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Migräne, chronische Schmerzerkrankungen und Sport

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 21 Stunden, 50 Minuten aktiv

Sportliche Betätigung und moderater Ausdauersport werden dem Migräniker und auch chronisch schmerzkranken Menschen zur Prävention empfohlen. Aber wie viel Sport verträgt der Kopf tatsächlich? Profitiert der Patient mit Clusterkopfschmerzen, der Patient mit Fibromyalgie und andere chronisch Schmerzkranke? In dieser Gruppe können wir uns darüber austauschen.

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Sport als Prophylaxe? (308 Antworten)

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  • Profilbild ambu vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Macht von euch jemand Ausdauersport?

    Ich war ja früher ein richtiger “Sportmuffel”, vor allem alles was anstrengend war und lange dauert, sei es Laufen, Joggen, Schwimmen, Rad fahren… habe ich nie lange durchgehalten. Es wird ja immer gesagt, das moderater Ausdauersport Migränevorbeugend sein soll. Jetzt hatte ich Anfang des Jahres eine ganz schlimme Kopfschmerzphase und um da wieder raus zu kommen, habe ich zusätzlich zur medikamentösen Prophylaxe mit Sport angefangen, genauer gesagt mit dem Radfahren. Ich kann das ganz gut mit meinem Arbeitsweg verbinden und so kommen am Tag 25km zusammen. Am Anfang hatte ich kaum Hoffnung das das was bringt, aber jetzt sind meine Migräneanfälle auf 2-3 im Monat gesunken, worüber ich mich sehr freue. Gleichzeitig hat das ganze einen positiven Nebeneffekt, ich habe nicht zugenommen :)

    Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Liebe Grüße,
    ambu

  • Profilbild heika vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hallo ambu,

    ein Schmerzspezialist erklärte mir mal vor einiger Zeit, dass man statistisch nachgewiesen habe, dass regelmäßiger Ausdauersport genauso wirkungsvoll sei wie eine medikamentöse Prophylaxe. Du hast den Sport ja zu den Medikamenten dazu angefangen, also hast du die doppelte Chance der positiven Wirkung ;-) . Ich freue mich für dich, dass es dir inzwischen so viel besser geht.

    Ich bemühe mich auch um regelmäßige Sportzeiten, was nicht immer einfach ist, denn manchmal ist es zeitlich schwierig und an den Migränetagen fällt es eh flach. Meine Migräne ist auch besser geworden, doch das kann ich nicht rein dem Sport zuordnen. Als ich hier ins Forum kam, habe ich so vieles über die Migräne gelernt und von all den empfohlenen Verhaltensregeln so viel wie möglich versucht umzusetzen. Zudem nehme ich regelmäßig Magnesium.

    Ausdauersport ist auf jeden Fall etwas ganz Positives, auch unabhängig von der Migräne. Man kann Stress abbauen, kriegt den Kopf wieder frei, tut dem Herz-Kreislauf-System und den Muskeln etwas Gutes und nebenbei dem Gewicht auch noch (falls man es nötig hat). Ich will darauf auch nicht verzichten!
    Wenn du auch den Winter über weiterradelst, ziehe ich den Hut vor dir!

    Lieber Gruß
    Heika

  • Profilbild Jürgen vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hallo,
    ich betreibe seit Jahren Ausdauersport – nicht zuletzt wegen meiner Migräne, aber auch weil ich mich dann besser fühle. Bei meiner Migräne/Spannungskopfschmerzen hat es aber nie wirklich einen Durchbruch damit gebracht. Habe unterschiedlich intensive Belastungszeiten gehabt, monatelang mal “nur” zur Arbeit Radgefahren, aber auch intensiv auf Marathon(dann 60-90km pro Woche gelaufen) vorbereitet. Hat eigentlich keinen großen Kopfschmerzunterschied gemacht. Nur in den Wochen, in denen ich Entastungswochen, z.B. wegen Verletzungen gemacht habe, habe ich eine KS Reduktion gehabt. Als Sportler neigte ich auch dazu wegen Verletzungen mal eine Ibuprofen zu nehmen. Dies hat wahrscheinlich auch einen MÜK mit verursacht, in den ich wahrscheinlich rein gekommen bin (zusammen mit den Triptanen und Ibus wegen KS). Im Frühjahr war ich in Kiel, Kortison, 9 Wochen medikamentenfrei, vorübergehend Venlafaxin, KS 1-2 mal wöchentlich ohne Medikamente. Jetzt habe ich im Schnitt 1mal pro Woche KS mit Ibupropheneinahme, eher Spannungstyp. Oft hilft auch Euminz. Kaum zu glauben! Setze im Moment deswegen mehr auf Entspannung (Jakobsen, autogenes Training). Laufen kann ich z.Z. wegen einer sich länger hinziehenden Sehnen-Beeinträchtigung”nur” 3-4 mal die Woche 30-40 Wochenkilometer. Das scheint eine gute Balance für mich zu ergeben, obwohl ich lieber etwas mehr im Hügeligen laufen würde. Aber vielleicht ist es für mich sportlich, gesundheitlich auch die belastung, die sich noch positiv auswirkt.

    Fazit: Nur Ausdauersport hat mich nicht alleine nach vorn gebracht, eher die Gesamtsicht auf meine Alltagsauffassung. Ich habe damit das Gefühl meine KS noch weiter reduzieren zu können.

    Drückt mir die Daumen!
    Vor dem Klinikaufenthalt hatte ich 9-12 Medikamententage im Monat.

    @Ambu Den Gewichteffekt nehme ich auch gerne mit. Vielleicht hat dir das Radfahren (bei mir waren es auch so zur Arbeit+zurück 20km) die veränderung gebracht, die dir noch fehlte. Aber vor allem: Hut ab vor dierser Veränderung!

    Gruß

    Jürgen

  • Profilbild ambu vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Danke für eure netten Worte!

    Ich bin sehr gespannt ob der positive Effekt auch den Winter über anhält. Bis jetzt ist es ja noch nicht so kalt, dass ich nicht mehr draussen fahren kann. Der Winter und das Frühjahr ist bei mir immer die Kritische Zeit, dann habe ich auch mehr Migräne als im Sommer. Die medikamentöse Prophylaxe nehme ich ja schon seit über 10 Jahren. Im Februar hatte ich dann einen Auslassversuch, der in die Hose gegangen ist. Mit den Medis hatte ich zwischen 4-6 Migränetage und ohne fast das doppelte.

    Ich bin auf jedenfall richtig glücklich, dass ich so eine positive Entwicklung der Migräne habe und hoffe das dass möglichst lange anhält.

    @ Jürgen: alles Gute Dir, dass deine KS auch besser werden.

    Liebe Grüße,

    ambu

  • Profilbild Ronja vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Hallo Ambu,

    ich mache walking als Ausdauersport, sehr unehrgeizig, ca. 1 bis 2 mal pro Woche, bin ca. 1 Stunde unterwegs. Ich habe den Eindruck, dass das mein unehrgeizig ausgeführtes Walking für mich als Prophylaxe sehr wichtig ist. Leider muss ich mich aktuell wegen meiner Hüftbeschwerden etwas schonen, das draußen sein beim Walking fehlt mir, Radfahren auf dem Hometrainer-Fahrrad ist nur wenig Ersatz. Jetzt freue ich mich auf den Frühling, da kann ich auch nach der Arbeit abends noch los, im Winter ist der dunkle lange Abend sehr hinderlich.
    Schwierig wird es bei mir meist, wenn ich wegen der Migräne mein Training weitermachen kann. Dann habe ich das Gefühl, dass es mir doppelt schlecht geht, dass ich der Migräne das Feld überlassen muss und die Prophylaxe versäume und es mir dann erst recht schlecht gehen wird.
    Kennt ihr das Problem?

    Herzliche Grüße
    Ronja

  • Profilbild Anna2104 vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Hallo zusammen,

    ich bin früher Kunstrad gefahren. Sogar ziemlich erfolgreich bis zur Deutschen Meisterschaft. Leider habe ich den Sport aufgeben müssen. Durch meine Migräne die immer schlimmer wurde konnte ich nicht mehr regelmäßig am Training teilnehmen. Tuniere am Wochenende wurden immer unerträglicher. Da ich im Mannschaftssport gefahren bin hatte ich immer mehr Angst durch meine “schlechte” Leistung die ganze Mannschaft zu gefährden. Da mir bei Migräneanfällen immer Schwindelig war ist es mir zunehmend immer schwerer gefallen die Übungen (wir sind alles rückwärts gefahren) sauber auszuführen. Ich habe diesen Sport 12 Jahre ausgeübt. Ich sprach mit meinem Trainer das ich dem Verein zwar treu bleiben möchte aber keine Tuniere mehr fahren will. Ich hatte mich da selber immer so unter Druck gesetzt zu funktionieren. Mein Trainer sagte mir dann wenn du keine Tunieren mehr fahren willst brauchst du auch nciht zum Training zu kommen. Das war es dann mit meiner Kunstrad “Karriere”. Seit dem reite ich wieder 3 mal die Woche. Ich habe ein Pflegepferd um das ich mich kümmere. Die frische Luft bei ausritten tut mir gut und ich kann nach der Arbeit abschalten. Ausserdem liebe ich Pferde über alles :-)
    Ich versuche es auch mit Ausdauersport, gehe ins Fitnessstudio bei gutem Wetter raus laufen. Aber in letzter Zeit bin ich nach der Arbeit durch die Migräne so platt das ich mich nur noch auf die Couch legen kann. Ich habe überhaupt keine Kraft mehr mich aufzurappeln. Wenn ich einen Hammerschädel habe ist mir der Gedanke Sport sowiso das letzte.

  • Profilbild Louise vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Hallo Anna, Ronja, ambu, Jürgen und heika,

    dadurch, dass viele von uns arbeiten – zumindest mir geht es so – kommt man im Winter ja auch zu wenig an die frische Luft. Da walke ich dann überwiegend am Wochenende. Auf einer Karte habe ich mal verschiedene Runden ausgemessen und je nach Kondition “laufe” ich dann meine 5 oder 7 km-Runde. Hängt natürlich auch mit vom Kopf ab.
    Ich freue mich schon auf den Frühling, wenn es abends wieder länger hell ist, dann kann ich endlich auch innerhalb der Woche wieder raus. In den letzten Sommern habe ich gemerkt, dass das süchtig macht. :-) :-) :-)

    Liebe Grüße
    Louise

  • Profilbild ambu vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Also ich bin begeistert. Der positive Effekt, den der Sport auf meine Migräne hat, ist über den Winter geblieben. Normalerweise sind der Januar und Februar meine schlimmsten Migränemonate, aber bis jetzt bin ich mit 2-3 Anfällen über den Monat gekommen. Ich werde das auf jedenfall beibehalten mit dem Fahrradfahren. Nur die letzten 3 Monate habe ich dann doch das Auto genommen, es war einfach zu kalt um längere Zeit draussen zu sein.

    @ Anna: mir geht das aber auch so, mit Migräne ist an Sport nicht zu denken, da wird jede Bewegung zu viel und es ist gar nicht so einfach sich selber zu motivieren und aus einer schlechten Phase wieder raus zu kommen. Ich habe das damals auch nur in Kombination mit einer medikamentösen Prophylaxe geschafft.

    @ Louise: ja, Sport kann wirklich süchtig machen. Ich kann den Frühling auch schon kaum erwarten.

    Liebe Grüße,
    ambu

  • Profilbild heika vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Hallo ambu,

    mein Hut kann also auf dem Kopf bleiben :-) , nachdem du während der kalten Zeit das Auto genommen hast. Aber ich freue mich ganz arg mit dir, dass sich deine Migräne so gebessert hat. 2 bis 3 Attacken pro Monat sind ja “fast gar nichts” ;-) . Mach weiter so!

    Lieber Gruß
    Heika

  • Profilbild ambu vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Hallo Heika,

    ja, du kannst deinen Hut auflassen. Es gab eigentlich 2 Gründe, warum ich im Winter keinen Sport gemacht habe. Das war erst mal die Kälte und dann meine Arbeitszeit. Da ich im Schichtdienst arbeite, ist dann kein Mensch mehr unterwegs, wenn ich mit dem Rad fahre. Da hab ich einfach zu viel Bammel…
    Aber wenn jetzt der Frühling kommt, gibt es keine Ausrede mehr :)

    2-3 Attacken im Monat sind der absolute “Traum”. Früher waren es 8-10 und das hat mich schon sehr eingeschränkt.

    Lieben Gruß und ein schönes, schmerzfreies Wochenende an alle,
    ambu

  • Profilbild Louise vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Mensch ambu,

    das macht richtig Mut. Ich freue mich mit Dir. :-)

    Gruß
    Louise

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Zum Thema “Sport als Prophylaxe” gehts nun hier weiter.

    Freut mich auch sehr für Dich, Ambu. Im Winter mit dem Rad fahren, würde ich Dir als Migränikerin sowieso nicht empfehlen. Auf Kälte reagieren ja viele mit Migräne, hätte Dir also nicht gut getan. Dann muss man die Unfallgefahr beachten, die sich bei Eis und Schnee erhöhen und warum man keine Lust hat, nachts oder sehr früh morgen alleine unterwegs zu sein, braucht man nicht weiter zu diskutieren. ;)

    Schönen Start in den Frühling. :)

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Gonzo16 vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Abends nach der Arbeit bin ich auch meistens zu ko und im Dunkeln macht es eh nicht viel Sinn, im Wald zu laufen. Zudem bin ich jemand, der ungern alleine Sport macht.
    So versuche ich möglichst viel zu Fuß an der frischen Luft zu erledigen und die Einkäufe nicht alle zusammen zu erledigen, sondern jeden Tag etwas. Das hilft ungemein.
    Und für die anderen Tage habe ich mir gestern die Wii Fit Plus mit Balance Board gekauft. Es macht superviel Spaß und es ist nicht nur Bewegung, sondern auch Balancetraining etc.
    Mal schauen, wie lange ich es durchhalte, denn sobald es abends länger hell und auch wärmer ist, werde ich mit Sicherheit wieder mehr an der frischen Luft unterwegs sein. :)

  • Profilbild ambu vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Das ist nett von euch, dass ihr euch alle so mit mir freut!

    vielleicht dient meine Erfahrung ja dem ein oder anderen als kleine Motivation, auch mal selber Sport zu machen. In dem Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Ich selber weis, dass der “innere Schweinehund” meistens das größte Hindernis ist. Vielleicht war ich auch einfach zu bequem, denn ich wollte meinen Lebensstiel nicht unbedingt ändern. Die Migräne hat mich dann aber eines besseren belehrt, sie kann ja auch mal zu was gut sein :)
    Wenn es weiterhin so gut geht, werde ich versuchen langsam die Prophylaxe zu reduzieren (natürlich mit Absprache mit meinem Doc). Mein letzter Versuch in dieser Richtung ist in die Hose gegangen.

    Liebe Grüße,
    ambu

  • Profilbild Ronja vor 1 Jahr, 2 Monaten:

    Hallo Ambu,

    aber den Sport willst du nicht reduzieren, sondern die medikmentöse Prophylaxe -oder?
    Mit Prophylaxe reduzieren habe ich gar keine Erfahrung, weil bisher keine Prophylaxe so recht den Erfolg gebracht hat. Ich habe die Prophylaxe bisher nur wegen fehlendem Erfolg wieder abgesetzt.
    Sicher ist es sehr wichtig, dass du das Reduzieren der Prophylaxe mit deinem behandelnden Arzt besprichst.
    Viel Erfolg und dass es so gut bei dir weitergeht und viel Spass mit der Sportprophylaxe!

    Herzliche Grüße
    Ronja