Liebe Nina,
ich gratuliere Dir ganz, ganz herzlich zur Geburt Deines Nando Nicolás.
Bei Deinen Schilderungen jetzt, musste ich wieder sehr intensiv an die Geburt meiner Tochter (erstes Kind) denken. Nun ist die “Kleine” 19 Jahre alt und studiert bereits.
Dass Dein Sohn nun die kleinen Anpassungsschwierigkeiten gut geschafft hat, freut mich sehr für die kleine Familie.
Woran es liegt, dass Du nun Aura und Migräne hast, wird sich sicher nicht exakt klären lassen – ist auch nicht wichtig.
Rund um eine Geburt passiert so unendlich viel im Körper, dass es eigentlich kein Wunder ist, wenn die Migräne zusätzlich noch mitmischt. Wie gemein!
Hochdosiertes Magnesium kann sich sehr wohl positiv auf die Aura und die Schmerzen auswirken. Wenn Dein Arzt hier zustimmt, würde ich Dir raten, es einfach weiter als Prophylaxe zu nehmen. Bezüglich Attackenmedikation werde ich Deine Frage aber gerne weiterleiten.
Ich hatte übrigens den Wehentropf fast 18 Stunden, da hoher Geradstand bestand und sich der Muttermund nicht öffnete und trotzdem hatte ich keine Migräne dabei oder danach.
Du fragst, ob andere Eltern auch so nervös waren?
Also ich kann nur für uns sprechen und das lief so ab:
Wir, und vor allem ich, beobachteten das Baby mehr oder weniger Tag und Nacht. Machte sie nur einen kleinen Mukser, war ich schon am Bett, hob meine Tochter raus, legte sie an usw. Nach 3 Wochen war ich völlig fertig mit den Nerven, da sie kaum schlief und ich schon dachte, sie wäre vielleicht ein Schreibaby und rief am Samstag-Abend unsere Kinderärztin an, mit der wir befreundet waren. Sie kam zum Essen und beobachtete vor allem mein Verhalten. Nach dem Essen sagte sie ganz trocken zu mir: “Nun lass das arme Kind doch endlich mal schlafen! Wenn Du sie bei jeder Bewegung, jeder Lautäußerung aus dem Bett zerrst, hat sie ja gar nicht die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen.
Zuerst war ich richtig sauer und dachte, wir kann man nur so herzlos sein.
Aus Gründen der Erschöpfung folgte ich dann ihrem Ratschlag, ging zwar zum Bett, tröstete das kleine Bündel, ließ sie aber im Bett. Und – oh Wunder – innerhalb von Sekunden schlief sie ein. Sie wollte nur wissen, dass ich da bin, war dann beruhigt und wir alle konnten endlich gut schlafen.
Noch einen Tipp bezüglich des Stillens möchte ich Dir geben. Legt man das Baby zu oft an, erhält es zu viel von der eher dünnen “Vordermilch”. Diese ist zwar gut durstlöschend im Sommer, aber schwerer zu verdauen, als die dickerflüssigere “Hintermilch”, die zudem sehr gut satt macht. Daher ist es wichtig, dass das Baby zwar angelegt wird, wenn es offensichtlich Hunger hat, dann aber eine Brust leer trinken sollte, damit sie die perfekte Kombination von Vorder- und Hintermilch erhält, gut satt wird und viel weniger unter den Dreimonatskoliken zu leiden hat.
Wenn Du mal Fragen hast zwischendurch, dann nur raus damit. Ich helfe gerne mit Tipps weiter. Als ich mit eben diesem ersten Kind schwanger war, hatte ich die gesamten Lehrbücher meines Mannes (Gynäkologie, Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin) von vorne bis hinten durchgelesen. Mein Mann meinte, ich wäre verrückt, meine Freundinnen hielten mich für noch verrückter, aber ich brauchte das einfach. Ich musste alles ganz genau wissen (machte natürlich im Geiste alle Krankheiten und Komplikationen durch), aber erst, als ich völlig informiert über alles war, konnte ich die Schwangerschaft richtig genießen. Ich weiß schon, dass ich da ein wenig spinne, aber wie gesagt, ich kenne mich aus.
Ganz wichtig ist es nun für Dich, dass Du sehr viel trinkst, denn durch das Stillen verlierst Du viel Flüssigkeit und außerdem fördert es auch die Milchbildung. Ganz regelmäßig und gesund essen ist ja auch selbstverständlich. Alles, was Dir und Deinem Kopf gut tut, ist auch gut für den kleinen Zwerg.
Genieße diese wunderbare Zeit und geht alles schön langsam an.
Liebe Grüße
Bettina