Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Verspätete Vorstellung (Jasmin)

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  • Bettina Frank – Admin
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    Also Ihr klärt das jetzt eh auf, wie ich merke. 😉

    Ich nutze inzwischen nur noch die drei, die man mit Zeichen selbst machen kann. Diese werden dann am iPad, Tabletts, Handys meist nicht angezeigt, wenn sonst kein Text mit dabei ist.

    Dafür werden manche Smilies, die am Handy oder iPad gemacht wurden, nicht auf der Startseite angezeigt. Alles nicht so einfach. 😉

    Julia
    Teilnehmer
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    Na gut, dann mal gute Nacht nach Nord und Süd 😘

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1950

    Ich glaube nicht, dass wir dieses Smileymysterium heute noch geklärt kriegen 😆 das ist zu komplex, ich geh jetzt lieber schlafen 😴 euch allen eine gute Nacht 😚

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Guten Tag,
    puh, da habt ihr mich nachdenklich und auch traurig gemacht mit der Einschätzung, dass ich (lt.Bettina und Julia) „jedes Mal“ bzw. „immer wieder“ in Panik gerate und nicht besonnen reagieren kann. Und „kennen“ tun wir uns ja nur über diese schriftliche Kommunikationsform hier – wobei aus meiner Erfahrung aus dem mir zugänglichen Trauerforum oft ein anderes (falsches) Bild von einem Menschen entstehen kann als im persönlichen Gegenüber. Und – wie bereits an anderer Stelle geschrieben – ich melde mich an „besonnenen“ und besseren Tagen auch hier nicht so oft, schon weil ich Bildschirmtätigkeit vermeiden muss, also tatsächlich eher, wenn ich wirklich nicht weiterweiß und keinen kompetenten Ansprechpartner finde.

    Bzgl. Aufsuchen eines Notdienstes kann ich sagen, dass dies in den letzten Jahren zum Glück nur 1-2mal/Jahr notwendig war und zwar, wenn ich durch länger als 1 Tag langes Erbrechen(auch sämtlicher Flüssigkeit) dehydriere und kaum noch aufstehen kann, mir aber Vomex so gut wie überhaupt nicht mehr hilft – und das, obwohl ich max.0-5mal/Monat dies genommen habe. MCP hilft dann auch nur i.v.

    Mit Notdiensten habe ich (an Wochenenden oder Mittwochs nach Dienstschluss des HA) teils unrühmliche Erfahrungen, da dies von Gynäkologen über Orthopäden bis sonstwas geht und etliche nicht wussten, was zu tun ist. Dafür fand ich eben die Idee von Julia mit einem Plan meiner Neurologin gut. Ich hatte vor Jahren mal einen schriftl.Vorschlag eines Schmerzexperten dabei bzgl. Prednisolon 1000 (!)mg, das war vermutlich ein Schreibfehler und der diensthabende Arzt verweigerte mir dies prompt, bat mich zu seinem kommenden Wochenenddienst nochmal zu kommen, damit er mir entsprechende Yoga-Übungen zeigen könnte :((

    Was mich aber in härteren Migränephasen tatsächlich bisweilen beängstigt, ist, dass ich mich (offensichtlich im GEgensatz zu einigen anderen hier) sehr schnell an Substanzen gewöhne (s.o.Vomex), d.h. von den 7 zur Verfügung stehenden Triptanen helfen mir momentan nur noch 2 und so werfe ich sie nicht unreflektiert ein. Ich habe eine BEkannte, die seit Jahrzehnten Ascotop hilfreich einsetzt, mehrmals im Monat. BEi mir helfen die einzelnen Präparate nach spätestens 1-4 Jahren nicht mehr, dann kann ich nochmal ein früheres versuchen, was aber nicht immer erfolgreich ist. Und JA : das macht mir spätestens dann Angst, dass ich die Kontrolle nicht behalte, wieder dauernd vom Leben abgeschnitten bin und hilflos meiner Krankheit ausgeliefert bin. Ich weiß nicht, ob andere dies so einfach leichter aushalten könnten. Vllt wird es bei mir tatsächlich durch die Erfahrung verschlimmert, dass ich im zarten Alter von 7 J.häufigere schwere Missbrauchserfahrungen gemacht habe und mich daher ein Gefühl von starker Schwäche und Ausgeliefertsein (eben auch bei schweren Migräne-Attacken) im Innersten daran erinnert. Traumatherapie habe ich mehrfach absolviert, REste bleiben vermutlich.

    Doch ich möchte nun keinesfalls hier jemanden runterziehen – die letzten Jahre konnte ich – dank Botox und guter Schulung in Kiel und Königstein – zur besseren AKzeptanz finden, vor allem aber zu deutlich höheren Lebensqualität, wenn ich nur 1-2mal/Woche behandeln musste. Da ist die Wahrnehmung meiner Freundinnen als auch meiner Neurologin, wie ich meine Einschränkungen (keinerlei Alkohol, keinerlei Sonne, Treffen am ehesten spontan u.v.m.) akzeptiere, eine ganz andere als die aus eurer Perspektive.
    Rückschritte wie eben meine letzten Monate fallen mir dann tatsächlich schwer anzunehmen, doch ich dachte bislang, dafür könne ich mich an dieses Forum wenden..
    Danke fürs Lesen!
    Jasmin

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6983

    Liebe Jasmin,

    deine, darf ich sagen etwas verbittert wirkende, Antwort macht auch mich traurig.
    Wenn du dir deinen Schmerzverlauf mal durchliest, wirst du doch sicher auch sehen, dass wir dir immer erstmal geholfen haben, ohne Wenn und Aber. Und sicher auch so gut, wie wir alle hier es konnten! Stimmts?

    Es ist richtig, wir „kennen“ uns nicht. Daher können wir auch nur auf das reagieren, was du uns vorgibst, mehr nicht. Da wir wohl alle drei in etwa gleichermaßen von dieser sicher schlimmen Erkrankung betroffen sind, es aber ganz offensichtlich, nach dem wie wir es von dir hören, besser geschafft haben, ein für uns passendes Management hinzukriegen, versuchen wir, dir nach unseren Kräften die vermeintlich? erbetenen Tipps und Vorschläge zu geben.

    Das kann nicht eins zu eins passen, aber mehr ist, zumindest mir, nicht möglich. Natürlich werde ich, so du es denn möchtest, auch weiterhin auf deine Bitte hin versuchen, dir akut zu helfen. Genau dafür bin ich ja seit vielen Jahren aktiv in Headbook unterwegs.
    Mit Versuchen der Beurteilung und Weitergabe meiner persönlichen Erfahrungen werde ich mich zukünftig dann lieber zurückhalten.

    Ich wünsche dir sehr, dass du deinen Weg mit der Migräne schon gefunden hast, oder irgendwann mal finden wirst.
    Wirklich alles Liebe,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 1 Woche von  Julia.
    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 298

    Liebe Jasmin,

    ich glaube, dass jeder, der hier liest und sich zu deinen letzten „Hilferufen“ geäußert hat, nachvollziehen kann, wie es dir mit den Schmerzen geht, und weiß, dass es nicht leicht ist, damit durch das Leben zu gehen.

    Ich möchte dir aus meiner Erfahrung berichten, dass es für mich erstmal immer sehr schwer anzunehmen war, wenn mir meine Schmerzpsychotherapeutin oder Menschen hier im headbook mir gespiegelt haben, wie sich mich wahrnehmen. Sofort spielten sich ganz automatisch meine alten erlernten Denk- und Handlungsmuster ab. Seit mir das bewusst ist, habe ich die Möglichkeit, diese „Programme“ zu stoppen und darüber nachzudenken, ob und inwieweit diese Außensicht stimmen könnte. Mittlerweile weiß ich es sehr zu schätzen, wenn andere mir den Spiegel vorhalten, auch wenn es erstmal weh tut. Denn nur so kann ich – ganz ehrlich mir selbst gegenüber – prüfen, ob da was dran ist oder nicht und dann handeln! Selbstwirksamkeit ist das „Zauberwort“, was mir sehr hilft.

    Da ist die Wahrnehmung meiner Freundinnen als auch meiner Neurologin, wie ich meine Einschränkungen (keinerlei Alkohol, keinerlei Sonne, Treffen am ehesten spontan u.v.m.) akzeptiere, eine ganz andere als die aus eurer Perspektive.

    Wie ist denn deine eigene Wahrnehmung? Und helfen dir die Wahrnehmungen deiner Freundinnen und deiner Neurologin weiter? Sicher ist es eine Art von Anerkennung, aber ändert die etwas an deinem Umgang mit dem Schmerz? Du schreibst von der Akzeptanz deiner Einschränkungen. Ich weiß, dass wir das Thema schon oft hatten und immer wieder haben werden, weil es nicht einfach ist, aber wie steht es mit deiner Akzeptanz oder Annahme deiner Schmerzen/Krankheit? Bzw. welche Haltung hast du darauf bezogen?

    Du hast einige Anregungen bekommen. Deine Aufgabe ist es, dir aus diesem „Pool“ das rauszusuchen, was dir dienlich sein könnte.

    Mir hat Sternchen, als ich hier anfing über meine Situation zu schreiben, empfohlen, mir einen Plan zu erstellen, was ich wann und in welcher Situation wie mache (toller Satz 😉). Die Umsetzung hat ein bisschen gedauert, aber u.a helfen mir genau diese Pläne, mich nicht mehr orientierungs-, macht- und hilflos zu fühlen, wenn mich die Migräne „überfällt“. Ich weiß jetzt, was zu tun oder auch zu lassen ist.

    Eine Rechtfertigung – so kommt mir dein Eintrag vor, korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege – bringt dich ja nicht wirklich weiter. Ich kenne diese Rechtfertigungs- und Erklärungsfallen nur zu gut…! Zwischen deinen Zeilen lese ich, was du dir von den Ärzten wünschst oder was du erwartest. Hast du denn einen guten Arzt, mit dem du das und deine Ängste besprechen kannst, mit dem du vielleicht gemeinsam eine Lösung erarbeitest, dir dir hilft, besser klarzukommen? Und was wünschst du dir von dir selbst? Sind diese Wünsche realistisch und ein Weg zur Erfüllung möglich?

    Und JA : das macht mir spätestens dann Angst, dass ich die Kontrolle nicht behalte, wieder dauernd vom Leben abgeschnitten bin und hilflos meiner Krankheit ausgeliefert bin.

    Hast du denn wirklich die Kontrolle über deine Krankheit? Was in deiner Hand liegt, ist, aus welchem Blickwinkel du wohin schaust, wie du handelst, wie du denkst. Aber die Migräne lässt sich nicht bei jedem und bei allen gleich oder durch die gleichen Verhaltensweisen beeinflussen. Auch die Annahme, dass sich die Migräne eben nicht vollends kontrollieren lässt, gehört für mich dazu, um etwas gelassener in diesem Thema zu werden.

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und dass du DEINEN guten Weg findest, an diesen „Einbrüchen“ nicht zu verzweifeln.

    Ganz liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 1 Woche von  Katrin.
    sternchen
    Teilnehmer
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    Liebe Jasmin, jetzt ich auch noch 🙁 🙂 ließ es einfach nicht, wenn es dir zu viel wird.

    es tut mir unendlich leid, dass dich hier die Worte meiner Vorschreiberinnen traurig machen. Auch ich kenne dich aus headbook schon sehr lange. Nicht nur deshalb ist es mir wichtig, dass du in deiner Migränegeschichte weiter kommst, und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen kannst.

    Migräniker sind leidgeprüft. Sie haben ALLE viel Quälerei hinter sich und müssen sich auch aktuell oft mit Qualen auseinandersetzten. Übrigens, nicht nur Migräniker sind oft „arm“ dran. Es gibt viele Menschen, die weitaus mehr ertragen müssen. Mir hilft es manchmal, darüber nachzudenken.

    Was uns helfen kann ist ein Plan und Geduld, ganz viel Geduld. Medikamente müssen probiert werden. Das klappt nicht immer gleich. Aber, das weißt du alles. Du warst bereits in Kiel, in Königstein und hast eine Menge Informationen erhalten. Was dir nun aus meiner Sicht noch helfen kann, ist das Umsetzten gewisser Regeln. Wenn dein Kopf mal wieder ruhig ist, dann setze dich hin, und schreib dir auf, was dich in der letzten, schweren Attacke so aus der Bahn geworfen hat. Schreib dir auf, was dir geholfen hat, was du falsch gemacht hast, und was du beim nächsten Mal anders machen, und ggf. weg lassen möchtest. Natürlich alles nach den Grundsätzen, die du u.U. hier oder anderswo erlernt hast.

    Wenn du das immer weiter führst, und dich an die Vorgaben hälst, kommst du irgendwann an dein Ziel. Überlege dir was du tun willst, wenn Schritt A und auch Schritt B nicht so funktionieren wie es sein sollte. Versuche alle Mittel, die du im Notfall brauchst auch zu Hause zu haben. Ansonsten überfällt dich die nächste Attacke bestimmt an einem Wochenende. So bekommst du Routine, du wirst von deinen Anfällen nicht mehr überrascht. Du bist vorbereitet. Panik wird sich nicht mehr breit machen. Auch die Traurigkeit wird langsam vergehen.

    Was du nicht tun solltest, ist das Rückwärtsschauen. Was dir alles nicht möglich ist, ist unwichtig. Mit allem hadern triggert nur noch mehr. Es ist nur zu verständlich, so zu denken und zu handeln. Aber es führt dich in eine Sackgasse. Es bringt dich nicht nach vorne.

    Schau einfach mal, was du von unserem Geschriebenen nutzen kannst. Sei nicht traurig. Sei zuversichtlich. Es lohnt sich.

    Alles Liebe
    Sternchen

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4254

    🙂 ja Katrin, genau so !!!!!! 🙂

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26778

    Hallo Jasmin,

    nun hast Du schon viele liebe Rückmeldungen erhalten, denen ich mich auch gerne anschließen möchte. Trotzdem greife ich jetzt mal einige Deiner Äußerungen auf. Sorry, das musst Du jetzt aushalten, aber es dient nur Deiner Reflexion und ja, auch dafür ist Headbook gemacht. Noch nie war es unser Ziel, nur gewisse Vorstellungen oder Ansichten unreflektiert zu bestätigen. Das kann man auch im Kaffeeklatsch mit Freundinnen haben – nur bringt es einen keinen Millimeter weiter.

    Rückschritte wie eben meine letzten Monate fallen mir dann tatsächlich schwer anzunehmen, doch ich dachte bislang, dafür könne ich mich an dieses Forum wenden..

    Das war nicht fair, denn Du erhältst jederzeit praktisch rund um die Uhr hier vorne und per PN Unterstützung, Rat, Zuwendung, Zuspruch, Hilfestellung, wirst aufgefangen und getröstet. So eine Äußerung macht mich jetzt wirklich betroffen. Besonders, da sie von Dir kommt.

    Und „kennen“ tun wir uns ja nur über diese schriftliche Kommunikationsform hier – wobei aus meiner Erfahrung aus dem mir zugänglichen Trauerforum oft ein anderes (falsches) Bild von einem Menschen entstehen kann als im persönlichen Gegenüber.

    Natürlich „kennen“ wir uns nur übers Schreiben und wir können nur das aufnehmen und auch für Deine Hilfestellung verwerten, was Du uns sozusagen an Futter gibst. Und das war über die Jahre hinweg nicht gerade wenig.

    Denkst Du, man kennt sich besser, wenn man sich gelegentlich zum Kaffee trifft? Wir sind hier alle Betroffene und haben zum Teil bereits viel Wissen anhäufen können. Ich frage mich, wer sonst noch besser über Deine gesundheitliche (physisch wie psychisch) Situation Einblick hat als wir. Wahrscheinlich weder Freundinnen und Freunde (mit denen Du solche Dinge kaum besprechen kannst), noch der Partner (den man damit auch nicht immer belasten kann und will) oder der Arzt (bei dem sowieso die Zeit fehlt für so einen intensiven Austausch).

    Daher würde ich jetzt glatt mal behaupten wollen, dass niemand mehr Einblick hat und Dich niemand in dieser Hinsicht besser „kennt“ als wir das tun. Und sich sonst niemand so viel Mühe gibt und so viel Einfühlungsvermögen zeigt wie wir.

    Vllt wird es bei mir tatsächlich durch die Erfahrung verschlimmert, dass ich im zarten Alter von 7 J.häufigere schwere Missbrauchserfahrungen gemacht habe und mich daher ein Gefühl von starker Schwäche und Ausgeliefertsein (eben auch bei schweren Migräne-Attacken) im Innersten daran erinnert. Traumatherapie habe ich mehrfach absolviert, REste bleiben vermutlich.

    Ja, durchaus! Woher die Ängste kommen und wie intensiv sie sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Was bleibt, sind die Beeinträchtigungen, die auch nach einer oder mehrerer Therapien noch vorhanden sind und diesen Themen muss man sich stellen. Immer und immer wieder und wenn nötig, mit weiteren Therapien. Diese müssen gar nicht mit dem ursprünglichen Trauma zusammenhängen, es kann auch eine Verhaltenstherapie zum Thema Schmerzverarbeitung, -annehmen und der Umgang damit sein. Und hier sehe ich noch Nachholbedarf. Warum? Weil ich Dich seit sehr vielen Jahren kenne und eben mitbekomme, wie die Panik Dich immer wieder überrollt.

    Doch ich möchte nun keinesfalls hier jemanden runterziehen – die letzten Jahre konnte ich – dank Botox und guter Schulung in Kiel und Königstein – zur besseren AKzeptanz finden, vor allem aber zu deutlich höheren Lebensqualität, wenn ich nur 1-2mal/Woche behandeln musste.

    Mich ziehst Du damit nicht runter – warum auch? Ist doch unser täglich Brot hier, geht ja nicht nur Dir so. Ist ja toll, dass die Akzeptanz bereits besser wurde.

    Da ist die Wahrnehmung meiner Freundinnen als auch meiner Neurologin, wie ich meine Einschränkungen (keinerlei Alkohol, keinerlei Sonne, Treffen am ehesten spontan u.v.m.) akzeptiere, eine ganz andere als die aus eurer Perspektive.

    Auch hier sehe ich Verbesserungsbedarf! Warum darfst Du nicht in die Sonne? Sonnenbrille auf, Hut auf, eher im Schatten aufhalten und raus in die schöne Natur. Kasteie Dich doch nicht, wenn es unnötig ist. Das macht depressiv, das fördert das Gefühl des Ausgeschlossen-Seins!

    Nie Alkohol? Warum? Schmeckt er Dir eh nicht, ist es ja kein Problem. Hättest Du dann und wann mal Lust – dann gönne ihn Dir. Migräne hast Du so oder so, nur die Angst vor gewissen Dingen triggert ungemein, schottet Dich noch mehr ab und auch das macht depressiv.

    Plane wieder und wenns nicht geht, sage halt ab. Plant man nie, bleiben auch spontane Aktivitäten mehr und mehr auf der Strecke. Warum? Weil die Angst einem wieder im Wege steht. Denkt man, nicht mehr planen zu können, denkt man auch, dass Aktivitäten zu Migräne führen können. Na und? Hockst Du zu Hause rum, hast Du ja auch Migräne.

    Mit Notdiensten habe ich (an Wochenenden oder Mittwochs nach Dienstschluss des HA) teils unrühmliche Erfahrungen, da dies von Gynäkologen über Orthopäden bis sonstwas geht und etliche nicht wussten, was zu tun ist.

    Und genau deshalb lässt man den Notdienst lieber auch wirkliche Notfälle behandeln. Man sollte in der Lage sein, zu Hause die Situation in den Griff zu bekommen. Vor allem auch, wenn man schon sehr erfahren ist durch das jahrzehntelange Leiden.

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und dass du DEINEN guten Weg findest, an diesen „Einbrüchen“ nicht zu verzweifeln.

    Katrins Schlusssatz gefällt auch mir sehr gut. Das wünsche ich Dir ebenso von Herzen, so wie alle anderen sicher auch. Nur deshalb bemühen wir uns seit so vielen Jahren hier täglich um unsere Mitglieder – damit sie ihren persönlichen guten Weg finden, mit der Krankheit vernünftig leben zu können.

    Nun sei bitte nicht gekränkt, oder traurig, oder was auch immer. Wir sind nicht nur – aber manchmal auch – ein Kuschelforum, sondern hier wird tatsächlich täglich hart gearbeitet. Von Euch, für Euch! 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Hui, nun habe ich eine ziemliche Welle verursacht…

    Liebe Julia, Katrin, Sternchen und Bettina,
    danke, dass ihr euch nochmal soviel Zeit für eine Antwort und meine Empfindlichkeiten genommen habt!! Ich weiß das natürlich zu schätzen, bin ja selbst (wie an anderer Stelle berichtet) in einem Forum für jung verwitwete seit längerem in mittlerweile eher beratender Funktion aktiv und weiß, wieviel Zeit es in ANspruch nimmt und auch mal enttäuschend verlaufen kann. Allein dadurch weiß ich natürlich auch, wieviel Leid anderen Menschen, Tag für Tag, geschieht.
    Ihr wisst sicher, dass man an Tagen psychischer Instabilität empfindlicher auf Reizworte reagieren kann und so erging es mir gestern. Ich wünschte mir nach den Tagen mit heftigem Schmerz, dauerndem ERbrechen und fehlendem Schlaf nur einen kurzen Tipp von außen, was ich pragmatisch tun/einnehmen könnte, weil ich einfach nicht mehr klar denken konnte und mir sicher war, dass kein Triptan der Welt nun wahrscheinlich wirken würde.
    Da war ich dankbar für Julias Einschätzung, sie würde an meiner Stelle ein Triptan nehmen und daraufhin war ich ja auch mit Ascotop Nasal überraschend erfolgreich.
    Als dann zusätzlich das Akzeptanz-Thema aufkam, habe ich darauf verletzt und quasi allergisch reagiert – es klang für mich so wie „Stell dich nicht immer so an, akzeptier es einfach!“
    Da ich eh körperlich absolut geschwächt war, kam verstärkt Traurigkeit auf.
    Es tut mir sehr leid, wenn meine Rückmeldung bei dir, Bettina, als unfair angekommen ist.

    Auf alle Anmerkungen von euch kann ich heute – schon rein von der Konzentration – nicht eingehen. Ich habe mir nochmal meinen kompletten Schmerzverlauf eben durchgelesen und ja, mir wurde bewusst, dass ich mehrmals an der gleichen Stelle angekommen bin, nämlich in Angst zu geraten, wenn die Entwicklung rückläufig ist.
    Ich werde dies bei meinem eh für morgen angesetzten Termin bei meiner Psychotherapeutin(VT) ansprechen. Allerdings hat sie nicht wirklich Ahnung von Migräne, hat sich aber mein Buch von Prof.Göbel mal angelesen. Immerhin kann sie mir aber bzgl.meiner Angstreaktionen aufgrund meiner individuellen Geschichte sicher wieder was erklären bzgl. ablaufender Muster im GEhirn etc.

    Im Grunde fühle ich mich insgesamt durch die Migräne-App schon sehr hilfreich organisiert, konnte da ja auch gestern schnell abrufen, dass ich trotz der Warnung von 11 Einnahmetagen noch ein Triptan nehmen durfte,weil drei Tage davon durch MCP oder Predn. gezählt waren.
    Doch es ist tatsächlich so, dass häufig aufeinander folgende und besonders schwere Attacken mich psychisch runterziehen können und dann gleich quasi einige „alte Pakete“ mit aufgehen, mir mein ganzen Leben komplett sinnlos vorkommt, ich keinen Hoffnungsschimmer mehr sehe und am liebsten meinem verstorbenen Mann folgen würde. Das ist sehr schwer auszuhalten und dann habe ich ja mehrfach hier den Kontakt gesucht. Sobald gestern das Triptan half, hat sich das komplett gewandelt und ich kann dann diesen Absturz selbst schlecht nachvollziehen bzw. verurteile mich, wie ich so denken kann. Aber keine Bedenken: ich bin nicht wirklich suizidal. Meine Familie etc.brauchen mich noch.

    abschließend @bettina:
    Bei sonnigem Wetter kann ich mich tatsächlich auch trotz Hut und Sonnenbrille nur im Schatten aufhalten, Migräne sonst gesichert.
    Ich würde gern mal ein Glas Wein trinken oder Prosecco, aber ebenfalls hier folgt regelmäßig Migräne.
    Da ich wie gesagt mit der Anzahl der Einnahmetage sehr aufpassen muss, vermeide ich tunlichst jeden sicheren Trigger, denn auch häufige Triptantage verstärken ERschöpfung und psychische Beeinträchtigung.
    Verabreden und planen mache ich seit einiger Zeit wieder mutiger, da hat meine Psychoth. ein Auge drauf gehabt, ich solle „das Vermeiden vermeiden“ – fand ich gut, den Spruch. Nur so bin ich aus der Depression auch (mehr oder weniger) rausgekommen.

    Ich hoffe, ihr könnte weiterhin Verständnis für mich aufbringen und ich bemühe mich, nicht immer wieder das gleiche Thema aufzuwärmen 😉 Deal?

    Herzliche Grüße an euch alle!!
    Jasmin

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6983

    Natürlich Deal !!! 😄😀😃😁😉
    Und ganz liebe Grüße aus Kiel 🚢⛵

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26778

    Hallo Jasmin,

    Ich hoffe, ihr könnte weiterhin Verständnis für mich aufbringen und ich bemühe mich, nicht immer wieder das gleiche Thema aufzuwärmen 😉 Deal?

    Beide Male – ja. 😀

    Ich würde gern mal ein Glas Wein trinken oder Prosecco, aber ebenfalls hier folgt regelmäßig Migräne.

    Wenn Du das wirklich gerne würdest, dann tu es! Sage Dir, dass Du Dir das heute einfach mal gönnst und wenn die Migräne kommt, dann nimmst Du ein Triptan. Problem an solcher Vermeidungshaltung ist (der Ausspruch Deiner Psychologin gefiel mir sehr! 🙂 ), dass immer mehr vermieden wird und eine negative Erwartungshaltung sozusagen schon zum festen Programm wird. Konsumiert man etwas, wovor man sowieso schon Angst hat, wird sich die Erwartung fast zu 100 % erfüllen. Geht man es locker an und sagt sich, dass man das jetzt trotzdem einfach machen möchte, dann ist man entspannter und nimmt in Kauf, dass das passiert, wovor man immer Angst hat. Und siehe da, oft kommt es dann gar nicht dazu. Das gilt für alle möglichen Situationen im Leben. Versuche es, sonst wird der selbstgebaute Käfig immer enger.

    Doch es ist tatsächlich so, dass häufig aufeinander folgende und besonders schwere Attacken mich psychisch runterziehen können und dann gleich quasi einige „alte Pakete“ mit aufgehen, mir mein ganzen Leben komplett sinnlos vorkommt, ich keinen Hoffnungsschimmer mehr sehe und am liebsten meinem verstorbenen Mann folgen würde. Das ist sehr schwer auszuhalten und dann habe ich ja mehrfach hier den Kontakt gesucht. Sobald gestern das Triptan half, hat sich das komplett gewandelt und ich kann dann diesen Absturz selbst schlecht nachvollziehen bzw. verurteile mich, wie ich so denken kann.

    Vielleicht geht hier noch was, damit Du nicht jedes Mal das altbekannte Schema sozusagen zwanghaft abspulen musst. Eventuell auch mit medikamentöser Unterstützung (Prophylaxewechsel?), wenn therapeutisch nicht (mehr) so viel zu machen ist.

    Verurteile Dich nicht, Du hast keine Strafe verdient. Es gehört mit zu Deiner Erkrankung und eine Erkrankung verschuldet man nicht selbst. Sei nachsichtig mit Dir und wenn solche Gedanken kommen, verwöhne Dich selbst, tu Dir aktiv Gutes. Selbst im Schmerz ist das möglich. Wandle Deine Dich selbst strafenden Gedanken um in Dich liebevoll umsorgende. Das geht! 🙂

    Aber keine Bedenken: ich bin nicht wirklich suizidal. Meine Familie etc.brauchen mich noch.

    Du sollst nicht für die anderen leben, sondern für Dich. 😉 Sag Dir, dass Du leben willst. Dass Du selbst willst, dass es Dir gut geht. Geht es Dir gut, spiegelt sich das wider in den Menschen, die Dir wichtig sind.

    So, nun genug der Küchenpsychologie, jetzt einfach mal schnelle Besserung und einen schönen Tag. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Liebe Bettina,
    es ist total lieb, dass du mir so passend geantwortet hast, da ist sehr viel dabei, was ich verwenden kann. Vllt sollte ich es mir mal ausdrucken, schriftlich festhalten – ja, tatsächlich, sowas werde ich machen.
    Ja, es ist weniger so, dass ich mich selbst bemitleide, sondern mich auch noch oft schuldig fühle, nach allem, was ich an Vorträgen gehört habe, passiert mir das immer noch öfter, dass ich in das falsche Gedankenmuster gerate. Oh Mann, wie alt muss man werden? 😉
    Und mir was gönnen, ist tatsächlich oft mit der Angst vor der Reaktion verbunden.

    Einiges habe ich heute morgen dazu mit meiner Psychoth.besprochen, das passte irgendwie diese Woche alles gut zusammen. Ich hatte schon sehr viele Termine, aber meist waren andere Dinge im Vordergrund, heute mal die Migräne. Aus einem Impuls heraus hat sie mir ein (für mich)super-super-passendes Buch in die Hand gedrückt „Mit dem Herzen eines Buddha“ – Heilende Wege zu Selbstakzeptanz und Lebensfreude (von Tara Brach), klingt esoterisch, empfinde ich aber nicht so, die ersten SEiten wie für mich geschrieben .

    Also mein letzter „Alkoholexzess“ in Form eines Gläschens selbstgemachtem Eierlikör führte leider nach wenigen Minuten zu einem Hammerkopfschmerz, war sicher reichlich Hochprozentiges drin. Aber ok, ich könnte mal ein Gläschen Wein oder Prosecco trinken, wenn ich gerade mit den Triptanen gut haushalten konnte.
    Wie schaffst du es denn bloß? Darfst du unbegrenzt Triptane nehmen, ohne dass es ein DAuerschmerz wird?
    Immerhin habe ich letztens bei einer Party bis nachts 2 Uhr getanzt und mitgefeiert – ich kam mir schon richtig verrucht vor – statt wie sonst um Mitternacht abzuhauen, hatte eh ein Triptan im Bauch an dem Tag – und siehe da, es ist nix passiert, müde aber glücklich am nächsten Tag 🙂
    Du siehst, ich bin lernfähig.

    Ich warte nun noch auf ein Rezept über Motilium (Domperidon), weil mir wie beschrieben Vomex und MCP (außer IV) nicht mehr hilft und das fand ich diese Woche richtig ätzend.

    Also deine Küchenpsychologie ist schon mehr als brauchbar!!
    Ganz herzliche Grüße und dir ein schönes Wochenende
    Jasmin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26778

    Hallo Jasmin,

    Ja, es ist weniger so, dass ich mich selbst bemitleide, sondern mich auch noch oft schuldig fühle, nach allem, was ich an Vorträgen gehört habe, passiert mir das immer noch öfter, dass ich in das falsche Gedankenmuster gerate. Oh Mann, wie alt muss man werden? 😉
    Und mir was gönnen, ist tatsächlich oft mit der Angst vor der Reaktion verbunden.

    Die Theorie ist das eine, die Praxis das andere. 😉 Aber das wird schon noch werden, wobei ich denke, dass man sein Leben lang an gewissen Dingen arbeiten wird. Im besten Fall, manche machen nix und alles bleibt wie es ist.

    … und siehe da, es ist nix passiert, müde aber glücklich am nächsten Tag 🙂
    Du siehst, ich bin lernfähig.

    Ja schön, mach das öfter. 🙂 Dann hast Du nämlich einfach mehr vom Leben, bist öfter glücklich – und hast halt auch Attacken.
    Oder Du machst fast nichts, hast das Gefühl, das Leben gleitet an Dir vorbei und nur die anderen leben ihr Leben – und hast auch Attacken.

    Da kommt mir die Nr. 1 doch bedeutend verlockender vor.

    Wie schaffst du es denn bloß? Darfst du unbegrenzt Triptane nehmen, ohne dass es ein DAuerschmerz wird?

    Ich bin auch öfter einfach mal platt und nix geht. Gestern wollte ich eigentlich am Abend noch antworten, aber ein Tsunami hat mich weggefegt. 😉 Ich mach halt was geht, und oft auch mehr. Und in den MÜK komme ich zum Glück nicht so schnell, kann auch die 10 Tage mal überziehen. Aber ich lasse nie zu, dass mich die Angst vor Konsequenzen von etwas abhalten würde, was ich gerne umsetzen möchte. Das ist aber auch eine Typsache, daher ist das auch nicht zu bewundern. Ich muss nichts extra dazutun, um mein Leben gut zu leben, mit den Herausforderungen, die es halt bereithält. Ich bin da einfach so. 😉

    ich drück die Daumen, dass jetzt wieder eine lange, gute Zeit kommt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Danke, Bettina! Das wünsche ich dir auch von Herzen 😉

    LG und schönen Sonntag
    Jasmin

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Hallo zusammen
    ich habe weiterhin eine sehr schlechte Schmerzphase, die letzten drei Wochen kaum einen schmerzfreien Tag. Nun habe ich viel zu AKzeptanz gelesen und habe bei einer Ärztin eine Form von Selbsthypnose (zum Runterfahren des Nervensystems) gelernt, was ich nun täglich übe und ich bin tatsächlich deutlich ruhiger damit.
    Vor ca. 10 Tagen hatte ich einen Migräne-Status, der mit Kortison-Infusion beim Hausarzt behandelt wurde, an dem Tag ging es mir insgesamt deutlich besser, doch an den nächsten Tagen ging es mit Migräne weiter. Ich habe dann nochmal Kortison in Tabl.form genommen, was genauso kurzzeitig weiterhalf.In den letzten Tagen waren die Schmerzen nicht mehr so stark, aber immer wenn ich dachte, es sei überstanden, fängt es nach ein paar Stunden wieder von vorn an.
    Ich entspann reichlich, meide Hitze etc.
    Nun habe ich mit meiner Neurologin vereinbart, dass ich mein Doxepin von 25 mg um 10mg abends erhöhe.

    Was mich aber auch sehr belastet, sind die Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich, besonders morgens beim ERwachen, was dann in den Kopf zieht. Nun weiß ich ja, dass diese Schmerzen durch die Hypersentivierung entstehen können.
    Fällt da noch jemandem was ein, wie ich aus der Spirale rauskommen könnte? Ob sich die Nacken-schmerzen von allein geben werden durch weiterhin Ruhe und Reizabschirmung?

    Allen ein schöne(re)s Wochenende wünscht euch
    Jasmin

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5104

    Liebe Jasmin,

    wie du mit den Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich umgehen sollst, hängt vor allem davon ab, woher sie kommen. Die Ursachen bestimmen die Therapie. Hängen sie ausschließlich mit deiner Migränesituation zusammen, werden sie in einer hoffentlich bald eintretenden besseren Phase mit verschwinden. Bis dahin würde ich tun, was mir gut tut: Wärme oder Kälte, ein wenig lockern, aber gemütlich, und bei der Haltung allgemein drauf achten, dass die Schultern mittig locker unten sind – wir ziehen viel häufiger unnötig die Schultern hoch, als wir allgemein denken. Man kann sich gerne selber mal beim Schauen eines Krimis beobachten. 😉

    Ich selber befinde ich mich häufig in dem Dilemma, dass ich bei Migräne den Kopf höher lagern muss, um überhaupt schlafen zu können, weil dann der Druck im Kopf geringer ist. Doch meiner nicht mehr ganz taufrischen Wirbelsäule behagt das oft nicht, so dass ich mit der HWS morgens auch oft Probleme habe. Wache ich mit stärkeren Beschwerden auf, lege ich mich eine Zeitlang „orthopädisch korrekt“ hin und entspanne die Muskulatur ganz bewusst. Das hilft auch schon ein wenig.

    Kommen Schulter-Nacken-Schmerzen ursächlich durch ein orthopädisches Problem zustande, kann man sich mit gezielten Übungen helfen. Doch dann treten sie auch unabhängig von einer schlechten Migränephase auf.
    Hängen sie mit der Migränesituation zusammen, sind die Nerven allgemein überreizt, wirst du instinktiv vermeiden, was da noch mehr Unruhe reinbringen könnte. Da Verspannung in der Regel zu noch mehr Verspannung führt, ist schon etwas erreicht, wenn man einer Verschlechterung vorbeugt. Also in dieser Zeit nicht gerade auch noch alle Decken im Haus anstreichen 😉 oder schwere Einkäufe durch die Gegend schleppen.

    Lieber Gruß
    Heika

    Jasmin
    Teilnehmer
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    Danke, Heika, für deine Antwort!
    Bei „nicht Decke streichen“ musste ich schmunzeln, das habe ich vor 35 Jahren zum letzten Mal gemacht, ich kann seit Jahren nicht mal selbst Fenster putzen, weil jede Belastung des Nackens mir ne heftige Migräne bereitet. Bei längerer Anspannung setzt sich da bei mir alles an Stress fest, scheint mir und am besten tut mir eigentlich, wenigstens 1mal/Wo. (Rücken-)schwimmen zu gehen plus Qi-Gong-Kurs, doch das geht nun wegen der elendig vielen Schmerzen seit Wochen nicht mehr.
    Ich schaue mal, wie es sich diese Woche weiter entwickelt, habe gerade keine Energie zum Orthopäden o.ä. zu gehen, muss mich bei der Hitze nur im halbwegs kühlen Haus aufhalten. Gestern vermutete ich schon möglicherweise einen BAndscheibenvorfall der HWS, weil ich auch kribbeln im Arm oder beidseitig den Händen hatte, einen Brummton im Ohr etc.
    Herzliche Grüße
    Jasmin

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Hallo zusammen,
    es wäre super, wenn ich nochmal von euch eine Einschätzung bekommen könnte. Die üblichen Tricks mit vereinzelt hochdosiert Kortison u.a. haben mich leider nicht aus meiner Schmerzphase herausholen können. Nachdem ich letzte Woche mehr als drei Wochen am Stück Migräne hatte, mal mehr mal weniger, zunehmende Nacken-Schulter-Schmerzen, Übelkeit etc., hat meine Neurologin einen Status Migr.diagnostiziert. Da ich erst im März/April eine fünfwöchige Schmerzmittelpause gemacht habe und danach nicht mehr als 8 Triptane/Monat genommen habe – den Rest ausgelegen mit nur zweimal Kortison – läge kein MÜK vor.
    Gleichzeitig wurde meine Prophylaxe etwas geändert, statt Candesartan nun Micardis.

    Nun nehme ich Kortison nach einem Schema für gut 2 Wochen, bin seit heute mit 60mg dabei und dann weiter runterdosieren bis 20mg. Seitdem fühle ich mich endlich wieder wie ein Mensch, kann wieder geradeaus denken, hatte bislang keine Schmerzen, kein „Rücken“, keine Übelkeit, gute Laune – wie Urlaub 🙂 Ich wusste garnicht mehr, wie schön das Leben sein kann ohne diese fiesen Schmerzen.

    Ich habe nun keine Ansage, dass ich kein Triptan nehmen darf, doch ich dachte, es sei schlau, diesen Schutz gleich als Schmerzm.Pause zu nutzen. Was meint ihr? Ich habe heute leichte halbseitige Schmerzen, wollte eigentlich schwimmen zur Runterkühlung bei der Affenhitze in NRW.
    Würdet ihr an meiner Stelle lieber Ruhe einhalten?
    Und wie baut der Körper nach dem Kortisonschub wieder selbst die notwendigen Abwehrstoffe auf?

    Ich wäre wirklich sehr dankbar für eure Erfahrungen!

    Mit herzlichen Grüßen und ganz guten Wünschen für euch alle zum Überstehen der Hitzewelle!!
    Jasmin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26778

    Hallo Jasmin,

    Ich habe nun keine Ansage, dass ich kein Triptan nehmen darf, doch ich dachte, es sei schlau, diesen Schutz gleich als Schmerzm.Pause zu nutzen. Was meint ihr? Ich habe heute leichte halbseitige Schmerzen, wollte eigentlich schwimmen zur Runterkühlung bei der Affenhitze in NRW.
    Würdet ihr an meiner Stelle lieber Ruhe einhalten?

    Ist nie verkehrt, eine kleine Pause anzuschließen. Die Schmerzfreiheit durch das Kortison hat ja nicht Dein eigenes Nervensystem produziert. 😉 Schau mal, wie es für Dich machbar ist.

    Anstrengung nach und während der Kortisontage ist immer kontraproduktiv, das weißt Du ja. Wenn Du allerdings nur zum Abkühlen ein wenig plantscht, Dich nicht anstrengst und Dir auch die Hitze nicht zusetzt (mir z. B. setzt sie zu), dann spricht nichts dagegen.

    Und wie baut der Körper nach dem Kortisonschub wieder selbst die notwendigen Abwehrstoffe auf?

    Die Nebenniere produziert bald selbst wieder ausreichend und der Körper hilft sich schon selbst. Es braucht keinerlei Schnickschnack aus der Nahrungsergänzungsmittel-Industrie, um den Körper wieder auf Vordermann zu bekommen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Danke dir, Bettina!
    Mir setzt die Hitze ja eben auch total zu, daher habe ich eine laue Dusche nun doch dem Schwimmbad vorgezogen, damit ich nicht noch die Fahrt im heißen Auto dazu habe.
    Die Gefahr ist eben doch, dass es zuviel wird mit der Anstrengung, wenn ich schon extra hinfahre..

    Mein Kortisonplan endet bei 20 mg die letzten drei Tage. Würdest du dann weiter kleinschrittig abbauen? Mein Körper ist dann ja doch sehr an die chemische Zufuhr gewöhnt…
    Lieben Gruß und alles Gute
    Jasmin

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 298

    Hallo liebe Jasmin,

    ganz kurz, bin unterwegs und schreibe dir später ausführlicher!

    Mache, wonach dir ist, was sich gut und richtig für DICH anfühlt!

    Vorerst liebe Grüße und Genuss bei was auch immer!

    Katrin

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 298

    So, liebe Jasmin, jetzt bin ich wieder da!

    Ich würde genauso wie du die Cortison-Phase mit einer Medikamentenpause (wie lang auch immer…) verbinden, jeder Schmerzmittelverzicht kann ja nur gut sein!

    Sich unter Cortison zu schonen, ist völlig richtig. Meine Erfahrung ist, dass mich gerade dieses Unbedingt-schonen-wollen auch etwas unter Druck gesetzt und unsicher gemacht hat, was ich mir denn jetzt zumuten darf und was nicht. Dieses Nachdenken und Entscheiden-müssen ist wiederum meinem Kopf nicht dienlich.

    Ich befinde mich momentan in einer ähnlichen Situation wie du, d.h. ich nehme über 14 Tage Cortison ausschleichend bis zu den letzten beiden Tagen mit 10 mg. Nun habe ich neu gedacht und ausprobiert: ich schone mich, aber mache ganz in Ruhe das, was mir gut tut und was mich nur wenig Kraft kostet. Die Kunst ist – glaube ich – seinen eigenen Rahmen zwischen „Was ist zu wenig“ und „Was ist zu viel“ abzustecken, in dem man sich gut bewegen kann. Und dieser ist – wie bei allem und immer wieder – individuell. Deswegen können wir uns zwar gegenseitig raten, aber ob es dann für den anderen das Gute, das Richtige, wissen wir nicht.

    Zur Veranschaulichung zeichne ich hier mal meinen heutigen 10-Stunden-Tag grob nach:
    1. Aufstehen, Frühstücken, mich vorbereiten auf
    2. Doppelstundengruppensitzung bei meiner Schmerzpsychotherapeutin
    3. anschließend genüßliches Mittag in der Natur
    4. drei kleine Vorhaben in der Stadt erledigt
    5. Kugel Eis auf dem Weg zum Auto geschlemmt
    6. kurze Fahrt in den Wald mit anschließendem 1 3/4 stündigen Schleichgang durch den Wald inklusive ca. 45 min Wassertreten im Fluss
    7. nach Hause fahren und noch im Hofladen 2 Nektarinen einheimsen

    Wenn ich das so lese, klingt es nach viel und anstrengend. War es aber nicht, weil ich alles ganz in Ruhe gemacht habe und zwischendrin immer wieder Erholungsphasen hatte, die mir so richtig gut getan und mich bei mir haben sein lassen. Und seit meiner Ankunft zu Hause mache ich nichts mehr – außer Kaffee, nochmal Eisbecher aus Mannes Küche und nachher noch ein kleines Essen zusammen köcheln (Restepfanne).

    Und wie geht es mir jetzt? Meine Seele ist zufrieden und lächelt, mein Kopf schmerzt links zwischen 3 und 4, und ich tue ihm immer wieder mit neuen Kühlpads gut, trinke bei der Hitze noch mehr als sonst und freue mich, dass ich heute gelebt habe – trotz Allem!!!

    Ich wünsche dir alles Gute!

    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Hallo Katrin,
    das ist (in meinen Augen) allerdings ein strammes Programm – puh..
    Ich schreibe dir noch ne PN.
    LG

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26778

    Hallo Katrin,

    Wenn ich das so lese, klingt es nach viel und anstrengend. War es aber nicht, weil ich alles ganz in Ruhe gemacht habe und zwischendrin immer wieder Erholungsphasen hatte, die mir so richtig gut getan und mich bei mir haben sein lassen.

    Ich finde auch, dass es ein strammes Programm ist. Es liest sich nicht nur so, es ist im Grunde zu anstrengend. Du hast ja kaum mal Ruhe tagsüber und darum geht es. Die Kortisontage sollte man wirklich nutzen, um alles runterzufahren! Es verpufft sonst relativ wirkungslos und danach gehts im selben Rhythmus weiter. Wenn sich das Nervensystem nicht erholen kann, ist der Effekt fast gleich null und das ist einfach schade.

    Und wie geht es mir jetzt? Meine Seele ist zufrieden und lächelt, mein Kopf schmerzt links zwischen 3 und 4, und ich tue ihm immer wieder mit neuen Kühlpads gut, trinke bei der Hitze noch mehr als sonst und freue mich, dass ich heute gelebt habe – trotz Allem!!!

    Nach 14 Tagen Kortison schmerzt der Kopf immer noch? Es sollte nach dieser Zeit komplette Schmerzfreiheit bestehen und das ist bei Dir nicht der Fall. Bedenke bitte auch, dass sehr viele die Pause in der Klinik machen mit Minimalprogramm. Ich fürchte, Du hast die Pause nicht wirklich optimal angegangen. 🙁

    Liebe Grüße
    Bettina

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 298

    Bettina, du Schatz, ich schätze es sehr, dass du immer wieder und unermüdlich das Vorgehen einer Cortison-Therapie und das damit verbundene optimale Verhalten in Worte fasst und es so immer wieder in Erinnerung bringst!

    Ich habe mich in über 30 Jahren nach den Vorgaben Anderer (Ärzte, Therapeuten…) gerichtet und finde das nach wie vor sehr wichtig. Aber genauso wichtig ist es für mich, auch auf meinen Bauch zu hören, ob all diese guten Empfehlungen auch für mich passend sind. Deshalb bin ich dankbar, dass mich meine beiden behandelnden Ärzte und meine Schmerzpsychotherapeutin darin bestärken, Eigenverantwortung zu übernehmen, wieder selbstbestimmter zu leben und herauszufinden, was sich für MICH gut und richtig anfühlt, ohne die Empfehlungen, die du nennst, beiseite zu schieben. Ich bin achtsam in Bezug auf mich und meine Bedürfnisse…😘!

    Für mich sind das Mittagessen im ruhigen Klosterpark auf der Picknickdecke und die Waldrunde genauso wertvoll wie meine regelmäßige PMR oder Meditation. Und so gestalten sich meine täglichen Entspannungsphasen abwechslungsreich! Vielleicht habe ich mich mit dem Wassertreten falsch ausgedrückt, es war eher ein wenig Waten und mehr Stehen im Wasser, was ich mir mit Visualisierungsbildern im Kopf um die Beine habe fließen lassen – also mehr Meditation als Aktivität. Vielleicht würden andere dabei rappelig und unruhig, für mich ist das Entspannung pur und Ruhequelle!

    Ich betone, dass der gestrige Tag, den ich beschrieben habe, nicht die Regel ist! Aber wenn ich mich danach fühle und es mir gut tut, werde ich nicht nach Hause fahren, um mich auf die Couch zu legen. Das kann ich genauso gut auf der Picknickdecke mit Blick in den Himmel. Oder ich sitze auf den im Wald aufgestellten Bänken mit Bäumerauschen, Vogelkonzert und wohltuender Waldluft! Oder ich stehe halt im Wasser!

    Was ist Schmerzfreiheit? Die habe ich schon lange nicht mehr! Auch der Illusion, dass mich Cortison schmerzfrei macht, gebe ich mich nicht mehr hin. Diese und andere Hoffnungen wurden so oft enttäuscht, dass ich jetzt das Akzeptieren lerne, von dem wir hier schon öfter geschrieben haben. Ich weiß, das wird mir nicht immer gelingen, erst recht nicht in sehr schlechten Phasen, aber da, wo es mir gelingt, genieße und feiere ich das jetzt und frage mich nicht mehr, wie es noch besser gehen kann.
    Das Cortison, mit dem ich heute bei Tag 9 und NICHT bei Tag 14 bin, holt mich aus dem extremen Schmerz in den schwachen, und für mich ist das ein Riesen-Erfolg! Ich hatte mal in meinem Schmerzverlauf geschrieben, wann ich meinen letzten schmerzfreien Tag hatte, das ist lange her! Ich habe diesen nicht mehr im Kopf…!

    Mein Plan war keine Pause, sondern eine Durchbrechung des ständig starken und sehr starken Migräneschmerzes, die kleine Pause ist eine positive Nebenwirkung.

    Ich bin dankbar für dein und das Mich-aufmerksam-Machen anderer lieber Mitglieder hier, wirklich! Wir haben schon oft vom „Eigenen Weg“ geschrieben. Ich mache nichts anderes als MEINEN WEG zu finden und zu gehen, immer die Empfehlungen im Auge behaltend, das versteht sich für mich von selbst! Aber ich möchte mich auch nicht mehr MEHR als nötig durch die Empfehlungen einschränken lassen, das hatte ich lange genug! Und ich bin wie viele hier eh schon eingeschränkt genug!

    Vielleicht kannst du dich ja trotzdem ein bisschen für mich freuen, ich tue es auf jeden Fall!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Liebe Jasmin,

    wenn du jetzt das Gefühl hast, mein Beitrag sprengt den Rahmen deines Forums, dann schreib es bitte, okay?!!!

    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26778

    Liebe Katrin,

    gleich mal vorneweg …

    Vielleicht kannst du dich ja trotzdem ein bisschen für mich freuen, ich tue es auf jeden Fall!

    Wie kommst Du auf die Idee, dass ich mich mit Dir nicht freue, nur weil ich Dich auf gewisse Dinge aufmerksam mache? 😉 Also nun ganz offiziell: Selbstverständlich freue ich mich für Dich und für jeden, dem es gut geht. 🙂

    Bedenke aber bitte, dass wir viele stille Mitleser haben. Du hattest schließlich recht vieles aufgezählt und da gings nicht nur um das Sitzen im Wald. 😉

    Doppelstundengruppensitzung bei der Schmerzpsychotherapeutin, danach einige Dinge in der Stadt besorgen (es ist sehr heiß im Moment), dann noch in den Wald und 45 Minuten Wassertreten – das ist viel, auch wenn Du das anders siehst. Aber egal jetzt, Du weißt, was Du tust und ich habe auch wegen der anderen Mitleser darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht wenig ist. Und Kortison strengt den Körper enorm an, auch wenn Du das nicht so empfindest. 😉

    So, das wars jetzt von mir, lass Dir die Freude bitte nicht verderben durch meine Kommentare.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Liebe Katrin,
    dein Beitrag hier für mich sprengt überhaupt nix 😉
    Ich wollte dir lediglich noch etwas persönlicher antworten, was nicht für jeden von Belang ist..
    Da war keinerlei versteckte Kritik dabei.
    Genieße weiter, was geht!!
    Lieben Gruß
    Jasmin

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 342

    Hallo zusammen,
    ich bin nun nach 2 Wo. an meinem letzten Tag des Kortisonplans mit 20mg angelangt. Es hat mir nach einer sehr ätzenden Vorphase mehr als 1 Woche Schmerzfreiheit erbracht, ich habe mich verhalten, als sei ich in der Klinik, bin also wirklich gut runtergefahren und neuen Mutes (der hatte mich vorher fast verlassen…). Nun wieder seit ein paar TAgen leichte bis mittlere Migräne, ein bisschen Nackenschmerzen – kein VErgleich zu vorher, aber doch gleich wieder. Immerhin habe ich nun 2 Wochen unbehandelt überstanden, obwohl es angeblich kein MÜK war, habe ich die Zeit dafür genutzt. Heute aber am dritten Schmerztag mit Steigerung habe ich Ascotop genommen.

    Meine Frage: Muss mein Körper erst wieder umlernen bzgl.Cortisolproduktion, sodass eine nun wieder schmerzreichere Phase im Rahmen ist oder was bewirkt diese längerdauernde Kortisongabe überhaupt?
    Bin zum Glück noch recht entspannt dabei, aber hatte mir doch ehrlich gesagt eine Besserung erwartet..

    Lieben Gruß
    Jasmin

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5104

    Liebe Jasmin,

    unser Körper produziert ja selber eine gewisse Menge Kortison. Bringt man nun Kortison von außen in den Körper, fährt unser Körper die eigene Kortisonproduktion zurück. Deshalb muss man bei einer Kortisongabe über einen längeren Zeitraum die Menge langsam ausschleichen, damit der Körper die eigene Kortisonproduktion wieder hochfährt. Hat er sein übliches Level wieder erreicht, ist die Menge des Kortions so wie vor der Kortisonbehandlung. Manche erfahren erst einmal eine Besserung der Migräne, weil sich das Schmerzsystem unter Kortison erholen konnte, doch bei manchen geht es nach so einem kurzen Zeitraum von zwei Wochen gleich so weiter wie vorher. Es ist absolut normal, dass du nach dem Absetzen von Kortison nun wieder Migräne wie üblich hast.

    Die Ursache der Migräne kann Kortison leider nicht beheben, nur kurzfristig mal für Schmerzfreiheit oder wenigstens Erleichterung sorgen, weil Kortison entzündungshemmend wirkt.

    Lieber Gruß
    Heika

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