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Attackentherapie

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 2 Tagen, 9 Stunden aktiv

Welche Therapie ist wirksam? Welche Probleme können auftauchen?

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Novalgin (Metamizol) (39 Antworten)

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  • Profilbild Julia vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Die Angst vor Novalgin stammt aus dem Jahr 1967. Damals sind innerhalb kurzer Zeit 2 Patienten im zeitlichen Zusammenhang mit einer Novalgin iv Injektion gestorben. Ich kann mich noch bestens erinnern. Bis dahin war es das geliebte Novalgin, plötzlich wurden Ärzte, die sich trauten, es noch anzuwenden, fast gelyncht.
    Dass das Novalgin auch Schuld war, ist , glaube ich, nie bewiesen worden. Aber dank der damals noch nicht so großen Presselandschaft, stand es in ALLEN Zeitungen: es hieß nur noch das Mördermittel.
    Vorher und nachher ist, meines Erachtens, nie wieder ähnliches geschehen. Aber es muss im Beipackzettel erwähnt werden und verunsichert die Patienten also immer noch.
    Ich finde, nach über 40 Jahren sollte das mal verjährt sein :D

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Danke Julia für diese Info. Ich wusste bisher nur, dass mit einer gewissen Regelmäßigkeit diese Hysterie hochkocht, aber den genauen Grund kannte ich nicht. Auch ich hatte es immer wieder mal im Notfall i.V. erhalten und die einzige “Nebenwirkung” war, dass die Migräne wegging.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild jacominka vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Ich habe es, wie schon in einem anderen Thread erwähnt, jahrelang iV bekommen.
    Es half innerhalb kürzester Zeit. Und ich war nach einer Runde Schlaf wie neu geboren….. psychisch und physisch. Allerdings musste ich mich, wenn es zu schnell gespritz wurde fürchterlich übergeben. Und obwohl es iV war, habe ich es immer geschmeckt. Ich erinnere mich sogar an den Geschmack.

  • Profilbild Julia vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Hallo Jacominka,

    wenn du einen Arzt suchst, ich kenne einen in HH, der m. E. bereit und in der Lage wäre, dir da zu helfen.
    Ich bin selber nicht bei ihm in Behandlung ( hab ja Dr. Heinze in Kiel), kenne ihn aber und finde ihn sehr kompetent und nett. Ich schick dir eine PN.
    Gruß
    Julia

  • Profilbild minifiets vor 1 Jahr, 1 Monat:

    das mit dem “Geschmack” kenne ich auch, ich nehme Tabletten, weil ich die Tropfen ekelig finde und ich merk immer wenn die Tabletten in der Blutbahn angekommen sind, weil ich es dann schmecke und viel mehr noch rieche.
    Es ist wichtig, dass sowas langsam gespritzt wird, gilt auch für ASS. Mir wird auch immer schlecht wenn mir das Kontrastmittel im MRT gespritzt wird, obwohl das angeblich nicht sein kann, aber ich merke jedesmal, wann die das Zeug in den Zugang spritzen ;)

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Kann das Übergeben nicht auch mit der Migräne selbst im Zusammenhang stehen? Du könntest doch die Tropfen weiternehmen, wenn sie Dir so gut geholfen haben. Das Original schmeckt nach wie vor scheußlich, aber als Novaminsulfon einer anderen Firma schmeckt es jetzt richtig gut. ;) Nur so als Tipp am Rande.

  • Profilbild jacominka vor 1 Jahr, 1 Monat:

    @ Julia
    Immer her mit dem guten Arzt…. die sind ja echt dünn gesäht ;)

    @Bettina
    Nein, ich muss mich nie übergeben….. nie, ausser damals mit dem Novalgin. Ist ja auch nicht schlimm, wollt es nur erwähnen.

  • Profilbild SimonPhoenix vor 1 Jahr, 1 Monat:

    für mich ist Novalgin das beste Medikament, ich hab bei kaum Nebenwirkungen beste Ergebnisse.
    @ Julia, ich hab zwar meine Termin bei Dr. Heinze aber sag mal bitte wen du in HH meinst.

  • Profilbild Ronja vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Ich als Novalgin-Gegner will mich auch endlich zu Wort melden. Es überrascht mich, dass hier im Forum einerseits z.B. über kleine Feinheiten wie die zu empfehlende Form des Magnesiuma als -citrat oder -oxid diskutiert wird und andererseits die doch sehr schwerwiegenden Nebenwirkungen eines seit langem sehr kontrovers diskutierten Schmerzmittels so bedenkenlos aus meiner Sicht ein Stück weit bagatellisiert werden. Zumindest will ich nochmal darauf hinweisen auf die tödlichen Zwischenfälle in der Vergangeheit. So ist Novalgin in mehreren Ländern wie den USA und in Schweden überhaupt nicht mehr erhältlich.
    Aus meiner Sicht ist es ein großer Unterschied, ob ich als Nebenwirkungen z.B. Magenschleimhaut entzündungen haben kann oder eine tödliche Immunreaktion. Insgesamt ist es eine Frage wie ich mit dem Risiko einer potentiellen wenn auch sehr seltenen Nebenwirkung umgehen möchte, also ob ich ein Restrisko in Kauf nehme und optimistisch davon ausgehe, mich wirds schon nicht treffen, oder ob ich eher zu Vorsicht neige.
    Hier habe ich als Info und noch eine InfoInfo rausgesucht.
    Ich möchte niemanden verunsichern, auch keine Panik machen. Aber ich möchte einfach nochmal auf die NW hinweisen.
    Mir hilft das Novalgin übrigens nicht in der Mmigräneattacke.

    Herzliche Grüße
    Ronja

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Liebe Ronja,

    mir hilft Novalgin in der Attacke auch nicht.

    Ich möchte Dich gerne insofern korrigieren, dass wir hier in der Regel nichts bedenkenlos einstellen, sondern sogar sehr gewissenhaft die uns zur Verfügung stehenden Informationen so gut und seriös wie möglich weitergeben. Gerade zum Metamizol hatte ich mich auch nochmals rückversichert bei meinem Mann, der auch Arzt ist.

    Ich habe Prof. Göbel nun gebeten, sobald es zeitlich möglich ist, hier seine Sicht der Dinge darzulegen, damit nicht der Eindruck entsteht, hier wird unüberlegt und nicht fundiert beraten.

    Man muss auch bedenken, dass es kein potent wirksames Medikament ohne Nebenwirkungen gibt. Daher muss man Nutzen und Risiko immer sehr gut abwägen und aus diesem Grund wird man auch vom Arzt (in der Regel) gut beraten, welches Medikament in welchem Fall eingesetzt werden kann. Gerade auch deshalb ist die individuelle Beratung beim Arzt sehr wichtig, da jeder Mensch anders reagiert und nur der behandelnde Arzt entscheiden kann, welches Medikament im individuellen Fall eingesetzt werden kann.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Hartmut Göbel vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Novaminsulfon darf, wie alle anderen Arzneimittel, nicht bedenkenlos verwendet werden. Gerade Bedenken werden hier diskutiert.
    Es ist allerdings richtig, dass die Gründe, warum in den neunziger Jahren Novaminsulfon nur als letztes Reservemittel verwendet wurde, heute anders gesehen werden. Novaminsulfon ist aufgrund neuer Daten diesbezüglich rehabilitiert. Es stand in der Kritik, die Bildung von Blutkörperchen zu blockieren. Da Novaminsulfon als billiges Medikament nahezu massenhaft verwendet wurde, sah man hier ein erhebliches Risiko. Dieses Risiko hat nichts zu tun mit einer möglichen Schockreaktion bei sehr schneller intravenöser Gabe. Neue Studien haben jedoch gezeigt, dass das Todesfallrisiko durch Blutbildungsstörungen bei Einnahme von Novaminsulfon geringer ist als bei Einnahme von anderen Schmerzmittel, z.B. Acetylsalicylsäure. Da Novaminsulfon nicht akut organtoxisch ist und auch kaum zentrale Nebenwirkungen hat, wird Novaminsulfon bei Schmerzspitzen oder bei Schmerzanfällen sehr häufig eingesetzt.

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Danke für Ihre Einschätzung, Herr Professor Göbel!

  • Profilbild Monika vor 1 Jahr, 1 Monat:

    da uns sogar der kinderarzt in diesem jahr novalgin verschrieben hatte, habe ich diesen thread mit interesse verfolgt.

    wir haben damals in der praxis auch oft novalminsulfon eingesetzt, allerdings kann ich mich an intravenöse verabreichungen nicht erinnern, kann sie aber nicht ausschließen. ich weiß nur, dass wir nie irgendwelche unverträglichkeiten zu verzeichnen hatte.

    der bericht von prof. göbel bringt nun klarheit.

    vielen dank dafür!

    liebe grüße

    monika

  • Profilbild Ronja vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Danke Herr Professor Göbel für Ihre beruhigende Antwort!

    Gestern hatte ich mir noch Vorwürfe gemacht, dass ich mich bei diesem Thema etwas provokant ins Forum eingebracht hatte. Ich dachte, dass es wohl recht schwierig oder zu schwierig mit diesem Thema sein könnte, da ja nicht mal die Medikamenten-Zulassungsgremien der verschiedenen Länder eine einheitliche Position bezogen haben, wie sollen wir das Problem dann hier angehen oder gar lösen können. So kam die Antowrt von Professor Göbel wie eine Erlösung.
    Ja leider haben viele Medikamente auch viele Nebenwirkungen, so viele Prophylaxenmedikamente musste ich wegen der Neben wirkungen wieder absetzen. Es ist sehr schön für mich, hier auch meine Bedenken loswerden zu können. Auch die vielen Winzigkeiten und Klein-und Feinheiten hier zu diskutieren, finde ich wichtig, denn das Leben auch das Migräneleben besteht in seiner Gesamtheit aus so vielen Kleinigkeiten.

    Danke und herzliche Grüße
    Ronja

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 1 Monat:

    Hallo Ronja,
    ich finde Deinen Einwand ncht provokativ sondern durch aus berechtigt…wobei ich Deinen Enwand allerdings auf alle “Apothenpflichtige Medkamente” erweitere….wer hätte schon gedacht, das das Paracetamol, welchens schon Säuglinge bekommen, schwerste Leberschäden auslösen können. Ich persönlich war darüber sehr erschrocken.
    Mir hilft das Novalgin hinsichtlich Migräne ebensowenig wie Paracetamol oder Aspirin. Novalgin + Aspisol intravinös helfen mir nur kurzfristig….die beste Wirkung haben Triptane und wenn die nicht helfen Kortison.

    LG rinchen