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Migräne und Begleiterkrankungen

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 1 Woche, 1 Tag aktiv

Gibt es Erkrankungen, die gehäuft zusammen mit Migräne auftreten?
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Strenges Gewissen und Migräne (18 Antworten)

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  • Profilbild susisonne vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    .. Also ich will mal “irgendwie mutig” nach vorne preschen und fragen, ob Ihr auch ein ziemlich strenges Gewissen habt?

    Wie viele habe ich “natürlich” eine hohes Verantwortungs-/Pflichtgefühl mit Hang zum Perfektionismus. Auch kann ich – vor allem im Familienkreis – schlecht “nein” sagen. Das soll man ja lernen …
    Aber was ist, wenn ich dann Probleme mit meinem “strengen Gewissen” bekomme?

    So habe ich rückblickend z. B. festgestellt, dass ich sprunghaft mehr Migräne bekommen habe, als ich bei meinen Eltern auszog (fürs Studium) u. weiß schon auch, dass Thema “Eltern” mit der Migräne zusammenhängt.

    Ist das Thema “strenges Gewissen” vielleicht auch irgendwie ein Thema beim 2-wöchigen Aufenthalt in Kiel?

  • Profilbild Bettina Frank – Moderator vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Liebe Susi,

    in Kiel ist alles ein Thema, das Dein Leben beeinflusst. Perfektionisten sind wir alle ;) , da müssen wir noch ein wenig mehr Gelassenheit üben. Ebenso geübt werden muss das “Nein-Sagen” und dass wir immer ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir uns mal um uns selbst kümmern möchten, ist auch nicht so förderlich für die Gesundheit.

    Wie gesagt, alle diese Themen werden in der Klinik zur Sprache kommen und auch dementsprechend Auswege aufgezeigt.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Julia vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Hallo Susisonne,
    da bist du sicher nicht die Einzige hier, die ein übermäßiges Pflichtbewußtsein hat. Immer allen alles Recht machen, D A war ich wirklich perfekt. Bis ich im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit soviel Schreckliches erlebte, dass ich Supervision brauchte. Unsere Psychlogin hat mir damals sehr gut klargemacht, dass man Grenzen setzen muss und Nein-Sagen lernen. Ich hab es gelernt, gefällt nicht allen in meiner Umgebung, tut mir aber sehr gut. Man muss es ja nicht allzu brutal durchziehen. Das kann man lernen.

    Viel Erfolg
    Julia

  • Profilbild susisonne vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Hi Bettina, hallo Julia,

    sorry, dass ich noch mal nachfrage:
    “Unsere Psychlogin hat mir damals sehr gut klargemacht, dass man Grenzen setzen muss und Nein-Sagen lernen.”
    - Hmh, dass ist mir schon klar. Aber was ist, wenn ich die Grenzen sezte u. danach – wegen schlechtem Gewissen – Migräne bekomme?

  • Profilbild Julia vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Ja, das Problem hatte ich natürlich auch und habe es auch immer noch mal wieder. Das genau ist ja der Lernprozeß, dass man erkennt, wo ist es vielleicht sogar richtig, ein schechtes Gewissen zu haben und man war zu hart und wo hatte man alles Recht der Welt, zu sagen, jetzt bin ich dran. Ganz häufig wird man ja auch ein wenig ausgenutzt und dann nein zu sagen, ist doch unser gutes Recht. Bleibt ein ewiges Abwägen, aber Migräne bekomm ich davon nicht mehr.

  • Profilbild alchemilla vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Für mich war es in Kiel das Aufschlussreiche, was ich diesbezüglich gelernt habe:
    das schlechte Gesissen ist MEINS, es ist MEINE ART zu denken und zu urteilen.

    Ich dachte z.B., ich könnte es meiner Fsamilie nicht zumuten, sich massiv und verantwortlich an der Hausarbeit zu beteiligen. MAL helfen ja, aber dass einer von ihnen komplett verantwortlich ist für die Wäsche und der andere fürs Spülen und der dritte fürs Putzen der gemeinsam genutzen Räume?. DAS kann ich ihnen nicht zumuten Und so habe ich ALLES selbst gemacht)
    Die Psychologin hat mir vorgeschlagen, mir vorzustellen, wie stolz es die Kinder machen würde, wenn sie auch diesbezüglich ERWACHSEN sein dürfen. Wenn sie mal nicht immerzu entmündigt werden und hilfsbedürftig gehalten.

    Das wollte ich mir erst nicht vorstellen, aber es ist genaus das..

    Man wird ja nicht einem Familienmitglied mit Hexenschuss abschlagen, für ihn oder sie einkaufen zu gehen.
    Es geht darum, zu lernen, wann man NEIN sagen kann und damit dem anderen auch die Möglichkeit gibt, SELBST Stärken zu entwickeln.

    Immer helfen, immer springen hat auch etwas mit der eigenen Unentbehrlichkeit zu tun.
    Und das zu erkennen, hat mich in Kiel ein paar Tränen gekostet.
    “Sie brauchen nicht zu befürchten, dass Sie zu Hause nicht mehr geliebt und gebraucht werden. . . .”
    ÄM, ja.
    Ok

    So geht die Richtung.

    Es ist ein großes, großes Lebenslernkapitel, aber wie Julia sagt: Es lohnt sich, auch wenn es nicht einfach ist. . . .

    Viel Spaß beim Forschen!

    wünscht
    Gisela

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Liebe Gisela,

    dem ist nix hinzuzufügen……außer dass ich noch mitten im Lernprozess bin …..die Mädels sind stolz, wenn Sie die Wäsche richtig gewaschen haben und der Kuchen, den Sie gemeinsam backen, uns allen schmeckt…naja, beim aufräumen gibt es noch etwas Schwierigkeiten, wer für was zuständig ist und da ich “automatisiert” den Tisch abräume und abwische oder die Sachen wieder zurechtrücke an ihre Plätze, ist es auch schwer, dass dies verinnerlicht wird….
    Das größte Problem ist doch unser Perfektionismus…und warum….weil wir es besonders gut machen wollen, um dann gelobt zu werden…klappt manchmal, aber leider kommt es ja zu einem Gewohnheitseffekt…und schon “wird es von uns “vorausgesetzt” und bei den anderen bewundert…..ääähhhmmm….spätestens jetzt heißt es STOP! Seit ich mich im Leben immer mehr als kleine Egoistin zeige, merke ich, dass es nur kurzzeitig zu Irritationen führt, aber dann auch akzeptiert wird…wie gesagt, ich bin noch am üben……und das schlechte Gewissen schwindet spätestens dann, wenn man beginnt, das Ja-Sagerdasein als “Ausweichung vor der Auseinandersetzung” ansieht….man stellt sich halt der Auseinandersetzung, wenn nicht mitten in der Migränephase, dann halt vorher bzw. hinterher…und das sehe ich als Erfolg an…..wo ich doch so wahnsinnig Harmoniebedürftig bin…..
    Übrigens haben mich meine Eltern sehr geliebt…..aber wenn ich nicht so spurte, wie sie wollten, “habe ich sie schwer enttäuscht”…..und wenn ich glänzte und Lob erntete “waren sie sehr stolz”…ja, was macht da wohl als Kind…man tut alles, damit die Eltern stolz sind…..und die Moral von der Geschicht….DIE KINDHEIT ist schuld ..::**))

    LG Rinchen

  • Profilbild Julia vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Hallo Gisela und Rinchen,

    danke für diese großartigen Beiträge. Ich glaube, darin kann sich jeder hier wiederfinden. Wir müssen´s halt alle üben.

    Ganz liebe Grüße
    Julia

  • Profilbild heika vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Ja, es ist nicht einfach, den goldenen Mittelweg im Leben zu finden, aber gerade für uns Migräneleute besonders wichtig! Wir müssen lernen, dass unsere Kraft und Zeit begrenzt ist und wir auch “Nein” sagen dürfen, wenn Anforderungen und Ansprüche an uns gestellt werden, die nicht berechtigt sind oder uns überfordern. Aber gleichzeitig sollen wir nicht zu Egoisten werden, die nur auf sich schauen und nicht bereit sind, für andere da zu sein, zu helfen und Verantwortung zu übernehmen.
    Aber da jeder Mensch so einzigartig in seinem Wesen und seiner Lebensgeschichte ist, muss jeder einzelne diesen Weg selber finden, und dieser Prozess wird ein Leben lang dauern. Es ist nicht immer einfach, aber spannend und es lohnt sich wirklich!

  • Profilbild alchemilla vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Oh,
    da muss ich noch etwas ergänzen. Eure Beiträge haben mich erinnert:
    in meinem Bekanntenkreis war ein Mann, der auch sehr, sehr lieb und hilfsbereit war. Auch von ihm würde man sagen: er kann nicht nein sagen.

    Ich fand das Zusammensein mit ihm sehr ANSTRENGEND! Denn man hatte immerzu das Gefühl, dass man ihn beschützen musste. Weil er selbst keine Grenzen gesetzt hat, und mal definitiv gesagt hat :”Schluus jetzt. DAS will ich nicht”, war man dauernd unsicher und machte sich Sorgen.
    Wir hätten es uns alle gewünscht, wenn er mal klar NEIN gesagt hätte.

    Dieses NEIN Sagen entlastet die Mitmenschen. Man selbst ist in dem Moment sehr stark und die anderen können sich beruhigt ihren eigenen Dingen widmen und machen sich keine Sorgen mehr.

    Diese Sichtweise vergisst man sehr leicht bei all der Kümmerei, die wir so fabrizieren.

    LG

    Gisela

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Liebe Heika,

    Egoisten die nur auf sich schauen werden wir wohl alle nicht werden…..da hält uns schon der Perfektionismus, die Harmoniebedürftigkeit, die Hilfsbereitschaft und nicht zuletzt die Verantwortung ab, die wir gerne auch anderen abnehmen…..weil wir eigentlich an guten Tagen kein Problem haben auch mal 150% zu geben…..das wissen auch die Chefs….im Notfall können Sie sich trotz unserer Migräne auf uns verlassen…

    LG rinchen

  • Profilbild Julia vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Kümmern tun wir uns wohl wirklich besonders gerne, manchmal auch ungewünscht, das sollte man auch im Auge behalten. Und 150% geben, nichts lieber als das und auch noch freiwillig. Sind wir da wirklich immer die “Netten”? Oder manchmal auch einfach egoistisch?

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Ich hatte ja mal die Diskussion aufgeworfen, ob ADHS nicht eine verwandte Erkrankung von Migräne ist….viele Dinge laufen ja ähnlich ab…..zum Beispiel im Turbo zu laufen, nicht filtern zu können …. also ich schaffe es fast immer, auch unvorhersehbare Sachen immer noch irgendwie unterzubringen und den Knoten im Chaos zu lösen, um dann schnell geregelt wieder zu laufen…..meine ADHS-Kinder schaffen es immer, für Chaos zu sorgen und meine Flexibilität zu testen….meist bekomme ich den Stempel “BESTANDEN”…..naja, hier bin ich eben noch hart am arbeiten…..

    LG Rinchen

  • Profilbild Julia vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Ich glaube, den Stemel kriegen wir anderen auch öfter und dann die Migräne. Manchmal könnte man fast denken, selber “schuld”.
    Ist aber schwer, sich das abzugewöhnen, das I M M E R Nette.

  • Profilbild alchemilla vor 1 Jahr, 5 Monaten:

    Das wäre aber auch ein bisschen “gegen die eigene Natur anzulaufen”.
    Davon halte ich nichts
    Wir HABEN ein Turbogehirn. ,
    Wir DURCHSCHAUEN die Dinge schneller, wie denken schneller. Es IST so.
    Und das macht doch auch SPAß.
    Und ich nutze diese Fähigkeit gerne. Und manchmal kriege ich Migräne davon, dass ich versuche, mich zu bremsen und GEGEN mich zu arbeiten. NICHTS kostet mehr Kraft.
    Und Depri kriegt man davon auch.

    Die Kunst ist, genau den Punkt zu erkennen, wann es beginnt ZU viel zu werden und sofort ( ! ! ! ! ) auszusteigen (und das ist der NEIN-Sage-Punkt) und was für sich zu tun. Energie tanken mit essen und (Kaffee)trinken, mit Ruhe, mit Spaziergang. . .ach, wir kennen doch die Dinge, die wir dann brauchen. . .

    DAS ist Frieden schließen mit der Migräne, die wir “geschenkt” bekommen haben. . .

    (Schönes GuteNacht Bonbon, oder?)

    LG

    Gisela