Tina stellt sich vor

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  • Tina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo an alle Mitglieder,
    bin neu hier und freue mich, dass ich diese Seite gefunden habe und mich mit euch austauschen kann.

    Ich bin 55 Jahre alt und leide seit vielen Jahren an MÜK. Angefangen hat alles
    mit klassischer Migräne im Alter von ca. 20 Jahren. Damals gab es noch keine Triptane. Spannungskopfschmerzen kamen hinzu (habe einen Bürojob). Ohne es zu merken, bin ich durch die vielen Schmerzmittel, die ich ohne Rezept in den Apotheken bekomme, in den MÜK geraten. Ein
    Schmerzmittelentzug im Jahr 2000 blieb leider erfolglos.

    Nun hoffe ich auf Hilfe in der Schmerzklinik Kiel, in der ich ab 25.10. einen stationären Aufenthalt habe. Da ich nur Gutes über die Klinik gelesen habe, bin ich voller Zuversicht 🙂
    Wie es mir dort ergangen ist, berichte ich nach dem Aufenthalt.

    Liebe Grüße
    Tina

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Tina, herzlich willkommen bei uns. 🙂

    Wie meinst Du das, dass ein Schmerzmittelentzug ohne Folgen blieb? Hattest Du ihn richtig und ausreichend lange durchgeführt? Gut, dass Du bald einen Termin in der Schmerzklinik hast, danach kannst Du mit frischem Wissen neu durchstarten. Wenn Du hinterher berichten willst – wir haben eine extra Gruppe hier in Headbook für solche Beiträge. Jetzt schon alles Gute und viel Erfolg in der Klinik.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Tina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo Bettina,
    vielen Dank für die guten Wünsche.

    Bei meinem Schmerzmittelentzug im Jahr 2000 war ich 3 Wochen in einem Krankenhaus in Bielefeld- Schildesche.
    Es lief eigentlich gar nicht so schlecht dort. Wir haben auch Entspannungstechniken kennengelernt, Massagen bekommen u. psych. Gespräche in der Gruppe. Nach ca. einer Woche ließ der Entzugskopfschmerz nach. Drei Wochen lang kam ich ohne Schmerzmittel aus. Ich hatte aber keinen Ansprechpartner bzgl. Medikamenten nach der Zeit in der Klinik wenn es mir nicht gut ging. Und so kam es, dass ich wieder freiverkäufliche Schmerzmittel nahm (die Tabl. enthielten Aspirin, Paracetamol und Coffein) um arbeiten gehen zu können.

    Das „tolle“ dabei ist ja, diese Tabletten, ich habe immer 2 auf einmal genommen, helfen bereits 20 Minuten später. Man fühlt sich im Kopf „frei“ und kann arbeiten gehen. Aber…nach einer gewissen regelmässigen Gewöhnungszeit, kommen die Schmerzen ca. alle 4-6 Stunden wieder. Ich kann die Uhr danach stellen. Nehme ich keine Tabletten ein, habe ich 2 Stunden später extrem starke Schmerzen (ganzer Kopf, kein pochender Schmerz).
    Zu 90 % ist es ein MÜK. Und die restlichen 10 % Migräne. Deswegen hoffe ich ja, dass ich in Kiel wenigstens von den Mischpräparaten runterkomme.

    Ich habe mal gelesen, dass der MÜK der einzige Kopfschmerz ist, den man heilen kann… das lässt hoffen.

    Die Migräne werde ich wohl behalten, aber vielleicht komme ich dann mit weniger Triptanen aus, weil ich z.Zt. davon eine ganze Packung im Monat brauche.

    Meine Angst ist, dass ich in Kiel für ein paar Tage das Bett wegen starker Entzugskopfschmerzen nicht verlassen kann und von den anderen schönen Dingen in der Klinik in Kiel (Sport, Vorträge usw) die ich unbedingt erfahren möchte, bekomme ich nichts mit (An- und Abreise 16 Tage).

    Da hab ich mir ja einiges vorgenommen.

    Viele Grüße
    Christine

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Christine,

    verständlich, dass so eine Schmerzmittelpause keinen langfristigen Nutzen hat, wenn die Nachsorge komplett ausgelassen wird. Das passiert Dir in Kiel nicht, sei da ganz zuversichtlich. Kombinationsschmerzmittel führen viel schneller in einen MÜK und sollten – wenn überhaupt – nur ganz kurzfristig und selten eingesetzt werden. Bei einer hohen Frequenz überhaupt nicht! Sonst kommt man immer wieder in diesen Teufelskreis, den muss man unbedingt durchbrechen.

    Mach Dir bitte nicht im Vorfeld schon so viele Gedanken und Sorgen. Wenn Du mal was verpasst, ist das kein Weltuntergang. Du wirst alle wichtigen Botschaften und Hilfen erhalten, selbst dann, wenn Du sehr viel im Bett sein solltest. Das wird aber ziemlich sicher nicht der Fall sein, mach Dich nicht jetzt schon verrückt damit. 😉 Lass alles in Ruhe auf Dich zukommen und denke daran, dass die Schmerzmittelpause dort das Wichtigste für Dich ist und nicht der Sport. Den kannst Du zu Hause auch machen, Vorträge wirst Du sicher irgendwie schaffen können.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    Hallo Christine,

    ich möchte dir ein wenig die Bedenken nehmen, wegen der Schmerzen das Bett nicht verlassen zu können. Sollte es so sein, dann bist du in den besten Händen, um gut über die Schmerzphase zu kommen. Das aber muss nicht sein.

    Ich kann natürlich nur über meine Erfahrungen schreiben, möchte aber nicht versäumen, dir diese mitzuteilen, denn, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ein bis zwei Tage zwischendurch schmerztechnisch sehr bewegt lief, das wars dann aber auch. Diese Tage sind nicht umsonst, sind es wesentliche Tage, die zum „Heilungsprozess“ dazugehören, geradewegs aus dem MÜK rausführen. Für all die „schönen Dinge“, wie du schreibst, wirst du sicherlich Raum und Zeit haben.

    Liebe Grüße und eine gute Zeit.
    Semi

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 7 Monate von  Semi.
    Tina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo Semi,
    danke für deine mutmachenden Worte.

    Auf der einen Seite mache ich mir schon Gedanken, ob ich das alles schaffe, aber so wie bisher (mit den vielen Schmerzmitteln über Jahre) kann es auf keinen Fall weitergehen. Auf der anderen Seite freue ich mich aber auch schon auf Kiel weil ich weiß, dass es nur bergauf gehen kann. Ich habe bisher nur Positives über die Klinik gelesen.

    Ich habe noch eine Frage, weiß nicht wo ich sie hier im Forum stellen kann:

    Werde ich für die Zeit des Klinikaufenthaltes von e.Arzt der Klinik krankgeschrieben oder muss mich der einweisende Arzt hier am Wohnort krank schreiben?

    Viele Grüße
    Tina

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    oh weh, ich kann mich nicht mehr recht erinnern, aber ich denke, da es ja ein Klinikaufenthalt ist, dass das über die Klinik selbst läuft.

    LG Semi

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4540

    Hallo Tina,

    ich meine mich erinnern zu können. 🙂 🙂 🙂

    Die Zeit des Klinikaufenthaltes bestätigt die Klinik. Danach muss aber der eigene Arzt krankschreiben.

    Alles Gute für dich.
    Lieber Gruß
    Sternchen

    fienchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 60

    Hallo Tina,

    ich bin jetzt seit etwa 5 Wochen aus Kiel zurück.
    Ich hatte fürchterliche Angst vor der Schmerzmittelpause und auch auch die Sorge nicht am Programm teilnehmen zu können wenn ich nur im Bett liege.

    Die Angst war umsonst, es wurde direkt am ersten Tag der „Schlachtplan“ festgelgt wie bei Attacken ohne Schmerzmittel vorgegangen wird und als es dann soweit war bin ich kompetent und liebevoll versorgt worden. Man hat mich nicht allein gelassen und irgendwie war ich hinterher fast ein wenig stolz es geschafft zu haben 😉

    Ich persönlich hatte nie das Ziel an allen Programmpunkten teilnehmen zu können. Ich habe mir aus dem Sportprogramm das herausgesucht was ich für mich für realistisch hielt und ansonsten vor allem versucht an den Seminaren und den Entspannungseinheiten teilzunehmen.

    Manchmal ging auch das nicht, weil ich eine lange Aura hatte oder auch einfach manchmal keine Unruhe um mich herum ertragen konnte. Dann bin ich viel spazieren gegangen oder habe mich einfach an die Schwentine gesetzt und die Seele baumeln lassen.

    Das Zauberwort in Kiel ist glaube ich auch einfach die Auszeit von zuhause. Wie Du die vor Ort für dich gestaltest wird sich ergeben. Genieße die Zeit dort und vergeude sie nicht mit Leistungsdruck, das ist dort überflüssig und tut nicht gut!

    Alles Liebe
    fienchen

    Tina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo an alle die mir geschrieben haben:
    Danke für eure ausführlichen Antworten, ihr habt mir sehr viel Mut gemacht.
    Ich freue mich schon auf die Zeit in der Klinik, auch wenn es nicht immer leicht sein wird (keine Schmerzmittel, evtl. Kortison). Aber dafür sehr viel Ruhe und Entspannung.

    Zur Unterstützung habe ich mir das neue Buch von Dr. Göbel gekauft. Auch wenn ich schon vieles weiß… man lernt ja nie aus.
    Es ist sehr informativ geschrieben. Als Betroffene habe ich natürlich den Artikel über die Medikamentenpause zuerst gelesen. Sehr sehr wichtig ist die Zeit nach der Pause. Dass man lernt mit den Schmerzen umzugehen und nicht wieder in alte Muster zurückfällt.

    Bis dahin ist es kein leichter Weg… aber es lohnt sich. Es wird der Tag kommen, an dem man an einem Morgen nach der Medikamentenpause aufwacht und es nicht fassen kann, dass die Kopfschmerzen verschwunden sind.
    Das wünsche ich mir für uns alle hier 🙂

    liebe Grüße
    Tina

    Tina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Tina hat´s geschafft 🙂

    Hallo,
    vom 25.10.2016 bis 10.11.2016 war ich in der Schmerzklinik Kiel wegen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (ursprünglich Migräne u. Spannungskopfschmerzen).
    Ich möchte allen Mut machen die auch schon lange Zeit mit Kopfschmerzen zu kämpfen haben, und denken, „mir hilft ja doch nichts mehr“.
    Ich habe in Kiel eine Medikamentenpause durchgemacht. Das ist das beste was mir passieren konnte. Der Aufenthalt war nicht sehr lang, aber effektiv.
    Ich habe viel über Triptane und anderen Schmerzmittel gelernt, wann sie wirken, warum sie nicht mehr wirken und wie viel man davon überhaupt im Monat nehmen darf.

    Während der Medikamentenpause bekam ich keine Akutschmerzmittel. Ich bekam auch kein Kortison, weil ich im Alter von 24 Jahren (bin heute 56 Jahre) eine schlimme Thrombose hatte. Ich glaub Kortison fördert sowas. Darum musste ich die Med.Pause ohne Kortison durchstehen. Auf der einen Seite fand ich es schade weil ich an schlechten Tagen das Bett nicht verlassen und so am Programm nicht teilnehmen konnte. Auf der anderen Seite war es gut für mich, weil die Patienten, die Kortison bekamen, nach dessen Absetzen meist sehr anfällig für heftige Migräneanfälle waren. Das blieb mir wiederum erspart.

    Es ging mir während der 16 Tage an 4 Tagen ziemlich schlecht. Ich bzw. die anderen Patienten auch, bekamen Bedarfsmedikamente (Melperon, Vomex), die man in Form von Tabletten 3 mal täglich nehmen durfte. Das durfte jeder selbst entscheiden. Es sind keine reinen Akutschmerzmittel, sondern sie wirken über das Gehirn und machen müde, so dass man den Schmerz ganz gut aushalten kann und ihn quasi „verschläft“. Eine Nacht, da ging es mir besonders schlecht, bekam ich Magnesium und Vomex über den Tropf. Am nächsten Tag ging es mir wieder viel besser. In der Klinik bekommt man Euminz zum Einreiben der Stirn (angenehmer, nicht zu starker Pfefferminzgeruch und kühlt schön die Stirn).
    Zum Abend hin bekam ich Doxepin. Das ist zwar ein Antidepressivum, lässt einen aber gut schlafen und die Medikamentenpause gut aushalten. Doxepin nehme ich heute noch, 25 mg. Ich soll es 9 Monate nehmen, da es auch als Vorbeugung gegen Migräne helfen soll. Da ich aber Vollzeit berufstätig bin, morgens sehr schwer aus dem Bett komme und mich auch tagsüber müde fühle und mich nicht wirklich zu etwas aufraffen kann, muss ich das noch mit meinem Hausarzt besprechen ob ich Doxepin nicht ausschleichen darf. Jedenfalls schlafen kann man damit hervorragend 🙂

    Ich kann die Schmerzklinik in Kiel sehr empfehlen. Ich hatte seit Jahren Dauerkopfschmerzen. Seit der Entlassung am 10.11.2016 bis heute habe ich an nur 3 Tagen Spannungskopfschmerzen gehabt, keine Migräne.
    Selbst wenn die Migräne wiederkommen sollte, sie ist ja nicht heilbar, weiß ich, wie ich die Medikamente dagegen (Triptane, Naproxen) richtig einsetzen muss. Die Schmerzmittel, die ich jahrelang ohne Rezept aus der Apotheke (Mischpräparate wie Thomapyrin mit mehreren Wirkstoffen) bei Kopfschmerzen genommen habe, die meinen Körper abhängig gemacht und dadurch Dauerkopfschmerzen ausgelöst haben, nehme ich nicht mehr.

    Ich drücke allen Schmerzpatienten/innen die Daumen und wünsche gute Besserung, einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute, vor allem keine Kopfschmerzen und Gesundheit.

    Viele Grüße
    Tina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7337

    Liebe Tina, ein wirklich wunderbarer Bericht über deinen Aufenthalt in Kiel. Ganz großen Dank dir dafür 😀 .
    Ach ja, erstmal eigentlich ein freundliches Willkommen bei uns im Headbook!!! So viel Zeit muss sein. 😉

    Dein Bericht macht wohl auch dem ängstlichsten und skeptischsten zukünftigen Patienten ganz viel Mut, den Schritt nach Kiel „zu wagen“.

    Magst du deinen tollen Text auch noch bitte ins Gästebuch der Schmerzklinik und evtl. auch in das ein oder andere Klinikbewertungsportal setzen? Du würdest, denk ich mal, vielen Menschen den nötigen Ruck damit geben.

    Dir wünsche ich weiterhin guten Erfolg, gute Gesundheit und einen guten Rutsch mit neuem Schwung, was die Schmerzbewältigung oder besser noch -vermeidung betrifft.

    Alles Liebe,
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Liebe Tina,

    ich danke Dir ebenfalls für Deinen tollen Bericht und freue mich sehr, dass Du so ein gutes Fazit ziehen konntest. 🙂

    Gerne schließe ich mich Julias Empfehlung an, durch Erfahrungsberichte auf anderen Plattformen (Gästebuch der Schmerzklinik, http://www.klinikbewertungen.de, Jameda, Google usw.) vielen weiteren Patientinnen und Patienten weiterzuhelfen und Mut zu machen, sich in der Klinik helfen zu lassen.

    Liebe Grüße und weiterhin alles Gute,
    Bettina

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