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Migräne – positive Nebenerscheinungen?

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 1 Monat, 1 Woche aktiv

Migräne und deren Beeinträchtigungen werden immer zusammen in einem Atemzug erwähnt und sind natürlich negativ besetzt. Aber gibt es auch Positives beim Migräniker, das man mit seiner speziellen “Veranlagung” in Zusammenhang bringen kann?

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Gutes Organisationstalent, Multitasking usw. (76 Antworten)

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  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Liebe Leute, wir vernachlässigen diese Gruppe hier, dabei halte ich sie für wichtig! Nicht umsonst werden Migräniker von aufgeklärten Arbeitgebern geschätzt, da sie leistungsbereit sind, gut organisieren können, die Fähigkeit zu Multitasking haben und sehr zuverlässig sind.

    Das muss auch mal gesagt sein und viele von uns leisten einfach eine ganze Menge und das sogar gerne. :) Kombiniert man nun diese Fähigkeiten, die den meisten Migränikern aufgrund ihres sehr aktiven Gehirns einfach gegeben sind, mit rechtzeitiger effektiver Entspannung und genügend Ruhepausen, wäre es doch perfekt! ;)

  • Profilbild Doro vor 4 Monaten, 1 Woche:

    stimmt, und da haben wir ihn wieder …. selbst in der entspannung und der ruhe streben wir das perfekte an :-) (perfektionismus)

    kein chaos ist groß genug, um dieses kreativ umzugestalten. zeit und raum sind hierbei so gut wie nie von bedeutung. zweckentfremdung meine persönliche lieblingsdisziplin. das querdenken wird so zu meinem hobby.
    das problem ist hierbei lediglich, dass ich IMMER im einsatz bin. ich mich für fast alles verantwortlich fühle und somit fast immer 2-3 projekt parallel laufen habe. ich lese auch immer gleichzeitig 2-3 bücher. kennt ihr das auch?

  • Profilbild regenbogen68 vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Nur 2-3? Bei mir sind es mehr, liebe Doro! ;-)
    Aber es ist so, dass ich an dem einen Abend das Buch und an dem anderen jenes lese. Nicht jeden Tag gleichzeitig mehrere Bücher.

    Multitasking ist für mich im Beruf übrigens nichts Positives. Es bedeutet doch, dass man mehrere Sachen gleichzeitig macht. Das tut mir meistens nicht gut. Und der Arbeit auch nicht.
    Ich übe mich darin, eine Sache nach der anderen zu machen – und dennoch gut in der Organisation zu sein.

    Multitasking kostet mir sehr viel Kraft, es zerreisst mich irgendwie innerlich.

    Was zweckentfremdest Du, liebe Doro? Das kenne ich als Arbeitstechnik noch nicht. Aber vielleicht ist das ja etwas Nützliches? ;-)

    Lieben Gruß, Regenbogen

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Ich mache auch immer mehrere Dinge gleichzeitig, lese mehrere Bücher – aber nicht an einem Tag – habe immer mehrere Websites gleichzeitig offen und switche von einer zur anderen, wenn mir ein Aufbau zu lange dauert, obwohl ich schnelles Internet habe. Während ich telefoniere, schreibe ich etwas, sehe im Terminkalender nach usw. Mich kostet es mehr Kraft, nur eine Sache machen zu müssen und genau zu wissen, was ich alles gleichzeitig erledigen könnte. Während ich das jetzt schreibe, merke ich, wie verrückt das ist. ;) Ich habe aber nicht das Gefühl, dass mir das schadet.

    Wenn mal recht viel los ist, ich noch auswärts Termine habe, kommt irgendwann ganz plötzlich ein Punkt, wo es nicht mehr weitergeht. Da wird mir dann alles zu viel, ein riesiger Berg baut sich auf und dann weiß ich, dass ich reduzieren muss. Das mache ich dann auch und nach einigen ganz ruhigen Tagen habe ich mich “erholt”. Das kann ich machen, weil ich mir meine Zeit selbst einteilen kann. Wäre ich angestellt, müsste ich dringend umdenken. :)

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Doro vor 4 Monaten, 1 Woche:

    den punkt, dass es zuviel wird, kenne ich auch. dann werde ich urplötzlich nervös.
    ausschlaggebend hierfür ist aber nie meine eigene tätigkeit, sondern eine reizüberflutung von außen. dann machen mich geräusche oder gerüche wahnsinnig und irgendwann ist die migräne dann da.
    einfach nur telefonieren kann ich auch nicht. es ist für mich anstrengender mich auf diese tätigkeit zu konzentrieren, als einer weiteren tätigkeit nachzugehen. das mindestes was ich dabei tue, ist bürokunst. das kennt doch auch jeder… :-)

    ich zweckentfremde fast alles. so kann durchaus ein nachthemd zur buisinesskleidung, ein blumentopf zum kaffefilter oder eine wäscheklammer zum zettelordner oder marker werden…. :-)

  • Profilbild regenbogen68 vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Ich kenne das auch, mit den mehreren Dingen gleichzeitig machen, aber nicht so extrem wie ihr. Wenn ich es zulasse, mich auf eine einzige Sache zu konzentrieren und eine Sache nach der anderen abzuarbeiten, ist das jedes Mal eine sehr positive (Gegen-) Erfahrung.

    Eigentlich macht es mich betroffen, was wir hier diskutieren und wie sich die Arbeitswelt entwickelt hat, denn es hat maßgeblich mit den digitalen Medien zu tun.

    Wir brauchen permanent Futter / Reize für das Gehirn, so scheint es. Alles schnell wegarbeiten. Rasch, Tempo, Tempo … und das soll keinen Einfluss auf das Gehirn und auf den Kopf haben?
    Kann es sein, dass sich der Körper an das Immer-Mehr-Und-Mehr gewöhnt? Und es dann quasi auch braucht? Und man meint, es täte gut? Ich mutmaße jetzt nur einmal.

    Das Ganze hat noch eine zweite Dimension:
    Ich erlebe es auch oft, dass mein Gesprächspartner gleichzeitig, während er mit mir telefoniert, andere Dinge macht (ich merke es daran, dass er kurzfristig unaufmerksam wird, mit der Maus klickt – was man hört! – oder sogar etwas murmelt, was nicht mit unserem Gespräch zu tun hat). Es irritiert mich, meist empfinde ich es auch als unhöflich.
    Das gleiche Spiel mit den Handys, wenn man sich trifft.
    Kaum jemand ist mehr im Augenblick. Tausend Sachen gleichzeitig. Und das soll keine Auswirkungen auf uns haben? Egal sein?

    Das mit dem Zweckentfremden gefällt mir, denn es zeugt von Kreativität! Sehr sympathisch.

    Herzlich, Regenbogen

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Liebe Regenbogen,

    dass unsere Welt schnelllebiger geworden ist, ist ja kein Geheimnis mehr. Es wird sehr viel Leistung erwartet und auch gefordert. Ich glaube schon, dass sich unser Gehirn, das Nervensystem umstellt im Laufe der Zeit. Anders ist es ja nicht machbar.

    Wenn man sich seine Arbeit selbst einteilen kann und einen ruhigen Arbeitsplatz hat, wie ich, ist man gut dran. Andere, die in einem Großraumbüro arbeiten und permanenten Störgeräuschen ausgesetzt sind, keine Minute zur Ruhe kommen, sind ganz anderen Anforderungen ausgesetzt. Oft hat man aber auch keine Wahl! Man kann demjenigen zwar raten, sich einen neuen Job zu suchen, in dem es ruhiger zugeht, aber das klappt ja auch nicht immer. Die allermeisten sind auf das Gehalt sehr angewiesen und da mag es zynisch klingen, wenn man von entschleunigen, mehr Ruhepausen usw. spricht. Man kann versuchen, die Freizeit ruhiger zu gestalten und Kraft zu schöpfen, aber nicht alles hat man in der Hand. Wenn man dann unsere Diskussionen hier liest, und weiß, dass man aus seiner Situation kaum, oder nur sehr schwer rauskommen kann, hilft dies nicht, sich besser zu fühlen. Das muss man auch bedenken, denn theoretisch sind schnell mal ein paar schlaue Sätze geschrieben, sie müssen auch in der Realtität umsetzbar sein und das ist es nunmal nicht immer.

    Jeder sollte versuchen, aus seiner individuellen Situation das Beste für sich rauszuholen und auch die Grenzen erkennen, ohne sich deswegen schlecht zu fühlen.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Ich beschäftige mich übrigens nur während langer Telefongespräche mit meiner Mutter anderweitig. ;)

  • Profilbild Doro vor 4 Monaten, 1 Woche:

    hallo ihr lieben,
    ich denke, dass man bei einem telefonat mit mir die absolut ungeteilte aufmerksamkeit auf akustischer ebene bekommt. ich kann sehr gut verstehen, wenn es als unhöflich empfunden wird, wenn der andere dir zu verstehen gibt, dass du nicht ganz bei ihm bist. das was ich meine beim telefonieren, ist vergleichbar mit dem -verzeiht- z.b.*rosenkranz beten*. hier bist du auch durch die betätigung im äußeren ganz im gebet versunken, was das hier und jetzt erfahrbar macht.
    hier werden 2 unterschiedliche sinne angesprochen, die einandere ergänzen.
    also einen 2 sinn zu beschäftigen bringt mir ruhe.

    und das wiederrum wirkt sich positiv auf das telefonieren aus. schließlich bin ich beim telefonieren nicht in einem meditativen zustand…..

    jetzt wird´s kompliziert. bin ich noch zu verstehen?

    man kann nur versuchen, wenn man schon bestimmten zwängen unterlegen ist, die rahmenbedingungen soweit wie möglich zu verbessern.
    das sehe ich an dieser stelle auch wie bettina

    lg
    doro

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Ich verstehe, was Du meinst, liebe Doro. :) Ich würde auch nie bei einem geschäftlichen Gespräch unaufmerksam wirken wollen und bin es auch nicht. Aber auch beim geschäftlichen Gespräch gibt es mal “Längen” und da kann man ja nebenbei auch noch die E-Mails checken. ;)

    Meine Mutter nehme ich mit dem Telefon oft ins ganze Haus mit, dann zur Wäsche runter, in die Küche usw. Aber das ist natürlich was anderes. ;)

    Hier noch ein ganz netter Artikel, wie man sich die Büroarbeit ein wenig verschönern kann: Glücklich im Büro? Das geht! Und zwar so!

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild heika vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Ich muss mich gerade mit einem Schmunzeln daran erinnern (lang, lang ist´s her), wie wir unseren Lehrern in der Schule beibringen wollten, dass wir viel besser im Unterricht aufpassen könnten, wenn wir nebenher stricken würden. Keiner hat´s geglaubt…

    Nachdenklich stimmen mich allerdings Aussagen von Lehrern in der Grundschule aus der heutigen Zeit, die behaupten, dass Kinder sich kaum noch längere Zeit überhaupt auf etwas konzentrieren können. Ein ganzes einfaches Kinderbuch durchzulesen (in Etappen), würde die Toleranzgrenze eines durchschnittlichen Kindes überfordern, v.a. bei Jungs. Sie seien es durch die Computerspiele gewohnt, dauernd extreme Reize zu bekommen, alles andere würde schnell langweilig empfunden. Aber das ist wieder eine ganz andere Baustelle, die eine andere Generation betrifft. ;-)

  • Profilbild Doro vor 4 Monaten, 1 Woche:

    hallo heika,
    :-D ich erinnere mich auch…..
    irgendwo sind da schon parallelen zu erkennen…..

    ich denke mal, dass die mulittasking-geschichte bei uns auch in die krankheit führt.
    die reizüberflutung bei den kiddies, hat sicherlich auch entsprechende krank machende auswirkungen. und hier sind dann die eltern gefordert.

    du hast mich gerade nachdenklich gestimmt. mit meinem *parallelarbeiten* bin ich auch nicht das beste vorbild für meine tochter…. ;-(

  • Profilbild claire vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Ich finde mich hier total wieder – in der Berufsschule hab ich auch während des Unterrichts gestrickt, später im Großraumbüro hab ich telefoniert, dabei irgendwelche Schlüsselnummern eingetippt, mitbekommen dass was mein Chef schon wieder zu maulen hatte, draußen flog ein Schwarm Vögel vorbei, meine Kollegin steckte sich eine Zigarette an und ich fing an mich darüber aufzuregen während ich das Telefongespräch beendete und im Großraumbüro eine Kollegin von ihren Hitzewallungen erzählte – alles gleichzeitig und immer auf “Achtung”. In der Schmerzklinik Kiel hat ein Arzt erklärt, dass unser Gehirn etwas anders funktioniert wie die eines Nichtmigränikers. Ein Nichtmigräniker z.B. sitzt im Auto an einer Ampel die rot ist und er schaltet ab bis es gelb ist: Achtung!, dann grün und er fährt los. Ein Migräniker hat immer sein “Achtung!”, er schaltet nicht ab, macht vieles gleichzeitig, fährt sein Gehirn nicht runter. Irgendwann wird es zuviel und wir bekommen Migräne. Deshalb sollten wir mehrmals am Tag bewußt “runterfahren”, nichts tun, nichts denken, autogenes Training oder Entspannungsübungen machen. Ich mache das seitdem und merke richtig wie ich die Schultern entspanne und ruhiger werde. Immer nur für 5 oder 10 Minuten. Ich mache das überall, als Beifahrer im Auto, beim Chor wenn gerade die Männer üben, wenn ich im Arbeitstrott bin und merke: Ich sollte jetzt ne Pause machen sonst krieg ich gleich Migräne, dann sage ich meiner Familie Bescheid: Ich brauch eine kurze Pause – und danach gehts wieder. Wenn ich dann aber nicht auf meinen Körper höre und meine: Ach das noch schnell und dies und jenes noch, dann geht es ruck-zuck und mein Kopf sticht wieder. Ich lerne auch nicht immer alles gleichzeitig zu machen – 3 Einkaufstüten und eine Kiste Wasser aus dem Auto schleppen, nein, ich gehe jetzt zweimal, immer noch nicht dreimal, aber schon zweimal. Heute hab ich mich wieder dabei ertappt dass ich verschiedene Dinge auf meine Arme geladen habe um die Arbeit effektiv und schnell zu erledigen. Dabei wäre Effektiv eins nach dem anderen, und natürlich hab ich vorhin wieder ein Triptan nehmen müssen weil ich nicht auf mich achtgegeben habe. Also ich weiß schon was gut wäre, aber die Umsetzung klappt nicht immer.

  • Profilbild heika vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Ja, Claire, das mit der permanenten und überdurchschnittlichen Wahrnehmung ist wirklich so. Wir können Reize nicht ausschalten. Deshalb ist es für mich beinahe unerträglich, wenn Gespräche neben einem laufenden Fernseher oder Radio stattfinden. Stress pur.

    Wie du probiere ich auch, kleine Dinge zu verändern. Das bringt schon viel. Zum Beispiel habe ich mir angewöhnt, zu Terminen frühzeitig aufzubrechen, um mir den Zeitdruck bei der Parkplatzsuche und das Hetzen zum Termin zu ersparen. Ich habe dann ein Buch in der Tasche, und wenn ich zu früh da bin, genieße ich es, ein wenig Zeit zum Lesen zu haben.
    Getränke kaufe ich nicht mehr in den schweren Glasflaschen, sondern in Plastikflaschen, obwohl mir ersteres eigentlich lieber wäre. Und laufe mit den Einkäufen auch öfter als früher.

    Das hast du klasse geschrieben, dass unsere Effektivität manchmal eine ganz spezielle ist; eben gerade anders herum, als man es immer beigebracht bekommen hat. Für uns ist weniger mehr.

    Gehen wir sie miteinander weiter, unsere kleinen Schritte.
    Lieber Gruß
    Heika

  • Profilbild alchemilla vor 4 Monaten, 1 Woche:

    Hallo, Doro! Ob du noch zu verstehen bist?
    Ich habe gedacht, ich guck mal, ob ich zu dem Thema auch etwas beisteuern kann und finde, dass du alles so geschrieben hast -exakt so, wie ich es auch empfinde.
    Wir KÖNNEN unglaublich viel in unglaublich schneller Zeit unglaublich effektiv erledigen und organisieren. Im Beruf ernte ich immer wieder Erstaunen damit.
    ABER: es zehrt.
    Ganz enorm.
    Es ist für mich -glaube ich- der Migränetrigger Nummer 1.
    Wenn ich gut entspannt bin, kann ich die einzelnen Dinge nacheinander und mit voller Achtsamkeit viel besser erledigen. Ich finde es ausgesprochen Kraft-Spendend, wenn man mit allen Gedanken genau bei dem ist, was man gerade tut und nicht die Hände etwas automatisch machen lässt und mit den Gedanken ganz woanders ist.
    Es gelingt nicht oft. Aber es ist toll.