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Verhalten

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 2 Tagen, 4 Stunden aktiv

Was kann man tun, um mit der Schmerzerkrankung besser leben zu können? Wie verhalte ich mich Familie und Freunden gegenüber, wie kläre ich auf?

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Tags: verhalten

Nach all den Jahren immer noch hilflos gegen die Schmerzen… (69 Antworten)

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  • Profilbild sine1982 vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Woher kommen diese grausamen Kopfschmerzen? Seit meiner Kindheit/Jugend leide ich schon unter Kofschmerzen bzw. Migräne, aber bis heute weiß ich nicht genau, woher genau sie rührt und wie ich sie positiv beeinflussen kann. Sind es wirklich hauptsächlich die Medikamente (bisher nach einer längerer “Versuchsreihe” Syneudon und Topamax) oder ist es doch zu großen Teilen über das Verhalten beeinflussbar oder gar von der psychischen Verfassung abhängig..??? Sicherlich – wie sooft eine Mixtur aus allem.
    Aber auch über all die Jahre habe ich es nicht geschafft, Herr (bzw. Herrin ;-) ) der Schmerzen zu werden. Nein – nach wie vor schaffen sie es (mal mehr mal weniger) mein Leben, mein Alltag zu beeinflussen/zu bestimmen.
    Wie geht Ihr mit diesen Scherzen um? In einer “schlechten Phase” ist es mir kaum möglich, dem Arbeitsalltag nachzukommen.

    Über die ein oder ander Meinung/Sichtweise/Antwort würde ich mcih sehr freuen!

  • Profilbild susisonne vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hallo,

    meine Meinung zu “meiner” Migräne ist:
    Ich denke, ich habe die Veranlagung, bei Stress Migräne zu bekommen. Den Auslöser sehe ich bei mir in psychischen Konflikten in der Kindheit bzw. in der Kindheit erworbenen Einstellungen, die ich bislang noch nicht auflösen konnte. So bin ich z. B. sehr perfektionistisch u. – was ich lange nicht richtig erkannt habe – definiere meinen Selbstwert stark über Leistung. Dies zu ändern, das versuche ich …
    Gleichzeitig bin ich dankbar, dass es wirksame Medikamente für den Akutfall gibt u. bin noch auf dem Weg zu einer hoffetnlich hilfreichen Prophylaxe.

  • Profilbild sine1982 vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hallo susisonne,

    danke für deine Antwort. Ich bin mir ganz sicher, dass auch meine Migräne durch STress ausgelöst werden. ABer hat man den nicht fast immer in irgendeiner Form im Alltag?
    Auch ich glaube eine Person zu sein, die sehr perfektionistisch ist und hohe Ansprüche an sich selbt hat bzw HATTE. Gerade in den letzen 12 Monaten habe ich das etwas ändern können bzw. es hat sich fast etwas automatisch durch dir Veränderungen in meinem Leben “ergeben”. Ich hoffe, ich kann das beibehalten :-)
    Für akute Anfälle habe ich auch ein Medikament, das wirkt – darüber bin ich sehr froh!!!! Aber ich habe eigentlich täglich Spannungskopfschmerzen und die belasten mich sehr.

    Es ist aber schön, mal die Sicht einer anderen Person zu lesen – danke :-)

  • Profilbild Knorpel vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Mir gehts ähnlich wie Dir, Sine, nur daß ich nicht ständig Spannis habe. Aber wenn man sehr häufig Kopfschmerzen oder Migräne hat, braucht man auch nicht von sich zu verlangen, daß man immer funktioniert. Der Körper holt sich die Ruhe, die er braucht, sowieso zurück – entweder in Form von Kopfschmerzattacken oder mit anderen Krankheiten. Das war jetzt medizinisch nicht ganz einwandfrei, aber wir dürfen ja hier auch über unsere Erfahrungen berichten. :)

  • Profilbild pinkflower vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    hallo…

    also mir geht es gleich wie dir.. habe auch täglich spannungskopfschmerzen und das schon seit mehreren Jahren. Wie lange hast du die schmerzen schon? Man muss nämlich aufpassen, dass die nicht chronisch werden, so wie s bei mir ist..

    Es gibt 3 Wichtige Säulen:
    Bewegung
    Entspannung
    evtl Medikamente

    Bei Spannungskopfschmerzen kann ausdauersport sehr hilfreich sein, jedoch darfst du nicht über deine Grenzen gehen und dich überbelasten. Bsp leichtes Joggen wäre optimal.

    Sport und Entspannung sind ganz ganz wichtig. und bevor man mit medikamenten arbeitet sollte man dies nutzen. Wichtig ist es im Alltag auch phasen zu haben in denen man abschalten kann. Ich weiß als Perfektionist leichter gesagt als getan…bin ja auch selbst ein kleiner perfektionist
    aber ich kann dir sagen…. die perfektion macht dich nicht gesund…. du musst nicht perfekt sein…und wenn du mal krank bist bringt dir die ganze arbeit auch nichts mehr.. hoffe du verstehst was ich meine….

    Als Schmerzpatient braucht man mehr ruhe als andere und so wie Knorpel geschrieben hat.. man kann nicht so funktionieren wie andere… Wenn der körper schon signale absendet(also indem er schmerz erzeugt) hei´ßt es dass irgendwas im Leben nicht stimmt. bsp zu viel Stress, emotionale Belastung usw… Es ist ein Zeichen vom Körper, dass wir jetz mehr auf unserer Körper achten müssen mehr auf unseren Körper hören und ihm gutes tun..

    Ich zB bin ein mensch der immer zuerst darauf achtet das es anderen gut geht…wenn du auch so bist…. dann musst du etwas ändern…denn du musst jetz ganz besonders auf dich und deinen körper hören…

    Ich habe das Notsignal damals überhört und nun habe ich chronische Spannungskopfschmerzn, Migräne und noch 4 weitere Krankheiten die ich nun schwer bewältigen kann.

    Ich wiill dir jetz keine angst machen …aber bitte jezt einen gang zurück schalten und bewusst nachdenken wieso gibt mir der körper diese signale… und das leben umkrempeln…am besten das ganze… hier auf der hp gibt es auch tipps wie man seinen tagesablauf regeln soll :)
    ich hoffe ich konnte ein wenig helfen..
    wenn ich dir sonst irgendwie helfen kann einfach schreiben..

  • Profilbild sine1982 vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    @Knorpel:
    auch Dir danke für Deine Antwort. Ich merke ja auch, dass ich eigentlich nicht so leistungsfähig bin, wie vielleicht ein Schmerzfreier Mensch, aber ich/man MUSS es doch sein! Ich muss auf der Arbeit ja das gleiche leisten, wie meine KollegInnen. AUserdem habe ich gerade bei “Migräne” das gefühl, dass es häufig nicht ernst genommen wird, da es so umgangssprachlich verwandt wird. Ich merke, dass es mir manchmal richtig unangenehm ist, meine Kopfschmerzen “zu gestehen” ;-)

    @pinkflower:
    auch DIr danke ;-)
    ich denke mal, dass meine schmerzen schon chronisch sind. Grundsätzlich habe ich sie schon seit meiner Kindheit… genau kann ich das nicht sagen – vielleicht so 20 Jahre. Wirklich belastend wurde es dann zum Ende der Schulzeit (ab ca. 16 bis 19 Jahren).

    Den Tip mit dem Ausdauersport habe ich natürlich auch schon bekommen (bin jetzt ja schon seit mehreren Jahren in recht intensiver Behandlung). Ich habs auch ausprobiert aber meist löst schon die gerigste körperliche Belastung Schmerzen aus. Häufig schaue ich drüber weg, weil einige Sachen ja auch einfach Spass machen, wenn es einem mal besser geht (z.B Tanzen).
    Entspannung ist auf jeden Fall eine Sache, die hilft. Aber ich finde es utopisch, den (Arbeits-)Alltag so zu gestallten, dass ich genug ENtspannung habe, damit es mit gut geht. Ich kann mir nicht vorstellen das mit einem Vollzeitjob hinzubekommen :-/

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Liebe Sine,

    jedem chronisch Kranken kommen immer wieder diese Gedanken, wie Du sie auch äußerst. Und immer wieder dieselben Fragen – warum gerade ich, wann hört das wieder auf, was kann ich dagegen tun?

    Ich kenne meine Auslöser, aber manchmal kann ich sie nicht vermeiden. Wenn Du ganztags berufstätig bist, wird “Stressvermeidung” für Dich wahrscheinlich sowieso ein Fremdwort sein. ;)

    Was kann man also tun? Du könntest einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen. Damit stehen Dir mehr Pausen zu, mehr Urlaub und Du hast einen gewissen Kündigungsschutz. Auch wenn Du nichts davon in Anspruch nehmen willst/wirst, ist es doch beruhigend zu wissen, dass Du Rückendeckung hast im “Ernstfall”.

    Dann ist bei hoher Attackenfrequenz eine Prophylaxe wichtig. Auch die Attackenmedikation muss passen, damit Du keine Angst vor dem nächsten Anfall haben musst.

    Mir persönlich hat geholfen, dass ich die Krankheit akzeptiere, wie sie nun mal ist und nicht mehr mit meinem Schicksal hadere. Über jeden guten Tag kann ich mich sehr freuen und genieße diesen dann wahrscheinlich mehr und bewusster, als ein Mensch, der nie oder kaum Schmerzen hat.

    Dass die Umwelt sich keine Vorstellung machen kann von einem schweren Migräneanfall, habe ich auch akzeptiert und kann es sogar verstehen. Da wir Migräniker ja sowieso oft noch trotz Schmerzen funktionieren, denken sich halt manche, dass es nicht so schlimm sein wird.

    Das Streben nach Perfektion tut uns allen nicht gut, scheint uns aber zu vereinen. Daran arbeite ich in letzter Zeit sehr und merke, dass es mir gut tut und mich entlastet.

    Beim Sport gehts mir wie Dir: Fast alles löst Migräne aus.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild sine1982 vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hallo Bettina,

    vielen Dank für Deinen Beitrag er ist wirklich sehr aufschlussreich!
    Diese Frage “warum gerade ich?” stelle ich mir gar nicht. Da das nunmal eine Tatsache ist und ich es nicht ändern kann, nehme ich es hin UND auch an. Aber ich kann (noch) nicht glauben udn akzeptieren, dass ich da nichts machen kann. Ich kam ja auch schon einmal in den Genuss ca 6 Monate fast Schmerzfrei zu leben – ein herrliches Gefühl, eine tolle Zeit, ein ganz anderes Leben!!! Auch meine Umwelt hat mit ganz anders, viel aktiver und positiver wahrgenommen. Es war herrlich! Und dann fing ich an zu arbeiten… Die Profilaxe-Medikation blieb die gleiche, aber mein Zustand verschlechterte sich zusehends…

    Vielen Dank für den Hinweis mit der Antragstellung auf Schwerbehinderung. Im ersten Moment löst das bei mir eine “das-geht-doch-nicht-Reaktion” aus. Käme mir dann irgendwie letztendlich krank vor (ich weiß, bin ich ja auch ;-) ) und hätte Befürchtungen, was ein Arbeitgeber dazu sagt…
    Stelle ich diesen Antrag direkt bei meiner Krankenkasse?

    Lieber Gruß
    Sine

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Ich würde Dir sehr raten, einen Antrag zu stellen. Es ist Dein gutes Recht, da brauchst Du gar keine Bedenken zu haben. Außerdem musst Du den Arbeitgeber nicht informieren. Wenn Du allerdings gewisse Leistungen für Dich in Anspruch nehmen willst, musst Du natürlich darüber sprechen, ist ja klar. ;)

    Den Antrag stellst Du beim Versorgungsamt. Hier ist ein guter Link, der alle Informationen bietet: Antrag auf Schwerbehinderung

    Dann kannst Du Dich noch in unserer Gruppe Schwerbehinderung informieren.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild susisonne vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    “Im ersten Moment löst das bei mir eine “das-geht-doch-nicht-Reaktion” aus. Käme mir dann irgendwie letztendlich krank vor (ich weiß, bin ich ja auch ) und hätte Befürchtungen, was ein Arbeitgeber dazu sagt…”

    - Ja, Sine, so geht´s mir auch. Es hört sich so an, als ob Du auch ein recht strenges Gewissen hast, oder?
    Mich würde diesbzgl. mal interessieren, wie man lernt, damit umzugehen? Denn ich weiß “natürlich”, dass ich oft zu streng zu mir bin, aber ich kann die Gedanken leider nicht so ohne weiteres abstellen …

    Hat Dir denn Dein Job Spaß gemacht? Oder hast Du Dich bei der Arbeit selbst unter Druck gesetzt?
    Bei mir wurde die Migräne besser, als ich auf halbe Stelle reduziert habe. Wahrscheinlich war es reine Kopfsache :) , denn von da an habe ich meinen Verantwortungsbereich mit einer anderen Person geteilt u. ich wusste, wenn ich krank bin, geht´s trotzdem weiter; das hat mich anscheinend emotional entlastet. (Ich bin nämlich recht verantwortungs- und pflichtbewusst).

  • Profilbild sine1982 vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    ja, das stimmt schon. Denke, dass ich sehr verantwortungsbewusst bin – nach wie vor. Aber habe mir abgewohl, mich für alles und jeden verantwortlich zu sehen und es JEDEM recht machen zu wollen. Das geht einfach nicht. Ich habe das gelernt, indem ich gemerkt habe, dass sich andere (die meisten – also so war es bei meinem alten Job) nicht für dich einsetzten, egal wieviel DU für SIE tust. Unter anderem auch aus diesem Grunde hat mir mein alter Job auch immer weniger gefallen (es war für mich aber von anfang an klar, das das nichts auf dauer sein würde).

  • Profilbild susisonne vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    “Ich habe das gelernt, indem ich gemerkt habe, dass sich andere (die meisten – also so war es bei meinem alten Job) nicht für dich einsetzten, egal wieviel DU für SIE tust.”

    - Vielleicht macht man oft auch zu viel für andere und erwartet das gleiche von anderen? Womöglich sind sie gar nicht egoistisch, sondern achten besser auf sich … Das war jetzt nicht unbedingt an Dich gerichtet, Sine. Habe etwas mit mir selbst gesprochen …

  • Profilbild sine1982 vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    ja, da hast du recht susisonne – man erwartet schnell zuviel. Aber auch das habeich mir abgewöhnt bzw. gelernt. Niemend ist einem etwas schuldig, egal was DU getan hast (oh Gott, das wird ja fast philosophisch ;-) )

  • Profilbild susisonne vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hi Sine,

    mich würde interessieren, ob Du sehr streng mit Dir bist oder so? Ich bin nämlich sozusagen noch auf der Suche nach jemanden bzw. Gleichgesinnte, mit denen ich mich austauchen kann, wie man es machen kann, gut mit sich selbst umzugehen …

  • Profilbild sine1982 vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hi Susisonne,

    es kann gut sein, dass ich recht streng mit mir umgehe… Obwohl ich eben sagen muss, dass es sich in einigen Bereichen schon geändert hat. Wie ich bereits geschrieben hatte, bin ich meiner Meinung nach nicht mehr so perfektionistisch – es muss nicht immer alles 100%ig sein. Aber ich habe z. B. ein Problem damit, mir und anderen einzugestehen, dass es situationen gibt in denen ich eben evt. nicht so leistungsfähig bin. Ich möchte immer mind. die gleiche Leistung bringen wie andere. Aber auch, weil ich angst habe, dass mein umfeld die Situation nicht verstehen würde und mich für faul oder ähnliches hält. Ich rede auch recht ungern über meine Migräne in der Öffentlichkeit – sozusagen….