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Mein persönlicher Schmerzverlauf

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 8 Stunden, 26 Minuten aktiv

Hier könnt Ihr über Euren persönlichen Schmerzverlauf berichten. Sei es Migräne, Aura, Sonderformen der Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, oder sonstige Schmerzzustände.

Wie begann alles, wie entwickelte sich die Erkrankung, verstärkte oder verbesserte sie sich. Wie ging ich damit um in früheren Zeiten, wie verarbeite ich sie jetzt. Was bewegt mich, was macht mir Angst und was gibt mir Hoffnung.

Hier geht es nicht nur um den rein medikamentösen Behandlungsverlauf und was man schon alles versucht hatte, sondern auch um die psychische Ebene, mit dieser Erkrankung umzugehen.

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Wird es jetzt wirklich besser? (Papu) (49 Antworten)

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  • Profilbild papu64 vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Hallo zusammen,
    ich wende mich heute an Euch, weil ich nicht mehr so recht weiter weiß. Ich habe seit 22 Jahren mit Migräne zu tun und bereits alles Mögliche ausprobiert. Das Mittel meiner Wahl ist Ascotop 5mg Schmelztabletten, von denen gelegentlich sogar eine halbe reicht.Ich weiß auch nicht so recht, ob es die richtige Gruppe ist, bitte ggf. verschieben.
    Meine Verbrauch war im Monat circa sechs Tabletten mit bis zu zehn leichten bis mittleren Anfällen. Es gab immer einen Zusammenhang zwischen meinem Eisprung und der eigentlichen Periode. Hier gab es eine Anfallshäufigkeit.Letztes Jahr im November wurden mir beide Eierstöcke entfernt aufgrund eines unklaren Befundes und eierstockkrebs in der Familie. die ersten drei Wochen danach waren grauenhaft. Ich hatte jede Nacht Kopfschmerzen/Migräne mit extrmer Schulter, Nackenbeteiligung(die ich vorher nie hatte….), sodass ich im Bett sitzen musste, an Liegen gar nicht zu denken war und ich kaum noch geschlafen habe. Ich ging zur Neurologin, die mir zusätzlich Sumatriptan verschrieb und mir riet zusammen mit dem Triptan 2 Tabletten Aspirin Brause einzunehmen. Ging nicht so gut .Irgendwann wurde es etwas besser und ich pendelte mich wieder auf 6 Tabletten pro Monat ein und nahm gelegentlich Sumatriptan(schmeckt ja scheußlich…)Das hilft inzwischen nicht mehr, also das Sumatriptan.
    Seit Mitte Juli haben sich die Anfälle extrem gehäuft,- ich nehme manchmal fast täglich Medikamente (eine halbe Ascotop,eine ganze wenn ich arbeiten muss oder Dolomigran)Sie kommen nachts in der Regel zwischen drei und fünf Uhr gehen über den Nacken, Kopfhaut oder sitzen über einem Auge inklusive Nackenbeteiligung.Zwischenzeitlich hatte ich eine schwere Attacke mit stundenlangem Erbrechen und irgendwann dem Notarzt. :-(
    Ich war wieder bei der Neurologin, die mir nun Betablocker verschrieb und die ich seit gestern abend einnehme. Ich muss dazu sagen, ich hatte diese Prophylaxenversuche alle schon. Betablocker musste ich abbrechen, wegen des Blutdruckes. Sie verschrieb es nun wieder, weil sie meint im Alter sei mein RR ja auch etwas höher…(bin jetzt 47 ;-) …)
    Ich bin ziemlich fertig.Ich dachte nach der Eierstock OP sei vielleicht alles vorbei und stattdessen ist es eigentlich viel schlimmer geworden bis hin zum Medikamentenmissbrauch, da ich ja derzeit bis zu funfzehn Mal im Monat etwas einnehmen muss.
    Jede Nacht aufwachen mit Schmerzen und nicht mehr liegen können ist sehr schwer aushaltbar.
    Wer von euch hat Erfahrungen mit Betablockern? Wielange dauert es bis sie wirken? Wie gehe ich mit der Schlaflosigkeit um? Welche Medikamente fördern besonders den induzierten Kopfschmerz?
    Die Tabletten sind ja auch sehr teuer inzwischen. Ich zahle 33 Euro für sechs Tabletten Ascotop und das Dolomigran kostet um die sieben 2 Stück. Das wisst ihr ja sicher alles.Maxalt vertrage ich nicht.
    Habt ihr ein paar Tipps oder Aufmunterungen für mich? Ich trinke keinen Alkohol, stehe jeden Tag um sechs Uhr auf, schaue wenig TV und versuche schon so gut wie es geht mich runter zu fahren.
    Danke
    papu

  • Profilbild Julia vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Liebe Papu,

    auch wenn es kein Trost sein kann, so wie dir, geht es den meisten hier.

    Wenn du schlecht schläfst oder sogar Albträume hast, nimm den Betablocker mal morgens. Damit könnte das Problem schon gemildert sein.

    Und dieser nächtliche Migränebeginn könnte was mit dem Energiehaushalt deines Gehirns gegen Morgen zu tun haben. Versuch es mal mit einer kleinen Mahlzeit mit Kohlenhydraten, die langsam abgebaut werden. So spät wie möglich etwas Vollkornhaltiges essen, ich nehme dafür gerne ein Schälchen Vollkorngries ohne zusätzlichen Zucker, weil der schnell ins Blut gehen würde und dann wieder munter macht. Oder Zucker mit genügend Fett ( verlangsamt die Aufnahme ins Blut), wie zum Beispiel eine fette Vollmilchschokolade.

    Außerdem hat sich bei mir die Aufnahme von ca 50 mg Koffein ganz kurz vor dem Einschlafen sehr bewährt. Ich nehme dafür Koffeintabletten ( 200mg vierteln !) oder andere trinken einen Espresso. Oder eine normale Cola auf den Nachttisch und rechtzeitig vor Beginn der Migräne trinken ( wär mir zu unsicher).
    Wenn sich bei mir die nächtlichen Attacken melden, fang ich sofort wieder mit dieser ” Kur ” an. Klappt immer und der Spuk ist schnell wieder vorbei.

    Warum nimmst du denn nicht ganz normale Sumatriptan-Tabletten? Die schluckt man, bevor sie schmecken können, ja schon runter.

    Leider fördern bei uns Migränikern ALLE Schmerzmittel außer den Opioiden und evtl. Coxiben den MÜK.
    Hast du schon mal Imigran inject versucht? Wenn ich das rechtzeitg nehme, werden meine Nackenschmerzen meist nicht so heftig. Und die Spritzen (sehr teuer, 2 Stück um die 70 € ) kosten nur die normale Rezeptgebühr.
    Sie wirken nur ca. 2-3 Stunden, so dass es ratsam ist, immer gleich eine Naproxen 500 mg dazu zu nehmen. Die wirkt dann, wenn das Triptan aufgibt.

    Wichtig ist auch noch, die 10 – 20 Regel zu beachten. Das bedeutet: an 10 im Monat dürfen wir Triptane und oder Schmerzmittel nehmen. An 20 Tagen leider nicht. Ansonsten ist man relativ schnell im MÜK.

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen, du bekommst sicher noch viele Antworten. Frag, was dir in den Sinn kommt. Du bekommst hier auf fast alles eine fundierte Antwort.

    Liebe Grüße und gute Besserung
    Julia

  • Profilbild Susi vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Liebe papu,

    mensch, da hats dich ja ganz übel erwischt :-( Julia hat dir schon eine Menge gute Tipps gegeben, dem kann ich eigentlich garnichts hinzufügen ;-) Nur eine Sache noch, das habe ich in der Schmerzklinik gelernt: wichtig wäre zu wissen, ob du schon im MÜK bist. Wenn das der Fall ist, kann eine Prophylaxe leider nicht wirken, du müsstest also vorher eine Schmerzmittelpause machen. Hat die Neurologin sowas erwähnt?

    Liebe Grüße und auch von mir gute Besserung,
    Susi

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Liebe papu,

    herzlich willkommen auch nochmal an dieser Stelle. :)

    Julia hat Dir die wichtigsten Tipps fürs Erste schon mal gegeben.

    Du bist jetzt in einer sehr schwierigen Phase, aber es gibt für alles und jeden eine Lösung. So wie Du das schilderst, könntest Du schon im MÜK (Medikamentenübergebrauch) sein und dann wirken weder Akutmedikamente, noch Prophylaxe. Vielleicht solltest Du Deine Neurologin auf eine Schmerzmittelpause ansprechen um dann einen erneuten Versuch mit der Prophylaxe zu starten. Susi hatte es ja auch schon erwähnt.

    Wenn Du Betablocker nicht verträgst, gibt es auch noch eine große Anzahl weiterer Prophylaxen für uns Migräniker. Also, irgend ein Weg wird sich auch für Dich finden, damit Du wieder Lebensqualität erhältst.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Cinderella vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Hallo Papu64,
    mir fällt gerade zu Deinem Thread ein,wo Du beschreibst,dass Du Nachts häufig unter den attacken leidset,dass du eventuell abends eine Coffein Tablette nehmen könntest.Einige hier im Forum machen das schon,und können Dir vielleicht von ihrer Erfahrung berichten.SimonPhönix macht das auf jeden Fall.Vielleicht kannst Du den mal fragen?
    Ansonsten kann ich wie meine Vorschreiber auch nur sagen,dass die beste Prophylaxe erst was bringt,wenn Du weißt,ob Du im MÜK bist.Ansonsten müßte ein Entzug gemacht werden.Danach mit der Prophylaxe starten.Täglich darf man auf keinen Fall was nehmen.
    Ein Vorschlag wäre noch Magnesium in hohen Dosen.Leidest Du denn auch unter Spannungskopfweh?Mir hilft das Magnesium mindetsens 1000mg pro Tag gut gegen normale Spannungskopfschmerzen.Das man nach der Triptaneinnahme noch Aspirin nimmt,ist mir nicht geläufig.Viele nehmen Naproxen um die Wirkung des Triptans zu verstärken und zu verlängern.
    Gute Besserung und lies hier mal in der Rubrik MÜK.

    LG Cinderella

    P.S. Ich hab gerade gelesen,dass Dir Julia auch schon den Tip mit dem Coffein gegeben hat.Sorry,hatte ich nicht gleich bemerkt.

  • Profilbild papu64 vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Hallo zusammen,
    erstmal herzlichen Dank für die guten Antworten.
    An ihnen sehe ich auch, dass ich keine wirklich gute neurologische Begleitung habe :-(
    Im August habe ich insgesamt an 16 Tagen Ascotop, Sumatriptan oder Dolotriptan genommen.
    Das habe ich ihr auch gesagt. Trotzdem hat sie den Betablocker angeordnet und mir einen weiteren Schmerzkalender gegeben und gesagt, ich solle in zwei Monaten wiederkommen….
    Wenn ich euch richtig verstandene habe, brauche ich dann das Metoprolol gar nicht weiter nehmen, da es ohnehin kaum wirken würde….ich soll jetzt zwei Wochen abends eine halbe nehmen, dann zwei Wochen morgens und abends eine halbe, dann zwei Wochen morgens eine halbe und abends eine und dann morgens und abends eine.
    Was mir aber viel mehr Sorge und Angst bereitet ist die von euch erwähnte Schmerzmittelpause.
    Wie sieht die denn aus? Von jetzt auf gleich gar nichts mehr nehmen? Dann könnte ich an manchen Tagen nicht arbeiten gehen.
    Die Neurologin wollte noch unbedingt, dass ich ein MRT machen lasse, Ausschluss RF ( was immer das heißen mag),aber das finde ich übertrieben. Ihr Tipp war Das Triptan mit Aspirin zusammen zu nehmen.
    Nimmt man das Magnesium dann generell oder nur bei Kopfschmerzen?
    Ich muss jetzt erstmal nachdenken….
    Vielen Dank für eure Antworten. :-)
    LG
    papu
    Wie habt ihr das gemacht?
    Julia, kann das mit den Koffeintabletten bei mir denn wirken, wenn ich z.B.wenn ich abends noch Kaffee trinke, gar nicht einschlafen kann. Gibt es da einen Unterschied?Ich schlafe ohnehin so schlecht seit dem ich so schnell in den Wechseljahren gelandet bin :-( , viele Unterbrechungen gelegentlich gepaart mit Hitzewallungen.Wenn ich mal zwei Stunden am Stück schlafe bin ich glücklich.
    Sumatriptan hatte ich 50mg Tabletten und die wirkten irgendwie dann nicht mehr.
    Ich bin sehr auf Ascotop fixiert, da ich die Schmelztabletten teilen kann und dadurch mit 6 Tabletten in der Regel 10 Attacken abfangen kann.
    Dolotriptan hatte mir eine freundin dann mitgebracht und das wirkt auch ganz gut.Da ich ja nur ein Rezept über Ascotop pro Monat bekomme, hilft mir das für zwischendurch.
    Cinderella, Spannungskopfschmerz ist sicher auch dabei, es läßt sich nicht so richtig unterscheiden.Ich werde Magnesium ausprobieren.

  • Profilbild papu64 vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    ohje, jetzt klingt das ein wenig wirr, weil ich zwischendurch die Zeilen gewechselt hatte…, ich hoffe, ihr versteht mich trotzdem
    LG
    papu

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Liebe Papu,

    wir verstehen Dich schon. ;) Bitte nicht eine vom Facharzt angesetzte Behandlung einfach unterbrechen. Wir können Dich unterstützen, Dir Tipps geben und Dir raten, Dich in den verschiedenen Foren hier bei uns mal umzusehen, da wir sehr viele Informationen inzwischen gesammelt haben. Aber Fernbehandlung geht natürlich nicht und Beratung, was Medikamente angeht, auch nicht. All diese Dinge, die wir Dir hier raten, könntest Du aber mit Deiner Neurologin diskutieren und vielleicht noch eine andere Lösung finden.

    Ob der Betablocker in Deinem jetzigen Zustand wirken, köönnen wir nicht beurteilen. Der Verdacht liegt aber nahe, dass Du im MÜK bist und dann könnte es sein, dass er nicht wirkt. Aber wie gesagt, das musst Du bitte mit der Ärztin abklären.

    Eine Schmerzmittelpause macht man am besten in einer spezialisierten Klinik. Vor allem dann, wenn man noch nie zuvor eine gemacht hatte. Keine Angst davor, denn in der Klink bekommt man “Ersatzmedikamente”, die helfen, die Pause weitgehend schmerzarm zu überstehen.

    Ob ein MRT notwendig ist? Nun ja, vielleicht will Deine Ärztin halt auf Nummer sicher gehen und andere Erkrankungen ausschließen.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Julia vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Hallo Papu,

    das mit den Koffeintabletten musst du ausprobieren. Ich kann auch nach Kaffeegenuss am Abend nicht schlafen. Die Tablette nehm ich aber erst, wenn ich merke, dass ich am Wegsacken bin, liegt immer auf dem Nachttisch neben mir. Die ersten Male war ich auch nicht spät genug…….;). Man muss sie so spät nehmen, dass man schläft, bevor sie wirken kann (halbe Stunde ca.)
    Oder du versuchst es erstmal mit einem kleinen Nachtimbiss, der erst gegen Morgen im Blut ankommt.
    Ich mach immer beides, dann ist bei mir der nächtliche Migränespuk immer ganz schnell wieder vorüber.

    Guten Erfolg damit
    Julia

  • Profilbild papu64 vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Hallo Julia,
    bekommt man die Tabletten rezeptfrei?
    Mich beschäftigt derzeit die frage, ob ich nicht versuchen sollte in die Schmerzklinik zu gehen.
    Ich bin beruflich nur sehr eingespannt und wie überall ist das Personal so runtergefahren, dass wir auch da an einer Schmerzgrenze sind :-( Ich weiß, dass ich ersetzbar bin und trotzdem bin ich als Leitungskraft in einer besonderen Verantwortung den Mitarbeiterinnen gegenüber. Damit hadere ich gerade.
    Heute Nacht hatte ich mal keine Kopfschmerzen und habe auch halbwegs gut geschlafen, da bin ich ja dann schon total glücklich drüber und gleich fahre ich noch zu meinem Pferd, mache meinen Stalldienst und reite eine Runde. Das Wetter ist ja auch mal schön.
    Bettina, da ich selbst aus dem medizinischen Bereich komme, verstehe ich deine Argumentation gut. Trotzdem zweifel ich jetzt. Unabhängig davon war ich ja erst zweimal bei ihr….vorher habe ich alles mit meiner Hausärztin gemacht. Ich dachte bei einem Facharzt bin ich besser aufgehoben. Wenn diese allerdings nicht wirklich Migräneerfahren ist, dann hilft es ja nicht und mein Weg wird länger, statt kürzer und hilfreicher.
    Wie finde ich einen guten Migränetherapeuten in Berlin? Das ist ja schon länger mein Thema. Reicht ein Schmerztherapeut der sich auskennt?
    Wie ist es, wenn ihr schon zehn Mal Triptan genommen habt, haltet ihr dann einmal die Migräne aus? Wie geht das?
    Ich weiß, ich habe viele fragen und obwohl ich schon solange damit zu tun und über Akkupunktur bis Craniosacrale Therapie schon soviel ausprobiert habe, fühle ich mich gerade sehr unwissend.
    Ich bin es einfach so leid nie zu wissen, wird es eine gute Nacht/Tag oder nicht. Ich trinke seit Jahren keinen Alkohol mehr, esse wenig bis kaum Schokolade, wenig Käse, Sport naja,-außer reiten und Roller fahren ;-) , gehe fast immer zur gleichen Zeit ins Bett und stehe zur gleichen Zeit auf in Ruhe mit Kaffee im Bett usw.
    Danke für eure Antworten.
    LG
    papu

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Liebe Papu,

    Koffeintabletten erhältst Du rezeptfrei. Vielen helfen sie gut, aber nicht allen (ich kann nicht schlafen), daher ist es auf jeden Fall einen Versuch wert!

    Du schreibst, dass Du einen Schmerzklinikaufenthalt überlegst, sprichst aber gleichzeitig Deine Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber an. Was ist mit der Verantwortung Dir und Deiner Gesundheit gegenüber? Auch bist Du ja als Mitarbeiterin viel hilfreicher, wenn Du gesund bist und es Dir gut geht. Wir Migräniker neigen leider alle zu Perfektionismus, teilweise sogar übertriebener Leistungsbereitschaft und Pflichtgefühl. Deshalb leisten wir viel im Beruf und privaten Bereich, schlittern aber ganz nebenbei und schleichend in die chronische, hartnäckige Erkrankung. Lebensqualität? Was ist das? Nur noch abrackern, Medikamente einnehmen, permanent erschöpft und am Ende der Kraft, das kann es doch auch nicht sein!

    Wenn ich Dir raten darf: Gehe stationär in eine spezialisierte Schmerzklinik und versuche mit dem Konzept der Experten einen neuen und gesunden Weg für Dich zu finden.

    Wenn Dein gesundheitlicher Gesamtzustand wieder stabil ist, kannst Du auch wieder mal etwas Alkohol trinken, Schokolade essen (die übrigens kein Trigger ist!), oder sonst mal über die Stränge schlagen, ohne gleich mit Migräne büßen zu müssen.

    Schmerzspezialisten bundesweit findest Du in dieser Liste.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild heika vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Liebe Papu,

    von all den vielen Verhaltenstipps, die wir selber zur Vorbeugung gegen Migräne umsetzen können, mache ich recht viel. Aber du musst dir auch ehrlich überlegen, ob wirklich alle Punkte, die du aufführst bei dir auch Trigger sind. Hast du denn selber gemerkt, dass du auf Käse mit Migräne reagierst? Nicht dass du dich kasteist, obwohl es gar nicht nötig wäre.
    Bei der Schokolade betont Prof. Göbel immer wieder, dass zu Beginn einer Migräneattacke das Gehirn versucht, den Zuckermangel auszugleichen, indem man Heißhunger auf Süßes, z.B. Schokolade bekommt. Das ist, bevor man Schmerzen verspürt. Man isst dann die Schokolade, die Schmerzen folgen aber sowieso nach, nur denken dann die Migränepatienten, dass die Schokolade der Auslöser war.

    Ich selber reagiere sehr empfindlich auf Änderungen im Schlaf-/Wachrhythmus. Es gibt aber Migränepatienten, denen macht es gar nichts, wenn sie am Wochenende lange ausschlafen. (Wobei ich finde, dass die gewonnene Zeit durch das Nichtlangeschlafen soooo viel wertvoller ist als irgendwelche Schlafenszeit… ;-) ).

    Ansonsten würde ich mich Bettinas Rat anschließen, dir in einer Klinik helfen zu lassen, DEINEN optimalen Weg zu finden.

    Alles Gute für dich,
    Heika

  • Profilbild papu64 vor 8 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe Bettina,
    ja das ist sicher ein Widerspruch, mich um die Mitrbeiter zu sorgen,die dann wieder mit einer Person weniger arbeiten müssten und an ihre Grenzen kommen und für mich selbst da eher nicht zu schauen. Ich versuche genügend pausen zu machen und arbeite in der Regel nur vier Tage die Woche oder auch mal zu Hause. Die Arbeit bekommt mein migräneproblem ja nicht mit, da es sich zur Zeit überwiegend nachts abspielt und ich bis zu arbeitsbeginn wieder fit bin, also relativ fit.
    Ich werde morgen mit meiner Hausärztin reden und in Kiel die derzeitige Wartezeit erfragen. Ich komme tatsächlich derzeit an meine Grenze, obwohl ich jetzt tatsächlich zwei Nächte ohne Schmerzen verbracht habe :-) , was ja schon höchst erfreulich ist. allerdings muss ich dann wirklich um sechs aufstehen, weil es sonst über die kopfhaut zu kribbeln beginnt :-(
    wie geht ihr mit dem Schmerz über die Kopfhaut / Nacken / Schulter um? Manchmal hilft mir ein Kirschkernkissen, damit ich wenigstens für ein paar Minuten wieder liegen kann.
    Hat jemand Erfahrung mit entspannungstechniken? Ich tu mich da sehr schwer, weil ich eher immer in Bewegung bin, also mehr vom Kopf her ;-) .
    Ich hatte mal in die CD´s von Dr. Göbel reingehört.
    Ich selbst habe mir angewöhnt “hinter den Schmerz” zu kommen. D.h. ich versuche über die Atmung auf eine gedankliche Nullinie zu kommen und darauf den Schmerz ab zu legen (Ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll)Ich habe den eindruck, dann wirken die Medikamente noch schneller.
    Ich bin froh dieses forum gefunden zu haben. :-)
    LG
    papu

  • Profilbild papu64 vor 8 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe Heika,
    ob es wirklich de Schokolade ist weiß ich tatsächlich nicht sicher, aber es tut mir gewichtsmäßig auch gut , darauf zu verzichten. nach einer Radiojodtherapie der Schilddrüse aufgrund eines kalten Knotens nehme ich jetzt nämlich munter zu…bin von 63 auf 69 Kilo und werde die auch nicht mehr los :-( Das ist auch ein Prozess….Sicherlich gepaart mit dem frühzeitigen Wechseljahren, der Migräne, die ja damit auch zusammenhing/hängt(?) und der wiederhergestellten Schilddrüse macht mein Körper einen schwierigen Veränderungsprozess durch, die gewichtsmäßig unter anderem sich ausdrückt.
    Ich muss nur versuchen, die Zeit bis zum möglichen klinikaufenthalt so gut wie möglich zu kompensieren und jetzt meinen MÜK in Griff bekommen.
    Was macht ihr wie, wenn ihr schon zehn Triptane im Monat hattet und keine weiteren eigentlich genommen werden dürfen?
    LG
    papu

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 8 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe papu,

    die Schulter- und Nackenprobleme hängen mit der Migräne zusammen, daher hilft ja auch das Triptan dagegen. Ist die Grunderkrankung im Griff, verschwinden die Nackenprobleme wie von selbst. Von gelegentlichen Verspannungen aufgrund Überbelastung natürlich mal abgesehen. ;) Was Dir hilft, setze ein. Ich könnte z.B. Wärme überhaupt nicht ertragen, Kälte aber auch nicht. Mir hilft dann Entspannung und die Arme eine Zeitlang nicht zu bewegen.

    Entspannung ist wichtig für uns Migräniker, aber da habe ich auch ein großes Manko. Gibt aber andere hier, die das sehr gut schaffen. Da wirst Du sicher noch hilfreiche Tipps bekommen. Mit der Atmung bekommst du ja eh schon eine gute Entspannung hin, scheint aber noch nicht zu reichen?

    Hast Du auch eine Hypothyreose, oder “nur” einen kalten Knoten? Wie auch immer, auch so eine nicht behandelte Erkrankung kann die Migräne ordentlich triggern. Gut, dass das bei Dir nun unter Kontrolle ist. Das Problem Gewichtszunahme kennen wir leider alle aus den unterschiedlichsten Gründen. Geteiltes Leid ist halbes Leid – oder wie ging dieser doofe Spruch? ;)

    Wenn Du an den 10 erlaubten Tagen angekommen bist, wird Dich sicher ein 11. oder 12. eingenommenes Triptan gleich in den MÜK befördern. Bist Du allerdings einige Monate drüber, wird es bedenklich. Man kann ein Triptan einsparen, indem man einen Tag mal nicht zur Arbeit geht und mit Vomex, Diazepam oder einem Neuroleptikum den Tag ein wenig verschläft. Für die Nacht auch noch eine kleine Hilfe und der Kreislauf kann gelegentlich mal unterbrochen werden.

    Liebe Grüße
    Bettina