Neuvorstellung soulsurfer und Frage bzgl. Wartezeit

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  • Bettina Frank – Admin
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    Liebe Soulsurfer,

    so schnell kanns gehen. Eben noch lief es gut, dann wieder so ein Einbruch.

    Habe mich für Amitriptylin entschieden, beginnend mit 10 mg, alle 5 Tage um 10 mg steigernd. Eine Zieldosis steht noch nicht fest.

    Gute Idee, nicht mehrere Dinge gleichzeitig zu starten. Amitriptylin könnte mehrere Baustellen abdecken. Lieber nicht zu schnell hochdosieren, auch wenn die Wirkung jetzt gebraucht wird. Wenn die Nebenwirkungen einen erschlagen (kann passieren beim schnellen Hochdosieren) hat man auch nichts gewonnen.

    Alles Gute und bald wieder eine bessere Phase.

    Liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
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    Liebe Flummi, liebe Bettina,

    Danke für eure lieben Wünsche. Ich hoffe, dass es bald wirkt, auch wenn ich jetzt erstmal geduldig sein muss.

    Vorgeschlagen war eigentlich jede Woche um 25mg steigern und mit dieser Dosis auch zu beginnen, aber das war mir dann doch zu heftig. Dafür ist mein Körper einfach zu sensibel.

    Ich schaue mal, wie sich mein Körper verhält. Sonst werde ich die Intervalle größer wählen.

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    soulsurfer
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    Beitragsanzahl: 143

    Hallo ihr Lieben,

    Ich möchte mal kurz Positives (wenn auch eine Kleinigkeit) berichten: Ich habe gestern Naratriptan genommen und es hat komplett ALLE Schmerzen beseitigt, sodass ich heute, seit 26 Tagen, den ersten, fast schmerzfreien Tag hatte!! Wie schön das doch war. Ob’s am Amitriptylin liegt kann ich natürlich noch nicht sagen, bin derzeit bei einer Dosis von 20mg und andere Auswirkungen bezogen auf den Schmerz habe ich noch nicht feststellen können. Dafür ist es aber auch einfach noch zu früh.

    Und das Versorgungsamt, welches nun nach 5 Jahren prüfen wollte, ob die Schwerbehinderung mit einem GdB von 50 überhaupt noch vorliegt, hat diesen nun auf 80 hochgestuft. Das liegt (unter anderem) an dem Bericht der Schmerzklinik Kiel.
    (Ob 50 oder 80 ist meines Wissens in Bezug auf „Vorteile“ irrelevant, hiermit hatte ich aber nicht gerechnet.)

    Ich hoffe, dass es bald bergauf geht. Mein Morgentief hat sich minimal gebessert, aber da ist noch sehr viel Luft nach oben.
    Aber ich arbeite dran.

    Liebe Grüße an euch

    soulsurfer

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Soulsurfer,

    wie sehr wir schmerzfreie Tage genießen können, wissen andere wohl nicht. 😉 Mich freuts, dass Naratriptan so gut und lange gewirkt hatte.

    Wow, ein Grad der Behinderung von 80 ist wirklich sehr viel!

    Ich wünsche Dir sehr, dass es bald bergauf geht. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 143

    Danke, Bettina 🙂

    Ich komme gerade vom Hausarzt und habe direkt mal noch eine Frage zum Amitriptylin. Er möchte nämlich, dass ich in langsamen Schritten eine Zieldosis von 40mg erreiche (bin jetzt bei 20mg) und ich dann erst mal für längere Zeit dabei bleibe.

    Nun lese ich aber im Migränewissen, dass bei Migräne die Dosis zwischen 50 und 150mg betragen sollte (an anderer Stelle habe ich sogar etwas von mindestens 75mg für die Migräne gelesen).
    Heißt das nun, dass die Dosis von 40mg als Prophylaxe ungeeignet ist? Sollte man bei der Prophylaxe, wie bei den Akutmedikamenten auch, auf jeden Fall ausreichend behandeln?

    Ich bin total verunsichert. Das, was ein Arzt sagt und das, was sich in wissenschaftlichen Texten wiederfindet, sind manchmal zwei völlig verschiedene, sich teils widersprechenende Tatsachen. Ich weiß gar nicht mehr, wem ich glauben oder wem ich vertrauen soll.

    Auch bei der Behandlung von Depressionen steht da beispielsweise immer (sowohl in der Packungsbeilage als auch bei sonstiger Recherche), dass vom Amitriptylin mindestens 75mg gegeben werden müssten. Der Hausarzt sieht das anders und sagt, auch im unteren Bereich kann es schon zu einer ausreichenden antidepressiven Wirkung kommen.

    Ich würde mich natürlich freuen wenn das stimmt, aber mich macht das alles völlig durcheinander. Der Hausarzt ist halt auch nunmal Hausarzt und kein Psychiater oder Schmerztherapeut. Und selbst da scheiden sich die Geister.

    Ich weiß ja auch, dass jeder Mensch verschieden ist und jeder die für sich optimale Dosis finden muss, egal ob antidepressiv oder schmerzlindernd wirkend, aber es gibt da ja schon gewisse Richtwerte.

    Vielleicht weiß ja jemand von euch Rat.

    Liebe Grüße

    eure verwirrte

    soulsurfer

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 3 Wochen von  soulsurfer.
    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Soulsurfer,

    jetzt atme erst mal ruhig durch und mach Dich nicht verrückt. 😉 Dein Arzt möchte wohl in erster Linie, dass das Medikament gut verträglich ist für Dich. Es gibt Leute, die haben sogar schon mit 20 mg eine gute prophylaktische Wirkung, andere brauchen mehr. Es gibt der Grundsatz: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. 🙂

    Wenn die 40 mg nicht ausreichen sollten, kann ja jederzeit noch weiter hochgesteigert werden.

    Bist Du nur beim Hausarzt in Behandlung? Wenn ja, solltest Du auch mal einen Neurologen zu Rate ziehen. Zudem hat der Hausarzt auch nicht so ein großes Budget für die teuren Verschreibungen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
    Teilnehmer
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    Hallo Bettina,

    Ja genau,das hat er auch mehrmals wiederholt, dass er möchte, dass ich es gut vertrage und ich es langsam angehen soll.

    Doch, ich habe eine Schmerztherapeutin. Nur das Amitriptylin war in erster Linie gegen die derzeitige Depression gedacht und nur sekundär, quasi als Glückstreffer, hoffen wir, dass es vielleicht doch auch was gegen die Schmerzen ausrichtet (als Prophylaxe hatte es vor 5 Jahren nämlich mal versagt).

    In Planung bei der Schmerztherapie steht nämlich eigentlich Aimovig an, aber wenn Amitriptylin jetzt zufällig ausreichend hilft, kann ich mir das vielleicht sparen.
    Durch die Depression wird jetzt erstmal die Wirkung des Amis abgewartet, also auch bezogen auf den Schmerz.

    Heißt, die Pläne der Schmerztherapie sind erstmal auf Eis gelegt, bis ich aus der depressiven Episode raus bin. Das habe ich so mit der Schmerztherapeutin besprochen. Vor einem evtl. Einsatz von Aimovig müssen nämlich auch erst noch 50mg Topiramat aus mir raus. Das hat nämlich leider nichts gebracht und die Nebenwirkungen waren nicht vertretbar.

    Muss jetzt eins nach dem anderen abhandeln. Erst eine passende Dosierung von Amitriptylin finden, die mich in erster Linie nicht mehr depressiv sein lässt. Dann die Auswirkungen des Amis auf den Schmerz beurteilen. Dann das Topiramat ausschleichen und dann entweder mit dem Ami weiter jonglieren oder, wie ursprünglich geplant, das Aimovig.

    Die Depression hat jetzt alles etwas durcheinander geworfen. Ich war eigentlich bereits dabei, das Topiramat abzusetzen und war gerade von 75 auf 50 mg runter gegangen.
    Jetzt sind die Pläne etwas durchkreuzt.

    Die 20mg machen mich gerade arg müde, ich hoffe, dass sich das mit der Zeit noch gibt. Fühle mich ziemlich schlapp.

    Nunja. Die letzten 3 Tage war ich allerdings tatsächlich fast schmerzfrei, würde mich natürlich sehr freuen, wenn das aufs Konto des Amitriptylins und nicht auf das des Zufalls ginge 😉

    Euch ein schönes Wochenende!

    soulsurfer

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 3 Wochen von  soulsurfer.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 3 Wochen von  soulsurfer.
    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 62

    Hallo Soulsurfer,
    .

    Das Topiramat braucht man doch eigentlich nicht ausschleichen,- an deiner Stelle würde ich es ganz absetzen,denn es kann auch Depressionen auslösen.

    Alles gute von Ruth

    soulsurfer
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    Beitragsanzahl: 143

    Hallo liebe Ruth,

    man braucht das nicht auszuschleichen? Die Schmerzärztin sagte mir, ich solle pro Woche 25mg runter gehen, sodass ich mit meinen jetzigen 50mg das Medikament innerhalb von 2 Wochen los wäre. (Theoretisch. Bis wir dann unseren Plan geändert hatten.)

    Danke für den Hinweis, vielleicht hat auch das Topiramat seinen wesentlichen Teil zur Depression beigetragen. Dann sollte ich tatsächlich zusehen, das schnellstmöglich rauszukicken, vielleicht bevor ich mit dem Amitriptylin höher gehe…

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    heika
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    Liebe Soulsurfer,

    Ruth hat recht. Bei Migränepatienten muss man Topamax nicht ausschleichen. Bei Epilepsie-Patienten ist das anders, manche Ärzte unterscheiden das halt nicht.

    Lieber Gruß
    Heika

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 143

    Danke Heika, dann lasse ich es ab heute direkt weg und warte nicht erst ab, bis ich Amitriptylin weiter hochdosiert habe.
    Macht ja wenig Sinn. Bin froh, wenn das Zeug endlich raus ist aus meinem Körper!

    Danke für eure Hinweise! 🙂

    Liebe Grüße

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Soulsurfer,

    das klingt nach einem guten Plan, Du bist gut betreut. 🙂

    Dass Du Topamax nicht ausschleichen musst, weißt Du auch bereits. Leider kann es Depressionen auslösen oder bestehende verstärken. Daher ist Depression auch eine Kontraindikation.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 143

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich jetzt so langsam aus dem Gröbsten der depressiven Episode herausgekämpft. Bin nun seit heute bei 50 mg Amitriptylin. Habe zwar Nebenwirkungen, welche aber erträglich sind. Da hatte ich schon Schlimmeres.

    Auf den Schmerz hat das Amitriptylin bisher keine große Auswirkung gezeigt, aber ich bin stimmungsmäßig wieder viel stabiler als vorher und auch wieder aktiver.

    In den letzten Tagen habe ich mir folgende Frage gestellt: Gibt es eigentlich eine Verbindung zwischen chronischer Migräne und dem Trigeminusnerv? Kann dieser im Rahmen einer Migräneerkrankung so gereizt sein, dass er auch Beschwerden im Gesicht verursacht?

    Ich habe seit letzter Woche nämlich einen immer wieder auftauchenden, kribbelnden „Schmerz“ im V2-Bereich, also direkt unter dem linken Auge bis zur Nase hin. Teilweise fühlt es sich dort auch taub an, aber beim Rüberstreichen sind trotzdem beide Seiten gleich empfindlich.
    Mitunter ist das Gefühl auch leicht „elektrisch“, stelle mir das so vor, als würde da ein offenes Stromkabel vor sich hin zündeln. Habe aber keine einschießenden Schmerzen und diese sind von der Intensisät auch eher so bei 4-5. Eine Trigeminusneuralgie schließe ich deswegen eher aus.
    Ich habe auch mehrere druckschmerzhafte Punkte, an der Schläfe zb und direkt unmittelbar neben dem linken Auge. Mitunter zieht der Schmerz auch in den linken Oberkiefer.

    Ich habe ja auch noch den anhaltend idiopathischen Gesichtsschmerz, aber hier waren die Schmerzen immer dumpf und bohrend, also ganz anders als jetzt.

    Ich meine, als ich damals in Kiel war, hätte dort ein Arzt auch gesagt, dass „ja eh alles über das trigeminale System“ läuft und Trigeminusbeschwerden bei Migräne nicht unüblich sind. Ich kann mich aber nicht mehr genau an das Gesagte erinnern und vllt habe ich es auch missverstanden oder falsch abgespeichert.

    Weiß da jemand was? Ist das etwas beunruhigendes, also sollte ich mir Sorgen machen und Montag direkt zur Schmerzärztin? Ich weiß das alles irgendwie mittlerweile nicht mehr so ganz einzuordnen…

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 1 Woche von  soulsurfer.
    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Soulsurfer,

    kann sein, muss aber nicht. Du hast ja auch noch den Gesichtsschmerz, das könnte auch eine neue Variante sein. Oder doch Reizung des Trigeminus …

    Geh mal zur Ärztin, wenn es übers Wochenende anhält und Du beunruhigt bist.

    Aber schön, dass die Stimmung wieder stabiler ist.

    Liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 143

    Hallo ihr Lieben,

    Ich habe nochmal eine Frage…
    Seit einer Woche habe ich ungewöhnliche Kopfschmerzen und kann diese nicht so richtig zuordnen.

    Die Schmerzen sind, nicht wie sonst bei meiner Migräne üblich, direkt über dem linken Auge, sondern in der letzten Woche direkt über dem linken OHR.
    Sie begannen mit Übelkeit, Heißhunger und innerer Unruhe (kenne ich als Vorboten der Migräne) und dann setzte ein stechender Schmerz über dem Ohr ein, der über die Schläfe und Richtung Wange ins Gesicht hinein zog. Dabei war meine linke Wange auch immer wieder leicht am Kribbeln. Über dem linken Auge hatte ich gar keinen Schmerz (…seltsam).

    Hatte in den letzten 4 Tagen 3 solcher Attacken. Heute und zwischen den Attacken ist die Stelle über dem Ohr „nur noch“ ziemlich druckschmerzhaft.

    Gibt es Migräneschmerzen, die sich nicht im Kopf/ an der Stirn abspielen, sondern wirklich punktuell über dem Ohr? Finde diese Stelle äußert ungewöhnlich, sowie dieses Kribbeln im V2 Bereich.
    Das Triptan hat auch nur unzureichend gewirkt.

    Ich bin morgen bei meiner Schmerzärztin und bekomme zum ersten Mal Aimovig. Bin schon ein bisschen aufgeregt 😉

    Ich weiß aber gar nicht mehr,ob ich diese Schmerzen noch erwähnen soll, weil ich mittlerweile Angst habe,auf die Psychoschiene abgeschoben zu werden. 🙁
    Oder ob ich stattdessen einfach warte,ob Aimovig diesen Schmerz positiv beeinflusst…

    Was meint ihr?

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Soulsurfer,

    Ich weiß aber gar nicht mehr,ob ich diese Schmerzen noch erwähnen soll, weil ich mittlerweile Angst habe,auf die Psychoschiene abgeschoben zu werden. 🙁

    selbstverständlich solltest Du mit Deiner Ärztin darüber sprechen. 🙂 Nicht immer so viel Angst haben, offen und kooperativ auf die Ärzte zugehen. Erst wenn Dir wirklich Unrecht geschieht, sollte man sich wehren. Aber nicht schon vorher in Abwehrstellung gehen. 🙂

    Gibt es Migräneschmerzen, die sich nicht im Kopf/ an der Stirn abspielen, …

    Ja natürlich, Migräne kann an vielen Stellen im Kopf, im Nacken, an der Schulterregion … auftreten.

    … sondern wirklich punktuell über dem Ohr?

    Wäre möglich, es gibt aber auch andere primäre Kopfschmerzarten (Münzkopfschmerz z. B.), die auch ins Schema passen könnten. Aber gehe eher mal von einer Variation der Migräne aus und besprich es morgen mit Deiner Ärztin.

    Ich bin morgen bei meiner Schmerzärztin und bekomme zum ersten Mal Aimovig. Bin schon ein bisschen aufgeregt 😉

    Alles Gute! 🍀

    Liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
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    Beitragsanzahl: 143

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mir nun eine psychosomatische Station angeschaut, mich entschieden, dass dies momentan einfach die grundlegend falsche Behandlungsrichtung für mich ist, dies mit meiner Schmerztherapeutin besprochen und sie schien nicht den Eindruck zu machen, mich weiterhin in diese Richtung „drängen“ zu wollen.
    Sie will sich nun mit ihrem Kollegen besprechen und wahrscheinlich werde ich zur diagnostischen Abklärung und wegen der chronischen Migräne in die Rehaklinik Königstein gehen. Dort möchte sie nun einen Platz für mich besorgen.

    Auch scheine ich, mal vorsichtig gesagt und soweit sich das nach genau einer Woche beurteilen lässt, auf Aimovig anzusprechen, was mich super freut und ich wenigstens eine Baustelle endlich in den Griff zu bekommen scheine.
    Gegen den Gesichtschmerz und die Attacken (auch die über dem Ohr) haben wir herausgefunden, dass eine Lokalanästhesie, gespritzt in ein Ganglion des Trigeminusnervs, zumindest für einige Stunden eine Erleichterung bringt. Für Migräne spricht die ganze Geschichte für mich nach wie vor definitiv nicht…

    Aber ich schreibe eigentlich aus einem Grund, was vielleicht für Patienten mit Trigeminusneuralgie oder atypischem GS interessant sein könnte. Ich bitte hierzu wirklich um vor allem deine Meinung, Bettina:
    Ich habe aufgrund eines Wohnortwechsels meinen Zahnarzt gewechselt. Ich habe mich nicht großartig über diesen informiert und habe im Nachhinein herausgefunden, dass es sich um einen Umweltzahnarzt/biologische Zahnmedizin handelt. Ich hatte eigentlich nur einen Termin zur Kontrolle (wie immer ohne Befund, da ich wirklich keine Probleme mit meinen Zähnen habe). Dieser hinterfragte aber dann auch meine Gesichtsschmerzen (die zeitlich gesehen nach meiner WeisheitszahnOP 2016 auftauchten) und erzählte mir von einem Phänomen nach Zahnextraktionen, das sich chirurgisch behandeln ließe.

    Dieses Phänomen/Erkrankung nennt sich „fettig-degenerative Osteolyse im Kieferknochen“, auch bekannt als FDOK oder NICO (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis). Es handelt sich um isolierte Knochenerweichungen in zahnlosen Kiederbereichen. Folge dieser Erweichungen seien zb Hohlräume, die mit fettigem Weichgewebe gefüllt sind. Es wird davon ausgegangen, dass dieses die Gesichtsnerven reizen kann und/oder die Fettzellen Entzündungsbotenstoffe produzieren, die sich über die Nerven quasi im gesamten Körper verteilen könnten und dort zu Beschwerden führen. Bei der NICO-OP geht es darum, dieses fettige Weichgewebe zu entfernen und den Körper durch naturheilkundliche Stärkung des Immunsystems vor und nach der OP zu unterstützen. Klingt erstmal nicht schlecht, dachte ich.

    Diese Osteolysen seien laut der Zahnärztin in einem 3D Röntgenbild zu sehen. Schulmediziner würden diese aber nicht erkennen können, da es wohl einer umweltmedizinischen Ausbildung/Schulung bedarf.

    Diese OP wurde mir nun, sofern Anzeichen auf dem Röntgenbild zu sehen seien, vorgeschlagen. Ich weiß aber ehrlich gesagt gar nicht, was ich davon halten soll. Ich schwanke zwischen „Könnte ja evtl helfen“ (laut Aussage der Zahnärztin seien viele Gesichtsschmerzgeplagte nach dieser OP schmerzfrei) und „Lauf Mädchen, weg von dieser Ärztin, soweit du kannst“.

    Ich war letztes Jahr bei der Zahnchirurgin, die die Weisheitszahn OP durchgeführt hatte, zur Kontrolle, da ich ja bereits unter einem dumpf drückenden Gesichtsschmerz im Oberkiefer bds. litt. Diese versicherte mir nach einer Röntgenaufnahme, dass mit den Nerven alles ok sei und der Knochen sogar überdurchschnittlich gut verheilt. Sprich, kein Befund.

    Durch meine Recherche habe ich herausgefunden, dass dieses NICO Krankheitsbild überhaupt nicht wissenschaftlich belegt ist. Schon, dass es zu den Knochenerweichungen kommen kann und auch zu diesem fettigen Weichgewebe. Aber nicht, dass dies irgendeinen Krankheitswert hätte. Es fehlt also die medizinische Evidenz. Erstaunlich fand ich auch, wozu diese NICOs angeblich führen können. Rheuma, Schilddrüsenerkrankungen, Krebs, MS und natürlich Trigmeninusneuralgie und so weiter und so fort. Für mich ein bisschen viel des Guten.

    Jetzt gehen mir auch diese Sätze durch den Kopf, dass man sich bei atypischen GS keinerlei OP im Gesicht unterziehen soll, die nicht zu vermeiden wäre, da die Schmerzen mit jedem EIngriff sogar schlimmer werden können (ich denke hier an die Menschen, die sich gesunden Zahn um gesunden Zahn ziehen lassen).
    Auch ist die Frage nach einem invasiven Eingriff in einen möglichen und laut Zahnchirurg sogar sicher vollständig gesunden Kiefer natürlich mit mehr als nur viel Vorsicht zu genießen.
    Ich las sogar von einem kritischen Zahnmediziner, der diesen NICO Eingriff als pure Körperverletzung deklarierte.

    Ich weiß nicht mal, ob die Kasse so einen Eingrif bezahlen würde. Bei den wenigen Einträgen im Internet handelte es sich immer um die Behandlung bei einem bestimmten Umweltzahnmediziner, bei dem die PAtienten ordentlich zur Kasse gebeten wurden.

    Auf der anderen Seite steht natürlich der Wunsch nach bzw die Hoffnung auf Beschwerdefreiheit (vorausgesetzt, die Kasse würde bezahlen oder sich die Ärztin irgendwas einfallen lassen, um über diese abrechnen zu können.) Ich habe große Angst, eine große Chance zu vertun, wenn ich jetzt einfach die Behandlung bei der Zahnärztin abbreche.

    Ich hoffe, dass mir jemand helfen kann…Möchte nicht aus Verzweiflung eine Entscheidung treffen, die ich nachher bereue. Egal, in welche Richtung.
    Die Zahnärztin möchte sich die alten Röntgenbefunde anschauen und mit meiner Schmerztherapeutin telefonieren. Ich habe meine Schmerzärztin noch nicht angesprochen und weiß nicht, was sie von der Ganzen Sache hält…

    Sorry für den langen Eintrag und danke fürs Lesen.

    Liebe Grüße

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Soulsurfer,

    super gut, dass Aimovig einen Effekt zeigt. Das freut mich wirklich sehr für Dich. Ein Aufenthalt in Königstein, der dann auch als Reha laufen kann mit der längeren Verweildauer, ist sicher auch ein guter Ansatz. Zumal das Psychosomatische eingehender angegangen werden sollte.

    Und jetzt zur anderen Frage. 😜

    „Lauf Mädchen, weg von dieser Ärztin, soweit du kannst“.

    Lauf, Mädchen, lauf! So schnell und so weit Du kannst! Umweltmedizin mit angeblichen Befunden, die nur die erlauchten alternativen Heiler sehen können, aber nicht die „Schul“mediziner – alleine das ist schon eine Aussage, die ein Kopfschütteln auslöst, das wiederum Attacken triggern kann. 😉 Ich versuche mich jetzt über die humorvolle Schiene rüberzuretten, um nicht deutlicher werden zu müssen.

    Nein, das mache bitte nicht! Jede OP, vor allem so eine absolut sinnlose, kann der Gau sein für Patienten, die eh schon unter Gesichtsschmerzen leiden. Das könnte Dir den Rest geben und eine neue Dauerbaustelle eröffnen. Es ist keine Besserung zu erwarten!

    Auch aus diesem Grund sind wir in Headbook für unsere Mitglieder da. Sie vor sinnlosen, teuren, gefährlichen, schädlichen und unseriösen Therapien zu schützen. Das ist jetzt mal nur eine allgemeine Aufzählung und nicht zwingend auf das von Dir geschilderte Angebot gemünzt. 😉

    Halte Dich bitte weiter an Deine normale Zahnärztin, die alles gecheckt und für gut befunden hatte. In den seltensten Fällen sind die Zähne Auslöser für einen Gesichtsschmerz. Und wenn, dann sieht man die Ursache und kann sie beheben.

    Alles Gute!

    Liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 143

    Liebe Bettina,

    Umweltmedizin mit angeblichen Befunden, die nur die erlauchten alternativen Heiler sehen können, aber nicht die „Schul“mediziner – alleine das ist schon eine Aussage, die ein Kopfschütteln auslöst, das wiederum Attacken triggern kann. 😉

    Ja, diese Aussage fand ich auch extrem…fragwürdig.
    Nach dem Termin war ich erstens ziemlich durcheinander gefolgt von ziemlich wütend,als ich anfing zu recherchieren. Dinge, die ich gerade wirklich nicht brauche. Da lobe ich mir ja doch mein Bauchgefühl und meinen Verstand, der erstmal kritisch hinterfragt.

    Danke dir für diese wirklich eindeutige Antwort, dann weiß ich jetzt, was zu tun ist. Bzw., was nicht zu tun ist und mich nicht auf einen operativen Eingriff ohne medizinisch eindeutige Indikation einlasse.
    Ich werde mir wohl schnell einen neuen Zahnarzt suchen.

    Ich komme gerade vom joggen und hoffe, dass Aimovig mich vor einer Attacke bewahrt. Die letzten Male hat’s geklappt 🙂

    Liebe Grüße und danke nochmal!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  soulsurfer.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Ich komme gerade vom joggen und hoffe, dass Aimovig mich vor einer Attacke bewahrt. Die letzten Male hat’s geklappt 🙂

    Na, hats wieder geklappt? 😉

    Danke dir für diese wirklich eindeutige Antwort, dann weiß ich jetzt, was zu tun ist. Bzw., was nicht zu tun ist und mich nicht auf einen operativen Eingriff ohne medizinisch eindeutige Indikation einlasse.
    Ich werde mir wohl schnell einen neuen Zahnarzt suchen.

    Ein neuer Zahnarzt wäre kein Luxux! Dein Bauchgefühl hat Dich richtig beraten – nie einfach nur irgend etwas operieren lassen, was keiner sieht außer auserwählte Esoteriker.

    Liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 143

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mal wieder ne Frage:
    Also ich habe ja chronische Migräne und zusätzlich diesen migräneartigen Dauerschmerz, der nicht ganz eindeutig klassifizierbar ist bisher (worum sich aber bald die Klinik in Königstein kümmern wird).

    Meine Schmerztherapeutin hatte mir Aimovig verschrieben, womit ich super zurecht komme und sich glücklicherweise die Migränetage reduzieren. Parallel dazu hatten wir mittels therapeutischer Lokalanästhesie (Spritzen) gehofft, eine positive Wirkung auf die Migräne und auf den Dauerschmerz erzielen zu können. Hat aber bisher nix gebracht.

    Nun ist es so, dass es im Januar anfing, unter meinem Auge immer wieder zu kribbeln. Kurze Zeit später (etwa eine Woche) habe ich brennende Schmerzen über dem Ohr bekommen und heftige einschießende, elektrisierende Schmerzattacken. Zunächst nur linksseitig. Seit März fing es auch rechts über dem Ohr an zu brennen mit einschießenden Schmerzen, so dass ich heute oft beidseitiges Brennen über dem Ohr als Hintergrundschmerz habe und zusätzlich an manchen Tagen einschießende Schmerzattacken.

    Meine eigentliche Frage ist, ob dies Folge der Spritzen sein kann. Dass beispielsweise hierbei der (Trigeminus)nerv verletzt wurde, sodass es zu einer Neuralgie gekommen ist.

    Was mich stutzig gemacht hat, war das plötzliche Auftreten auch auf der rechten Seite. Meine Migräne hat sich mein Leben lang immer nur links abgespielt, deswegen dachte ich, dass vllt einfach der Nerv aufgrund der vielen Anfälle überreizt ist.
    Aber dann fingen die Schmerzen plötzlich auch rechts an und rechtsseitig hatte ich nie irgendwelche Probleme. Das einzige, was anders war, war eben, dass die Ärztin mir dort zwei mal die entsprechenden Migränepunkte an Stirn und Schläfe gespritzt hat. Zu den Nervenschmerzen kam es allerdings nicht als mögliche direkte Folge, sondern erst Tage später, sodass ich mir nicht sicher bin, ob hier ein Zusammenhang besteht.

    Am Montag hatte sie mir beidseitig in ein Trigeminusganglion gespritzt und es wurde auch kurzzeitig besser. Nach einigen Stunden und auch am nachfolgenden Tag hatte ich aber deutlich schlimmer brennende Schmerzen und auch deutlich mehr Schmerzattacken, sodass ich da erst auf die Idee gekommen bin, dass die Spritzen das Ganze vielleicht gar nicht besser, sondern eher schlimmer, bzw. im Grunde genommen sogar der Auslöser für die Neuralgie sind? Kann das sein?

    Im Netz lese ich immer nur von „Erstverschlimmerung“ und Co., aber nicht, dass es zu Komplikationen bis hin zu neuralgischen Schmerzen/Schmerzsyndromen kommen kann. Allerdings irritiert mich die pötzliche und dann auch noch beidseitige Trigeminusneuralgie sehr.
    Aber im Grunde genommen machte die Ärztin auf mich bisher auch einen mehr als kompetenten Eindruck, ich vertraue ihr, fühle mich gut aufgehoben und gut betreut, was ich von vielen anderen Ärzten nicht behaupten kann.

    Bin deswegen ziemlich verunsichert. Vielleicht wisst ihr ja Rat.

    Liebe Grüße

    soulsurfer

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  soulsurfer.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7341

    Hallo, liebe Soulsurfer,

    du hast ja schon länger eine sehr komplexe Schmerzsymptomatik, die uns hier sicher überfordert.
    Wäre es da nicht ratsam, dass deine Ärztin sich mit den Ärzten in Kiel, wo du ja im letzten Jahr stationär warst, bespricht? Vielleicht ergibt das dann nochmal neue Ideen und Ansätze.

    Den Begriff „Erstverschlimmerung“ gibt es eigentlich nur bei sehr alternativen Behandlern und ihren speziellen Methoden. Da wäre ich extrem skeptisch, wenn mir jemand das als Erklärung für eine Schmerzverschlimmerung nach einer Behandlung „anbietet“!

    Alles Liebe,
    Julia

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 143

    Hallo liebe Julia,

    ja, vielleicht wäre das auch nochmal eine Idee. Aber jetzt haben wir uns erstmal für Königstein entschieden, was auch mit der langen Wartezeit in Kiel zu tun hat. Königstein wird ja (hoffentlich) auch nochmal neue Ideen mit einbringen können, ich erwarte dort erstmal eine ähnlich gute Betreuung, wie in Kiel. Aber das wird der Aufenthalt bald zeigen.

    Den Begriff hat mir nicht die Ärztin selber genannt. Das war nur die Info, die ich mir quasi selber ergoogelt habe und auch nur im Zusammenhang mit klassischer Neuraltherapie, nicht mit therapeutischer Lokalanästhesie. Sie ist Anästhesistin mit Ausbildung in spezieller Schmerztherapie. Keine dubiose Alternativmedizinerin, davon hatte ich ja jetzt erst beim Zahnarzt genug 😀

    Ich werde sie beim nächsten Termin natürlich auch drauf ansprechen.
    Aber ich bin oft zu ungeduldig bis fast schon panisch und weiß lieber schon vorher Bescheid, wenn es denn einen solchen Zusammenhang geben sollte/könnte. 😉

    Liebe Grüße 🙂

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 137

    Liebe Soulsurfer,

    ganz ehrlich, wenn ich schon lese dass dir etwas in den Nerv gespritzt wird bekomme ich eine Gänsehaut.
    Ich habe einige Akupunkturbehandlungen gehabt, wo mir auch Nadeln im Gesicht in die Partien gestochen worden sind, wo meine „Dauernervenschmerzen“ (oder was auch immer es ist) sind und z.T. hatten ich dann ein richtiges pulsieren an den Stellen. Ich würde keine (Akupunktur)Nadel oder Spritze mehr in meine rechte Gesichtshäfte kommen lassen (abgesehen vom Botox).

    Ich könnte mir also schon vorstellen, dass jeder zusätzliche Reiz die bei dir empfindlichen Nerven im Gesicht noch mehr verrückt spielen lassen.

    Ich drücke die Daumen, dass in Königsstein ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht werden kann.
    Ich wollte da auch gerne hin, aber meine Krankenkasse spielt nicht mit. Jetzt warte ich doch das halbe Jahr auf Kiel. Wer weiss wofür es am Ende gut ist 😉

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Soulsurfer,

    das Wort „Erstverschlimmerung“ ist Esoterik und im Grunde eine Zumutung dem Patienten gegenüber. 🙁

    Das einzige, was anders war, war eben, dass die Ärztin mir dort zwei mal die entsprechenden Migränepunkte an Stirn und Schläfe gespritzt hat.

    Migränepunkte gibt es nicht, daher ist nicht wirklich zuzuordnen, wohin denn nun genau gespritzt wurde.

    Am Montag hatte sie mir beidseitig in ein Trigeminusganglion gespritzt und es wurde auch kurzzeitig besser.

    Was wurde denn gespritzt? Theoretisch könnte schon der Trigeminusnerv dadurch gereizt worden sein, was nun die Schmerzen bedingt. Am besten gehst Du noch mal zur Ärztin und lässt Dich beraten zur Behandlung und wie sie Dir jetzt weiterhelfen kann.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    soulsurfer
    Teilnehmer
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    Liebe @indie,

    Danke für deine Antwort. Königstein hat ja 2 Programme, einmal die Reha über 3 bis 4 Wochen und die „normale“ multimodale, 16 tägige Schmerztherapie, wie sie auch in Kiel vonstatten geht. Für letztere reicht eine normale Krankenhauseinweisung vom Arzt.

    Gab es trotzdem Schwierigkeiten mit der Kasse? Ansonsten freue ich mich aber, dass du nach Kiel kannst, auch wenn 6 Monate eine Durststrecke sind. Aber ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass sie sich lohnt und ich bin mir sicher, dass du dort mehr als zufrieden sein wirst 🙂
    Ich hoffe, dass Königstein genauso kompetent ist.

    Liebe @bettina, was genau gespritzt wurde weiß ich nicht, also entweder Lidocain oder Procain.
    Wie genau die umschriebenen Bereiche sich nennen, weiß ich ebenfalls nicht, „Migränepunkte“ habe ich sie genannt, da ich davon ausgehe, dass bei Migräne andere Bereiche von Bedeutung sind als beispielsweise bei einem Gesichtsschmerz. Der an der Stirn beispielsweise (sie nannte ihn glaube Supraorbitalis).

    Naja jedenfalls war ich nochmal in der Praxis. Die Ärztin hielt es für ziemlich ausgeschlossen, dass die Behandlung zu der Trigeminusneuralgie geführt hat. Sie hat sich Zeit genommen und auch noch ihren Kollegen dazugeholt, um gemeinsam zu überlegen, wie man mir nun helfen könne.
    Auch dieser versicherte mir, dass die Lokalanästhesie in der Schmerztherapie Standard sei und wenn, ich der erste Patient wäre, bei dem es zu solchen „Nebenwirkungen“ gekommen sein sollte. Ausgeschlossen hielt er aber ebenfalls, dass der Nerv durch die Spritze Schaden genommen haben könnte.

    Trotz allem finde ich es seltsam, dass ich plötzlich im Januar eine Trigeminusneuralgie bekomme und dann auch noch gleich beidseits.
    (auf MS wurde ich letztes Jahr negativ gecheckt.), bei sonst immer nur ausschließlich linksseitigen Beschwerden und nur einige Tage später, nachdem mir auch rechts besagte Spritzen gesetzt wurden.

    Wie dem auch sei, wir haben uns dazu entschlossen, bevor wir noch ein zusätzliches, neues Medikament reinnehmen (ich nehme schon so viel), das Lyrica, das mir letztes Jahr gegen meinen atypischen GS verschrieben wurde, auf 400mg hochzudosieren (hab bis her 350mg genommen) und mich so schnell wie möglich nach Königstein zu „bekommen“. Die Anträge faxt die Praxis heute dort hin und dann hoffe ich, dass ich nicht allzu lange warten muss…

    Mir macht das alles ganz schön Sorge. Erst der atypische GS, dann die chronische Migräne, dann der Dauerkopfschmerz, dann die linksseitige Trigeminusneuralgie und jetzt auch noch beiseits. Ich hab echt Angst dass ich irgendeine „Grunderkrankung“ oder so habe…Mein Kopf spielt nach und nach immer mehr verrückt, so ganz normal ist das ja irgendwie nicht 🙁

    Naja, soweit von mir…Liebe Grüße

    soulsurfer

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  soulsurfer.
    Indie
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    Liebe Soulsurfer,

    Für letztere reicht eine normale Krankenhauseinweisung vom Arzt.

    Nein bei mir leider nicht, weil meine Krankenkasse keine Verträge mit Königsstein hat. Ich musste eine Vorsorgeleistung beantragen, die auch im Widerspruch abgelehnt wurde (der Gutachter war der Meinung ich wäre Medikamentenabhängig und ein Fall für die Psychiatrie). Eine Reha kann ich dort auch nicht machen, weil ich in der „falschen“ Rentenversicherung bin.

    Ich möchte jetzt nichts falsches sagen, aber Procain wird bei der Neuraltherapie gespritzt, wo auch gerne was von „Erstverschlimmerung“ erzählt wird. Hier gibt es keine wissenschaftlichen Wirknachweise. Das fällt unter „Alternativmedizin“ und wird von Naturheilkundepraxen gerne als Schmerztherapie angeboten.
    Ich hatte mal einige Procaininfusionen und habe damit aufgehört, nachdem ich beim letzten mal zwei Stunden später dann eine Migräneattacke hatte. Aber vielleicht war das auch die Erstverschlimmerung 😉 Das „nicht wirken“ war für mich aber damit dann bewiesen.

    Ich hab echt Angst dass ich irgendeine „Grunderkrankung“ oder so habe… Mein Kopf spielt nach und nach immer mehr verrückt, so ganz normal ist das ja irgendwie nicht

    Vielleicht ist deine Angst auch Teil des Problems. Ich habe ja selber irgendeine Art von Gesichtsschmerz/ Neuralgie/ whatever und habe totale Angst davor, dass es schlimmer wird oder überhaupt, dass hinter der Migräne doch etwas anderes steckt. Auf der anderen Seite wäre es auch einfacher etwas anderes zu haben was dann möglicherweise besser zu behandeln ist und die Migräne verschwindet dann gleich mit (ich hoffe z.B. immer auf meine Schilddrüse, aber leider sind meine Blutwerte, und zwar ALLE, immer hervorragend- eigentlich sollte ich froh darüber sein aber im ersten Moment bin ich dann doch wieder etwas enttäuscht doch keine einfachere Lösung für meine Schmerzen zu finden).
    Jedenfalls hab ich die Erfahrung gemacht, wenn ich auf diese Dauerschmerzen weniger Aufmerksamkeit richte werden sie auch weniger intensiv (was aber nicht bei Migräne klappt). Angst und Anspannungen führen ja auch unweigerlich zu mehr Schmerzen.
    Vielleicht hilft es schon, wenn deine Ärztin dich mal mit ihren Spritzen in Ruhe lässt und du bis zu deiner Reha die Dinge erstmal akzeptierst wie sie sind und du dir ganz viel Entspannung und Ruhe gönnst?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Indie.
    soulsurfer
    Teilnehmer
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    Hallo liebe Indie,

    das ist ja wirklich blöd mit deiner Krankenversicherung, dass sie sich da so quer gestellt hat. Und die Rentenversicherung gleich noch dazu (solche Aussagen machen mich mittlerweile echt wütend!)
    Aber jetzt kannst du nach Kiel und vielleicht hat das mit Königstein einfach nicht sein sollen.
    Dort wirst du in den besten Händen sein 🙂

    Ich möchte jetzt nichts falsches sagen, aber Procain wird bei der Neuraltherapie gespritzt, wo auch gerne was von „Erstverschlimmerung“ erzählt wird. Hier gibt es keine wissenschaftlichen Wirknachweise. Das fällt unter „Alternativmedizin“ und wird von Naturheilkundepraxen gerne als Schmerztherapie angeboten.

    Also ich glaube, ich habe hier was falsches geschrieben 🙈 So wie ich das verstanden habe, gibt es einen Unterschied zwischen Neuraltherapie und Therapeutische Lokalanästhesie. Erstere ist eher Alternativmedizin, letztere wird in vielen (schulmedizinischen) Schmerzzentren praktiziert.
    Der Begriff „Erstverschlimmerung“ ist nie gefallen, das hatte ich mir nur selber so zusammengereimt.
    Mir wurde versichert, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Schmerzverschlimmerung/ -entstehung und den Spritzen geben kann, zumindest nicht aus medizinischer Sicht.

    Ich habe das jetzt für mich abgehakt, in dem ich mir sage, dass die Spritzen nicht die URSACHE für den Schmerz sein konnten, dass es bei mir aber trotzdem zu einer VERSCHLIMMERUNG geführt hat, aus welchen Gründen auch immer (wer weiß, vllt vertrage ich einfach das Lokalanästhetikum nicht?).
    Wichtig ist, dass nicht mehr gespritzt wird und ich habe auch nicht das Gefühl, überredet zu werden oder ähnliches.

    Ja du hast recht, liebe Indie. Die Angst ist sicherlich ein Problem.
    Ich habe ständig Angst, dass es MS ist oder eine andere entzündliche Erkrankung.
    Die Sache ist die, dass im MRT letztes Jahr auch Herde gefunden wurden, die allerdings unspezifisch waren. Liquor und Co. war alles okay. Jedenfalls sagte der Arzt aber, dass ich das jetzt regelmäßig überprüfen lassen solle, ob neue Herde dazu kommen und er hat mich ein bisschen „kirre“ gemacht.
    Dann habe ich eine leichte Augenmuskellähmung, die von unterschiedlichen Kliniken als mal mehr, mal weniger gravierend eingestuft wird. Kiel sah sogar eine leichte Faszialislähmung. Der von Kiel als MÜK diagnostizierte Dauerschmerz wurde auch nach Medikamentenpause nicht besser und eine Alternativdiagnose gibt es nicht. Behandeln lässt er sich bisher auch nicht, es schlägt einfach nichts an, weder Akutmedikamente noch eine Prophylaxe.

    Ja und jetzt kriege ich plötzlich eine Trigeminusneuralgie mit brennenden Dauerschmerzen zwischen den Attacken und dann auch noch beidseits, was nicht gerade typisch ist.

    Ich habe bezüglich des Dauerschmerzes schon so viel probiert…Hatte ja bisher ein Jahr Zeit…

    Ich versuche auch meinen Fokus auf andere, schöne Dinge zu richten. Ich finde Alternativen (Spaziergang statt Joggen), spiele Gitarre. Meditiere jeden Tag, achte auf regelmäßige Mahlzeiten. Gönne mir Ruhe und Entspannung. Vefalle nicht mehr in Aktionismus während meiner Migräneattacken. Halte mich an die 10/20 Regel.

    Dadurch ist die Intensität der Schmerzen insgesamt auch geringer geworden. Aber meine persönliche Unzufriendenheit auch größer. Denn ich möchte im Sommer meine Ausbildung weiter machen, im August geht es los. Und so, wie ich meine Tage derzeit gestalte/gestalten muss, werde ich die Ausbildung nicht packen.

    Denn jeder „Stress“ löst Attacken aus. Selbst soziale Interaktion, ein Gang in die Stadt ist schon zu viel.
    Ich kann ja jetzt nicht monatelang weiter in meiner Wohnung ausharren…

    Und trotz dieses wirklich, ich sage mal sehr gemäßigten Lebensstils, habe ich jeden Tag Schmerzen und die Attacken kommen auch in Ruhe.

    Ich bin einfach noch nicht optimal medikamentös eingestellt, denke ich. Aber ich habe auch nicht mehr viele Optionen und gerade was Trigeminusneuralgie und insbesondere den Dauerschmerz betrifft, scheint einfach nichts zu helfen.

    Es ist alles so kräftezehrend und ich kämpfe schon so lange, dass ich mittlerweile einfach nicht mehr kann…

    So, jetzt ist das alles auch mal draußen.

    Was sagt eigentlich dein behandelnder Arzt zu deinen Dauerschmerzen? Hat er eine Diagnose gestellt? Oder soll das Kiel übernehmen?

    Ich wünsche dir viel Kraft, liebe Indie, für die nächste Zeit.
    Auf dass wir uns tapfer schlagen 🙂

    Liebe Grüße

    Beatrice
    Teilnehmer
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    Hallo Indie und Soulsurfer,

    ich kann euch sehr gut verstehen, ich denke auch immer, da „muss“ doch noch irgendwas dahinterstecken. Unabhängig von den chronischen Spannungskopfschmerzen und der Migräne habe ich ja noch Endometriose und dazu auch dauernd Symptome, die schon als Fibromyalgie vom Rheumatologen diagnostiziert wurden. Also ziehende, wimmernde, wandernde „Muskelschmerzen“, Muskelkrämpfe z.B. in den Waden, häufig starke Schulterschmerzen, die richtig brennen (manchmal hilft ein Antihistamin dagegen, ein Arzt meinte mal, das kann eine Histaminproblematik sein aber so richtig stimmt das auch nicht), ich habe nachts oft solche Beschwerden und Wasser in den Beinen, dass ich meine Beine nicht mehr aufeinanderlegen kann. Dazu überall Druckempfindlichkeit.

    Bis zu meinem Schleudertrauma war ich ein völlig gesunder Mensch, der eigentlich nie krank war. Seitdem geht es nur bergab. Ich denke auch oft, so viel „Pech“ auf einmal kann man doch nicht haben, das muss doch alles irgendwie zusammenhängen?

    Ich bin nie schmerzfrei und selbst wenn der Kopf einen guten Tag hat ist es halt der Unterleib, die Muskeln, bleierne Müdigkeit, die Beine…

    Das merke ich immer besonders wenn der Kopf besser ist, weil sonst der Kopf so im Vordergrund ist.

    Ich komme schon zurecht und habe trotzdem ein in meinen Grenzen schönes Leben und versuche mir möglichst wenig Gedanken zu machen, das macht es nur schlimmer. Ich bin auch nicht verzweifelt, aber manchmal denke ich schon, wo das noch hinführt?

    Ich bin erst Anfang 30, bin schlank, rauche nicht, trinke keinen Alkohol, esse sehr viel Gemüse, gesunde Sachen etc. Ich mache jeden Tag Gymnastikübungen oder Yoga, gehe spazieren, meditiere. Ich frage mich, woher das alles kommt und ob ich es überhaupt aufhalten kann?

    Liebe Grüße,
    Bea

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 137

    Hallo Soulsurfer,

    So wie ich das verstanden habe, gibt es einen Unterschied zwischen Neuraltherapie und Therapeutische Lokalanästhesie.

    Dann habe ich das falsch verstanden bzw. durcheinander gebracht und bin beruhigt, dass du in seriösen Händen bist 😉

    Ich las neulich, dass eine Trigeminusneuralgie auch ein Symptom von MS sein kann. Ich will dich jetzt wirklich nicht verrückt machen, aber vielleicht würde es Sinn machen da nochmal nachzuforschen (ich weiss nicht wie lange MRT und Liquorentnahme bei dir her sind)?
    Hast du eigentlich schon Antikonvulsiva wie Gabapentin gegen deinen Dauerschmerz ausprobiert?

    Dadurch ist die Intensität der Schmerzen insgesamt auch geringer geworden. Aber meine persönliche Unzufriendenheit auch größer.
    Denn jeder „Stress“ löst Attacken aus. Selbst soziale Interaktion, ein Gang in die Stadt ist schon zu viel. Ich kann ja jetzt nicht monatelang weiter in meiner Wohnung ausharren…

    Ich kann das total nachvollziehen. Bei mir ging im Dezember und Januar auch überhaupt nichts mehr, die Migräne kam eine nach der anderen, ohne dass es noch einen Trigger gebraucht hätte. Im Dezember wars der MÜK, im Januar logischerweise dann die Medikamentenpause, die mich komplett lahmgelegt hat. Darüber hinaus bin ich seit Juli letztes Jahr krank geschrieben und die Zeit läuft mir gefühlt davon.
    Letzte Woche war ich mal kurz auf der Arbeit, weil ich etwas abgeben musste und hätte mich am liebsten an meinen Scheibtisch gesetzt. Ich hätte nie gedacht, dass ich meinen Job mal so vermissen würde. Ich bin auch super frustriert und angekotzt (sorry) von meinem momentanen Leben (nichts machen oder planen zu können, nicht mal bis zum gleichen abend).
    Auch wenn ich also weiterhin meilenweit von „halbwegs normales Leben“ entfernt bin, im Vergleich zu Dezember und Januar geht es mir jetzt aber definitiv besser.

    Vor allem hab ich aufgehört nach den Auslösefaktoren zu suchen, wenn wieder eine Migräne kommt. Und das hat unheimlich viel Druck rausgenommen, weil ich dadurch aufgehört habe mir die Schuld dann zu geben, weil ich etwas „falsch“ gemacht habe.
    Ich gehe ungefähr zur gleichen Zeit abends ins Bett (+/- eine Stunde) und werde morgens von alleine nach ca. 8h wach. Ich esse, wenn ich hunger habe. Ich versuche mich jeden Tag draussen zu bewegen. Wenn es mir schlecht geht lege ich mich hin und sage alles ab. Wenn es mir einigermaßen gut geht erledige ich meinen Kram, treffe mal eine Freund*in oder gehe zum Yin Yoga.
    Und ich arbeite hart daran, nur noch die Termine für den nächsten Tag mir anzugucken und diesen „da muss ich unbedingt funktionieren“ Druck aus mir rauszubekommen.
    Und ganz ehrlich, kurzfristig hilft mir das alles überhaupt nicht. Die Migräne kommt trotzdem im bekannten Rhythmus, aber mehr kann ich eben nicht machen. Letzte Woche hab ich 4 Tage z.B. komplett gelegen. Eine zeitlang hab ich auch jeden Tag Entspannungsübungen gemacht, das brachte auch überhaupt nichts. Dann habe ich ganz damit aufgehört, davon ist es jedenfalls auch nicht schlimmer geworden. Jetzt mache ich es nurnoch, wenn ich gerade Bock drauf habe. Überhaupt versuche ich einfach nichts mehr zu machen „damit“ die Migräne besser wird, sondern einfach zu machen was mir gut tut.
    Das hat meinen Frustrationsfaktor zumindest gesenkt 😉

    Was sagt eigentlich dein behandelnder Arzt zu deinen Dauerschmerzen? Hat er eine Diagnose gestellt? Oder soll das Kiel übernehmen?

    Mein Arzt sagt, der Dauerschmerz käme auch vom Trigeminusnerv (der Meinung bin ich auch, er wandert nämlich schön die Äste im Gesicht ab und hinters Ohr), aber ich hätte mittlerweile soviele verschiedene Kopfschmerzen, das ließe sich jetzt für ihn alles nicht so auseinander halten.
    Ich überlasse die Diagnose also Kiel 😀
    Bei mir hat der Schmerz allerdings auf Opipramol reagiert und war nach der ersten Einnahme schon „leiser“ gedreht. Allerdings habe ich das wegen diverser Nebenwirkungen nach einer Woche schon wieder abgesetzt. Meine Versuche mit Antidepressiva waren bisher immer die reinsten Horrortrips.
    Und der Schmerz tritt auch nicht zusammen mit der Migräne auf, sondern sie wechseln sich ab. Ich könnte mir also auch vorstellen, dass der Nerv einfach von der vielen Migräne überreizt ist.
    Vor zwei Wochen habe ich jetzt das zweite mal Botox bekommen und irgendwie hab ich gerade das Gefühl, dass sich was ändert im Programm.

    So jetzt habe ich einen totalen Roman geschrieben und mein Zeitfenster für das „ins Bett gehen“ hat auch schon angefangen.

    Auch für uns wird es irgendeine Lösung geben. Solange es nicht gut ist, ist es nicht das Ende!

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