Vorstellung: Francesca – Kopfschmerzen/Migräne

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  • franci
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    Hallo allerseits!
    Bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen und ein wenig über meinen Schmerzverlauf sprechen und ein wenig mein Herz ausschütten unter gleichgesinnten :(. Ich bin 18 Jahre alt bin Studentin und studiere derzeit Mailand.

    Bei mir haben die ersten Migräneattacken u.A. mit Aura mit 6 Jahren begonnen aber waren damals alle paar monate einmal. Hatte von der Kinderneurologin nur die empfelung bekommen ein Kopfschmerztagebuch zu führen und Ibuprofen (damals half noch Ibu 200) für die Attacken bekommen. Mit 14 begannen die Kopfschmerzen langsam schlimmer und häufiger zu werden, oft ein mix von Spannungskopfschmerz und Migräne.

    Mit 15 hatte ich immer regelmäßiger Migräne und seit einer besonders starken Attacke wo mir schwarz vor Augen wurde habe ich angefangen zu erkennen, dass es mich immer mehr beeinträchtigt und habe angefangen mit der Schmerzklink Kiel Migräne App Tagebuch zu führen. Bis dahin habe ich immer ibuprofen, Paracetamol oder Novalgin gegen die Attacken genommen die ein paar mal im Monat auftraten und kam so einigermaßen zurecht. Leider wurde es nicht besser sondern schlimmer. Mit 16 fing ich an Sumatriptan zu nehmen, was nicht immer half da ich es oft zu spät eingenommen hatte.

    Mit 17 habe ich mich schließlich endlich intensiv mit meinem Migräneproplem auseinandergesetzt und es nichtmehr heruntergeredet weil es mich anfing sehr stark zu beeinträchtigen und intensiv mit meiner Ärztin gesprochen. Ich hatte im Schnitt 8-10 Attacken im Monat. Habe als Akutmedikationen Sumatriptan, Naratiptan oder Zolmitriptan (Zomig als Nasenspray, was mir immer am besten half) und manchmal ibuprofen 600 oder Novalgin eingenommen. Ich habe auch einen Termin mit einer Neurologin bekommen die sich auch mein Schmerztagebuch angeschaut hat, nachdem auf dem MRT nichts zu sehen war hat sie mir zunächst Sport und Entspannung empfohlen, da dies nicht half habe ich nachdem sie mir (chronische) Migräne diagnostizierte zunächst zur prävention Amiptryptinin bekommen, was mir überhaupt nicht half und mich nur Müde und antriebslos machte. Danach habe ich über meine Hausärztin Opipramol bekommen, da ich auch in einer besonders stressvollen Phase war, und hab Ami abgesetzt. Leider hatte das auch kaum etwas gebracht und mich nur sehr Müde gemacht.

    Dieses Jahr habe ich dann mit Betablockern begonnen. Erst 23,5 mg Metoprololsuccinat abends und leicht eine Besserung gemerkt. Hab danach auf 47,5 mg erhöht und merkte eine leichte besserung indem ich weniger Attacken hatte. Problem: Die Dosis macht mich den ganzen Tag Müde, Antriebslos, mein Herzschlag ging sehr runter, ich hatte Schwindel, das Gefühl ohnmächtig zu werden und starke Konzentrationsprobleme.

    Da ich gerade mit einem Internationalen BWL Studium angefangen habe ist das alles andere als Hilfreich. Komplett weg war meine Migräne trotzdem nicht und die Attacken die ich hatten schienen umso schlimmer. Nun hilft mir eigentlich nurnoch 5mg Zolmitriptan und manchmal nur wenn ich zusätzlich noch Novalgintropfen einnehme (Ich weiß es ist nicht gut). Nehme jetzt wieder eine Halbe tablette Metoprolol unf fühle mich deutlich fitter aber meine Attacken sind wieder häufiger und ich glaube es könnte bald ein MÜK kommen da ich jetzt schon seit Tagen Migräne attacken habe. Oft habe ich Spannungskopschmerzen und Migräne hinteinander oder gleichzeitig. Ich bin ziemlich verzweifelt und das geht auch auf die Psyche. Das Studium ist sehr anspruchsvoll, ich muss leistungsfähig sein und mich konzentrieren können. Ich kann weder mit Migräne noch mit starken Nebenwirkungen lernen oder produktiv in den Vorlesungen sein. Besonders in dieser Phase würde ich gerne 100% geben können. Ich werde hier in Mailand demnächst zu einem Spezialisten gehen und schauen ob er mir weiterhelfen kann, mal sehen ob das was bringt.

    Es hilft dann wirklich nicht wenn Freunde einem sagen man nimmt zuviele Medikamente oder man soll sich nicht so anstellen es sind ja „nur Kopfschmerzen“. Bei mir ist es meistens so, wenn ich nichts nehme wird es schlimmer und wenn ich etwas zu spät nehme hilft es weniger. Wie geht ihr damit um? Meine Große Angst ist eine unglaublich schlimme Attacke zu bekommen die nicht mehr weggeht weil ich einige Male schon kurz davor war.

    Wie ist es bei euch so, habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht und/ oder hattet ihr auch Migräne während des Studiums. Und wie könnt ihr sicher sein dass es Was mich aufjedenfall interessiernen würde ist wie man sich sicher sein kann was für eine Kopfschmerzart man wirklich hat, weil manchmal ist meine Migräne zB. beidseitig oder beginnt am Hinterkopf.

    Das ist leider ein kleiner Roman geworden aber bin froh das einmal alles loszuwerden. Freue mich schon auf eure antworten und eure Erfahrungen 🙂

    LG Francesca

    Ps. Tut mir leid wenn, ich Tippfehler gemacht habe, habe gerade leicht Migräne und mir das nicht nochmal alles durchgelesen :/

    Chroninchen
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    Hallo Francesca,

    zunächst einmal: Herzlich Willkommen im Forum!

    Als ich gerade deine Migräne- Geschichte gelesen habe, fühlte ich mich sehr an meinem Verlauf erinnert, nur war ich bereits über 40, als die Migräne begonnen hat, mein Leben zu bestimmen.

    Das Problem, die Kopfschmerzart zu bestimmen, kenne ich auch. Von meiner Apothekerin habe ich den Tipp bekommen, es bei stärkeren Schmerzen zuerst mit einem schnell wirkenden NSAR (bei mir wirkt Ibu-Lysin sehr gut) zu versuchen, wenn nach 15 bis 20 Minuten keine Besserung eintritt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es Migräne ist. In aller Regel hilft mir dann das Triptan.

    Aktuell nehme ich abends Amitriptylin (75 mg) und morgens Metoprolol (50 mg) sowie Citalopram (30 mg). Metoprolol als Prophylaxe, Amitriptylin und Citalopram aufgrund rezidivierender Depressionen, das Amitriptylin von meiner Neurologin aber gezielt im Hinblick auf
    die gewollte Nebenwirkunge der Migräneprophylaxe.

    Damit bin ich einige Jahre sehr gut zurechtgekommen, es gab sogar Monate ohne eine einzige Attacke.

    Momentan ist es leider wieder schlechter, ich habe zwischen 5 und 20 Migräne-Tage pro Monat. Das kann aber darauf zurückzuführen sein, dass ich aufgrund anderer chronischer Erkrankungen täglich Schmerzmedikamente nehmen muss, lange Zeit habe ich bis zu 4 g (= 8 Tabletten) Novamin zusätzlich zu Morphin genommen; es wurde vom Arzt im Wissen um die Migräne verordnet, da es außer einer großen OP mit ungewissem Ausgang lange Zeit keine wirkliche Alternative zur Linderung meiner Schmerzen gab. Logischerweise folgte irgendwann der MÜK …

    Vielleicht ist es auch für dich ein Behandlungsansatz, mit einem niedrig dosierten, antriebsfördernden Antidepressiva die Tagesmüdigkeit zu unterdrücken, wenn ansonsten die Prophylaxe gut wirkt.

    Ich hoffe, dass du hier noch den einen oder anderen Tipp bekommst, der dir hilft; daneben bietet das Headbook eine Menge an Informationen rund um den Kopfschmerz, sehr lesenswert.

    Liebe Grüße
    Chroninchen

    Eine Bitte noch: egal, wie lang der Text ist, es hilft – vermutlich nicht nur mir – beim Lesen, wenn der Text in relativ kurze Absätze gegliedert wird. Endloser Text kann die Migräne triggern …

    franci
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Hallo Chroninchen

    Danke für deinen Beitrag!
    Finde das sehr interessant von den Erfahrung anderer zu erfahren.

    Ich werde mal schauen was mir der Neurologe empfielt, leider hatte ich von Amitryptilin auch müdigkeit bekommen, daher weiß ich nicht ob ich nocheinmal in die Antidepressiva Kiste greifen sollte.

    Achja das ist das erste Forum überhaupt wo ich mich angemeldet habe und habe später auch das mit den Absätzen gemerkt. Danke für den Tipp 🙂

    Leider kann man die geschriebenen Beiträge ja nichtmehr bearbeiten, aber in Zukunft weiß ich bescheid 😉

    LG Francesca

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 56

    Hallo Francesca,

    nach meiner Erfahrung gehört die Migräne mit zu den Krankheiten, für die es keine universalpassende Behandlung gibt. Was dem Einen hilft, löst beim Nächsten keine Wirkung aus.

    Also: Prinzip Versuch und Irrtum 😉. Die Erfahrungen anderer können daher immer wieder Impulse für neue Wege geben, wenn die alten ausgetreten sind.

    Antidepressiva sind viel besser, als ihr Ruf und nicht nur für den Einsatz bei Depressionen bestimmt. Also lass dich von der Bezeichnung nicht abschrecken. Wenn es dir hilft, ist es für dich richtig.

    LG Chroninchen

    franci
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Hallo Chroninchen,

    ja ich weiß was du meinst. Manchmal hat man das Gefühl man muss aufgeben aber das ist der Falsche weg. Wie du bereits meintest, es ist Versuch und Irrtum.

    Metoprolol ansatzweise zu helfen aber bei den Nebenwirkungen weiß ich nicht ob mir das Wert ist.

    Ich bin ein sehr aktiver Mensch und das Gefühl ständig Müde und Antriebslos zu sein egal wieviel man schläft macht mich verrückt.
    Und im Studium ist das auch eher kontraproduktiv.
    Beta Blocker in meinem Alter sind sowieso eigentlich nicht ideal.

    Ich wäre auch offen für Antidepressiva, nur hatte ich mit Amitryptilin schlechte Erfahrung.

    In dieser Phase wo ich lernen muss und oft viele Klausuren hintereinander hab weiß ich manchmal nicht inwiefern ich mit neuen Methoden „experimentieren“ will.

    Wobei ich auf der anderen Seite auch die Kopfschmerzen nichtmehr aushalten kann…

    LG Francesca

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27484

    Willkommen im Headbook, liebe Francesca. 🙂

    Beta Blocker in meinem Alter sind sowieso eigentlich nicht ideal.

    Doch, sie sind sogar sehr ideal für junge Leute. Wegen der guten Verträglichkeit können sie auch schon Kindern verschrieben werden. Nimmst Du den Betablocker am Abend? Dann machen sie meist tagsüber nicht so müde.

    n dieser Phase wo ich lernen muss und oft viele Klausuren hintereinander hab weiß ich manchmal nicht inwiefern ich mit neuen Methoden „experimentieren“ will.

    Richtig, jetzt lieber nicht zu viel experimentieren.

    Hochdosiertes Magnesium und Vitamin B2 kann als Prophylaxe unterstützen.

    Versuche, trotz Lernstress auf Regelmäßigkeit zu achten. Keine Mahlzeit auslassen, ausreichend Kohlenhydrate.

    Gut, dass Du zu einem Neurologen gehst, er wird Dich hoffentlich gut beraten können.

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: Habe noch ein paar Absätze eingebaut in Deinen Beitrag.

    franci
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Hallo Bettina!

    Danke für deinen Beitrag und danke für die Absätze 🙂

    Dass Beta Blocker an sich gut Verträglich sind bei Jungen leuten beruhigt mich etwas weil ich immer die Sorge hatte, dass das auf dauer nicht so gut ist für meinen Kreislauf.
    Bei 47,5 mg Metoprololsuccinat hatte ich leider das Problem wirklich sehr Müde zu sein und hatte einge Kreislaufprobleme. Es hat meine Attacken etwas gemindert aber nicht genug, dass ich diese Nebenwirkungen auf dauer in Kauf nehmen möchte bzw kann.

    Meine Produktivität hat leider deutlich abgenommen und musste oft Tagsüber schlafen, was ich sonst nie brauchte. Leider war icht trotzdem nicht wirklich wach danach.

    Vitamin B2 nehme ich regelmäßig. Mein Magnesium vergesse ich leider zu oft und da müsste ich wirklich schauen das regelmäßig zu nehmen.

    Mit einer halben Metoprololtablette fühle ich mich momentan wieder deutlich fitter. Leider bleibt ein Dauerkopfschmerz seit einigen Tagen.

    Das mit der Regelmäßigkeit war im letzten Monat etwas schwer aufgrund der Klausurphase. Jetzt werde ich schauen, dass ich das besser in den Griff bekomme.

    Ist natürlich alles neu und das erste Semester hier ist leider auch besonders anstrengend.

    Finde die Community hier bisher aber wirklich Klasse und bin sehr froh, dass man hier offen darüber sprechen kann 🙂

    LG Francesca

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27484

    Hallo Francesca,

    Mein Magnesium vergesse ich leider zu oft und da müsste ich wirklich schauen das regelmäßig zu nehmen.

    ja, denke dran, denn es kann wirklich unterstützen. Wohl noch besser als B2.

    Das mit der Regelmäßigkeit war im letzten Monat etwas schwer aufgrund der Klausurphase. Jetzt werde ich schauen, dass ich das besser in den Griff bekomme.

    Ist natürlich alles neu und das erste Semester hier ist leider auch besonders anstrengend.

    Das ist alles nicht so leicht, wenn man im Klausurenstress ist. Umso mehr, wenn man noch Neuling ist und sich in alles einfinden musst.

    Schön, dass es Dir bei uns gefällt. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4470

    Hallo Francesca,

    Wenn medikamentös alles getan wurde, dann gibt es nur noch eine Möglichkeit an der Stellschraube Migränereduzierung zu drehen. Das ist das Verhalten.

    Mir ist in deinen Beiträgen aufgefallen, dass es dir sehr um Leistungsfähigkeit, Höchstleistung und ganz allgemein, Power geht.

    Das ist grundsätzlich klasse, und ich verstehe sehr gut, dass diese Punkte im Leben eine große Bereicherung sind bzw. seien können.

    Migräne ist eine neurologische Grunderkrankung. Das Gehirn ist sehr schnell und leistungsstark, was bedeutet, dass es enorm viele Reize gleichzeitig verarbeiten muss. Leider ist es aber nicht in der Lage mit der Reizüberflutung adäquat umzugehen. Es entsteht ein Energiedefizit und die Migräneattacke wird ausgelöst.

    Wenn wir Migräniker also mit so wenig wie möglich Migräne leistungsfähig sein wollen, kommen wir nicht ohne ein entsprechendes Verhalten aus.

    Die ganzen Empfehlungen wie z.B. regelmäßiger Tagesablauf, Entspannungstechniken, Ausdauersport, gesunde ausgewogene (eher kohlehydratreiche) Mischkost etc. hören sich vielleicht erst einmal lapidar an. Sie sind aber von ganz großer Bedeutung und oftmals der Ansatzpunkt der vernachlässigt wird.

    Wer mit Migräne, immer besser, immer schneller und immer höher will, der muss die Balance für sich finden, dass der Kopf wirklich mitmacht.

    Übrigens, das ist bei Menschen mit anderen körperlichen Besonderheiten auch so.

    Dass du deine Einstellung zu den Antidepressiva ein bißchen korrigiert hast, ist sicher wichtig. Sie stehen wirklich in einem schlechteren Licht, als sie verdient haben. Diese Medikamente gibt es schon sehr lange. Es gib viel Erfahrungen und Erkenntnisse.

    Es verblüfft mich immer wieder sehr, dass sich ganz viele Patienten gegen diese Arzneigruppe so immens wehren, andererseits freiwillig, ja sogar fordernd ohne Scheu und Kritik ein wirklich neues Medikament wie die Antikörper erhalten wollen.

    Ich freue mich auch, dass es dir hier gefällt.

    Wünsche dir ganz viel Erfolg und drücke die Daumen für einen guten Neurologen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    P.S. Noch eins, den Tipp, das Naproxen „NSAR“ als erstes einzunehmen und abzuwarten, wie die Wirkung ist, habe ich auch einmal vom Hausarzt bekommen.

    Allerdings war das bei mir nicht sehr hilfreich. Das Naproxen hatte anfänglich auch bei der Migräne geholfen. Wenn das Medikament dann nachließ war die Attacke schon so weit vorangeschritten, dass das Triptan sehr zu kämpfen hatte.

    Also wieder mal ganz wichtig, JEDER MUSS SEINEN EIGENEN WEG FINDEN.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 3 Wochen von  sternchen.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5456

    Liebe Francesca,

    ich habe mir gerade deinen ersten Text noch einmal durchgelesen.

    Migräne kann auch durchaus mal beidseitig auftreten und der Schmerz kann durchaus auch mal anders sein als stark pochend. Es gibt viele Varianten auch außerhalb von Schema F, das natürlich am häufigsten vertreten ist. Wenn ein Triptan hilft, ist es immer Migräne bei dir, weil Triptane gegen Spannungskopfschmerzen nicht helfen. Allerdings klappt der Umkehrschluss nicht, dass es keine Migräne sein kann, wenn das Triptan nicht wirkt. Auch das kann es immer mal wieder geben, ist bei mir zum Glück selten. Und es gibt einfach auch mal schlechte Phasen, doch es kommen auch wieder bessere.

    Es fällt vielen schwer, zwischen den beiden Kopfschmerzformen klar zu trennen, manche Übergänge sind fließend oder beide Schmerzformen gleichzeitig vorhanden.

    Keine Migräneattacke hört nicht mehr auf. Bitte hab keine Angst davor! Es gibt zwar den sogenannten Status migraenosus, d.h. eine Migräneattacke dauert trotz Behandlung länger als 3 Tage. Doch auch dann gibt es Möglichkeiten, man kann durch eine Kortisongabe die Schmerzen durchbrechen. Entweder durch eine einmalige Gabe oder auch über mehrere Tage hinweg. Diese Option bleibt dir immer, das kannst du dir als Notfallprogramm merken. Man setzt das Kortison wegen der Nebenwirkungen allerdings äußerst bedacht ein.

    Mit 18 Jahren und in einem anspruchsvollen Studium stehst du mitten im pulsierenden und anstrengenden Leben. Vielleicht kannst du ganz gezielt bewusste Ruhephasen in deinen Alltag einbauen? Handy, Fernsehen, o.ä. zählen nicht zu einer Ruhepase! 🙂 – Einfach mal vom Kopf her ganz runterkommen, ein paar Minuten gar nichts tun oder eine bestimmte Entspannungsmethode anwenden, sich mal bewusst aus allem ausklinken.

    Jede medikamentöse Prophylaxe hat das Ziel, die Reizschwelle unseres Nervensystems zu senken bzw. das Schmerzsystem zu stabilisieren. Viele Mittel können müde machen, genau das ist auch der Sinn, dass man „runterfährt“. Unser verständlicher Wunsch ist oft, dass wir gute Medikamente zur Hand bekommen, die das Schmerzproblem für uns lösen und wir ein unbeschwertes Leben führen können wie jeder Gesunde auch. Doch unsere Köpfe ticken anders als bei Gesunden, unsere Reizschwelle ist anders, dessen sollten wir uns immer bewusst sein. Und darauf sollten wir uns einstellen.

    Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die wir umsetzen können und die viel bringen: Beim Autofahren das Autoradio auslassen; in der U- oder Straßenbahn das Handy in der Tasche lassen und einfach mal die Augen zumachen und diese Pause genießen; nicht auf den letzten Drücker in eine Vorlesung hetzen, sondern in aller Ruhe ankommen, usw., wie es eben zu jedem individuell passt.

    Und die lieben Mitmenschen ohne Migräne und Spannungskopfschmerzen haben eh immer die „besten“ Ratschläge 😉 (die sich übrigens rasant schnell ändern würden, hätte sie nur ein einziges Mal eine dicke Migräne gehabt!), so wie halt manche Kinderlose auch die besten Erziehungstipps kennen. 😉

    Lieber Gruß
    Heika

    franci
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Hallo Sternchen und Hallo Heika!

    Danke für eure netten Beiträge.

    Ich muss dazu sagen, in letzter Zeit bewege ich mich glaub ich auch zu wenig. Ich habe letztes Jahr auch eine etwas schwere Phase gehabt und wegen appetitlosigkeit 7 kg verloren. Dadurch war ich untergewichtig (Fand es auch nicht schön). Da ich schon immer schlank war, viel es mir schwer, als es mir besser ging, wieder zuzunehmen (so blöd es auch klingt, viele sagen einem schließlich sie hätten das Problem gerne).

    Untergewicht war auch nicht gut für die Migräne.
    Habe jetzt angefangen wieder zuzunehmen und glaube langsam wieder auf einem normalen Gewicht zu sein, aber ich glaube mehr Bewegung würde mir allgemein guttun.

    Habe in Deutschland immer Tennis gespielt und bin öfters zum Yoga gegangen.
    Muss mal schauen ob ich hier Tennispartner finde 🙂
    Eine Yogamatte hab ich schon und jetzt nach der Klausurphase hab ich auch wieder Zeit dafür. Ich muss die nächste Klausurphase deutlich stressfreier gestalten weil die letzte hat meinem Körper nicht gut getan mit dem bis in die Nacht durchlernen :/

    Das mit dem Naproxen werd ich aufjedenfall mal versuchen.

    Und @bettina mein Magnesium versuch ich jetzt auch nichtmehr zu vergessen 😉

    Lg Francesca

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 3 Wochen von  franci.
    super-angie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 81

    Hallo Francesca,
    Mir ging es ähnlich wie Dir. Das Amytriptilin hat bei mir schon in niedriger Dosierung dazu geführt, dass ich 14 Stunden Schlaf brauchte.

    Bei mir beginnt der Schmerz auch am Hinterkopf und ich hab lange gedacht,das wäre keine Migräne. Weil auch die Übelkeit fehlte. Dann hab ich Mal ein Triptan genommen und es hat zuverlässig geholfen. Damit weiss ich, dass es Migräne ist.

    Ich bin auch ein aktiver, sportlicher Mensch. Die Betablocker gingen gar nicht. Konnte damit keinen Sport machen. Hatte Schwindel und zu niedrigen Puls. Dazu Schweißausbrüche und Kurzatmigkeit und eiskalte Füsse. Ich hab’s dreimal angesetzt und wieder abgesetzt. Jedesmal das Gleiche.

    Wenn du wieder Sport machen möchtest, ist das eine gute Idee. Die Gefahr besteht darin, dass auch dieses in einen Leistungsanspruch mündet. Wir wollen doch immer möglichst gut sein und gewinnen. Das erzeugt dann wieder Stress, der Migräne triggert. Gut sind Ausdauersportarten in der ruhigen Natur. Und natürlich feste Zeiten und mindestens zwei Mitmachende, falls mal einer ausfällt.
    Ich nenn das hier im Norden Waldbaden.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5456

    Liebe Francesca,

    was den Sport betrifft, hätte ich das wohl so ähnlich formuliert wie super-angie. Am besten geeignet ist Ausdauersport. Stop and Go – Sportarten wie Tennis, Badminton, Handball, etc. können Migräne sogar triggern. ABER 😉 : einfach ausprobieren! Jeder reagiert anders und vielleicht beeinflusst es dein Schmerzgeschehen ausschließlich positiv. Das Allerwichtigste ist eh, dass es uns Freude macht. (Deshalb lasse ich Yoga aus. Wir beide passen nicht zueinander. 😉 )

    Und wenn man die Sache langsam angeht, sich also gründlich aufwärmt, so dass der Blutdruck langsam steigen kann, und wenn man zudem im Vorfeld dafür gesorgt hat, dass genügend Kohlenhydrate und Flüssigkeit zur Verfügung stehen, hat man gute Voraussetzungen geschaffen.

    Klar, zunehmen zu sollen klingt für die Mehrheit der weiblichen Bevölkerung nach einem beneidenswerten Luxus-Problem 😉 . Die Betroffenen sehen das meist anders, geht es doch ums persönliche Wohlfühlen. Und dieses Maß legt jeder für sich selber fest, wenn es ums Gewicht geht.

    Lieber Gruß
    Heika

    franci
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Liebe Super-Angie,

    danke für den Beitrag!
    Das mit den kalten Füßen bei den Beta Blockern hatte ich auch, dazu aber auch noch kalte Hände und kann algemein das mit den Nebenwirkungen sehr gut nachvollziehen.
    Hast du denn schon eine alternative gefunden bzw weißt du schon was du als nächstes ausprobieren möchtest?

    franci
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Und liebe Heika,

    dass Tennis nicht so gut als Sport ist für die Migräne hatte mir auch meine Neurologin gesagt aber sie meinte auch probier es einfach aus. Ich spiele schon sehr lange aber auf einem eher „Hobby-Niveau“ aber bin auch im Verein.
    Hatte nicht so sehr probleme mit Migräne beim Tennis, außer an besonders heißen oder schwülen Tagen, aber da schreib ich es eher dem „Migränewetter“ zu. Langes joggen schien bei mir beispielsweise aber eher Migräne auszulösen komischerweise.

    Vielleicht liegt es daran dass Tennis mir wirklich Spaß macht und wenn ich mir da keinen leistungsdruck mache scheint das gut zu klappen 🙂

    Naja und Yoga ist zwar nicht für jeden etwas, aber mir macht es aufjedenfall Spaß auch wenn ich nicht besonders dehnbar bin. Vielleicht wird das noch, bin ja noch nicht so lange dabei.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 3 Wochen von  franci.
    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2010

    Liebe Francesca,

    wenn dir Tennis Spaß macht und keine großen Probleme bereitet, wüsste ich keinen Grund, warum du darauf verzichten solltest 🙂 Es kann natürlich immer sein, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem die eine oder andere Sportart dir nicht mehr gut tut, obwohl es sonst problemlos möglich war – dann muss reagiert werden – aber es wäre doch schade, wenn du deswegen im Voraus auf einen tollen Sport verzichtest…

    An heißen oder schwülwarmen Tagen sollte jeder(!) mit Sport vorsichtig sein, weil die Temperaturen und auch die Luftzusammensetzung (Stichwort Ozon) zusätzlichen Stress für den Körper bedeuten. Und Stress für den Körper tut halt auch unseren Migräneköpfen nicht gut 😉

    Wenn lange Läufe bei dir Migräne auslösen, kann es sehr gut daran liegen, dass dein körpereigener Glykogenspeicher im wahrsten Sinne des Wortes „leer gelaufen“ wurde. Dein Körper hat nur einen begrenzten Energievorrat in Form von Zucker zur Verfügung, ist dieser aufgebraucht, so stellt er seinen Stoffwechsel um, um nach wie vor Energie bereitstellen zu können. Diese Umstellung kann ein Trigger für Migräne sein. In der Regel reicht so ein Speicher für 30-60 Minuten und kann durch gezieltes Training bis auf 2-3 Stunden ausgebaut werden…

    Ich wünsche dir viel Freude beim Yoga 🙂 Wenn es dir Spaß macht, bleib dran – die Beweglichkeit kommt mit der Zeit von alleine 😉

    Liebe Grüße, Tanni

    franci
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Liebe Tanni,
    danke für deinen Beitrag 🙂

    Das mit dem Glykogenspeicher klingt plausibel und vielleicht brauch ich einfah etwas mehr Training.
    Habe in letzter Zeit auch nicht soviel „richtigen“ Sport gemacht weil ich so müde und gestresst war und versucht habe zuzunehmen.

    Habe heute aber wieder ein Stündchen leichten Sport gemacht, da fühlt man sich gleich besser 🙂

    Lg Francesca

    franci
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Hallo allerseits!

    Wollte mal ein kleines Update posten und vor Allem etwas zum Thema Aimovig beitragen

    Habe das neue Medikament Aimovig, nachdem Topiramat nach kurzem Test und aufgrund meines Untergewichts nicht Ideal war, bekommen. Hat jemand von euch schon etwas länger erfahrung damit?

    Habe die erste Spritze vor einer Woche bekommen und bisher keine Nebenwirkungen was mich echt glücklich macht. Am ersten Tag nach der Spritze hab ich mich etwas komisch gefühlt kurz nach der Injektion und mein Bein hat etwas gekribbelt (hatte die Injektion im Oberschenkel). Diese Woche war voller Stress (Rückreise aus Deutschland wieder zu meiner Uni in Italien, Zweifel an der richtigen Studienfachwahl, Heimweh, etwas Liebeskummer und Klausurstress). Habe erst jetzt nach dieser Stressreichen Woche nachdem ich heute meine Klausur geschrieben habe die erste Migräne Attacke nach der Injektion bekommen.

    Interessant war dass ich im laufe der Woche öfter das Gefühl hatte das eine Migräne beginnt, diese jedoch wie „unterdrückt“ war und dann komplett von alleine verschwunden ist, ohne dass eine Attacke „ausgebrochen“ ist. Ich glaube diesen positiven Effekt würde ich dem Aimovig zuschreiben.

    Eine Attacke nach dieser wirklich stressreichen Woche ist wirklich zu verkraften, da ich in solchen Phasen eher besonders oft Migräne bekomme.

    Ich bin gespannt wie es diesen Monat weitergeht, aber bin schon sehr positiv Überrascht, da ich mit allem anderen erfolglos war und stark mit Nebenwirkungen zu kämpfen hatte ohne dass es die Attacken wirklich vermindert hat.
    Habe auch gehört, dass es von Monat zu Monat besser werden sollte mit dem Aimovig und bin wirklich gespannt wie gut es mir helfen wird 🙂

    Habt Ihr schon Erfahrungen damit gemacht?

    Lg Francesca

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von  franci.
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