Wie du und Bettina bereits schrieben, hattet ihr migränefreie Schwangerschaften…Das hört man so oft. Bei mir war das bei beiden Kindern leider ganz und gar nicht der Fall. Als unsere Lina vor sechs Jahren geboren wurde, habe ich mich die ganze Schwangerschat mit Akkupunktur einigermaßen über Wasser gehalten, wenn auch nicht schmerzfrei. Das ganze hat mich eine UNMENGE an Geld gekostet, war meist 2 mal die Woche da und bei einer Sitzung, die 25 Euro kostet und das über die gesamte Schwangerschaft….:-( Vor der zweiten Schwangerschaft vor drei Jahren hatte ich natürlich migränemäßig bedenken, die Chancen beschwerdefrei zu sein stehen ja ganz gut. Aber auch diese SS war genauso migränebesiedelt wie die erste. Ich war mehrere Male bei einem “Geistheiler”, da ich, wie viele von euch das sicherlich kennen, in allem Hoffnung geschöpft habe, die Akkupunktur mir auf Dauer aber leider zu kostenintensiv war. Wirklich erfolgreich war auch das nicht. Als unser Sohn Lennard geboren wurde, habe ich durch eine seeeehr nette Gynäkologin erfahren, dass es die Möglichkeit der Neuraltherapie gibt. Ich konnte somit die Stillzeit wesentlich mehr genießen, als ich das bei unserer Tochter 11 Monate lang tat. ich bin zu Beginn der Stillzeit immer mit dem kleinen Schnüffel im Maxi Cosi zwei mal die Woche zum Ehemann der Ärztin (der natürlich auch Arzt ist .-) ) gefahren und bekam Spritzen in den Kopf…Ich war einige Male dort, und ich war sehr, sehr glücklich, diese Alternative gefunden zu haben, da dies nicht die Muttermilch belastete… Ja, und von einer dritten Schwangerschaft (ich hätte immer sehr gerne 4 Kinder gahabt) sehe ich nun mit ein paar Tränen im Knopfloch ab weil ich niemals die Garantie haben würde, das es mir gut geht und meine Kinder dann noch öfter weg zu geben, weil ich ja nichts wirkliches tun kann, liegt mir fern.
Ansonsten habe ich auch schon sehr viele Triptan Sorten durch, einige Prophylaxen hinter mir, und alle Stellen “angerannt” , die mir Hoffnung hätten bringen können (Osteopath, Hypnose, …).
Was mir gut tut, ist, das es in unserer Familie Menschen gibt, die dieses “Leid” gut nachempfinden können. Mein Zwilling und ich leiden seit unserer Kindheit an der Migräne. Steffi etwas früher als ich, leider erbricht sie auch bei den Anfällen. Mir bleibt das zumeist erspart. Das ist schon ein Segen. Unsere Mama , Oma und Bruder haben ebenfalls Migräne, wenn auch nicht so schlimm.
Es gab Zeiten, da ging es mir immer mal wieder besser, ich kann die Anfallhäufigkeit auch nicht wirklich an bestimmten Dingen festmachen. Fakt ist, dass sich die Anfälle meist abends und im besondern in der Nacht ankündigen…Das ist auf der einen Seite gut, denn mit den Triptanen, die mir in den meisten Fällen helfen, bin ich am nächsten Tag zumindest so fit, dass ich den Tag arrangieren kann. Der Druck, immer funktionieren zu müssen (oder wollen) ist natürlich immer im Hinterkopf – nur keine Schwäche zeigen….abe die Nächte sind oft nicht schön!!! Ich bin es leider schon seit langem gewohnt, wesentlich mehr Kopfschmerztage im Monat zu haben als freie…. WEnn ich dann abends oder nachts medikamentös dagegenwirke, bin ich am nächsten Tag so fit, dass ich für meine Zwerge sorgen kann. Ich liege derzeit (wie auch letzte WOche und vor drei Wochen ) auch wieder öfter tagsüber im Bett, weil nichts mehr geht…Das war eine lange Zeit unter Thopamirateinnahme wesentlich geringer. Ich habe dieses Medikament bis vor einem Monat über 1,5 Jahre eingenommen. Die 100mg am Tag haben mir das Leben eine Zeit lang etwas einfacher gemacht, die Anfälle waren, (wenn trotzdem noch sehr häufig) zumindest nicht mehr so stark. Seit Januar diesen Jahres gehts mir aus irgendwelchen Gründen wieder viel schlechter, sodass ich viel zu oft zu den Triptanen greifen musste. Leider habe ich mittlerweile einen viel zu hohen Konsum, den ich UNBEDINGT reduzieren möchte und muss. Ich bin nun sehr hoffnungsvoll, was meinen Besuch in Kiel anbelangt , schließlich hat meine Schwester im April dort sooo gute Erfahrungen gemacht….Ich freue mich sehr, dass ich die Chance ebenfalls erhalten konnte, freue mich vor allem darauf, hoffentlich mehr dieser Tage im Monat zu haben, an denen ich ausgeschlafen den Tag beginne und sage: HEUTE IST EIN SCHÖNER TAG!!!
Ich wünsche euch von ganzem Herzen einen schönen, migräne- und auch sonst schmerzfreien Sonntag, eure Snoopy- Ute