Moin Leute,
das erinnert mich an eine wahrhaft schmerzhafte Klinikerfahrung 2004 in der Brunnenklinik in Bad Meinberg. Da musste ich die Schmerzmittelpause mit 60 mg, 40 mg, 20mg auf 3 Tage aufgeteilt durchstehen, mein Einwand, dass wäre doch wohl zu wenig – in Königstein hätte es 100 mg gegeben-, wurde vom Oberarzt mit dem Hinweis, das wären die aktuellen Werte der DGS abgebügelt. Zur Not dürfte ich mir eine 1000 mg Aspisol Infusion holen. Was ich dann auch abends machen wollte. Oh, das war nicht einfach! Erstmal ein Vortrag von der diensthabenden Ärztin. Ich wäre doch jetzt in einer psychosomatischen Klinik und wollte ich denn gar nicht lernen. Mein Hinweis, dass ich bis zu meinem 32. Lebensjahr praktisch keine Medikamente genommen hatte wegen meiner “Sektenvergangenheit”, stimmte sie milde und sie wurde sehr freundlich. Sie gab mir ein paar Rescue Tropfen und eine eine angenehme Nackenmassage, nicht ironisch gemeint, war wirklich angenehm.
Nach einer Stunde kam ich (wie ihr euch schon dachtet) wieder angedackelt und erhielt dann doch eine Aspisol-Infusion. Das half dann soweit, dass ich einschlafen konnte, nach dem ich meine zu weiche Matratze auf den Fußboden gezogen hatte. Aber Infusion-geben war auch nicht Alltag für die Ärztin und die Nachtschwester, es wurde erst mal einiges diskutiert. Ich weiß jetzt immerhin, dass man eine Butterfly-Nadel nehmen kann.
Die nächsten Tage habe ich mich heulend zum Essen geschleppt und irgendwie doch an allen Pflichtveranstaltungen teilgenommen. Später ging es besser, die Prophylaxe wirkte sehr schnell, sehr gut (Sibelium). Musste ich aber bald zu Hause wegen schwerer Depression abbrechen.
Das ist erst 6 Jahre her, für mich kaum zu glauben und ich habe in der Zwischenzeit wirklich viel gelernt. Vor allem bin ich nicht mehr so duldsam, aber leider bin ich immer in den ersten Kliniktagen das reinste Nervenbündel, auch wegen z.B. dieser geschilderten Erfahrung. Die Theorie meines Bezug-Therapeuten damals war übrigens, ich könnte bestimmt erst gesund werden, wenn meine Berentung unter Dach und Fach ist, ich würde unbewusst die Genesung boykottieren. Jetzt ist das seit 2 Jahren der Fall und alles Käse.
So genug gejammert, aber ich glaube fast alle von uns haben schon eine Menge blöder Sacher bezüglich der Schmerzerkrankung erlebt und hier jammern wir unter Gleichleidenden, das ist besser, da muss man eine Menge nicht erklären, kann sich ein Bisschen entlasten,austauschen und sooo viel von einander lernen. Ich bin froh, dass ich in 6 Wochen in Kiel sein darf, wo ich schon mal war und ich sehr gut behandelt wurde.
Herzliche Grüße von Miggy