Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Steffi Bee stellt sich vor

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  • Steffi Bee
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    Beitragsanzahl: 9

    Hallo, ich bin 29 Jahre alt und im Moment leider aufgrund der Schwere meiner chronischen Migräne nicht arbeitsfähig. Ich habe seit ca. 4 Jahren chronische Migräne, die ich am Anfang noch relativ gut im Griff hatte, aber seit ca. 2 Jahren überhaupt nicht mehr und es wird schlimmer und schlimmer.

    Die Medikamente (Triptane und Schmerzmittel) schlagen oft nicht an und an ca. 15-20 Tagen im Monat liege ich total flach. An Prophylaxe- Medikamenten habe ich so ziemlich alles durch (verschiedene Betablocker, Antidepressiva, Flunarizin, Topiramat,…), Botox habe ich auch schon viermal ohne Erfolg gespritzt bekommen und langsam bin ich wirklich völlig am Ende mit meinen Nerven und es fällt schwer, die Hoffnung nicht aufzugeben, dass es irgendwann mal besser wird.

    Ich war auch schon in mehreren Schmerzkliniken, 2015 auch 14 Tage in Kiel. Zudem habe ich täglich Kopfschmerzen und sehr starke Nacken- Schulterschmerzen, die sich bei Migräneanfällen ins Unerträgliche steigern. Manchmal frage ich mich, ob denn nicht noch etwas anderes dahinter stecken könnte und die Häufigkeit der Migräneattacken irgendwie mit den Nacken- Schulterschmerzen in Zusammenhang stehen könnte, also dass diese triggern (habe auch schon an Fibromyalgie gedacht)?

    Es ist auch so, dass ich das Gefühl habe, je mehr ich tue, desto schlimmer wird mein Zustand. Ich versuche 2-3 mal die Woche nordic walken zu gehen, mache Yoga, bin wöchentlich in einer Verhaltenstherapie und mache regelmäßig Entspannungsübungen. Trotzdem wird es einfach immer unerträglicher. Ich kann zur Zeit, auch wenn ich jeden Abend Mirtazapin einnehme, kaum schlafen, da ich mit meinen Schmerzen keine bequeme Position finde und meine Lebensqualität ist nicht vorhanden, ich kann nichts planen, erlebe kaum noch Schönes, weil diese Schmerzen mein Leben bestimmen. Vielleicht gibt es hier Leute, denen es ähnlich geht, oder die noch irgendwelche Tipps haben, was man tun könnte. Ich bin sehr dankbar für jeden Hinweis und es ist ja schon schön zu sehen, dass man nicht alleine ist. Liebe Grüße, Steffi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Willkommen im Headbook, liebe Steffi Bee. 🙂

    Ich habe ein paar Absätze in Deinen Beitrag eingebaut, so ist er leichter zu lesen und übersichtlicher.

    Schulter- und Nackenschmerzen sind eine Folge der Schmerzerkrankung und nicht Auslöser weiterer Kopfschmerzen. Wobei diese Schmerzen natürlich auch noch gut als Trigger fungieren können. Das ist ein schlimmer Teufelskreis, der bald wieder unterbrochen werden sollte.

    Wenn Du ambulant nicht mehr weiterkommst – und das scheint mir so -, würde ich mich an Deiner Stelle um einen erneuten Klinikaufenthalt bemühen. Da sollte doch einiges neu überlegt werden bei Dir hinsichtliche der Prophylaxe(n). Auch müsste an einen MÜK gedacht werden, so dass Du vielleicht auch eine Medikamentenpause brauchst.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Tatia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 17

    Hallo Steffi Bee,
    Manchmal frage ich mich, ob denn nicht noch etwas anderes dahinter stecken könnte und die Häufigkeit der Migräneattacken irgendwie mit den Nacken- Schulterschmerzen in Zusammenhang stehen könnte,
    Ich denke schon, das die Nacken-und Schulterschmerzen u.a für die Kopfschmerz Attacken stehen können.
    Denn das sind ja Verspannungen, und diese könne durchaus dafür auch verantwortlich sein.

    Ich würde dir nochmal einen Klinikaufenthalt vorschlagen.

    Alles Liebe Tatia

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2850

    Liebe Steffi,

    ich habe jahrelang, viele Jahre lang gedacht, meine Nacken und Schulterschmerzen sind verantwortlich für den Kopf und auch entsprechend agiert. Alle Welt hat meinen Nacken bearbeitet und es wurde immer schlimmer statt besser. Nein, es ist umgekehrt. Die Migräne macht diese Schmerzen, sie gehören oft zur Migräne. DA MUSS DOCH WAS SEIN…war immer mein Satz! Wir suchen eine Ursache, manchmal gibt es keine. Leider.

    „Es ist auch so, dass ich das Gefühl habe, je mehr ich tue, desto schlimmer wird mein Zustand.“ Kenne ich auch ziemlich gut, ich musste lernen gar nichts zu machen und mich dann langsam wieder hochrappeln und das passiert mir immer mal wieder.

    Alles was du machst ist richtig auf jeden Fall, aber du willst, dass die Migräne sich davon beeindrucken lässt, da hat die keinen Bock drauf, je mehr wir etwas tun, damit es verschwindet, je mehr wir uns anstrengen, je mehr strengt es an und ich glaub, das ist Futter für Migräne…

    Liebe Grüße
    Johanna

    Tatia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 17

    Erklären lässt sich der Zusammenhang zwischen Kopf- und Nackenschmerzen durch Verbindungen zwischen dem Trigeminusnerv, der für die Wahrnehmung von Schmerzen im Gesicht, dem vorderen Teil des Kopfes und den Hirnhäuten zuständig ist, und dem großen Hinterhauptsnerv, der den Hinterkopf und den Nacken innerviert.

    Fasern beider Nerven treffen im Gehirn aufeinander, sodass eine durch Migräneattacken bedingte vermehrte Aktivität des Trigeminusnerven über diesen Mechanismus zu Schmerzen im Nacken und Hinterkopf führen kann.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Ja eben, somit ist der Nackenschmerz eine Folge der Migräneerkrankung und nicht umgekehrt, wie viele fälschlicherweise schließen. So wie das oben bereits erwähnt wurde. 🙂

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 309

    Hallo liebe Steffi,

    wie Johanna schon schreibt, kann die Suche nach Ursachen und danach, was man noch tun kann, ziemlich unter Druck setzen und die Migräne „füttern“. Mit jedem Versuch, der nicht den gewünschten Erfolg bringt, wird die Enttäuschung größer, das Vertrauen in Therapien und sich selbst kleiner. Ich kenne das Gefühl, in Richtung Hoffnungslosigkeit zu steuern, sehr gut.

    Möchtest du bei deinen aufgeführten Aktivitäten wie Nordic Walking usw. NUR die Schmerzen positiv beeinflussen? Oder machst du es auch, weil es dir einfach nur gut tut, ohne NUR den Schmerz im Blick zu haben? Sich etwas Gutes zu tun, sich selbst gut zu tun oder auch mal nichts zu tun, bringt sicher etwas mehr Ruhe in Körper und Geist. Und das hilft mir zu lernen, mit der jeweiligen Situation besser umzugehen, mich in Richtung „Es ist, wie es ist!“ zu bewegen und mir genau das zu geben, was ich in dem Moment brauche.

    Ich versuche täglich neu, mein Leben TROTZ der Schmerzen selbst zu bestimmen. Natürlich ist mein Leben durch die Migräne stark eingeschränkt, mehr als genug diktiert sie, wo es lang geht. Aber ganz machtlos fühle ich mich nicht mehr, denn es liegt auch an mir, worauf ich den Fokus lege.

    Mir macht momentan auch mein schlechter Schlaf zu schaffen. Der Ärger darüber bringt mich nicht weiter, sondern Druck. Ich stehe trotzdem regelmäßig auf, trinke meinem Tee während mein lieber Mann frühstückt und lege mich nochmal für ca. 2 Stunden ins Bett, wenn er zur Arbeit fährt. Manchmal schlafe ich ein, manchmal ruhe ich einfach, beides tut mir gut! Diesen „Luxus“ kann ich mir aufgrund meiner AU leisten.

    Ich wünsche dir, dass du dich auch mal zurücklehnen kannst!

    Alles Liebe
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Steffi Bee:

    Ich habe nun seit Monaten fast täglich Migräne und die Attacken werden zunehmend schlimmer. Vor allem die letzte Woche war die absolute Hölle. Diese Woche war ich erneut bei meinem Neurologen und er verordnete mir eine Kortisonbehandlung, die mir mit 22 Tagen aber sehr lang vorkommt. In dieser Zeit soll ich auch keine Triptane oder Schmerzmittel nehmen. Nun meine Fragen: da ich z.b. diese Woche auch 2 migränefreie Tage hatte, ist die Kortisonbehandlung unbedingt vonnöten? Und sind 22 Tage nicht viel zu lang? Ich kannte bisher die Stoßtherapie von 3 Tagen 100 mg Kortison. Diese Therapie hat mir allerdings schon 2 mal nicht geholfen und ich hatte sehr mit den Nebenwirkungen des Kortisons zu kämpfen, dass mir nun sehr mulmig mit 22 Tagen Einnahme ist. Gibt es da nicht ein kürzeres Schema? Auf der Seite von Kiel habe ich gelesen, dass man max. 8-10 Tage Kortison nimmt. Ich wäre sehr dankbar für eine schnelle Hilfe.

    Dosierung: 5 Tage 100 mg, 3 Tage 80 mg, 3 Tage 60 mg, 3 Tage 40 mg, 3 Tage 20 mg, 3 Tage 10 mg, 1 Tag 0 mg und einen Tag 10 mg

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Heika

    Zu der Höhe der Dosierung über diese Tage hinweg kann ich dir leider nicht sagen, was da üblich ist. Das liegt in ärztlicher Hand. Gut ist, dass es langsam abdosiert wird. Hast du Magenschutz? Den solltest du unbedingt dazu nehmen.
    Und dann ist es sehr wichtig, dass du in dieser Zeit Ruhe hältst, dich körperlich sehr schonst, auch wenn du dich besser oder gut fühlen solltest. Und da Kortison aufputscht, wäre etwas zur Sedierung abends auch empfehlenswert.

    Ich wünsche dir sehr, dass die Behandlung bei dir zu einem guten Ergebnis führt und sich dein Nervensystem in dieser Zeit gut erholen kann.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Steffi,

    jedes Mitglied sollte nur einen Schmerzverlauf öffnen, damit man die Übersicht behalten kann. Habe den gestern geöffneten wieder gelöscht und Eure Kommentare rüberkopiert. Verschieben geht leider nicht.

    Wenn Kortison mit drei Tagen 100 mg bisher keine Wirkung hatte, ist es zweifelhaft, ob nun dieses recht lange Schema Sinn macht. Möglich wäre eine Pause – denn ein MÜK ist wahrscheinlich – auch nur mit Sedierung. So könnte man ein Antidepressivum niedrig dosiert (klappt recht gut mit Tropfen) einnehmen und mit viel Ruhe und Schlaf Schmerzphasen überstehen. Du musst auch krankgeschrieben werden, sonst macht das alles keinen Sinn.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Steffi Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Vielen Dank für die Antwort Bettina! Entschuldige, ich wusste nicht recht, ob meine Frage mit dem Kortison unter den Schmerzverlauf passt, aber nun weiß ich es ;). Ja, ich nehme momentan sowieso Trimipramin als Tropfen und versuche seit Montag nichts gegen die Schmerzen zu nehmen. Es ist wirklich schwer, die Schmerzen auszuhalten. Aus Kiel kenne ich noch die Sedierung mit Vomex (und Melperon), aber so richtig gut klappt das damit leider auch nicht. Ich hätte z.B. noch Tavor hier. Könnte man das zusätzlich nehmen oder macht das keinen Sinn? Wie lange sollte ich die Pause machen, wenn eine chronische Migräne schon diagnostiziert ist? Muss ich da wieder volle 8 Wochen durchhalten oder reicht eine kürzere Zeit auch? Ich habe mit dem Kortison noch nicht angefangen, weil ich etwas Bedenken hatte. Soll ich es vielleicht erstmal nochmal mit den 3 Tagen 100 mg probieren?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Steffi,

    Du kannst hier in Deinem Schmerzverlauf jede Frage stellen. 🙂 Nur kein neues Forum extra für die Frage erstellen wegen der Übersichtlichkeit.

    Du musst das alles mit dem Arzt besprechen, das ist Dir ja klar. Ich kann hier nur ganz allgemein Möglichkeiten aufzeigen.

    Ich hätte z.B. noch Tavor hier. Könnte man das zusätzlich nehmen oder macht das keinen Sinn?

    Doch, Tavor macht Sinn, auch Diazepam oder Vomex, wobei Vomex alleine meist zu wenig sediert. Gut, dass Du schon Trimipramin hast. Nimmt man mehrere sedierende Medikamente, muss man aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Daher vom Arzt die Dosierung angeben lassen. Zum Trimipramin könnte man noch z. B. Tavor ergänzen, wenn Du es im Hause hast.

    Drei Tage Kortison (+ Magenschutz) könnten Sinn machen und die Schmerzen besser erträglich machen. Einen Versuch ist es wert, aber Du brauchst halt während dieser Zeit Schonung und viel Ruhe.

    Wie lange sollte ich die Pause machen, wenn eine chronische Migräne schon diagnostiziert ist? Muss ich da wieder volle 8 Wochen durchhalten oder reicht eine kürzere Zeit auch?

    Es reicht aus, wenn Du nach Absetzen des Kortisons drei aufeinanderfolgende schmerzfreie Tage hast. Dann gilt die Pause als erfolgreich beendet. Die acht Wochen dienen meist nur zur Diagnosestellung der chronischen Migräne.

    Liebe Grüße und gutes Gelingen,
    Bettina

    Steffi Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Vielen Dank für deine Antworten Bettina, das hilft mir schon mal weiter. Nur ein Problem habe ich noch. Ich habe leider nie 3 schmerzfreie Tage hintereinander. Ich habe auch schon mal eine 8 Wochen Pause gemacht ohne dass dieser Punkt gekommen ist. Ich habe nicht mal einen kompletten schmerzfreien Tag, weil ich jeden Tag zumindest Spannungskopfschmerzen habe. Heißt das, ich muss dann doch wieder die acht Wochen durchhalten?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Steffi,

    nein, Chroniker müssen nicht diese drei schmerzfreien Tage aufweisen. Allerdings ist auch für Chroniker die Pause wichtig, damit die Akutmedikation nicht an Wirksamkeit verliert. Auch Prophylaxen wirken nach einer Pause wieder besser, wenn man oft behandelt hatte.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Steffi Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Wie lange sollte man die Pause dann machen ohne die drei schmerzfreien Tage? Trotzdem 8 Wochen?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Nein, das ist nicht nötig! Wenn Du zwei Wochen nach Absetzen des Kortisons durchhalten könntest, wäre das auf jeden Fall eine gute Sache.

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 309

    Liebe Bettina,

    weiter oben schreibst du, dass auch für Chroniker eine Pause gut ist.
    Wie oft „sollte“ man diese Pause anstreben bzw. durchführen?

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida!🍀

    Steffi Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo ihr Lieben,
    ich habe es geschafft ganz ohne Kortison eine Pause von 3 Wochen zu machen. Es war sehr schwer, aber das brauche ich euch wahrscheinlich nicht erzählen. Nun ist es aber so, dass ich nun schon wieder den 10. Tag am Stück Migräne habe. Habe am Montag auch wieder angefangen zu behandeln, weil ich einfach nicht mehr konnte. Da hat das Triptan auch schnell gewirkt, aber in der Nacht ging es dann wieder los. Die nächsten zwei Tage habe ich wieder behandelt, allerdings haben die Triptane und Novalgin kaum Wirkung gezeigt. Nun meine Frage: kann es denn sein, dass man trotz Pause in einen Status kommt? Ich weiß langsam nicht mehr, was ich tun soll und bin so verzweifelt. Jetzt vielleicht doch Kortison? Aber wieso wird es denn nicht besser trotz Pause? Und die Medikamente sollten doch auch wieder besser wirken…

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 347

    Liebe Steffi Bee (u.a.Leser),

    ich kann deine Verzweiflung gut nachvollziehen, auch wenn ich jetzt keine heißen Tipps geben kann.
    Ich habe im März und April immerhin 5 Wochen Schmerzmittel- bzw. Triptanpause gemacht mit nur zweimal Kortison 100mg, war ganz stolz, dass ich es so durchgestanden hatte. Im Mai hatte ich dann immerhin gelegentlich ein paar Tage zwischen den Attacken, am besten waren 1mal 6 Tage, das hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Seit Juni ist es aber trotz allem ein sehr heftige Phase für mich, nun gerade über 3 Wochen täglich Migräne, was mit noch soviel Ruhe, Entspannung, AKzeptanz, Erhöhung von Doxepin abends nicht zu ändern war.
    Nun habe ich von meiner Ärztin ein Kortisonschema für 2 Wochen bekommen, 3 Tage 100, 3 Tage 80 etc. bis 3 tage 20. Nun komme ich endlich mal wieder zum Luftholen und fühle mich wie ausgewechselt (3. Tag mit 100mg). Von Candesartan nun Wechsel zu Micardis.

    Ich bin gerade sehr unsicher, ob ich mich nun ganz ruhig verhalten soll oder auch mal was softes unternehmen kann nach meiner mehrwöchigen „Quarantäne“. Auch wurde mir nicht gesagt, ob ich auf Triptane verzichten soll, doch es hieß, das sei kein MÜK, sondern ein Status.
    Nachdem ich hier gelesen habe, dass mehrere anscheinend gerade verstärkt Probleme haben und es auch in der Praxis so rückgemeldet wurde, scheinen doch viele mit der anhaltenden Wärme bis Hitze nicht klarzukommen, auch wenn es erstaunlicherweise in NRW kaum schwül ist, dann finde ich es noch schlimmer.
    Ichwurde auch angehalten nicht ständig zu überlegen, was ich wieder falsch gemacht haben könnte, das sei ein Spezifikum bei Migränikern 😉
    Also , liebe Steffi, leider kein heißer Tipp, aber doch mein volles Mitgefühl!

    Liebe Grüße,
    Jasmin

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 3 Wochen von  Jasmin.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Katrin, Deine Frage ist leider untergegangen, aber jetzt kam sie wieder hoch. 😉 Sonst bitte gerne immer auch mal selbst wieder nachfragen.

    weiter oben schreibst du, dass auch für Chroniker eine Pause gut ist.
    Wie oft „sollte“ man diese Pause anstreben bzw. durchführen?

    Eine Pause sollte dann eingelegt werden, wenn Akut- und Prophylaxemedikamente nicht mehr so gut wirken.

    Liebe Steffi,

    ich habe es geschafft ganz ohne Kortison eine Pause von 3 Wochen zu machen. Es war sehr schwer, aber das brauche ich euch wahrscheinlich nicht erzählen. Nun ist es aber so, dass ich nun schon wieder den 10. Tag am Stück Migräne habe. Habe am Montag auch wieder angefangen zu behandeln, weil ich einfach nicht mehr konnte. Da hat das Triptan auch schnell gewirkt, aber in der Nacht ging es dann wieder los. Die nächsten zwei Tage habe ich wieder behandelt, allerdings haben die Triptane und Novalgin kaum Wirkung gezeigt. Nun meine Frage: kann es denn sein, dass man trotz Pause in einen Status kommt? Ich weiß langsam nicht mehr, was ich tun soll und bin so verzweifelt. Jetzt vielleicht doch Kortison? Aber wieso wird es denn nicht besser trotz Pause? Und die Medikamente sollten doch auch wieder besser wirken…

    Hattest Du denn Ruhe während und nach der Pause, oder warst Du weiter im Hamsterrad? Träfe Letzteres zu, hatte die Pause wohl wenig Effekt, da sich das Nervensystem nicht erholen und runterfahren kann. Ob mit oder ohne Kortison, das macht dann kaum einen Unterschied.

    Du solltest Wert auf eine gute wirkende Prophylaxe legen, das ist in gewissen Zeiten die einzige Möglichkeit. Natürlich zusätzlich zum Verhalten, das entsprechend angepasst werden sollte.

    Liebe Jasmin,

    Ichwurde auch angehalten nicht ständig zu überlegen, was ich wieder falsch gemacht haben könnte, das sei ein Spezifikum bei Migränikern 😉

    Ganz genau das, was wir Dir praktisch in jedem Beitrag schreiben. Ich fürchte, das ist Deine 1. Baustelle, erst danach kommt die Migräne. :/

    Unternimm was, genieße, mach Ausflüge und schöne Unternehmungen. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Steffi Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Wie kann das eigentlich sein, dass mir so oft Triptane und Schmerzmittel nicht helfen? Immer wieder bekomme ich zu hören, auch von Ärzten, dass Triptane bei Migräne zuverlässig helfen müssten, aber das ist bei mir nicht so. Habe auch schon alle sieben Arten durch.
    Für mich wäre es so eine Erleichterung, wenn ich wüsste, ich könnte mich auf ein Medikament verlassen.

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 309

    Hallo Steffi,

    da gibt es mehrere Möglichkeiten:

    1. Du hast ja gerade Medikamentenpause gemacht. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, im MÜK zu sein, eigentlich nicht so groß.

    2. Der Einnahmezeitpunkt ist bei vielen von uns entscheidend und sollte so früh wie möglich erfolgen, vielleicht hast du da noch Spielraum. Da wir aber auch mit den Medikamententagen „jonglieren“ müssen, ist die Entscheidung für eine Einnahme machmal nicht einfach. Ich kann meine Medikamente auch noch sehr spät nehmen, der Wirkungseintritt dauert etwas länget, aber bei mir wirken sie trotzdem noch.

    3. Welche Akutmedikamente nimmst du? Das Triptan alleine, Naproxen oder ein anderes Schmerzmittel dazu? Vorweg wäre MCP oder Motilium gut, um den Magen zu „wecken“, der bei Migräne bei vielen lahm gelegt ist. So werden die Wirkstoffe schneller zum Dünndarm transportiert und aufgenommen.

    4. Einige Triptane stehen in anderer Darreichungsform zur Verfügung (Spritze, Nasenspray, Schmelztablette, noch was???), hast du da schon „experimentiert“?

    5. Die Triptane sind nicht deine Medikamente, das soll ja durchaus auch vorkommen.

    Berate dich doch bitte mit deinem behandelnden Arzt, der hat sicher einen guten Überblick über deine bisher gelaufenen Therapien und kann dir vielleicht neue Möglichkeiten aufzeigen.

    Alles Gute für dich!
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Liebe Steffi,

    ich kann jetzt nicht alles nachlesen, nimmst du aktuell eine medikamentöse Prophylaxe oder hast du schon etwas in dieser Richtung in der Vergangenheit ausprobiert? Es kommt leider immer mal vor, dass bei manchen Migränepatienten die Triptane nicht helfen, in diesem Fall muss man den Hauptschwerpunkt auf vorbeugende Maßnahmen legen.

    Ich musste mal einige Monate ganz ohne Triptane auskommen, das ist ja genauso, wie wenn sie nicht wirken. Ich fühle da wirklich mit dir!

    Lieber Gruß
    Heika

    Steffi Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo Katrin, vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich habe tatsächlich schon alles mögliche ausprobiert, die Kombination der Triptane mit MCP vorher und Naproxen nachher, sowie mit anderen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Novalgin, trotzdem bleibt alles oft ohne Wirkung. Ich hatte auch schon mal das Ascotop Nasenspray und die Imigran inject. War aber auch alles nicht optimal: Ascotop hat leider gar nicht gewirkt und Imigran inject, manchmal ja, manchmal nein. Komisch alles. Manchmal zweifel ich schon an mir, aber ich bin mir sicher, dass es Migräne ist. Die Schmerzen sind sehr stark, verbunden mit extremen Nackenschmerzen, Licht-, Lärm- und Geräuschempfindlichkeit. Zudem sind die Schmerzen oft einseitig pochend. Mein Neurologe weiß auch keinen Rat mehr, da schon alles probiert wurde.

    Liebe Heike, dir auch vielen Dank für die Antwort! Meine Prophylaxe wurde gerade mal wieder umgestellt. Ich nehme aktuell Doxepin am Abend und soll mit Sertalin am Morgen anfangen. Ich habe da leider auch schon sehr viel durch, von diversen Antidepressiva über Betablocker, Flunarizin, Topiramat ect. Langsam fällt es mir sehr schwer daran zu glauben, dass überhaupt mal etwas hilft. Aber es ist toll, hier auf Gleichgesinnte zu treffen, die wissen, womit man sich so rumschlagen muss.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4299

    Liebe Steffi Bee,

    wenn ich all die Beiträg überfliege, dann möchte ich dir unbedingt einen Aufenthalt in der Schmerzklinik Kiel empfehlen.

    Ich habe den Eindruck, dass bei dir irgendwie der Wurm drin ist. So richtig kann man das alles sicher nur während eines stationären Aufenthalt in einer spezialisierten Klinik beurteilen und behandeln.

    Ich selber war in so einer ausweglosen Situation. Die Schmerzklinik in Kiel war für mich die Rettung.

    Lass diesen Gedanke doch einmal zu. Versuche es dir vorzustellen, und überlege, wie es gehen könnte.

    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg im weiteren Verlauf.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Steffi Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Liebes Sternchen, danke dir. Ja, Kiel möchte ich unbedingt nochmal angehen. Dieses Jahr habe ich bereits schon zwei Klinikaufenthalte hinter mir und das ist wirklich langsam ganz schön kräftezehrend. Nächstes Jahr will ich es gerne nochmal in Kiel versuchen. Ich weiß auch, dass ich mich da jetzt schon um eine Anmeldung kümmern muss aufgrund der langen Wartezeiten. Da ich leider aus dem Süden Deutschlands komme ist die Anreise für mich dahin gar nicht so einfach und ich habe das noch vom letzten Mal (2015) alles recht schlimm in Erinnerung… aber Kiel ist wirklich die beste Klinik, in der ich bisher war.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4299

    Liebe Steffi Bee,

    da wäre dann ja Kiel für dich auch eine Anlaufstelle, die du zunächst einmal telefonisch um Rat fragen kannst, wenn die Probleme so arg sind.

    Ja, und dann habe ich da noch etwas, Etwas, was neben der medikamentösen Prophylaxe entscheident ist, und ich unbedingt empfehle. Es ist schwer zu leisten aber ohne dem geht es nicht. Das Verhalten. Alle Maßnahmen, die angewandt werden helfen am Ende nix, wenn der Kopf, das zentrale Nervensystem nicht genügend Ruhe findet. Solange diese Ruhe nicht stattfindet, braucht man über fehlschlagende Medi´s und Maßnahmen nicht nachdenken. Im Gegenteil allein das Nachdenken ist keine Ruhe und steht gegen bzw. für die Migräne.

    Alles Liebe für dich
    wünscht
    Sternchen

    Steffi Bee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Hallo ihr Lieben, ich brauche mal wieder einen Rat. Ich habe gerade wieder eine extrem schlimme Phase. Habe am Samstag, Sonntag und Montag Kortison eingenommen. Von Samstag auf Sonntag Nacht war es so dermaßen schlimm mit der Migräne, dass ich eine Bereitschaftsärztin nach Hause rufen musste. Hatte zunächst selber nochmal mit Sumatriptan inject behandelt, aber es hat null geholfen. Die Ärztin spritzte mir dann Novalgin, damit wurde es erträglicher, aber nicht gut. Sonntag und Montag waren dann auch noch ganz schlimm, aber am Dienstag ging es mir dann auf einmal besser. Seit gestern ist es aber schon wieder unerträglich. Ich bin völlig am Ende, schaffe es in meinem Zustand gerade nicht mal zum Arzt und weiß nicht weiter. Hat das mit dem Absetzen des Kortisons zu tun, dass das auf einmal schon wieder so schlimm wird? Mir ist auch so extrem übel die ganze Zeit, dass ich mich frage, ob ich mit dem Kortison alles noch schlimmer gemacht habe. Kennt das jemand, dass man sich nach Kortison so elend, grippig und übel fühlt? Mit der Migräne noch dazu ist es wirklich sowas von unaushaltbar. Ich soll eben auch versuchen keine Schmerzmittel, Triptane mehr zu nehmen. Die haben eh schon kaum noch gewirkt. Wäre so dankbar für Ratschläge und Tipps.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4299

    Liebe Steffi Bee,

    ich hänge auch grad fest. 🙂 Diese Phasen gibt es einfach. Aber da erzähle ich dir auch nichts Neues.

    Wie ist es denn bei dir seit Juli gelaufen? Warum hast du jetzt Kortison genommen? Bist du im MÜK? Wenn die Mittel alle nicht wirken, wäre das ja ein Symptom für einen MÜK. Oder sollte Kortison einfach „nur“ zur Schmerzunterbrechung dienen? Wie sieht es mit sedierenden Medikamenten aus? Für die Nacht würde es dir vielleicht helfen. Besprich das mit deinem Arzt. Wenn du das noch nicht ausprobiert hast, hättest du jetzt/heute noch die Gelegenheit es anzusprechen.

    Wie weit sind deine Vorbereitungen für den Klinikaufenthalt in Kiel? Hattest du dort schon mal nachgefragt?

    Wie schon seiner Zeit geschrieben, glaube ich, dass du nur dort, nach dem du ja auch schon in Kiel warst, nachhaltig Hilfe bekommst.

    Ließ auch noch einmal die ganzen Beiträge vom Juli dieses Jahres. Alle hatten dir da schon so hilfreiche Informationen gegeben.

    Ich hatte diese Verschlimmerung nach dem Absetzen vom Kortison auch schon. Aber im Grunde ist es ja Spekulation, ob das nun bei dir auch so ist. Das bringt dich ja nicht weiter.

    Wenn du wirklich Änderung möchtest wäre es wichtig, dass du aus dieser Spirale herauskommst. Das geht nur mit entsprechendem Verhalten und einem Spezialisten an deiner Seite, der dich vor allem auch medikamentös unterstützt. Du bist ja kein Neuling mehr. Kennst Kiel schon. Ich würde auch dort wieder ansetzen.

    Alles Liebe und ganz schnelle Besserung
    wünscht
    Sternchen

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 347

    Hallo Steffi Bee,
    nach längerer Kortisoneinnahme (also 2 Wochen ca.) habe ich auch schon Probleme gehabt, dass mein Körper wieder selbst die Kurve kriegt, nach drei Tagen eher nicht so wahrscheinlich, sage ich mal laienhaft. Ich hatte aber im Sommer selbst eine sehr schlimme Phase, wegen der ich eben diese zwei Wochenphase verordnet bekam.
    Mir kam spontan die Idee, ob du dich nicht für die Medik.pause vorübergehend stationär einweisen lassen kannst, wenn es eine wohnortnahe Neurologie, mit denen du besprechen kannst, wie es zu handeln ist. Ich hätte sowas im Münsterland erstaunlicherweise tatsächlich, was ja nicht selbstverständlich. Dann muss aber auch klar sein, dass es keine Schmerzmittel und Triptane gibt. Mit den zwei Wochen Kortison ging es bei mir allerdings im Sommer auch ambulant sehr gut, dass ich mal wieder aus der Schleife kam. Zuvor hatten Einzelgaben nichts bewirkt.
    Doch auch dann muss man sich eine Auszeit verordnen, viel Ruhe, selbst wenn man sich fitter fühlt.
    Das Problem mit Übelkeit hatte ich in dem Zusammenhang mit vielen Attacken auch, mit Kortison ging es weg. Evtl. ist aber auch tatsächlich der Magen angeschlagen, dann muss ich persönlich eine Zeit lang den behandeln mit magenschonender Ernährung (viel Kartoffeln, nichts fettiges und süßes plus heilende Tropfen oder Säureblocker).
    Schnelle gute BEsserung wünsche ich dir,
    Jasmin

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