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Migräne im Leben der Frau

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 5 Tagen, 20 Stunden aktiv

Wie sehr beeinflussen die Hormone das Migränegeschehen? Schwangerschaft und Wechseljahre sind einschneidende Veränderungen im Hormonhaushalt der Frau.

Welche Erkenntnisse gibt es von Seiten der Medizin? Was sind Eure eigenen Erfahrungen?

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Migräne -Hormone-Ernährung (7 Antworten)

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  • Profilbild alchemilla vor 10 Monaten, 1 Woche:

    So ein Hochgefühl, wie es Schmetterling kürzlich als Update schrieb, hatte ich unter der Cortison-Kur auch.
    Ich fühlte mich stark, tatkräftig, überglücklich, untenrehmungslustig und sooo voll im Leben, wie lange nicht mehr.
    Das hat mich dann nachdenklich gemacht.
    Kann es sein, dass wir so sehr unter PMS und unter Wechseljahrsbeschwerden leiden, weil uns das körpereigene Kortisol fehlt?
    Dieses wird in den Nebennieren bebildet -wie auch das Progesteron, wenn die Eierstöcke ihren Dienst einstellen- .
    Bei Christiane Northrup habe ich gelesen, dass bei Frauen, die sehr lange sehr stark Stress erleben (z.B. durch die Doppelbelastung Beruf-Familie), die Nebennieren oftmals chronisch überlastet sind. Das verstärkt sich in den Wechseljahren noch mehr ,weil auch die Hormonumstellung zusätzlich Stress bedeutet.

    Wenn das so ist, dann müsste für Menschen mit DIESER Art Migräne die Ernährungempfehlung umgeschrieben werden. Kohlehydrate belasten die Nebennieren und so müsste man darauf achten:
    Weniger Kohlehydrate ( bes. raffinierter Zucker und weißes Mehl)
    mehr Proteine, am besten bei JEDER Mahlzeit und Zwischenmahlzeit,
    Vitamin B-Komplex -nicht nur hochdosiert B2,
    Omega 3 Fettsäuren,
    Magnesium

    und Kortison und Progesteron und evtl noch andere Hormone nur sehr kurzzeitig und vorübergehend zuführen.

    Um sich nicht weiter zu überlasten, sollen auch keine Diäten gemacht werden, kein übermäßig anstrengender Sport, satt dessen Entspannung, ausreichend (Nacht-)schlaf usw.

    Ich probiere das jetzt aus und hoffe, dass wie bei jeder Prophylaxe nach einigen Wochen ein Erfolg eintritt. (Ich erwarte natürlich umgehend Erfolge, aber das klappt nie .. . .)

    Es klingt schlüssig für mich und vielleicht erklärt das auch, warum medikamentöse Prophylaxe so oft keine Wirkung hat.

    LG
    die forschungsreisende alchemilla

  • Profilbild Miggy vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Liebe alchemilla,

    das klingt ja alles sehr spannend, wir sind doch alle irgendwie Suchende ;-) . Als kleinen Beitrag kann ich anführen, dass es mir unter Low Carb Diät, die ich ca. 5 Monate durchzog, etwa vor 4 Jahren, gar nicht so schlecht ging.

    Herzliche Grüße von Miggy

  • Profilbild Schnucki vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Hallo alchemilla,

    ich esse zur Zeit sehr sehr wenig KH – und? Weniger Attacken. Mir gehts insgesamt besser, ich bin weit nicht so müde und kaputt wie mit.

    Nur … wir fahren bald nach Italien, ich denke mal, ich kann mir die Pizza nicht verkneifen.

    LG

  • Profilbild Ulrike vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Zu dieser Frage Kohlenhydrate, ja, nein, wieviel möchte ich gerne etwas schreiben (obwohl es ja eigentlich nicht in dieses Forum gehört??)Mich beschäftigt das Thema schon länger, wenn auch mehr in beruflicher Hinsicht, da ich mit Ernährung zu tun habe. Vor längerer Zeit hat ein Peter Mersch in einem anderen Forum sehr viel geschrieben zu dieser Frage und dann auch ein Buch veröffentlicht: “Migräne-Heiliung ist möglich.” Er hat sich selbst kuriert durch eine Kh-arme Ernährungsweise und auch eine sehr ausführliche Erklärung dazu geboten. Ich weiß noch, daß in diesem Forum einige Betroffene von guten Ergebnissen mit dieser Methode berichtet haben und wenn ihr auf amazon das Buch aufruft kommen einige Rezensionen, ebenfalls mit guten Ergebnissen. Es scheint also wirklich etwas dran zu sein. Ich habe einen kleinen Teil einer Rezension kopiert, da hier in Kurzform erläutert wird, um was es geht.
    “Mersch behauptet nun das Folgende:
    Bei unserer üblichen Industrienahrung lebt das menschliche Gehirn nur von Glucose. Das Gehirn benötigt einen permanenten Energiestrom vom Körper, es gibt sozusagen keine Ruhephasen. Die Glucosespeicher können das Gehirn nur eine kurze Zeit versorgen. Und da gibt es nun eine Besonderheit: Alle Organe des Menschen werden bei Energiemangel vom Hauptenergiespeicher des Körpers, dem Körperfett, versorgt. Das Gehirn bildet hier eine Ausnahme, obwohl es den größten Energieverbrauch in Ruhe aller Organe des Menschen hat. Die Folge: Man muss wieder etwas essen, und zwar möglichst etwas, was in Glucose umgewandelt werden kann, also Kohlenhydrate oder Proteine. Man isst folglich nur für das Gehirn. Alles was jetzt zu viel gegessen wird, wird im Körper als Fett abgespeichert. Das kann aber nicht mehr vom Gehirn genutzt werden, denn das lebt ausschließlich von der Glucose und Fett kann nicht in Glucose umgewandelt werden. Also muss für das Gehirn bald wieder gegessen werden, obwohl genug Energie in Form von Fett im Körper vorhanden ist (ja sogar im Überfluss vorhanden ist).
    Der Ausweg daraus: Das Gehirn muss wieder lernen, Fett als Energie zu nutzen. Und genau das versuchen ja ketogene, Atkins oder Lutzdiät. Und deshalb wirken diese Diäten so gut.”
    Das erklärt nach meiner Ansicht ziemlich schlüssig, warum viele Menschen mit Migräne diese regelmäßige KH-Zufuhr brauchen und es aber eben auch durch eine Umstellung der Ernährung auf Nutzung des Fettstoffwechsels z.T. enorme Verbesserungen gibt.
    Ich achte selbst auf die genügende Zufuhr von Proteinen, esse KH, aber möglichst wenig. Allerdings eher aus allgemeinen Gesundheitsgründen und Figurgründen, da ich bei mir nicht den Eindruck habe, daß meine Migräne durch den KH-Stoffwechsel beeinflusst wird. Peter hatte auch mal ein eigenes Forum und hatte dort einen Fragebogen entwickelt, für wen es Sinn macht, die Ernährung radikal umzustellen. Eine Frage war z.B. ob man nachts häufig Migräne bekommt. Dies war für ihn ein Zeichen der nächtlichen Unterzuckerung, die die Migräne getriggert hat.
    Für manche Betroffene scheint das auf jeden Fall ein Weg zu sein.
    Viele Grüße von Ulrike

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Liebe Ulrike,

    ich würde gleich gerne deinen letzten Satz aufgreifen: Für manche Betroffene scheint das auf jeden Fall ein Weg zu sein.

    Vielleicht hilft es tatsächlich einigen Migränikern, sich so zu ernähren und dann ist das natürlich wunderbar für die Betroffenen.

    Wir hatten vor ca. 1 Jahr auch schon “intensiven Besuch” von Herrn Mersch hier in unserem Forum und wurden im wahrsten Sinne des Wortes überflutet von seinen Beiträgen. Es folgten Argumente und Gegenargumente und einige Zeit war kaum mehr Platz für andere Themen. Ich persönlich würde jedem, der Interesse hat raten, einen Versuch zu starten. Wissenschaftlich erwiesen ist nur die Tatsache, dass das Gehirn die Energie am besten und effektivsten aus Kohlenhydraten nutzen kann. Auch evolutionsgeschichtlich muss man sehen, dass der Mensch sich zu Beginn nur vegetarisch ernähren konnte. Es ist also nicht so, dass das menschliche Gehirn nicht richtig weiß, wie es die Energie aus Kohlenhydraten für sich verwerten kann. Viele Zivilisationskrankheiten resultieren auch aus dem übermäßigen Verzehr von tierischen Fetten. Ich denke, ausgewogene Ernähung ist nach wie vor das Beste für uns Menschen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährng empfiehlt es auch so. Diese Erkenntnisse basieren auf wissenschaftlicher Evaluation und beruhen nicht auf Spekulationen und reinen Erfahrungsberichten, wie es die ketogene Ernährung für sich in Anspruch nimmt.

    Ich möchte aber nicht ausschließen, dass tatsächlich Menschen von ketogener Diät in irgend einer Weise profitieren können. Daher: “Versuch macht kluch”. ;) Für mich muss ich feststellen, dass ich ein gewisses Quantum an Kohlenhydraten benötige, um halbwegs schmerzfrei leben zu können.

    Zuletzt noch eine Feststellung: Diese These geistert schon sehr lange durch die Medienlandschaft. Wirklich durchsetzen auf breiter Front konnte sie sich nie. Das gibt natürlich auch zu denken. ;)

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild heika vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Ich möchte das Thema Kohlenhydrate ja/nein nicht in die Länge ziehen, sondern nur noch einmal zu Bedenken geben, dass bei der Empfehlung, als Migränepatient Kohlenhydrate zu essen, immer von einer normalen und ausgewogenen Ernährung ausgegangen wird. Doch wird diese denn wirklich so praktiziert, wie es gedacht ist? Wie sieht denn die Ernährung bei jedem einzelnen WIRKLICH aus? ;-)

    In meinem Freundeskreis habe ich reichlich Anschauungsmaterial für diverse Ernährungsformen und Abnehmbemühungen ;-) . Dabei fiel mir auf, dass diese Menschen ständig zwischen dem Status Ich-lebe-gerade-Diät und dem Status Ich-lasse-mich-gehen-und-esse-was-mich-gelüstet wechseln. Bei letzterem werden Massen von Süßgetränken, Süßigkeiten, Kuchen, etc. komsumiert, was natürlich logischerweise zu starken Schwankungen im Blutzuckerspiegel führt. Und jedes extreme Auf und Ab kann für unsere empfindlichen Köpfe ein Trigger darstellen. Auch was die Mägen bei diversen Festessen an Verdauungsarbeit leisten müssen, ist enorm.

    Essen nun diese Personen “Diät”, u.U. auch noch kohlenhydratarm, fallen diese Extreme weg, man fühlt sich fitter und hat einen Trigger weniger.
    Meiner ganz persönlichen Meinung nach wäre das aber genauso, wenn man seine normal große Portion Nudeln zum Mittagessen zu sich nimmt (plus Gemüse und Salat natürlich) oder sich abends Vollkornbrot gönnt.

    Aber ich bin weder Fachfrau für dieses Thema noch migränemäßig besonders beeinflussbar beim Thema Was/Wie/Wo/Wann-essen (zum Glück! ;-) ), d.h. ich habe andere Trigger, von daher betrachte ich dieses Thema mit einem gewissen Abstand.

    Wenn es jemandem gut tut, kohlenhydratarm zu essen, und die Migräneattacken reduziert werden oder verschwinden, wird sich jeder mitfreuen, da bin ich mir sicher. Aber jede extreme Einseitigkeit sollte vorher gut überlegt und mit den “Gegenargumenten” erst einmal abgewogen werden.

    Ähm, dafür, dass ich das Thema nicht in die Länge ziehen wollte, hab ich jetzt doch ziemlich viel geschrieben… :-) . Sorry. Aber jetzt bin ich fertig.

    Heika

  • Profilbild alchemilla vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Ich denke, es ist das Wichtigste, weder das Eine noch das andere zu einem Glaubenskrieg ausarten zu lassen.
    Wir alle haben Migräne, weil wir das Migräne-Gen haben.
    Was im Einzelnen dazu führt, dass dieses Gen aktiviert wird, ist so unterschiedlich wie die Menschen, die damit verbunden sind.
    Jede EINSEITIGKEIT ist kritisch zu betrachten.
    Wenn die einen auf KH schwören, haben sie sicherlich gute Erfahrungen damit gemacht und so haben sie Recht.
    Aber sie haben nicht Recht damit, das auf alle anderen zu verallgemeinern.
    Gleiches gilt für die, die von “Low Carb” überzeugt sind; nicht pauschal auf alle anderen Menschen übertragen.
    Jeder findet seinen eigenen Weg.
    Somit ist diese ganze Geschichte nichts weiter als ein Denkanstoß, der zu dem führen kann, was Bettina schreibt: Versuch . . .

    Wir sollten hier unsere Viefalt feiern und nicht auf bestimmte reduzierte Überzeugungen missionieren.
    Deswegen ist das Forum so genial.