Beitrag von Urba (Chat vom 25.04.2011)
Lieber Herr Prof. Göbel,
kann es sein, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Migräne und der Art des Träumens? Ich habe seit längerer Zeit Migräne, auch Spannungskopfschmerzen. Häufig beginnt die Migräne schon morgens beim Aufwachen. Irgendwann fiel mir auf, dass die letzten Traumfetzen, an die ich mich erinnern konnte, eine Gemeinsakeit aufwiesen: Ich hing immer in dem vorangegangenen Traum fest wie in einer unendlichen Spirale, musste vor dem Aufwachen eine Aufgabe lösen, die im Traum niemals eine Lösung hat – grässlich! Im Wachzustand erkenne ich sofort, dass die Lösung des Problems gar nicht schwierig ist. Aber die Migrane/der Kopfschmerz pocht schon im Kopf. Die Inhalte der Träume haben meist mit Dingen zu tun, die mich gerade beschäftigen. Das kann so banal sein wie das Umordnen einer Exceltabelle oder das Basteln an einer Lampe. Jedenfalls geht dieses Festhängen im oder am Traum einer Migräne voraus.
Danke für Ihre Antwort!
Viele Grüße
urba
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Antwort von Prof. Göbel:
Liebe(r) Urba,
vielen Dank für diese interessante Beobachtung. Zwischen den Träumen, dem Schlafen und der Migräne gibt es viele Verbindungen. So kann z.B. im Rahmen einer Migräneattacke eine tiefe Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit entstehen. Schlafwandeln kann eine Form der Migräneaura darstellen. Bewusstseinsverschiebungen wie zB. das “Alice im Wunderland-Syndrom” kann ebenfalls im Rahmen einer Migräneaura auftreten. Viele Patienten kennen auch, dass das Gähnen eine Migräneattacke ankündigt.
Die Migräneattacken entstehen oft aus dem Schlaf heraus. Daher erinnert man sich sehr häufig an Träume, die vor dem Aufwachen stattgefunden haben. Ihre Beobachtung eines Verhaftens in vermeintlich unlösbaren Problemen entspricht Berichten anderer Migränepatienten über die Phase vor dem Anfall. Auch im Wachzustand gelingen oft Dinge nicht, die sonst völlig einfach zu lösen wären. Systematische Beobachtungen dazu sind mir leider nicht bekannt. Ihre Frage allerdings motiviert dazu, diesem Thema einmal näher nachzugehen.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel
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Lieber Herr Prof. Göbel,
herzlichen Dank für die Antwort. Was ist das „Alice im Wunderland-Syndrom“?
Viele Grüße
Ursula (Urba)
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Liebe Urba,
lies mal hier nach: http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/formen/ Es handelt sich um ein Aurasymptom.
Liebe Grüße
Bettina