Wen-Astar: Migräne und Hashimoto

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  • Wen-Astar
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    Hallo. Ich bin Wen-Astar, um die 40 und hatte schon mein ganzes Leben lang Kopfschmerzen.
    Die Diagnose Migräne bekam ich mit vielleicht acht Jahren, und danach ein im Rückblick recht Wischi-Waschi erscheinendes Vorsorgeprogramm in der örtlichen Kinder-Neurologie. Teil davon waren Autogenes Training und etwas Meditieren.

    Die Migräne verfolgte mich bis ins Jugendalter ständig, danach wurde sie im Studium weniger (so zweimal im Jahr …) und war die letzten zehn Jahre ganz weg. Das verdanke ich wahrscheinlich drei Schwangerschaften und sehr ausgedehnten Stillzeiten (2 Jahre pro Kind). Im letzten Jahr wurden die Migräneanfälle wieder häufiger, bis ich alle zwei Wochen für drei Tage ausfiel.

    Ich bat meinen Hausarzt um eine bessere Lösung als Ibuprofen 400 wie Smarties zu nehmen, und er verschrieb mir MCP gegen die Übelkeit und Novalmin als Schmerzmedikament. Dies funktioniert für mich ausgezeichnet. Sofern ich mitbekomme, dass ich einen Anfall habe, was sich manchmal als recht schwierig erweist, weil die Migräne für mich erst recht spät wirklich schmerzhaft wird. Ich bin Meister im Verdrängen von Schmerzzuständen, und das beißt mich oft genug in den Hintern.

    Erschwerend kommt hinzu, dass ich unter Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto Thyreoditis) leide, und dass es bei mir einen ganz deutlichen Zusammenhang zwischen nicht ganz perfekten Schilddrüsenwerten und mehr Migräneanfällen gibt. Je näher ich einer Unterfunktion komme, desto häufiger leide ich unter Migräne.

    Auf der nicht-medikamentösen Seite habe ich Akupunktur ausprobiert – das bringt mir nichts. Deutlich geholfen hat Zazen, die einzige Meditationstechnik, die ich halbwegs (aus dem Aikido …) kenne. Ich sitze jeden Tag für 30 Minuten auf meinem Kissen und starre nach althergebrachter Überlieferung die Wand an. Das hat die Migräneanfälle von zweimal pro Monat drei Tage auf einmal im Monat ein paar Stunden (so neun) reduziert.

    Aktuell werde ich nur vom Hausarzt und meiner Frauenärztin betreut. Ich würde mich gerne eingehend in den aktuellen Stand der Migräneforschung etc. einlesen, finde aber im Internet nur wenig Handfestes und viel Geschwurbel. Die örtliche Uniklinik bietet zwar Migränekurse an, aber nur mit stationärem Aufenthalt; auch zielen sie auf Leute ab, die deutlich mehr unter Migräne leiden als ich.
    Ich bin mir noch nicht mal sicher, bei welchem Typ von Facharzt ich mich in Behandlung begeben sollte. Oder wie ich meiner Versicherung einen geeigneten Meditationskurs aus den Rippen leiern kann. 😉

    Liebe Grüße,
    Wen-Astar

    Wen-Astar
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    Beitragsanzahl: 4

    Ein Recherchewochenende später habe ich ein vielversprechendes Buch gefunden: Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne von H. Göbels. Ich leihe mir das morgen mal aus der Bibliothek aus.

    Zum Zweiten komme ich mit meinen neuen Anfällen wohl nicht um einen Neurologenbesuch herum. Bei der Lektüre hier im Forum ist mir aufgefallen, dass es wohl mehr „Auren“ gibt, als ich wusste. Als Kind hat man mich immer nur nach Lichtblitzen gefragt. Was ich aber habe sind anscheinend grundlos eingeschlafene Hände und Arme – da dachte ich immer, ich hätte mir im Liegen einen Wirbel verschoben. Und Sprachstörungen wie Stottern, Wortfindungsstörungen in meinen beiden aktiven Sprachen oder gleich absolute Unfähigkeit, mich in Worten auszudrücken. Da dachte ich immer, das käme von der Schilddrüse, weil ein sinkender Hormonspiegel bei mir Deutsch „ausschaltet“ und nur Englisch übrig lässt. Ich konnte mir nur nicht erklären, weshalb das Problem nur „stundenweise“ auftrat.
    Dass eine Migräne-Aura diese Symptome auch hervorrufen kann, ist erhellend. Ich sortiere mich mal um von Migräne ohne zu Migräne mit Aura.

    Morgen gehe ich mal telefonieren. Ich bin echt gespannt, wie lange aktuell die Wartezeiten auf einen Termin sind. 😛

    Julia
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    Hallo und ganz herzlich willkommen in Headbook, liebe Wen-Astar.

    Dein erster Beitrag scheint leider untergegangen zu sein, sorry.

    Da du offenbar noch ganz am Anfang deiner Migräne-Recherche bist, schick ich dir erstmal ein paar grundsätzliche Tipps.

    Du suchst nach einem migränekundigen Neurologen? Da macht es nur wenig Sinn, dir einen aus dem Telefonbuch zu suchen. Mehr Chancen auf einen Spezialisten, und der ist nötig, findest du rechts unten in der Sidebar unter Schmerztherapeuten, und auch auf der Seite der DMKG. Oder du fragst auch hier mit Angabe deines Wohnortes.

    Du hast das Buch von Prof. Göbel gefunden, ich denke nur ausleihen ist zu wenig, weil es als ständiger Begleiter im Haus sein sollte. Auch das unter Buchtipps rechts. In meinen Augen ist es ein unverzichtbarer Ratgeber für uns Migränegeplagte.
    Wir hier halten uns an die Vorgaben der Schmerzklinik Kiel, deren Leiter Herr Prof. Göbel ist.

    Auch das Migränewissen rechts unten auf der Schmerzklinikseite bringt sehr viel mehr relevantes Wissen als die wilde und ungezielte Recherche im INet.

    Je mehr du liest, desto mehr Fragen wirst du auch haben. Wir werden uns bemühen, sie dir alle gern zu beantworten.

    Liebe Grüße und viele gute neue Erkenntnisse.
    Julia

    Wen-Astar
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    Beitragsanzahl: 4

    Hallo Julia,

    Meine „alte“ Migräneschulung beinhaltete … „nimms nicht so schwer“, „Mach mal mehr Entspannungstechniken“, „Mach mal Autogenes Training“ und zuletzt, auf einer Kinderkur vom Arzt an mich: „Stell dich mal nicht so an“.

    Auf der Basis habe ich dann halt alles ignoriert, bis ich gut genug darin wurde, Schmerzen zu ignorieren, dass ich Nierenkoliken ignoriert habe … bis ich dann schön gelb als absoluter Notfall ins OP geschoben wurde, weil meine angeborene Harnleiterverengung die entsprechende Niere bis ins Kartoffelstadium gestaut hatte. Bis heute kann ich mich daran erinnern, dass mir damals speiübel war. Aber Schmerzen … nö, die hatte ich nicht. Also, nicht nennenswert. Muss man niemanden mit belasten, und für ’ne Ibuprofen war es auch nicht schlimm genug.
    Ich wäre der perfekte Asket.

    Ich habe mittlerweile gelernt und verarbeitet, wie sehr ich mir damit (ge-)schade(t habe). Deshalb habe ich beschlossen, dass ich mir das nicht wieder antue. Und nachdem die Migräne jetzt in die zweite Auflage geht, will ich mich nicht noch einmal kalt erwischen lassen.

    Heute habe ich eine hier in der Datenbank verzeichnete Schmerzpraxis in der Nachbarstadt angerufen und einen Termin für Mitte April bekommen. Nachdem ich mir noch nicht mal sicher bin, ob eine „Schmerzpraxis“ das ist, was für mich zuständig ist, bin ich mal gespannt. Zumindest habe ich Hausaufgaben bekommen: Ich soll eine Aufstellung über Schmerztage und Medikamente machen. Das geht recht einfach, ich schleppe einfach die Patientenordner seit 2005 mit … naja, nicht wirklich. Ich werde die Daten nochmal brauchbar aufbereiten und hoffe auf das Beste.

    Das Buch muss ich mir kaufen, die Bib hat es nicht, und Fernleihen kostet 2 Wochen Zeit.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7197

    Hallo Wen-Astar,

    so oder so ähnlich habe ich mich auch die ersten 40 Jahre mit meiner Migräne „nicht beschäftigt“ 😋. Gab aber auch keine Behandlungsmöglichkeiten, die Sinn machten.

    Wie schön, dass du so schnell einen Termin bekommen hast. Leider ist auch die Therapeutenliste kein absoluter Garant für großes Migränewissen nach Leitlinienart! Eine Schmerztherapeutenpraxis kann genau so gut sein. Nehmen wir also erstmal das Beste an!
    Trotzdem lies bis dahin hier so viel du kannst, und wenn du etwas nicht verstehen solltest, wir sind ja da ☺!

    Was mir immer ganz wichtig erscheint, ist eine gute Vorbereitung. Schreib dir die Fragen, die du hast, auf, sonst gehst du mit mehr Fragen wieder raus, als du (nur gedankliche/ohne Zettel) reingebracht hast. Und das mit Kopie, damit du deinen Zettel nicht aus der Hand geben musst. Wird oft versucht, geht dann wohl schneller, weil nicht alles angesprochen werden muss? Ich bin ein bisschen bösartig, hab’s aber schon so gehört 😋!

    Ich drück die Daumen,
    Julia

    P.S. DAS Buch sollte man unbedingt zuhause haben, um immer wieder nachschlagen zu können. Und am besten einmal komplett durchlesen. Ich hab’s beim Ersten sogar 2x gemacht!

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