Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Verspätete Vorstellung (Jasmin)

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  • Tanni
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    Beitragsanzahl: 1943

    Liebe Jasmin,

    es ist jetzt schon ein paar Jahre her, da hatte ich meinen Arzt genau zu diesem Thema befragt. Mir hat der Sport so gut getan, dass ich am liebsten jeden Tag Laufen gegangen wäre… Seine Antwort war damals, dass ich auch jeden Tag Sport machen kann, aber wenn ich meinem Körper die Pausentage nicht gönne, dann wird es sehr viel länger dauern, bis ich Kondition und Ausdauer aufgebaut habe 🙂 Was soll ich sagen? Ich hab beides ausprobiert, er hat recht 😉

    Den von mir zusammengefassten Trainingsplan gibt es (etwas ausführlicher) in vielen Laufbüchern und auch im Internet als Einstieg vom Spaziergang zum Walking, je nachdem welche Ziele man sich setzt, kann man mit Berücksichtigung von Pulswerten und Strecken schon damit in 6-12 Wochen gute Erfolge erzielen…

    Du musst an den Pausentagen aber nicht zwingend die Füße still halten – die Tage sind ideal für ein paar Dehneinheiten oder Yoga – auch mit dem Rad zum Einkaufen oder Treppensteigen darf an den Pausentagen selbstverständlich sein 😉 Wenn eine Grundlagenausdauer da ist, steigern sich die meisten Trainingspläne übrigens auf 4 Einheiten pro Woche. Ich selbst bin aktuell bei 6 Trainingstagen je Woche, davon 4 Tage Ausdauer, ein Tag Kraftausdauer und ein Tag Beweglichkeit/Faszientraining – ab Pfingsten möchte ich gerne wieder gezieltes Lauftraining machen und meine Leistung steigern, da werden die Einheiten neu verteilt, so dass ich nur an 4 Tagen trainiere, um die nötige Pause dafür zu haben…

    Ich wünsche dir, egal womit, ganz viel Freude dabei 🙂

    Liebe Grüße, Tanni

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 272

    Liebe Regenbogen,

    ich danke dir sehr für den Blick in deinen „Werkzeugkoffer“.

    Deine Zeilen wirken sehr motivierend. Vielleicht kann ich meinem Schmerztherapeuten vor Ort dazu bewegen, mir ein Rezept für eine Physiotherapie auszustellen, um mir dann gezielt Übungen zeigen zu lassen, die mich wieder ein bisschen stärken. Durch die Schmerzen kann ich schon seit ein paar Monaten kaum mehr etwas machen, das deprimiert mich. Sanfte Übungen auf der Matte kann ich mir aber schon sehr gut für mich vorstellen.

    Mittlerweile gibt es auch immer mehr Personal Trainer, aber ich bezweifle, dass ich mir einen solchen leisten kann. Und dann können diese sicher auch nicht einfach auf so einen Termin verzichten, wenn ich absage. Aber das wäre ja zumindest mal eine Nachfrage wert.

    Mich setzt das Schrittezählen nicht unter Druck, ich freue mich, wenn ich in meiner App sehe, dass ich überhaupt gegangen bin…!

    Ein schönes Wochenende – vielleicht mit einem Spaziergang im Wald – wünscht dir und allen

    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1707

    Liebe Katrin,

    bei uns in Österreich kann jeder Hausarzt eine Verordnung für Physiotherapie ausstellen.
    Und ja, lass dir Übungen zeigen, die du zu Hause machen kannst.

    Wenn man es genau nimmt, kann man zu Hause auf der eigenen Matte extrem viel machen und fit werden. Du musst nur eben die richtige Dosis und die richtigen Übungen für dich finden. Je nachdem, wie viel Erfahrungen du hast und wie gut du deinen Körper kennst, kannst du dich sicher auch auf YouTube inspirieren lassen.

    Die Matte ist bei mir ständig ausgerollt, so dass sie mich daran erinnert, sie regelmäßig zu nutzen! 🙂

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 324

    Hallo nochmal,
    ich bin gerade sehr frustriert, weil ich ca.alle zwei Tage Migräne habe seit ca.zwei Wochen. Hier in NRW ist ja momentan eine heftige Hitzewelle mit Schwüle in den letzten Tagen. Da ich nicht mehr berufstätig bin, kann ich mich zum Glück ruhig verhalten und muss mich nicht der Hitze aussetzen. Doch ich darf nie soviel Medikamente nehmen, wie mich Schmerztage habe. Andererseits soll ich mich ja auch nicht immer aus allem zurückziehen und schöne Unternehmungen machen… das ist dabei schwierig.

    Am Montag kommt die nächste Botox-Behandlung. Ich habe das Gefühl, dass es in den letzten drei Monaten nicht so gut wirkte wie vorher. Kann es so unterschiedlich sein oder muss ich davon ausgehen, dass es grundsätzlich nicht mehr wirkt.
    Meine emotionale Belastung von März und Anfang April wegen dem Tod meines Vaters hat nachgelassen, trotzdem die vielen Schmerztage gerade.

    Kann mir jemand was dazu sagen? Ich habe wohl zuviel geprotzt, dass es deutlich besser geworden ist:(

    Liebe Grüße an alle Leser,
    Jasmin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    Liebe Jasmin,

    ich glaube, Dein „Casus knacksus“ ist wirklich die Tatsache, dass Du Dich jedes Mal wieder von schlechten Phasen so runterziehen lässt. Bitte setze da mal an, denn das geht sonst immer so weiter. Du hast nun mal eine neurologische Erkrankung, die in der Ausprägung immer schwanken wird. Akzeptiere diese Tatsache, dann stürzen Dich die schlechten Phasen nicht immer wieder in so ein dunkles Loch. 😉

    Botox wirkt nicht immer gleich gut, so wie das bei jeder anderen Prophylaxe auch der Fall ist.

    Genieße die guten Zeiten und erinnere Dich in schlechten an die guten. 😀 Ja, klingt einfach, ist es aber auch, wenn man den Dreh mal heraus hat.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4157

    Liebe Jasmin,

    in blöden Phasen sucht man nach Trost und Erklärungen. Das kennen wir alle hier. Es ist fruchtbar, man sieht kein Licht mehr. Manchmal ist man hoffnungslos und die Verzweiflung treibt einen immer wieder in das Gedankenkarussel, beginnend mit der Frage: Woran liegt es, dass es wieder so schlimm ist? Wann nimmt diese Phase endlich ein Ende? Oder bleibt es jetzt immer so?

    Unternehmungen sollten nur dann gemacht werden, wenn es die Situation grad auch zuläßt, ansonsten sollte man natürlich bei den Unternehmungen zurückstecken. Es wird immer wieder beteuert, dass Ruhe, Entspannung und weniger von ALLEM der erste Grundstein für die Vorbeugung bzw. Besserung der Krankheit ist. Wer meint, sich daran nicht halten zu müssen, wird es schwer haben besonders mit den schlechten Phasen zurecht zu kommen. Das widerspricht sich nicht mit der These, sich von der Migräne nix kaputt machen zu lassen.

    Ich glaube auch, dass dich die „Aktzeptanz“ da ein großes Stück weiter bringen wird. Versuchs einmal.

    Alles Liebe
    Sternchen

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3880

    Liebe Jasmin,
    ich lebe auch in NRW und habe genau wie du alle zwei Tage Migräne.
    Bei der Schwüle und der ständigen Gewitteratmosphäre ist das Erklärung genug.

    Mir ist bei der Schwüle gar nicht nach Unternehmungen.
    Ich würde auch dir empfehlen, solche nicht zu tun, nur weil „man“ das sollte. Nur, wenn es dich echt verlockt und du dich darauf freust.

    Und Bettinas und Sternchens Empfehlung, dir keinen „Kopp“ zu machen, schließe ich mich an.
    Es gibt Dinge, die wir nicht in der Hand haben und die Migränehäufigkeit ist ein solches Ding. Meistens.
    Und es fühlt sich einfach IMMER besch… an, wenn man etwas ablehnt, was nun mal da ist.

    Jetzt wissen wir beide, dass wir beide da in der Schwüle hocken und kümmern und diese Verbundenheit tut auch schon mal ein bisschen gut.

    LG
    alchemilla

    Und JEDES Feiern, dass es mal besser geht, ist richtig. So was kann man gar nicht zu oft feiern – auch wenn es gleich am nächsten Tag schon nicht mehr so ist.

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 324

    Ihr Lieben,
    ich danke euch sowohl für euer Verständnis als auch die klaren Worte, die manchmal wichtige Außenansicht von ebenfalls Betroffenen. Das kann ich durchaus so annehmen.

    @bettina und Sternchen: ja, mit der Akzeptanz habe ich immer wieder mal Probleme. Es stürzt mich nicht mehr in solch dunkle Löcher wie vor ein paar Jahren, macht mir aber schon eine gewisse Angst durch das Gefühl des Ausgeliefertseins (was auch mit traumatischen Erlebnissen zusammenhängt, wie mir mal eine Psychoth.aufzeigte). Und ich überlege dann tatsächlich schnell, was ich wieder falsch gemacht habe. Dass auch Botox nicht immer gleich gut wirkt, ist schon eine wichtige Info für mich.

    @Alchemilla: es tröstet mich tatsächlich, dass du auch auf die schwierige Wetterphase reagierst, auch wenn ich dir besseres gönne 🙂

    Bzgl. der Unternehmungen ist es so, dass ich ja nicht immer alles vermeiden soll, nur weil es evtl. Migräne machen könnte. Soviel habe ich gelernt und umgesetzt und es hat mich aus der tieferen Depression geholt. Nun halte ich es so, dass ich z.B. heute ein Triptan genommen habe, weil wir für abends Kabarett-Karten haben, also etwas lustiges, wohltuendes. An leichteren Schmerztagen, wenn ich nichts besonderes vorhabe, liege ich es – teils mit Vomex – aus, oft in der Angst, dass es am nächsten Tag umso schlimmer ist. Das bewirkt schon eine gewisse Dauerspannung, die ihr vllt auch kennt.
    Ich habe aber mit den Ärzten in Kiel geklärt, dass ich nicht mehr als 6-8 Triptane/Monat nehmen sollte, weil es meine individuelle Grenze ist, um die Wirkung zu erhalten etc. Das bei derzeit im Schnitt 11-12 Migränetagen ist schon ein gewisser Druck für mich, da ich ständig abwägen muss, was jetzt förderlich für mein Wohlbefinden ist.
    Immerhin hatte ich zwischenzeitlich mehrere Monate mit nur 1-2 Schmerztagen/Woche und das war schon hammergut, weil ich mir nicht ständig GEdanken um evtl. zuviel Medis machen musste.

    Dazu kommt, dass ich in letzter Zeit häufiger gefragt werde „Immer noch so oft?“, weil ich doch „schon“ 58J. und jenseits der Wechseljahre bin. Immerhin habe ich mir abgewöhnt, mich rechtfertigen zu wollen.
    Es macht mir auch ein bisschen Kummer, dass ich einfach nicht mehr richtig zu Kräften komme wie mit Anfang bis Mitte 40 noch, als ich noch stundenlange Citytouren oder Bergsteigen konnte. Trotz aller Besserung schaffe ich kaum 1 Std.durch eine Stadt zu laufen, die vielen Reize um mich herum verarbeite ich nicht.
    Mein Partner und ich haben aber jeder 3 erwachsene Kinder quer durch Deutschland wohnen, die wir gelegentlich (in der Realität alle paar Jahre)besuchen möchten – kein Außenstehender versteht, dass ich so empfindlich bin und das meist nicht gut packe, meine eigenen Kinder immerhin schon mehr oder weniger, sie sind ja damit aufgewachsen.

    Danke für eure Verbundenheit! Ich musste dies heute mal loswerden…
    Lieben Gruß,
    Jasmin

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3880

    Liebe Jasmin,
    was macht dir denn aber daran den Kummer?
    Dass du eigentlich möchtest, dass alles nicht so ist?

    Denn eigentlich ist mir Außenstehender das alles völlig klar.
    Natürlich bist du mit 58 nicht mehr so belastbar wie mit Anfang/Mitte 40 ! ! !
    Dass und wie du dennoch Kondition aufbauen könntest, haben dir Tanni und andere beschrieben,
    Es dauert mit zunehmendem Alter nur eben deutlich länger als früher.
    Und diese Kommentare „mit 58 immer noch so oft“ kannst du mit einem traurigen schlichten „Ja, immer noch“ erledigen.
    Was dich daran aber wurmt, ist womöglich, dass du selbst auch so denkst?
    Ich bin seit ein paar Jahren im Ruhestand und meine ehemaligen Kollegen denken alle, dass ich jetzt viel weniger Migräne haben müsste. Und solange, wie ich das auch gedacht habe, haben mir entsprechende Bemerkungen ziemlich weh getan.
    Nun begreife ich, dass es so IST und die Bemerkungen empfinde ich nicht mehr als verletzend.

    „Kein Außenstehender versteht“, dass du empfindlich bist ( außer deinen Kindern) und du selbst? Verstehst du es?

    Ich habe das Gefühl, dass du sehr streng mit dir selbst bist. Sehr fordernd.
    Und es wäre ja auch wirklich schön, wenn alles einfacher wäre. Und ein bisschen mehr wie früher.
    Stimmt das?
    Nur hast du es bestimmt nicht verdient, dass du dir selbst immer vorhältst, wie fit und belastbar du früher warst. Das ist ungerecht.
    Vielleicht hat ein ruhigeres Leben mit deutlich kürzeren Märschen durch die Stadt und mit weniger Besuchen bei den Kindern in ganz Deutschland und mit kleineren Spaziergängen auf kleinere Berge hinauf AUCH seinen Reiz.
    Wir werden mit zunehmendem Alter langsamer – aber vielleicht dafür inniger ? ??
    Kurz – konzentriert – und dann belohnt mit einer langen Phase des Verarbeitens.

    So empfinde ich das jetzt.
    Vielleicht kann es dich auch verlocken, das so zu machen.

    Liebe Grüße
    alchemilla

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 324

    Liebe Alchemilla,
    danke, dass du dir soviel Zeit genommen hast, mir ausführlich und einfühlsam zu antworten!
    ja, genaugenommen hätte ich natürlich lieber, dass es nicht so ist, wie es ist, wie vermutlich jede/r hier. Und vllt macht es auch einen falschen Eindruck bzgl. Akzeptanz, da ich meist hier Fragen einstelle, wenn es gerade nicht so gut läuft – das ist bei derlei Foren sicher meist so. Im Großen und Ganzen habe ich ja auch vieles mehr angenommen.
    Ich hatte aber tatsächlich auch gedacht und gehofft, dass ich im jetzigen Alter deutlich weniger Migräne habe und das Leben endlich wieder mehr genießen kann – so muss ich weiterhin jeden Tag ganz spontan schauen, was möglich ist und meine Umwelt muss entsprechend spontan damit umgehen können.
    Wahrscheinlich macht es mir auch momentan mehr zu schaffen, weil mein Partner vor kurzem in Rente gegangen ist und wir dann eigentlich mehr unternehmen wollten – mal in die nächste Stadt fahren und bummeln, kulturelle Veranstaltungen, aber auch mal ein paar Tage verreisen. Und das funktioniert nun nicht so, ich/mein Kopf funktioniert nicht entsprechend – damit muss ich klarkommen, mein Partner kann es glücklicherweise (meist) hinnehmen.

    Das mit den Citytouren zu den Kindern machen wir tatsächlich eher alle paar Jahre mal pro Kind, mein Partner hat aber schon Enkelkinder ca.500 km hier weg wohnen, dort würden wir gern häufiger (also wenigstens 1mal jährlich) hinfahren. Mich stresst es und ich komme mir vor wie eine Spaßbremse. Es hat sich zu einer Art Angststörung entwickelt, die ich dank entspr. Therapie zunehmend zu überwinden versuche, schon allein durch reichlich Medis im Gepäck.

    Und eigentlich war ich mit Anfang 40 ja auch wahrlich nicht ständig fit, hatte nur tatsächlich für mich selbst gedacht, wenn ich mal nicht mehr arbeiten muss und die Trauer um meinen Mann verarbeitet habe, kann ich durchstarten, das Leben genießen. Das bleibt ein Lernprozess, scheint mir.
    Auch die Akzeptanz, dass ich ernährungstechnisch sehr eingeschränkt bin – vertrage nachgewiesenermaßen kein Gluten, sämtliche Milchprodukte oder Soja ebenfalls nicht. Somit kann ich mir weder mal einen leckeren Eisbecher noch ein Stück Torte oder Schokoriegel gönnen, zu Einladungen muss ich mir meist entspr. was mitbringen.
    Doch wie gesagt, meist trage ich es mit Fassung, gestern war dann wohl eher Jammertag 🙂 Heute schmerzfrei sieht es gleich schon wieder besser aus.
    Alles Liebe für dich,
    Jasmin

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3880

    Liebe Jasmin,
    ich freue mich, dass dir meine Gedanken ein bisschen Unterstützung gebracht haben.
    Ich glaube auch, dass wir alle im Grunde am liebsten hätten, es wäre alles nicht so, wie es ist.
    Nicht so oft, nicht so stark, nicht so dominant.
    Und Akzeptieren kann nicht heißen, dass man versuchen soll, es GUT zu finden ( ein Gedanke, den nicht Betroffene ja auch zuweilen formulieren – ahnungslos, wie sie sind ).

    Du hast es genau auf den Punkt gebracht: unser Leben ist es, jeden Morgen neu zu entscheiden, was geht und was nicht geht.
    Das ist unser „Migräne-Management“ und darin sind wir Experten.

    Dass es immer mal wieder schmerzt, wenn unsere Erwartungen und Hoffnungen wieder einmal enttäuscht wurden, das ist eben auch einfach so.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. Ab morgen soll die Gewitterneigung ja fürs Erst durch sein und ein bisschen Abkühlung stattfinden.

    Liebe Grüße
    alchemilla

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 324

    Hallo zusammen,
    ich habe eine dringende FRage:
    ich stecke mitten in einem status migränosus und weiß gerade nciht weiter. Habe seit Sonntag mittag Migräne , Montag und Dienstag mit starkem Erbrechen, letzte Nacht vor starken Schmerzen kein Schlaf trotz Zopiclon.
    Ich habe gestern (dienstag und heute) Prednisolon genommen, da ich Triptane vermeiden wollte,nachdem ich zuvor ziemlich viel gebraucht hatte.Dies hat tagsüber auch recht gut gewirkt, aber nun beginnen wieder die Kopfschmerzen mit zunehmender Stärke.
    Am Montag hatte ich beim HA eine Infusion mit MCP und FLüssigkeit,was vorübergehend half. Habe letzte Woche Montag erst wieder Botox bekommen.
    Mittwochs abends erreiche ich natürlich keinen Arzt, Notdienst hat meist wenig Ahnung.
    Soll ich nun doch ein Triptan einnehmen? Normalerweise hilft mir Naratriptan, ich hätte auch Ascotop nasal, doch das wirkt nicht so lang, oder?

    Ich wäre wirklich sehr froh über eine schnelle Antwort…

    Verzweifelte Grüße
    Jasmin

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 324

    erwähnenswert ist wohl noch, dass ich erst im März/April eine Schmerzmittelpause von immerhin 5 Wochen gemacht habe, somit kann ich es gerade überhaupt nicht einordnen..

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6898

    Hallo Jasmin,
    wenn es dir gerade sooo schlecht geht, würde ich jetzt ein Triptan nehmen und auch gleich Naproxen einschließlich MCP oder Domperidon dazu. Und dann morgen versuchen, den behandelnden Arzt zu erwischen. So ein Durcheinander ist auf Dauer nicht hilfreich, es wäre gut, wenn ihr mal einen Plan für solche Fälle machen könntet.

    Du bekommst doch schon Botox, das heißt, du hast eine chronische Migräne. Da ist es nicht ungewöhnlich, wenn Schmerzmittelpausen nicht effektiv sind.

    Ich wünsche dir, dass das Triptan jetzt mal schnell wirkt.
    Alles Liebe,
    Julia

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 272

    Liebe Jasmin,

    es fällt mir – ehrlich gesagt – nicht sehr leicht, dir jetzt zu raten. Ich kann nur von mir ausgehen, wie ich es machen würde.

    Cortison ist kein Akutmedikament, es wirkt also nicht gleich, man braucht ein wenig Zeit und Geduld.

    Wieviele Schmerzmitteltage hast du denn in diesem Monat schon? Solltest du dich noch im erlaubten Rahmen bewegen und der Schmerz stark oder sehr stark ist, würde ich sicher – wie Julia gerade schrieb – meine Akutmedikamente nehmen. Denn diese Schmerzen auszuhalten, ist meiner Meinung nach nicht so sinnvoll.

    Eine andere Möglichkeit wäre es, ein sedierendes Medikament einzunehmen, wenn du etwas im Hause hast und dich aus allem rausnehmen kannst, um dich hinzulegen.

    In jedem Fall aber ist ganz viel Ruhe und Reizabschirmung nötig, so wie es dir möglich ist.

    Du kannst dir auch für den behandelnden Arzt einen Notfallplan für den Status ausdrucken, da steht genau drin, was er in diesem Fall für dich tun kann.

    Ich wünsche dir schnelle Besserung!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 324

    Liebe Julia und Kathrin,
    vielen Dank für eure prompten Antworten!! Das war mir wirklich wertvoll, da ich durch die letzten belastenden Tage kaum noch klar denken konnte. Eigentlich werde ich nicht so schnell panisch…
    Ich habe nun genau recherchiert und gesehen, dass ich „nur“ acht Triptantage im letzten Monat hatte, was allerdings meine individuelle Grenze lt. Kieler Ärztin sein soll. Nun habe ich Ascotop nasal genommen und es wirkte recht schnell. Vorher hatte ich schon ein paar Tropfen Doxepin genommen. Für die längere Wirkung werde ich noch Naproxen nachschieben und hoffe, dass es dann morgen überstanden ist. (Komme mir schon vor wie eine wandelnde Apotheke.. ein Hoch auf die dt.Pharmaindustrie!)
    Das Prednisolon hatte ich übrigens morgens genommen und es wirkt bei mir innerhalb von 2 Std., aber eben diesmal nicht dauerhaft.
    Ruhe kann ich mir zum Glück genug nehmen, da meine Kinder alle außer Haus wohnen und ich wegen der Migräne dienstunfähig geschrieben bin. Somit kann ich mir den jetzigen Status überhaupt nicht erklären, dies kenne ich von vor einigen Jahren eher durch Schmerzmittelübergebrauch.
    Und euren Tipp mit meiner behandelden Ärztin zu sprechen, werde ich morgen befolgen und die Idee mit dem Notfallplan für einen Notdienst-Arzt finde ich super. Da bin ich noch nicht drauf gekommen.
    Ganz herzliche Grüße und vielen Dank nochmal
    Jasmin

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6898

    Liebe Jasmin,

    wie gut, dass wir dir schnell helfen konnten mit unserem Rat.

    Aber: einen Pan für einen Notarzt in der Tasche zu haben kann sicher sinnvoll sein,
    VIEL WICHTIGER finde ich aber ein paar Pläne für dich, damit du nicht immer in so panische Situationen geraten musst. Wir kennen uns ja nun schon ein paar Jahre und mir kommt es so vor, als würdest du immer und immer wieder in Situationen geraten, in denen du nicht weiterweißt. Ein Notarzt ist für meine Begriffe, außer vielleicht bei ganz extremen Attacken, keine Lösung auf Dauer. Wichtig ist für mich immer gewesen, mich nicht ständig von den Anfällen überraschen zu lassen. Genau wie du bin ich mit wenigen Behandlungstagen schon nah am MÜK, in dem ich sicher viele Jahre (vor der Behandlung in Kiel) gesteckt habe.
    Du hast eben geschrieben, du hättest recherchiert und jetzt erst bemerkt, dass du nur 8 Tage behandelt hast im letzten Monat. Warum bekommst du es nach der langen Zeit mit der Migräne nicht hin, immer auf dem Laufenden zu sein?
    Ich denke, für dich wäre es mal sehr wichtig, mit der Ärztin, und auch allein, gedanklich die Situation,in die du immer wieder gerätst, durchzuspielen und dir wirklich Vorgehensweisen aufzuschreiben, wie du dir dann alleine helfen kannst. Schreib dir die möglichen Medikationen auf und pack es nicht so weit weg. 😉 Dann gelingt es dir hoffentlich, nicht immer sofort in die Verzweiflung zu geraten.
    Migräneanfälle können sehr schlimm sein, aber mit Ruhe und ein bisschen Besonnenkeit müsstest du es eigentlich doch oft schaffen, dir auch ohne die meist nicht sehr informierten Notfallärzte selber zu helfen.
    Ich habe dafür einen Din A4-Block, der immer rumliegt, auf dem notiere ich mir jeden Anfall samt Medikation. Neben dem Datum steht immer der wievielte Behandlungstag es gerade ist.
    Und es lässt sich so auch leicht erkennen, dass ich ständig längere Attacken als 3-4 Tage habe. Status nenne ich es nie, sind halt die bei hochfrequenter Migräne bekannten langen Anfälle. Wir müssen, ob wir wollen oder nicht, lernen, damit zu leben.

    Sprich mal mit deiner Ärztin über die adäquate Umgehensweise bei verschiedenen Anfällen.
    Ganz liebe Grüße und schnelle und gute Besserung,
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    Hallo Jasmin,

    jetzt ist ja hoffentlich das Schlimmste wieder überstanden.

    Eigentlich werde ich nicht so schnell panisch…

    Da möchte ich jetzt mal freundlich aber energisch widersprechen. 😉 Du bist leider jedes Mal panisch und gerätst völlig aus der Fassung. Wie Julia oben schon schreibt, kenne auch ich Dich schon viele Jahre und merke, dass sich dahingehend leider noch nichts geändert hat. Diese Angst und Panik, die immer wieder kommt, macht Dir viel kaputt. Nicht nur die guten Tage, an denen Du Angst vor den schlechten hast, sondern auch in einem Akutfall verhindert die Angst, dass Du ruhig und besonnen handelst. Diese Panik triggert einerseits Attacken, andererseits verschlimmert sie bestehende.

    Erneut möchte ich Dir gerne raten, in dieser Hinsicht noch etwas zu optimieren, damit Du mit Deiner Erkrankung gelassener umgehen kannst.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    Ich habe dafür einen Din A4-Block, der immer rumliegt, auf dem notiere ich mir jeden Anfall samt Medikation. Neben dem Datum steht immer der wievielte Behandlungstag es gerade ist.

    Julia, im Ernst jetzt? 😀 Du hast nicht die App geladen und notierst das alles auf einem Zettel? 😉

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6898

    Ja Bettina, ganz im Ernst. Mein Rechenkästchenblock im Querformat hat für mich viele Vorteile, die mir die APP nicht bieten kann. Meine Schlüsse aus den Aufzeichnungen kann ich genauso oder besser ziehen als mit der APP. Ich kann in Minutenschnelle die letzten Jahre überblicken, weiss wann und eventuell warum sich irgendwas geändert hat.
    Für mich nur positiv, obgleich ich den Vorteilen der Neuzeit sonst nicht abgeneigt bin 😉

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Julia.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    Es könnte sein, dass Du die Funktionen der App noch nicht so am Schirm hast. 😉 In der Statistik hast Du den Überblick über Deine Jahre in einer Sekunde sozusagen. 😉

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6898

    Nee nee, da wirst du mich nicht überzeugen, bin halt ein älteres Semester 😉 , und wie du ja weißt, habe ich noch andere schmerztechnische Aufzeichnungen, die wichtig sind. Z.B die Buchführung über die Opioide. Das ist so für mich einfach besser zu händeln. Andere schreiben Tagebuch, ich mein „Schmerzmittelbuch“ 😉 , man hat ja sonst keine Beschäftigung!
    Und falls mal die Demenz kommt, finde ich mich so sicher länger gut zurecht!!! Oder auch nicht 😁 . Obgleich, Doc H. sagt ja immer, mit so einer aktiven Migräne wird man nicht dement! Wer weiß….

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Julia.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    🙂

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6898
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26464

    Kannst Du den Smilie nicht sehen?

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6898

    Ich kann deine Smilies nur ganz selten sehen, immer nur so ein Kästchen. Wohl ein Ersatzsmilie für alle Fälle?

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1943

    Falls du meinen sehen kannst, der da wars: 🙂

    Seit meinem Handycrash ohne halbwegs aktuelles Backups muss ich ehrlich gestehen, dass ich so einen DinA4 Block doch wieder mehr zu schätzen weiß 😉

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6898

    DEN kann ich auch nicht sehen, sieht aus wie Bettinas. Den unteren zwinkernden seh ich

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1943

    Es war ein lächelnder ohne zwinkern 😀😊😃😄😁😙☺️🙂 der letzte dieser Reihe, aber eigentlich sind alle ähnlich…

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6898

    Dein letzter ist auch wieder inkognito unterwegs. ☺

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