Migräne-Auslöser und Migräne-Ursachen: Mythen und Fakten

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  • Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27629

    „Welche Rolle spielen Trigger bei Migräne?

    Das Wort Trigger bedeutet Auslöser. Es ist wie bei einem Gewehr. Wenn man den Auslöser drückt, geht der Schuss los. Ein kleines Ereignis löst einen komplexen Ablauf aus. Die Kugel „wartet“ in der Pistole, aber erst wenn der Auslöser dazu kommt, wird die Bewegungsenergie freigesetzt. Das Wort leitet sich aus der früheren Vorstellung ab, dass etwas ursächlich die Migräne auslöst. So ist es aber nicht. Kausal ist ein Trigger nicht, sondern er löst nur aus, wie das Wort ja schon sagt. Trigger wirken zu manchen Zeiten und zu anderen nicht. Ich kann heute Stress haben, nächste Woche auch, aber nur übernächste Woche löst Stress eine Migräne-Attacke aus. Es kommt also nicht primär auf den Trigger an, sondern auf die Bereitschaft und die Situation, dass ein Trigger überhaupt wirken kann. Trigger sind für sich genommen nicht entscheidend für das Auslösen einer Migräneattacke.“

    Artikel weiterlesen: http://www.schmerzklinik.de/2019/04/15/migraene-ausloeser-und-migraene-ursachen-mythen-und-fakten/?fbclid=IwAR1pYyrr9TKIoq-HTjPl-KF1KB7qrTL4-cATgPNxiLHV_k6WFrDCYKo1XQY

    Ich habe selten einen so tollen Beitrag gelesen zu all den Mythen, die sich um die Migräne ranken. Lest alle dieses Interview von Prof. Göbel und denkt darüber nach, wo Ihr vielleicht selbst noch festhängt und wie und wo Ihr Euch das Leben wieder leichter machen könnt. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5510

    Der Artikel ist super, super gut! Danke fürs Reinstellen, Bettina.

    Ich werde ihn nachher per Email großzügig verteilen, denn er klärt kompakt und trotzdem ausführlich genug und zudem gut verständlich rund ums Thema Migräne auf.

    Kiaora
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 52

    Guten Morgen zusammen,

    ein toller Artikel. Vielen Dank! Am besten gefällt mir die Formulierung „aktives Gesundheitsverhalten“ entwickeln. Das motiviert mich sehr, weiter auf dem Weg zu bleiben, den ich seit meinem Aufenthalt in Kiel 2014 eingeschlagen habe 😊.
    (Und den Einfüsterungen von Hinz und Kunz zum Thema Migräne zu widerstehen 😏)
    Liebe Grüße,
    Kiaora

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 440

    Wow, was für ein GENIALES und REICHHALTIGES Interview mit wirklich „einleuchtenden“ Informationen und Bildern!!! Und einem dicken Finger, der sich in die „Wunde“ (sicherlich) jedes Migränepatienten und seiner Mitmenschen legt: dem Wunsch nach DEM „Zaubermittel“, das den Schmerz und die damit verbundenen Einschränkungen und das Leid „einfach“ auflösen soll!

    Ich werde ihn nachher per Email großzügig verteilen…

    Ich finde diese Idee grundsätzlich gut, liebe Heika, und merke, wie es mich selbst „in den Fingern juckt“ und mein innerer Aktionismus schon anfängt, unruhig mit den Hufen zu scharren. Und der mich – wenn ich ihm folge – sicher eine gute Portion Energie kosten könnte, die ich doch so dringend FÜR MICH brauche!

    Mir stellen sich zu diesem Thema folgende Fragen:

    – Wem schickst du diese Infos?
    – Wer will sie wirklich haben, wer ist wirklich interessiert und wird den Text lesen?
    – Sind wir zur Aufklärung verpflichtet? Und wenn ja, wem gegenüber? Wo ist es vergebliche Liebesmüh‘?

    Ich bin gerade auf dem guten Weg, das Reden über meine Krankheit zu lassen, das ist schwer, sehr schwer, weil sie einen großen Teil meines Lebens mitbestimmt. Viele Menschen „lassen“ mich – mit oder ohne mein Reden darüber – nicht besser oder schlechter so sein, wie ich bin – nämlich krank – oder gelten, was ich brauche oder nicht brauchen kann. Die meisten von ihnen wissen meistens irgendetwas „Schlaues“ oder „Halbgefährliches“ ohne eine respektvolle Zurückhaltung zu sagen. Oder noch schlimmer: sie urteilen trotz ihres Unwissens, von dem sie nichts wissen!

    Nur bei Leuten, die wirklich interessiert sind, die Fragen stellen, halte ich es mittlerweile für sinnvoll. Meine Feststellung: von diesen Menschen gibt es sehr, sehr wenige.

    Ich bin wirklich interessiert, wie du, liebe Heika, wie ihr anderen Lieben dieses Thema seht und händelt, und ob ich davon „lernen“ kann.

    Viva la Vida! 🍀

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 92

    Hallo Katrin,

    Ich bin gerade auf dem guten Weg, das Reden über meine Krankheit zu lassen, das ist schwer, sehr schwer, weil sie einen großen Teil meines Lebens mitbestimmt.

    du schreibst mir aus der Seele. Ich versuche mir das momentan auch abzugewöhnen. Es ist auch so, dass die Migräne bei mir mit einigen psychischen Faktoren verwoben ist und das ist so persönlich, dass möchte ich erst recht nicht mit jede*r besprechen. Um meine Migräne aber zu „erklären“, müsste ich jedes mal einen halben Seelenstrip hinlegen. Und das will ich nicht (mehr). Ich möchte eigentlich auch nicht mal mehr gefragt werden wie es mir geht. Denn was soll ich darauf antworten?

    Das Interview hab ich mir auch durchgelesen und im Podcast angehört und es ist wirklich super. Ich hatte so eine art aha-Erlebnis. Im Grunde genommen wundert es mich kein bisschen mehr, dass ich heute chronische Migräne habe. Eigentlich ist es eher ein Wunder, dass es jetzt erst so gekommen ist.

    Besonders ertappt gefühlt habe ich mich bei dem Hinweis, dass Migränepatientin immer das Gefühl haben etwas „tun“ zu müssen. Man solle stattdessen einfach mal weniger tun und mehr in den Himmel gucken und über nichts nachdenken. Das werde ich mir mal zu Herzen nehmen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Tagen, 23 Stunden von  Indie.
    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 440

    Liebe Indie,

    Besonders ertappt gefühlt habe ich mich bei dem Hinweis, dass Migränepatientin immer das Gefühl haben etwas „tun“ zu müssen. Man solle stattdessen einfach mal weniger tun und mehr in den Himmel gucken und über nichts nachdenken. Das werde ich mir mal zu Herzen nehmen.

    Das kenne ich auch und nur zu gut!

    Ich glaube, dass uns diese Vorgehensweise zu einem großen Teil „anerzogen“ wird: hat oder tut man sich etwas, gibt es Mittel und Wege, etwas dagegen zu tun. Das funktioniert im Normalfall ja auch. Auch die Werbung suggeriert uns, Dinge nicht einfach hinnehmen zu müssen, sondern trotzdem einfach weitermachen zu können, wie bisher. Als Beispiel fallen mir z.B. Kopfschmerzen, Menstruation oder Wechseljahre ein: Beschwerden treten auf, Schmerzmittel oder Hormone werden eingeworfen und in den meisten Fällen wirken diese, so dass wir weiter im Hamsterrad laufen ohne auszusteigen.

    Mit dieser „gewonnenen“ (ist das wirklich ein Gewinn?) Einstellung sinkt meiner Meinung nach die Akzeptanz und Annahme dieser völlig normalen Dinge:

    – Kopfschmerzen können anzeigen, dass dem Körper ein „Zuviel“ abverlangt wird, eine logische Folge wäre eigentlich eine Ruhepause.

    – Die Menstruation ist ein Kraftakt für den Körper: wir verlieren Blut, haben möglicherweise begleitende Beschwerden und Stress (Binde, Tampon, Menstruationstasse o.ä. wechseln) – alles kann einen zusätzlichen Energieaufwand und somit -verlust bedeuten. In anderen (älteren) Kulturen ist und war diese Zeit (auch aus anderen möglicherweise nicht nachvollziehbaren Gründen) eine „Zeit der Schonung“ für Frauen und führte z.B. bei den Aborigines zu einem Rückzug in die Schwitzhütte. Es gehörte in das Leben der Frauen als ein Zeichen der Fruchtbarkeit. In unserer heutigen Gesellschaft und unserem Kulturkreis werden diese „blutigen Tage“ meist einfach nur noch als lästig betrachtet, die Frau mit den entsprechenden Mittelchen einfach „ausblenden“ kann.

    – Der Körper verändert sich ein Leben lang mal mehr oder weniger – in den Wechseljahren in unterschiedlichem Tempo schleichend mit mehr oder weniger starken Begleiterscheinungen. Das gehört einfach dazu und wurde mal als gegeben angesehen!!! Heute betrachten viele Frauen und Ärzte diese Begleiterscheinungen als Krankheit, die man behandeln „Muss“. Ich durchlebe jetzt auch genau diese Zeit. Die erste und am meisten Erfolg versprechendste Methode, die mir mein Frauenarzt anbot, war die Hormonersatzbehandlung. Kein Wort oder ein Gefühl von Dazugehörigkeit und Normalität!

    Ich möchte betonen, dass ich in meinen Beispielen von „normalen“ und nicht „gravierenden“ Begleiterscheinungen schreibe. Denn wenn eine Ausprägung in außergewöhnlichem Maß die Lebensqualität außergewöhnlich einschränkt, wird man nicht umhinkommen, sich mit angemessenen und außergewöhnlichen Möglichkeiten der Hilfe und Linderung auseinanderzusetzen. Aber genau dieser Schritt der (kompetent begleiteten) Betrachtung fehlt zwischen diesen beiden Polen in der heutigen Gesellschaft der vermeintlich ständig verfügbaren „Machbarkeit“.

    Ich wünsche dir, liebe Indie, und uns allen von Herzen, dass wir uns öfter einmal zurücklehnen und das Nichttun/Nichtstun-Müssen genießen, denn auch das gehört in einem ausgeglichenen Verhältnis neben vielen anderen Dingen des Lebens für gewöhnlich in unser Leben und macht es reich!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Tagen, 22 Stunden von  Katrin.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5510

    Liebe Katrin,

    ich schicke dieses Interview ganz gezielt an Menschen, die an meiner Migräneerkrankung echte Anteilnahme zeigen und mir manchmal dahingehend „helfen“ wollen, indem sie mir raten, mich doch jetzt nicht so sehr „anzustrengen“, weil das wieder Migräne auslösen könnte.

    Zur Migräne-Aufklärung sind wir niemals verpflichtet 😉 . – Aber manchmal ist es hilfreich für die Familie/Umgebung. Ich dosiere die Infos in Menge und Tiefe je nach Person, die mir gegenübersteht. Mit ausufernden Vorträgen über Migräne muss bei mir eh keiner rechnen. Man kann auch in Kürze rüberschieben, um was es geht, wobei der Begriff „Migräne“ für viele eher eine diffuse Vorstellung beinhaltet, auch die Einordnung in „ein bisschen Kopfweh“.

    Deshalb wird in der Schmerzklinik übrigens dazu geraten, nicht nur zu sagen, dass man Migräne hat, sondern die Symptome zu beschreiben. Muss man z.B. von der Arbeit nach Hause oder kann einen Termin nicht wahrnehmen, wird es für andere verständlicher, wenn man sagt, dass der Kopf bei jedem Pulsschlag hämmert und dröhnt, es einem extrem übel ist, man vor Schmerz kaum die Augen offen halten kann, etc.

    Wer selber betroffen ist, bekommt von mir natürlich einige wichtige Tipps, wobei dabei mit die ersten Headbook und Prof. Göbels Buch sind. Für mich ist dieses Buch „Pflichtlektüre“ für Patienten, besser kann man das Thema gar nicht behandeln.

    Lieber Gruß
    Heika

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 440

    Guten Morgen liebe Heika,

    Ich werde ihn nachher per Email großzügig verteilen…

    Dann habe ich das Wort „großzügig“ in deinem Satz wohl fehlinterpretiert. Denn ich kenne – wie ich in einem meiner vorherigen Beiträge schrieb – nicht sehr viele Leute mit echtem Interesse. Das macht mich doch noch manchmal etwas traurig. Andererseits bin auch ich nicht an JEDEM Thema interessiert und versuche, mich über für mich interessante Themen zu unterhalten – und die können und müssen nun mal nicht immer mit denen der anderen übereinstimmen.
    Smalltalk fällt mir (noch) sehr schwer und Blabla liegt mir nicht so, dafür bin ich vielleicht einfach zu tiefgründig und neugierig. Aber auch das lerne ich noch (mehr oder weniger) und auch zu unterscheiden, mit wem ich mich verbinden und austauschen kann und mit wem ich eben „nur“ Blabla reden kann.

    Ich glaube auch, wenn man andere verbindende Themen hat oder findet, die beide Seiten interessieren, gerät der Schmerz als Thema automatisch mehr in den Hintergrund. Diese Erfahrung habe ich gestern in einem einstündigen Gespräch gemacht 😊! Ich hatte mich vorher mental darauf vorbereitet, nicht von mir aus die Migräne anzusprechen – und es hat mich sehr gefreut, dass MEIN Bedürfnis, in dieser Unterhaltung über den Schmerz zu reden, deutlich an Wichtigkeit verloren hat. Mir hat das gezeigt, dass es mir gelingen kann.

    Wenn ich mit der Begründung „Migräne“ häufig Termine z.B. bei Ärzten absage, habe ich in den letzten Jahren ganz oft die Erfahrung gemacht, dass mir ohne weitere Erklärung Verständnis entgegengebracht und mir so gar „Gute Besserung“ gewünscht wird. In Zeiten, als ich aus (falscher) Scham ohne Angabe dieses Grundes absagte, fühlte sich mein Gegenüber scheinbar eher negativ berührt und verlieh diesem Gefühl in Ton- und Wortwahl auch Ausdruck. In diesem Fall erweist es sich für mich als hilfreich, mit „offenen Karten“ zu spielen.

    Dem, was du in deinem jetzigen „erklärenden“ Beitrag schreibst, jubel und stimme ich dir zu!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2015

    Vielen Dank für dieses tolle Interview und die vielen darin enthaltenen Informationen! Und auch danke für eure interessanten Rückmeldungen dazu.

    Ich selbst musste an eine Situation vor einigen Jahren denken, als bei mir erstmals die Diagnose Migräne feststand. Da erhielt ich den Kommentar „Du Ärmste, jetzt darfst du ja gar keinen Rotwein mehr trinken“ (wohlgemerkt: Die Person hatte selbst Migräne und gehörte zu denjenigen, die auf Rotwein reagieren). Schon damals war ich stur und uneinsichtig und wollte auf nichts verzichten, was nicht unbedingt nötig ist 😉

    Ich frage mich nur ein wenig, wie man den Sport hier einordnen kann – gerade weil manche auf Sport mit Migräne reagieren während andere davon gut profitieren können. Liegt es daran, dass Sport auf der einen Seite den Körper unter Stress setzt, aber auf der anderen Seite dafür sorgt, dass man Stress abbaut? Ich stelle mir gerade vor, dass man damit zeitgleich auf seiner Bank etwas einzahlt und abhebt… Da wundert mich nur, dass das Training auf Wettkampfniveau meine Migräne am besten in Schach hält. (ich vermute, die ist einfach genauso stur und uneinsichtig wie ich es bin)

    Ich gestehe ganz ehrlich, das mit dem Nichtstun fällt mir schwer – unglaublich schwer. Vor allem dann, wenn mein Kopf von der Arbeit mehr als überfüllt ist, kann ich nicht stillsitzen. In der Ruhe habe ich einfach kein Ventil, um meinen Kopf wieder frei zu kriegen… Vielleicht lerne ich das irgendwann, aber das wird noch viele viele Pausen brauchen. 🙂

    Liebe Grüße, Tanni

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5510

    Liebe Tanni,

    das ist für uns Migränepatienten die große Kunst, den goldenen Weg für uns ganz persönlich zu finden. Mein Motto ist auch: So wenig Einschränkungen wie möglich, nur so viel wie unbedingt nötig. Auf was unsere Köpfe „beleidigt“ reagieren, ist durchaus unterschiedlich. Wir müssen ja nicht jeden Punkt an Gleichmäßigkeit in unserem Leben akribisch „abarbeiten“ (das wäre sowieso wieder erneuter Stress), sondern eine gute Linie an Ausgewogenheit verfolgen.

    Wenn wir uns nur noch in Watte packen würden, würde unsere Belastbarkeit deutlich nachlassen. Es braucht durchaus Belastungen im Leben, damit wir eine gewisse Widerstandsfähigkeit behalten und auch seelisch nicht anfangen, ganz simple Dinge bereits als Belastung zu empfinden. (Wichtig: Ich meine damit nicht völlig erschöpfte, depressive oder verzweifelte Patienten!)

    Und was deinen geliebten Sport betrifft: Es hängt von vielen Faktoren ab, bis zu welchem Grad uns Belastungen helfen und ab wann sie es nicht mehr tun. Du bist noch ein junger Hüpfer 😊, da gelten z.B. andere Maßstäbe als für Rentner. Bewegung ist enorm wichtig, denn sie erhöht die Widerstandsfähigkeit, körperlich und geistig. Durch Sport werden gewisse Nervenbahnen, die zur Schmerzabwehr dienen, gestärkt. Regelmäßiger Ausdauersport hat statistisch in etwa dieselbe gute Wirkung auf unsere Köpfe wie ein Betablocker.

    Dass dir Wettkampfsport so gut tut, liegt wohl auch an deinem Charakter 😊. Und die Kicks der Adrenalinausstöße sind auch nicht zu unterschätzen. Sich maximal auszupowern, dann unter die Dusche, dann in Wohlfühlkleidung – Glück und Entspannung pur. Für dich. (Vor sehr langer Zeit auch mal für mich. 😉 Heute würde ich schon nach 10 Minuten, sozusagen gleich nach in der Aufwärmphase, eine Migräne provozieren.)

    Bedenke aber, dass deine Physis dir in den letzten Jahren durchaus Grenzen gesetzt hat. Das muss man für sich auch in eine Ausgewogenheit mit dem eigenen Wollen bringen, so dass man gesteckte Grenzen ernst nimmt und im Blick auf das Ganze akzeptiert.

    Wenn dich Nichtstun, so wie du es verstehst, stresst, lass es! Es geht ja vor allem darum, den Kopf mal vollkommen zur Ruhe kommen zu lassen. Meiner kann das, wenn ich einen kleinen Spaziergang durch die wunderschöne Frühlingslandschaft mache. Es ist eine pure Wohltat für die Seele. Da käme ich niemals auf die Idee, danach zuhause auf die Matte zu liegen und „eine Entspannungsübung zu machen“. Das habe ich nämlich gerade gemacht.

    Auf jeden Fall sollten wir Kopfschmerzgeplagte ein besonderes Augenmerk darauf richten, weniger effizient zu leben. Wir sorgen dadurch oft für eine extreme Reizüberflutung, ohne es wahrzunehmen: Beim Joggen oder Autofahren hört man Musik, neben dem Strampeln auf dem Crosstrainer schaut man einen Film, beim Warten in der Arztpraxis arbeitet man auf dem Handy seine aufgelaufenen Nachrichten ab. Die Menschheit ist dauerbeschäftigt, die Lebenszeitnutzung wird ständig optimiert. – Wirklich?

    Im Zug mal nur aus dem Fenster sehen oder ein Nickerchen halten, mal nur gemütlich mit einer Tasse Tee auf dem Balkon sitzen und den zwitschernden Spatzen zuhören, einfach mal nur „Sein“, und das mit einem guten Gewissen, ist für unsere reizgeplagten Köpfe eine Wohltat. Weniger ist oft mehr. Ich glaube, genauso ist es gemeint.

    Liebe Grüße
    Heika

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