen, nie wieder Dinge gleichzeitig ab-oder anzusetzen). Beim Naproxen habe ich aber einfach schlichtweg die Notwendigkeit nicht gesehen, weil ich mir dachte „Jo, ist halt wie Ibuprofen oder sowas.“ und damit hatte ich nie Probleme, anders als bei anderen Medikamentengruppen. Und diese Unvorsichtigkeit meinerseits war halt doof.

    Also ich weiß ja, dass Fernsehen mein Gehirn mit Sicherheit nicht wirklich entspannt. Aber genau so ist es, wie Bea schrieb, ich kann halt auch nicht tagelang „die Wand anstarren“, da werde ich wahnsinnig. Und in meiner Wohnung finde ich wirklich momentan keine anderen Aktivitäten, die mich vom Schmerz einerseits ablenken und gleichzeitig NICHT mit einer Schmerzverschlimmerung einhergehen oder mir genau so viel Freude ohne größere Anstrengung bringen würden.

    Beim „Putzen“ hatte ich z.b. versucht, mir täglich eine Sache vorzunehmen. Heute machst du den Abwasch, morgen das Bad (oder nur die Dusche) usw. Ich stückel schon extrem. Ist meistens trotzdem irgendwie zu viel. Deswegen das „nur“. „Nur“ der Abwasch. „Nur“ staubsaugen usw.

    Mir fällt da partout nichts ein, was mich diese Phasen, und die dauern ja dann schon 6 Tage an und gerade sogar noch länger, weil der Dauerschmerz eben so penetrant ist, besser überstehen lässt.

    Also versteht mich nicht falsch, bei mir läuft nicht den ganzen Tag „die Glotze“, es handelt sich eher um 3 Stunden oder so, ich bin aber auch sonst viel am Handy (Blaulichtfilter).
    Stichwort Generation Handy (was dem hyperaktiven Gehirn aber natürlich auch völlig egal ist).

    Zwischendurch telefoniere ich mal mit diesem und jenem.

    Mit Musik hören waren jetzt auch nicht die Charts gemeint. Habe da auch eine Playlist mit ruhiger Klaviermusik und eine mit Trailermusik, die mich sehr beruhigen und die ich höre, um mich runter zu fahren 🙂
    Normalerweise höre ich Metal, der ist für den Migränekopf aber tabu! ^^

    Und ich möchte mit meiner Ärztin besprechen, ob sie mir Bromazepam verschreibt, um die Tage besser aushalten zu können. Neuroleptika vertrage ich nicht. Was haltet ihr von der Idee? (Gibt ja viele, die auch z.b. Diazepam zur Schmerzdistanzierung nehmen). Über die Gefahren weiß ich Bescheid.

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  soulsurfer.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  soulsurfer.
    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    P.S. Das Bromazepam habe ich gestern mittag genommen, da ich es noch von vor Jahren so gut wie unangerührt zuhause hatte.(Darüber weiß nur kein mich derzeit behandelnder Arzt Bescheid).
    Heute morgen bin ich mit einer deutlichen Schmerzreduzierung (von 7 auf 3/4) aufgewacht. Wie ist das zu erklären?
    Muss ich mir Sorgen machen, dass doch „alles nur psychisch“ ist oder gibt es auch andere Erklärungen dafür, dass Benzos die Schmerzen auch nach Wirkungszeit, bzw nach Ablauf der Halbwertszeit verbessern (Nervensystem)?

    Kann man mit Benzos lange Schmerzphasen „durchbrechen“?

    LG 🙂

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  soulsurfer.
    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Hmmm, piep? 🙂

    Weiß jemand, ob Benzos wirklich nur der Sedierung dienen oder ob damit auch eine längere Schmerzphase unterbrochen werden kann (zb. Migränestatus), wie es jetzt bei mir schon zweimal der Fall war und womit das dann zusammenhängt (ja eher nicht mit der Sedierung allein)?

    Wäre wichtig für mich. 🙂

    Liebe Grüße

    Eure hoffentlich nicht zu ungeduldige

    soulsurfer

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27506

    Piep ist immer gut. 😉

    Muss ich mir Sorgen machen, dass doch „alles nur psychisch“ ist oder gibt es auch andere Erklärungen dafür, dass Benzos die Schmerzen auch nach Wirkungszeit, bzw nach Ablauf der Halbwertszeit verbessern (Nervensystem)?

    Nein, das musst Du nicht! Benzodiazepine bewirken zum einen eine Schmerzdistanzierung, zum anderen eine Sedierung. Sie fahren die übererregten Nervenzellen etwas herunter, können wichtige Begleiter in der Medikamentenpause sein und auch zwischendurch dann und wann mal eingesetzt werden, um nachts eine Attacke zu verschlafen oder auch mal einen Migränelauf zu unterbrechen.

    Aber – Benzodiazepine führen sehr schnell in eine Abhängigkeit! Man fühlt sich leicht und unbeschwert, angenehm müde und es ist einfach ein gutes Gefühl. Das macht es so verlockend, sie öfter als unbedingt nötig einzusetzen. Ich setze Diazepam vielleicht zweimal im Jahr ein und dann auch nur, wenn fast nichts mehr geht und ich einfach mal eine gute Nacht brauche, um aus dem Schmerzkreislauf rauszukommen. Klappt natürlich auch nicht immer, aber man wacht zumindest erholter auf.

    Also mit Köpfchen einsetzen und immer nur nach Absprache mit dem Arzt. Ein Entzug von Benzodiazepinen, der im Falle des Übergebrauchs nötig wird, ist grausam schwer.

    Liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Okay, danke für deine Antwort, liebe Bettina.
    Dann haben mich wohl die nicht mehr ganz so übererregten Nervenzellen dank Bromazepam endlich aus dieser endlos langen Attacke herausgeholt (8 Tage lang,puhhh).

    Ich werde das morgen mal mit der Ärztin besprechen und sie um ihre Meinung bitten. Ich denke, wenn man es kontrolliert nimmt, könnte es dann und wann eine gute Hilfe sein, wenn alle Stricke reißen.

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27506

    Genau, dann und wann mal kann es eine gute Hilfe sein. Mit der nötigen Ehrfurcht wegen der Abhängigkeit. 😉

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 128

    Hallo ihr Lieben,

    jetzt hat sie mich leider doch erwischt und das so richtig heftig, die Depression. Ist aber eigentlich nicht verwunderlich…Die Dauerschmerzen seit März, die Migräne, die sich bisher durch keine Prophylaxe eindämmen lassen will; sogar noch einen draufsetzt mit unverschämt langen Anfällen, eine Trennung, ein Umzug, Unterbrechung der Ausbildung wegen stationärer Therapie…Ja und jetzt hat sich mein Gehirn gedacht, dass es erstmal reicht.

    Vor ein paar Tagen habe ich noch geprahlt, wie gut ich den Gesichtsschmerz mit Pregabalin im Griff habe…Denkste. Der lässt nun auch wieder grüßen. Ich muss aber glücklicherweise sagen, dass ich mit zusätzlich 2x 25 mg Pregabalin am Tag, wie aus Kiel empfohlen für den Akutfall, tatsächlich ganz gut über die Runden komme.

    Die Pläne der Schmerztherapeutin sind jetzt aber erstmal auf Eis gelegt. Kein Topiramat weiter absetzen und auch kein Aimovig. Denn, ich brauche erstmal ein Antidepressivum, und 2 Sachen möchte ich nicht parallel zueinander laufen lassen.

    Habe mich für Amitriptylin entschieden, beginnend mit 10 mg, alle 5 Tage um 10 mg steigernd. Eine Zieldosis steht noch nicht fest.
    Im glücklichsten Fall hilft es nicht nur gegen die Depression, sondern auch gegen die Schmerzen, auch wenn der Versuch als Prophylaxe vor 4 Jahren gescheitert ist. Aber das muss ja nichts heißen.

    Ich hoffe wirklich, dass bald wieder bessere Tage kommen. In eine psychiatrische Klinik möchte ich derzeit nicht, schonmal gar nicht akut. Davon habe ich ehrlich gesagt die Schnauze gestrichen voll.

    Liebe Grüße

    eure frustrierte und etwas müde

    soulsurfer

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 133

    Hallo Soulsurfer

    Tut mir leid das du jetzt in einem Tief steckst. Bei diesen dauernden Schmerzen ist es wirklich schwer die Psyche stabil zu behalten. Ich selber hatte noch keine Depressionen, kann daher auch nicht wirklich mitreden. Ich wünsche dir aber, das du da schnell wieder raus kommst.

    Gruß Flummi

Ansicht von 30 Beiträgen - 151 bis 180 (von insgesamt 224)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.