Administratoren

  • Profilbild
  • Profilbild

Migräne im Leben der Frau

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 5 Tagen, 20 Stunden aktiv

Wie sehr beeinflussen die Hormone das Migränegeschehen? Schwangerschaft und Wechseljahre sind einschneidende Veränderungen im Hormonhaushalt der Frau.

Welche Erkenntnisse gibt es von Seiten der Medizin? Was sind Eure eigenen Erfahrungen?

Zum Einstellen eines Beitrags bitte immer auf “Forum” klicken. Dann öffnen sich alle Foren, die in dieser Gruppe schon bestehen. Nun kann man sich ein passendes Forum für seinen Beitrag aussuchen. Ist das passende Thema nicht dabei, bitte auf “Neues Thema” klicken und somit ein neues Forum eröffnen. Aussagefähige Überschrift wählen, Beitrag einstellen und unter “Tags” die relevanten Suchwörter eintragen.

Migräne mit Aura kurz vor der Geburt (51 Antworten)

← Übersicht   Alle Diskussionen anzeigen
  • Profilbild Nina Camoeiras vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Ihr Lieben,
    ich bin neu hier und weiß nicht, ob ich das hier alles richtig mache bzw im richtigen Forum bin…
    Ich heiße Nina, bin 40 Jahre alt, in der 40. Woche schwanger (heute ist mein errechneter Geburtstermin) und leide seit meinem 17. Lebensjahr an Migräne mit Aura (evtl ausgelöst durch die erste (und dann letzte) Pilleneinnahme)
    Seit 6 Jahre lass ich mich akupunktieren, was sehr gut hilft, die Kopfschmerzen sind fast vollständig verschwunden, die Aura ist viel schwächer als früher und insgesamt sind die Attacken von teilweise 3mal monatlich auf 2mal jährlich gesunken. Während der ganzen SS hab ich mich super gefühlt und nicht mal Ansätze von Migräne, leider hat sich das in meinem letzten SS-Monat rapide verschlechtert, in den letzten 4 Wochen hatte ich ca 10 Anfälle, oft kurz hintereinander. Ich frage mich, ob das mit dem Hormonchaos in der SS zusammenhängt und ob jemand hier eine ähnliche Erfahrung gemacht hat. Habe etwas Angst während der Geburt “migränig” zu sein, da fühlt man sich ja dann total schwach :(
    Hat irgendjemand einen Tipp, wie man der Aura begegnen kann oder ins hormonelle Gleichgewicht kommt, ohne “richtige” Medikamente zu nehmen? Ist Magnesium eine gute Idee, so kurz vor der Entbindung?
    Wäre unglaublich dankbar für Hilfe oder Erfahrungsberichte!
    Liebe Grüße,
    Nina

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Liebe Nina,

    herzlich willkommen hier bei uns im Forum. Du hast übrigens alles richtig gemacht. :)

    Es ist ja sehr erstaunlich, dass Dir die Akupunktur so gut hilft. Du bist tatsächlich die Erste, von der ich höre, dass die Akupunktur bei Migräne hilft. Aber umso besser für Dich.

    Du bist ja sicher unter engmaschiger ärztlicher Beobachtung so kurz vor der Geburt und ich gehe mal davon aus, dass eine Gestose ausgeschlossen wurde. Magnesium macht den Bauch weich, daher frage hierzu bitte Deinen behandelnden Arzt, denn nur er kann Dir jetzt richtig raten.

    Wenn Dir die Akupunktur so gut hilft, könntest Du Dich doch nochmal behandeln lassen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, denn schaden kann es weder Dir, noch Deinem Kind. Deine Behandlerin/Dein Behandler weiß ja genau, welche Stellen man wann behandeln kann.

    Alles Gute, auch natürlich für die Geburt, sollte es demnächst so weit sein. :)

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Nina Camoeiras vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Liebe Bettina,
    tausend lieben Dank für die schnelle Antwort.
    Ich war am Freitag in der Klinik um eine Gestose auszuschließen. Das war auch beruhigend, aber ich hatte das Gefühl, dass der Gyn mit Migräne (und erst recht mit Aura) nicht so vertraut ist.
    Werde morgen versuchen, kurzfristig einen Akupunkturtermin zu bekommen, das ist eine gute Idee!
    Ansonsten frag ich mal nach Magnesium, wehenauslösend darf es jetzt ja langsam sein…
    Eine längerfristige Akupunktur (inklusive Ernährungsberatung etc.) kann ich wirklich empfehlen. Es hat auch schon eine Weile gedauert bis es angeschlagen hat, aber es hat wirklich gut geholfen!
    Vielen lieben Dank nochmal und gute Nacht :)
    Nina

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Liebe Nina,

    Magnesium oral kann man bis zum Geburtstermin einnehmen, habe gerade nochmal nachgelesen. Hochdosiert über den Tropf kann es aber die Wehentätigkeit vermindern, da der Bauch ganz weich und locker wird. Aber der Arzt wird Dir das ganz genau erklären können, denn damit kennt sich jeder Gynäkologe aus. Dass mit der Migräne nicht jeder vertraut ist, wissen wir ja alle aus eigener Erfahrung.

    Ich wünsche Dir sehr, dass Dir die Akupunktur wieder gut helfen kann. Ich habe es übrigens gut 6 Monate lang versucht und leider keine Besserung bemerken können. Aber auch hier muss wohl jeder selbst ausprobieren.

    Liebe Grüße und gute Nacht,
    Bettina

  • Profilbild Monika vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Eine Infusion mit Magnesium gehört zur üblichen Therapie um Wehentätigkeit zu verhindern (der nächste Schritt wäre Partusisten). Das wird unter der Geburt sicherlich nicht eingeleitet.

    Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass es gerade während der Geburt zur Migräne kommt, da der Körper voller Adrenalin etc. ist. Ich selbst konnte bei der Geburt meines 2. Kindes die eigene Schmerzabwehr sehr gut merken. 2 Tage vorher machte sich ein Zahn bemerkbar, der mir sozusagen den letzten Nerv raubte. ;) Da ich das Kind nicht mit Schmerz- oder Betäubungsmittel belasten wollte, wartete ich mit Hausmittelchen (Nelkenöl etc) auf die Geburt. Die Schmerzen waren weg – sogar noch einige Tage danach.

    Ich drücke die Daumen, dass alles gut geht! :)

    Liebe Grüße

    Monika

  • Profilbild vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Hallo,
    von mir auch ein herzliches Willkommen.Ich habe in der Schwangerschaft auch hochdopsiert Magnesium genommen.Hatte keine Migräne,aber leider hat sich mein Muttermund dann zur Geburt gar nicht bzw. nur daumenbreit öffnen lassen.Ich bekam dann einen Kaiserschnitt.War nicht weiters schlimm.
    Ich wünsche Dir alles Gute für die Geburt und dass Du nicht so viele Schmerzen hast.Melde Dich doch mal,wenn Das Baby da ist. :)
    LG Cinderella

  • Profilbild andrea vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Liebe Nina,

    mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen. Ist das Baby mittlerweile schon da? Wie geht es Dir bzw. Euch? Sollte es noch nicht da sein, dann drücke ich Euch sehr die Daumen, dass es eine gute Geburt wird!

    Bis zu unserem Geburtstermin dauert es noch, ich bin in der 34. SSW. Ich hatte am Anfang der Schwangerschaft ziemliche Probleme mit meiner Migräne (d. h. die Anfälle haben sich sehr gehäuft, neben dem sonstigen Augenflimmern außerhalb der Schwangerschaft kam noch Taubheit an der Hand und im Gesicht dazu). Das hat mich ziemlich verrückt gemacht. In der ersten Schwangerschaft mit meiner Tochter war das zwar auch mit der Taubheit, die Anfälle waren aber von der Häufigkeit entsprechend den Zeiten außerhalb der Schwangerschaft (in guten Zeiten 3- 4 Monate gar nichts, in schlechten Monaten max. 3 Attacken). Ich habe nun Migravent Classic genommen, die mittleren Monate waren besser, mit der einigermaßen üblichen Attackenhäufigkeit konnte ich umgehen, meine Gynäkologin meinte auch, die Häufigkeit am Anfang käme von der allg. Anpassung an die Hormonumstellung.

    Leider kämpfe ich seit 3 Wochen wieder mehr, d. h. seitdem jede Woche 1 – 2 Attacken und diese auch sehr heftig. Ich fürchte mich vor den letzten Schwangerschaftswochen und der ersten Zeit nach der Geburt. In schlechten Momenten sorge ich mich auch, wie sich die Migräne während der Stillzeit entwickelt (und natürlich mit der allg. Umstellung – Schlafdefizit, 2 Kinder usw.)

    Ich habe gelesen, eine Schwangerschaft wäre die beste Migräneprophylaxe, leider hat dies bei mir überhaupt nicht zugetroffen. Ich kenne auch nur Frauen, bei denen es während der Zeit besser geworden ist – Du bist die erste, die schreibt, dass es in den letzten Schwangerschaftswochen richtig übel geworden ist.

    Mir ist klar, dass Du die nächste Zeit alle Hände voll zu tun hast, dennoch würde es mich sehr interessieren und freuen, wenn Du kurz schreiben könntest, wie es Dir vor/während der Geburt ergangen ist, ob es in den ersten Tagen nach der Geburt auch eine Attacke gab (meine Hebamme meinte, damit müsste ich sehr rechnen – das war auch nach der Geburt meiner Tochter so) und wie sich die Migräne dann weiterentwickelt hat. Das wäre wirklich klasse!

    Von Herzen alles Gute für Euch!
    Andrea

    PS: Vielleicht hat ja auch sonst noch jemand hier im Forum irgendetwas Beruhigendes für die nächste Zeit für mich – ich würde mich gerade sehr darüber freuen!

  • Profilbild Nina Camoeiras vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Hallo zusammen und vielen vielen lieben Dank für all die Antworten!!
    Ich bin am Montag morgen zur Akupunktur gegangen (hatte ich davor zuletzt im April 2010 gemacht) und habe seitdem auch keine Attacke mehr gehabt, im Gegenteil, ich war endlich mal wieder etwas fitter danach und fühlte mich mal wieder “im Gleichgewicht”.
    Magnesium habe ich auch genommen, allerdings nur einmal.
    Das Baby ist leider auch noch nocht da und ich hab auch immer noch etwas Muffen vor der Geburt bzw vor der Hormonumstellung und den darauf eventuell folgenden Migräneanfällen. Vor allem falls die Geburt (mit Hormongaben) eingeleitet werden muss…das würde spätestens heute in einer Woche passieren!
    Ich werde aber auf jeden Fall berichten, auch über die Zeit danach und die Umstellung (Stillen, Schlafentzug etc)
    Bis dahin wünsche ich Euch allen eine schöne und vor allem aura- und kopfschmerzfreie Zeit!
    alles Liebe,
    nina

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Liebe Nina,

    das ist ja eine gute Nachricht, dass die Akupunktur wieder positiv für Dich war. :) Alles Gute für Dich und ich halte die Daumen, dass das Baby sich von selbst auf den Weg macht. Ist ja jetzt auch Zeit. ;)

    Liebe Andrea,

    Du hast ja noch ein bisschen vor Dir. ;) Tut mir leid, dass Du auch wieder mit Attacken und Taubheit zu kämpfen hast. Ich hatte ja während meiner ersten Schwangerschaft keinen einzigen Migränetag. In der zweiten Schwangerschaft hatte ich in den ersten fünf Monaten sehr wohl auch Attacken, die Restzeit dann keine einzige mehr. Auch nach der Geburt und die komplette Stillzeit hatte ich eine herrliche schmerzfreie Zeit. Nach dem Abstillen allerdings ging es dann wieder los, aber wie gesagt, hatte ich vorher Ruhe. Das wünsche ich Dir auch von Herzen.

    Liebe Grüße Euch beiden, :D
    Bettina

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    LIebe Nina,

    seh Dich grad online. Wie geht es Dir? Ihr seid ja wohl anscheinend noch im Doppelpack unterwegs? ;) Wart Du nochmal bei der Akupunktur?

    Alles Gute!
    Bettina

  • Profilbild Nina Camoeiras vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Hallo zusammen,
    die Geburt liegt nun hinter mir und unser kleiner Nando Nicolás ist seit dem 06.03. endlich bei uns. Wir sind sehr glücklich :) ))
    Nun möchte ich Euch kurz über die Geburt und die Umstellung berichten.
    Am letzten Freitag morgen bekam ich die ersten Wehen, die sich allerdings in sehr großen Abständen (45 bis 60 min) bis Samstag Nachmittag hinzogen. Dann wurden sie immer stärker und die Abstände sehr sehr langsam kürzer. Migräne hatte ich in der ganzen Zeit nicht, auch davor nicht mehr (seit der Akupunktur).
    Samstag Nacht gegen 1 Uhr waren die Abstände dann endlich bei ca 5 min, so dass wir in die Klinik fahren konnten. Ich war schon etwas sehr entkräftet, weil ich in der Nacht von Fr auf Sa kaum geschlafen hatte und die Schmerzen den ganzen Sa über schon sehr heftig waren. In der Klinik ging es erstmal nicht so wirklich weiter, so dass ich erstmal eine PDA bekommen habe, um etwas auszuruhen (und damit der Muttermund sich mehr öffnet), gleichzeitig bekam ich aber auch einen Wehentropf, damit es weitergeht. Nach 2mal PDA-Nachspritzen (wirklte bis ca 11 Uhr) einem Antibiotikatropf und insgesamt 9 Stunden Wehentropf ist dann der Kleine um 13:42 auf die Welt gekommen. Da es so lange gedauert hat (er kam nicht so richtig runter ins Becken), hatte er ziemlichen Stress unter der Geburt und musste leider sofort auf die Säuglingsintensivstation, er hatte einen Apgar-Wert von 4 nach 1 Minute (ich habe ihn noch nicht mal direkt danach sehen dürfen :( (( )
    Zum Glück hat er sich ziemlich schnell wieder erholt, musste aber trotzdem über Nacht dort auf der Station bleiben (sehen durften wir ihn natürlich schon)
    Wir mussten dann insgesamt bis Donnerstag in der Klinik bleiben, da bei dem Kleinen einige Sachen noch beobachtet werden mussten und die Ärzte auf Nummer Sicher gehen wollten. Auer in der ersten Nacht war er aber die ganze Zeit bei uns. Da wir sehr aufgeregt waren, konnten wir kaum ein Auge zumachen und haben den kleinen Mann fast die ganze zeit beobachtet (waren die anderen Eltern auch so nervös am Anfang??) Am Mittwoch Morgen bin ich dann mit einer Aura (Flackern vor den Augen) aufgewacht und hatte danach leichte Kopfschmerzen. Die Aura ließ relativ schnell nach, aber die linksseitigen Kopfschmerzen kamen am nächsten Tag wieder und sind seitdem nicht weggegangen. Habe gestern Abend und heute früh schon je eine halbe Paracetamol (also 250 mg) genommen, obwohl ich das eigentlich nicht wollte wegen des Stillens, aber die Schmerzen waren so heftig, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe. Heute geht es minimal besser, dies liegt aber bestimmt auch daran, dass ich etwas mehr geschlafen hab als sonst. (Mein Mann hat die Nacht durchgemacht und mir den Zwerg immer zum Stillen gebracht. So konnte ich insgesamt fast 8 Stunden schlafen.) Magnesium hab ich auch sehr viel genommen, hat aber nicht so viel gebracht.
    Ich vermute, dass die Migräne eventuell von der Hormonumstellung ausgelöst wurde (Milcheinschuss?) oder aber dass mein Körper sich noch mit dem Abbau des Wehentropfs (Oxytozin) beschäftigt (kann das sein?), immerhin lief der 9 Stunden ununterbrochen.
    Hat jemand damit schon mal Erfahrung gemacht?
    Ich möchte nun auch keine weitere Paracetamol mehr nehmen, aber bin ein bisschen ratlos, was ich nehmen/machen könnte, wenn die Schmerzen so gar nicht nachlassen…hat jemand einen guten Rat?
    Wir sind inzwischen übrigens endlich zuhause und genießen das Kennenlernen des süßen Zwergs :)
    ganz liebe schmerzfreie Grüße an alle,
    Nina

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Liebe Nina,

    ich gratuliere Dir ganz, ganz herzlich zur Geburt Deines Nando Nicolás. :D

    Bei Deinen Schilderungen jetzt, musste ich wieder sehr intensiv an die Geburt meiner Tochter (erstes Kind) denken. Nun ist die “Kleine” 19 Jahre alt und studiert bereits. ;)

    Dass Dein Sohn nun die kleinen Anpassungsschwierigkeiten gut geschafft hat, freut mich sehr für die kleine Familie.

    Woran es liegt, dass Du nun Aura und Migräne hast, wird sich sicher nicht exakt klären lassen – ist auch nicht wichtig. ;) Rund um eine Geburt passiert so unendlich viel im Körper, dass es eigentlich kein Wunder ist, wenn die Migräne zusätzlich noch mitmischt. Wie gemein!

    Hochdosiertes Magnesium kann sich sehr wohl positiv auf die Aura und die Schmerzen auswirken. Wenn Dein Arzt hier zustimmt, würde ich Dir raten, es einfach weiter als Prophylaxe zu nehmen. Bezüglich Attackenmedikation werde ich Deine Frage aber gerne weiterleiten.
    Ich hatte übrigens den Wehentropf fast 18 Stunden, da hoher Geradstand bestand und sich der Muttermund nicht öffnete und trotzdem hatte ich keine Migräne dabei oder danach.

    Du fragst, ob andere Eltern auch so nervös waren? ;) Also ich kann nur für uns sprechen und das lief so ab:

    Wir, und vor allem ich, beobachteten das Baby mehr oder weniger Tag und Nacht. Machte sie nur einen kleinen Mukser, war ich schon am Bett, hob meine Tochter raus, legte sie an usw. Nach 3 Wochen war ich völlig fertig mit den Nerven, da sie kaum schlief und ich schon dachte, sie wäre vielleicht ein Schreibaby und rief am Samstag-Abend unsere Kinderärztin an, mit der wir befreundet waren. Sie kam zum Essen und beobachtete vor allem mein Verhalten. Nach dem Essen sagte sie ganz trocken zu mir: “Nun lass das arme Kind doch endlich mal schlafen! Wenn Du sie bei jeder Bewegung, jeder Lautäußerung aus dem Bett zerrst, hat sie ja gar nicht die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. ;) Zuerst war ich richtig sauer und dachte, wir kann man nur so herzlos sein. ;) Aus Gründen der Erschöpfung folgte ich dann ihrem Ratschlag, ging zwar zum Bett, tröstete das kleine Bündel, ließ sie aber im Bett. Und – oh Wunder – innerhalb von Sekunden schlief sie ein. Sie wollte nur wissen, dass ich da bin, war dann beruhigt und wir alle konnten endlich gut schlafen.

    Noch einen Tipp bezüglich des Stillens möchte ich Dir geben. Legt man das Baby zu oft an, erhält es zu viel von der eher dünnen “Vordermilch”. Diese ist zwar gut durstlöschend im Sommer, aber schwerer zu verdauen, als die dickerflüssigere “Hintermilch”, die zudem sehr gut satt macht. Daher ist es wichtig, dass das Baby zwar angelegt wird, wenn es offensichtlich Hunger hat, dann aber eine Brust leer trinken sollte, damit sie die perfekte Kombination von Vorder- und Hintermilch erhält, gut satt wird und viel weniger unter den Dreimonatskoliken zu leiden hat.

    Wenn Du mal Fragen hast zwischendurch, dann nur raus damit. Ich helfe gerne mit Tipps weiter. Als ich mit eben diesem ersten Kind schwanger war, hatte ich die gesamten Lehrbücher meines Mannes (Gynäkologie, Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin) von vorne bis hinten durchgelesen. Mein Mann meinte, ich wäre verrückt, meine Freundinnen hielten mich für noch verrückter, aber ich brauchte das einfach. Ich musste alles ganz genau wissen (machte natürlich im Geiste alle Krankheiten und Komplikationen durch), aber erst, als ich völlig informiert über alles war, konnte ich die Schwangerschaft richtig genießen. Ich weiß schon, dass ich da ein wenig spinne, aber wie gesagt, ich kenne mich aus. ;)

    Ganz wichtig ist es nun für Dich, dass Du sehr viel trinkst, denn durch das Stillen verlierst Du viel Flüssigkeit und außerdem fördert es auch die Milchbildung. Ganz regelmäßig und gesund essen ist ja auch selbstverständlich. Alles, was Dir und Deinem Kopf gut tut, ist auch gut für den kleinen Zwerg.

    Genieße diese wunderbare Zeit und geht alles schön langsam an.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild heika vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Liebe Nina,

    auch von meiner Seite aus ganz herzliche Glückwünsche zur Geburt eures Sohnes! Ich wünsche euch ein gutes Eingewöhnen als kleine Familie, die Umstellung ist in der Regel doch viel anstrengender als man vor der Entbindung denkt ;-) . Ich wünsche dir viel Gelassenheit und möglichst wenig Migräne!

    Lieber Gruß
    Heika

  • Profilbild Cinderella vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Von mir auch einen ganz besonderen Gruß an den neuen Erdenbürger.Herzlich willkommen auf der Welt.Hoffe,dass Deine Mama ein bißchen Ruhe vor der nächsten Migäne hat.
    Alles Liebe wünscht Cinderella

  • Profilbild Hartmut Göbel vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Liebe Nina,
    herzlichen Glückwunsch zur Geburt. Wer es selbst, als Mutter oder Vater, erlebt hat, kann nachfühlen, was da alles in einem vorgeht. Ein Wunder mehr auf dieser Welt.
    Aber das Leben geht trotz dieser wunderbaren Glücksmomente unaufhaltsam weiter: Die Migräne im Wochenbett ist in der Regel vorprogrammiert. Schlafmangel, Erschöpfung, ständige Aufmerksamkeit und vor allem Flüssigkeits- und Nahrungsrestriktion und dann Stillen in der Nacht sind hochpotente Trigger für die Migräne. Das wird sich in einiger Zeit wieder normalisieren, ist aber in den Anfangswochen häufig ein großes Problem. Das alles gab es ja kaum in der Schwangerschaft, ein Grund, warum sich in der Schwangerschaft Migräne weniger meldet.
    Früher, in den Großfamilien, war das etwas einfacher. Da wurden die Erfahrungen direkt weitergegeben, heute lebt man meist verstreut und die junge Familie kann nicht „am Modell“ lernen. Das geht vielen so, uns mit unseren Kindern übrigens auch.
    Am Anfang ist es wichtig, wieder einen Schlaf-Wach-Rhythmus zu bekommen. Man erschöpft sich sonst sofort. Nun will das Kind zweimal in der Nacht angelegt werden, das Stillen dauert mindestens 30 Minuten, vielleicht hat es hinterher noch Blähungen und schnell ist ein Stunde vorbei. Mütter ohne Migräne halten das gut durch, bei aggressiver Migräne führt das schnell zu Attacken. Besorgte Aufmerksamkeit beim ersten Kind verstärken die Anfälligkeit, es bleibt ja auch kaum noch Zeit zur Entspannung und Erholung am Tag. Regelmäßig Essen und Trinken am Tag ist noch am leichtesten zu organisieren.
    Leider gibt es keine perfekte Lösung. In meiner Familie haben wir das ebenso erlebt. Unsere private Lösung: Wir haben uns eine Milchpumpe aus der Apotheke geholt, und meine Frau hat vor dem Schlafen abgepumpt. Wenn sich unser Sohn in der Nacht gemeldet hat, habe ich die Milch warm gemacht und die Muttermilch in der Flasche gegeben. Meine Frau konnte dann weitestgehend durchschlafen und war dann am Tag stabil. Beim ersten Kind war das alles nicht so einfach. Ich hatte noch die Milch im Wasserbad warm gemacht, was sehr ungenau ging und lange dauerte. Ich bin dann auf die Mikrowelle gekommen: Hier konnte man mit 57 Sekunden (ich weiß die Zeit noch genau) die Milch exakt anwärmen. Das nächste Problem war der Schnuller. Die Löcher im Gummischnuller veränderten damals ihre Weite durch die warme Milch, Verschlucken war die Folge. Ich fand nach ein paar Tagen schnell Silikon-Schnuller, damit ging alles gut. Blähungen habe ich durch Zusatz von etwas Lefax-Tropfen vorgebeugt. Ich kam dann auf den Trick, die Milch mit etwas Babymilchpulver gehaltvoller zu machen und nach ein paar Tagen schlief unser Sohn durch. Das alles sind private Erlebnisse vor 24 Jahren und keinerlei professionelle Empfehlungen. Sie haben aber bei uns gut funktioniert.
    Unsere Kinder hatten es am liebsten, wenn sie im „Familienrudel“ dabei waren. Sie schliefen wunderbar, wenn das Kinderbett in der Küche oder Wohnzimmer stand, und sie durch Gespräche oder anderes mitbekamen, dass sie nicht alleine waren. Das „Abstellen“ ins ruhige Kinderzimmer führte zur Beunruhigung und so mussten sie sich durch Melden versichern, dass sie nicht alleine gelassen wurden.
    Wir hatten damals übrigens ein Kanarienvogel-Pärchen. Sie brüteten und bei der ersten Brut war das Weibchen völlig nervös und unerfahren. Beim zweiten Mal klappte das alles ganz allein. So ging es uns übrigens auch mit unserem zweiten Kind.
    Unser erstes Kind wurde im April 1987 geboren, wenige Monate nach Tschernobyl. Wir lebten damals in Süddeutschland, Gewässer und Felder waren kontaminiert. Schulkinder durften nicht auf den Pausenhof. Eben erleben wir wieder in Japan, wie die Bevölkerung, und gerade junge Familien, in unklaren über die Folgen gelassen werden, Beschwichtigungen, Fehlinformationen sind zu hören. Wir haben uns damals einen Zentner Milchpulver aus Belgien besorgt. Die bayerische Molkerei verarbeitete die verstrahlte Milch übrigens in Speiseeis, dort konnte man sie länger haltbar machen. Das Milchpulver aus der örtlichen Milch verpackte man in Güterwagen und stellte diese auf Abstellgleise. Auch wenn uns in diesen Tagen glauben gemacht wird, dass Japan weit weg ist, früher oder später wird die radioaktive Belastung über die Nahrungskette, das Wasser oder das Wetter auch bei uns ankommen. Für die japanischen Familien ist die jetzige Situation unvorstellbar katastrophal.
    Paracetamol würde ich persönlich keinesfalls in der Schwangerschaft oder Stillzeit verwenden. Es hilft so marginal, dass Schmerzen, die darauf ansprechen, aushaltbar sind. Dagegen stehen lebenslange Risiken für das Kind. Eine Alternative ist Acetylsalicylsäure. Salicylate gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Da bei gelegentlicher Einnahme nachteilige Wirkungen auf den Säugling bisher nicht beobachtet wurden, wird ein Unterbrechen des Stillens während der Behandlung in der Regel nicht erforderlich sein. Bei regelmäßiger Einnahme hoher Dosen sind Risiken wegen mangelnder Entgiftung durch das Neugeborene (z. B. Kernikterus) nicht auszuschließen, so dass bei zwingender Indikation ein frühzeitiges Abstillen erwogen werden sollte. Auch hier ist zu erwägen, ob Aushalten nicht die bessere Option ist.
    Hohe Dosen von Magnesium können eine Alternative sein.
    Bei schweren Schmerzen kann Sumatriptan erwogen werden. Stillen bis 24 h nach Anwendung soll vermieden werden, die Substanz geht in die Milch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekanntgeworden. Man kann in dieser Phase abpumpen und per Flasche zu füttern.
    Alles Gute für die junge Familie!