Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerz

Nebenwirkung bei Amitriptylin

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    Hallo,
    leider habe ich seit 3 Monaten Spannungskopfschmerzen. Ich habe mit Amitriptylin 10 mg angefangen, nach 1 Woche auf ¾ von 25 mg erhöht und ein paar Tage später habe ich 25 mg genommen.
    Seit dem ich 25 genommen habe, hatte ich dumpfes hören im Ohr (bin auf einem Ohr fast taub von Kindheit/Geburt). Das füllt sich so an, als ob man ganze Nacht der Disco war. Ich hatte Amitriptylin ein paar Tage weiter genommen, diese NW hat sich eher verstärkt, sodass mir Arzt Mirtazapin verschrieben hat – mit Mirtazapin hat kamen die Kopfschmerzen wieder, und ich habe wieder Amitriptylin ¾ 25 mg genommen. 3 Tage alles gut, gestern 25 mg genommen und schon wieder dieses Hören. Ich war heute beim Neurologen, er hat mir Doxepin verschrieben (weil ich gesagt habe, dass es bei Spannungskopfschmerzen auch 1. Wahl ist – laut Internet)
    Jetzt denke ich, dass die beiden Ads ziemlich ähnlich sind und ich diese NW auch bekommen werde? Was meint ihr? Soll ich lieber nochmal mit Amitriptylin probieren (runterdosieren) oder auf Doxepin umsteigen?
    Bei ¾ 25 mg sind meine Schmerzen ganz klein – nur ich denke die müssen komplett weg gehen, da sonst Therapie keinen Erfolg haben wird.

    Vielen Dank
    Leo

    Profilbild von Bettina Frank - ModeratorinBettina Frank – Moderatorin
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    Willkommen im Forum, liebe/r Leo. 🙂

    Es ist ein Trugschluss, dass eine Prophylaxe einen Kopfschmerz komplett wegputzt. Das schafft eigentlich keine, daher ist es schon ein super Erfolg, wenn Du mit der geringen Dosis Amitripylin schon eine Verbesserung verzeichnen kannst. Nichts wirkt beim Spannungskopfschmerz besser als Amitriptylin, daher würde ich Dir empfehlen, bei dieser niedrigen für Dich gut verträglichen Dosis zu verbleiben und Dich einfach über die Verbesserung zu freuen. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Profilbild von LeoLeo
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    Und wie geht es weiter? So bekomme ich die Spannungskopfschmerzen nicht los.
    Wie warscheinlich ist es, dass der Körper daran gewöhnt und diese NW weggeht?

    Doxepin soll doch auch gut gegen Kopfschmerzen sein – gibts da wirklich so einen Unterschied? Vielleicht könnte ich statt dessen von Doxepin 50 mg nehmen und die Schmerzen wären komplett weg?

    Ich denke mir, wenn ich ein wenig Schmerzen habe, ist es wahrscheinlicher dass die bleiben, wenn die Schmerzen komplett durch Medikamente weg sind, ist es wahrscheinlicher, dass die irgendwann komplett – auch ohne Medikamente – verschwinden.

    Profilbild von Bettina Frank - ModeratorinBettina Frank – Moderatorin
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    Du kannst es versuchen, aber wie gesagt gibt es eigentlich kaum eine Prophylaxe, die jeden Schmerz jeden Tag nimmt. Und ja, es gibt Unterschiede zwischen den Medikamenten, auch dann, wenn sie aus der selben Wirkstoffgruppe sind.

    Profilbild von TanniTanni
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    Liebe/r Leo,

    dein Körper braucht Zeit, um sich auf ein Prophylaxemedikament einzustellen – sowohl was die Wirkung, als auch die Nebenwirkung anbelangt. In aller Regel geht man von drei Monaten aus, bis man wirklich beurteilen kann, wie viel ein Medikament bringt. Wenn ich deinen Beitrag lese würde ich davon ausgehen, dass diese noch nicht vergangen sind, also würde ich dir raten, Geduld zu haben.

    Du könntest z.B. über einige Zeit bei der niedrigeren Dosierung bleiben und dann nochmals die 25 mg versuchen. Wenn nach 3 Monaten kein Erfolg da ist, kannst du immer noch auf Doxepin wechseln.

    Wobei ich an deiner Stelle eher darauf setzen würde, mit anderen Maßnahmen den Rest des Schmerzes wegzubekommen, denn wie Bettina schon schreibt, ist es eher unwahrscheinlich, dass 100% der Schmerzen durch eine medikamentöse Prophylaxe verschwinden. Wie sieht es bei dir mit Ausdauersport aus? Entspannungsverfahren? Regelmäßiger Tagesrhythmus? Guter Schlaf? Ich würde dir raten, in diesem Bereich zu optimieren, denn in Kombination von medikamentöser Therapie und nichtmedikamentösen Maßnahmen sind die Erfolgsaussichten doch am besten 🙂 Wir wünschen uns zwar immer, einfach etwas einzunehmen und dann ist wieder alles gut, aber das funktioniert bei chronischem Schmerz zumeist nicht, da erfordert es doch etwas mehr Engagement.

    Liebe Grüße, Tanni

    Profilbild von LeoLeo
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    Hallo,
    Vielen Dank für euere Antworten.

    hm, 3 Monate – es heißt doch dass man nach 6-8 Wochen beurteilen soll, ob das Medikament hilft?

    Laut Theorie, soll man das Medikament einnehmen und wenn die Wirklung sich einstellt, soll man min. 6 Monate weiter einnehmen. Wenn man aber nicht 100% der Schmerzen weghat, wird man die Schmerzen nie 100% los?

    Was ist mit Leuten welche 50 oder 75 mg nehmen? Haben die trotzdem noch Schmerzen?
    Ich habe mit Medikamenten vor genau einem Monat angefangen. (Nehme noch Migravent 2×2 Stück)

    Ich mache jetzt Ausdauersport meistens 3 mal die Woche je 1 Stunde. (Habe vom Krafttraining jetzt auf Ausdrauertraining umgstellt, Kraftraining jetzt nur noch 1 mal die Woche)
    Dazu habe ich als Hobby Tennis, sodass ich in der Woche 4-5 Mal Sport treibe.

    Als Entspannungsverfahren mache ich Progressive Muskelentspannung nach Jacobson – dazu suche ich mir über Youtube gute Video und folge der Anweisung. Habt ihr bessere Ideen für Entspannungsverfahren ? Wie oft ist es sinnvoll zu machen?

    Regelmäßiger Tagesrhythmus? Unter der Woche schon, am WE bißchen anders (so wie es bei dem meisten ist)

    Gute Schlaf habe ich aktuell nicht, ich gehe davon aus dass nach Mirtazapin Entzug der Körper sich umstellen muss. Auch vor Medikamenteneinahme haben mich Kopfschmerzen Schlaf geraubt, sodass ich Schlafstörungen hatte.

    Gruß
    Leo

    Profilbild von TanniTanni
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    Hallo Leo,

    in der Theorie klingt alles wunderbar einfach – in der Praxis sieht es zumeist wesentlich komplexer aus.

    Viele Patienten nutzen die Chance einer womöglich wirksamen Prophylaxe nicht, weil sie zu früh die Wirkung beurteilen und wegen vermeintlicher Nichtwirkung das Medikament wieder absetzen. Allein schon weil du zwischendurch das Medikament gewechselt hast, wüsste ich nicht, welchen Zeitpunkt ich heranziehen würde, um die Wirkung zu beurteilen. Und da du offenbar durchaus Wirkung hast (wenn auch in niedriger Dosierung vielleicht nicht 100%) würde ich an deiner Stelle dieses Medikament tatsächlich ausreizen, bevor ich über Alternativen nachdenke.

    In aller Regel wird ein Prophylaxemedikament als „wirksam“ beurteilt, wenn eine Besserung von 50% eintritt, alles was darüber hinaus geht kann als gut oder sehr gut wirksam angesehen werden und viele Patienten würden sich wünschen, wenigstens die 50% an Wirksamkeit zu haben…

    Zu deiner Frage, ob man die Schmerzen zu 100% loswerden kann, muss man schon tiefer in die Medizin einsteigen. Ich versuche es mal mit einer stark vereinfachten Version:
    Wenn dein körpereigenes Schmerzabwehrsystem überlastet wurde, fällt es kurzzeitig aus. Als Ergebnis werden in deinem Kopf die Schmerzreize nicht mehr gefiltert und du bekommst Spannungskopfschmerzen. Üblicherweise regeneriert sich das System schnell wieder und der Kopfschmerz verschwindet.

    Beim chronischen Spannungskopfschmerz wurde dein Schmerzabwehrsystem zu häufig oder zu heftig überlastet. Es fehlen gewisse Botenstoffe, so dass das System Schwierigkeiten hat, wieder zu regenerieren. Es fällt immer häufiger und regelmäßiger oder sogar dauerhaft aus.

    Jetzt braucht das Schmerzabwehrsystem Hilfe von außen, in deinem Fall über Amitriptylin. Das Medikament sorgt unter anderem dafür, dass gewisse Botenstoffe wieder in größerer Menge gebildet werden und diese wiederum braucht unser Schmerzabwehrsystem zur Regeneration. Ziel der Behandlung ist es, dass irgendwann unser Hirn wieder von allein in der Lage ist, die Botenstoffe zur Verfügung zu stellen, um das Schmerzabwehrsystem zu regenerieren.

    Sprich: Ziel der Behandlung ist der Weg vom chronischen hin zum episodischen Spannungskopfschmerz. Es wird nahezu unmöglich sein, durch die Behandlung nie wieder in seinem Leben überhaupt Kopfschmerzen zu haben – aber die Kopfschmerzen werden seltener, kürzer und wesentlich weniger belastend sein. Dieses Ziel kann der Kopf auch dann erreichen, wenn er während der Behandlung nicht zu 100% schmerzfrei ist. Wichtig ist, dass du mit der Zeit schmerzfreie Stunden oder Tage hast, denn in dieser Zeit kann sich dein System regenerieren.

    Deine nichtmedikamentösen Maßnahmen sehen schon sehr gut und passend aus 🙂 Entspannungsverfahren kannst du durchaus täglich machen – am besten das, was dir Freude macht. Ich selbst nutze Progressive Muskelentspannung und Yoga – andere machen Meditation, autogenes Training, MBSR und und und…

    Ich drück dir die Daumen, dass jetzt unter Amitriptylin der Schlaf auch besser wird. Guter Schlaf ist enorm wichtig für unser Schmerzabwehrsystem!

    Nutzt du Pfefferminzöl zur Akutbehandlung?

    Ansonsten kann ich dir wirklich fürs erste nur gute Geduld wünschen 🙂 Ich hab seit bald 5 Jahren mit täglichen Kopfschmerzen zu tun, aber bin durch etliche Maßnahmen bei inzwischen 30% der ursprünglichen Schmerzintensität und Dauer angelangt – und mit meinem Leben glücklich und zufrieden, auch wenn der Dickschädel öfters mal brummt 😉

    Liebe Grüße, Tanni

    Profilbild von DanielaDaniela
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    Hi Leo,

    ich hab keine Spannungskopfschmerzen; zumindest meistens; aber ich nehme gegen die Migräne Amitriptylin.

    Beim ersten Mal hatte ich anfangs starke Müdigkeit. Aber das verzog sich nach 4-8 Wochen.
    Ich hab mit 10mg angefangen 50 Tage – bis die erste Schachtel leer war – danach 25mg. Immer zur Dosisumstellung nehmen die Nebenwirkungen etwas zu.

    Die Wirkung trat bei mir erst frühestens nach 3 Monaten ein. Dann aber richtig gut. 100% Schemrz weg geht nicht. Das haben meine Vorschreiber ja schon geschrieben. Als langjähriger Schmerzmensch ist man froh über jede Erleichterung.

    Nach ca. 1,5 Jahren habe ich Amitriptlin abgesetzt – weil ich damals dachte die Nebenwirkungen werden zu stark – heute weiß ich, dass das Amitriptylin da nix für konnte…aber natürlich ist das oft schwer abzugrenzen, wenn man mehrere Medikamente nimmt.

    Mittlerweile nehme ich wieder seit September 2015 Amitriptylin 25mg abends. Beim 2. Mal hat es gute 6 Monate gedauert, bis die Wirkung eingesetzt hat. Ich hab schon fast nicht mehr dran geglaubt; aber weil ich wusste, dass es schon einmal gut gewirkt hat mit erträglichen Nebenwirkungen habe ich durchgehalten und bin jetzt echt froh darüber.

    Für dich ist glaube ich wichtig zu akzeptieren, dass der Schmerz da ist und dass du damit leben musst. Diese Akzeptanz ist wichtig – damit man nicht ständig enttäuscht ist wenn etwas nicht sofort klappt – und damit man sich über kleinere Erfolge freuen kann.

    Ich sach nur DURCHHALTEN!

    Du fragst was mit Leuten ist die 50mg oder 75mg nehmen: Amitriptylin ist eigentlich ein Antidepressivum – mehr als 25mg bringt kaum was bei Kopfschmerzen; nur mehr Nebenwirkungen. Antidepressiv wirkt es aber erst bei viel höherer Dosis.

    Im Prinzip musst du am Ende selber entscheiden, ob dir die schwächere Wirkung bei 10mg reicht; oder ob du lieber mehr Wirkung mit 25mg haben willst; und die Nebenwirkungen eben in Kauf nimmst (evtl. besteht ja auch noch die Chance, dass die sich beruhigen nach mehreren Monaten).

    Grüßle und alles Gute!
    Daniela

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