Liebe Jessi,
schlechter hätte Dein Tag kaum mehr laufen können, das ist klar. Ich hoffe wenigstens, dass es Dir heute besser geht.
Bitte warte mit dem Absetzen des Venlafaxin bis morgen und bitte Deinen Arzt um Unterstützung. Lasse Dich nicht abwimmeln und erkläre die Notsituation. Ein abruptes Absetzen des Venlafaxin kann gelegentlich problematische Absetzsymptome mit sich bringen. Du nimmst es zwar erst seit kurzer Zeit ein, aber da reagiert jeder anders.
Was Du in den Kliniken erlebt hast, kenne ich leider auch nur zu gut. So wie viele andere Mitglieder auch. Je nachdem, wo Du landest, hat man mehr, oder auch weniger Aussicht auf eine adäquate Behandlung. Inzwischen weiß ich ja genau, was in den Tropf rein muss und kann meinen Wunsch auch durchsetzen. Früher ging es mir wie Dir.
Liebe Jessi, ich kann Dir eigentlich nur raten, stationär in eine Schmerzklinik, die Dich auch psychisch unterstützt, zu gehen. Es muss Dir auch endlich mal die Angst genommen werden, die wirksamen Triptane einzunehmen. Nur wenn Du wirklich gut informiert bist, wirst Du nicht mehr so ängstlich sein, da Du die Wirkweisen der verschiedenen Medikamente besser verstehst und man Dir erklärt, was man wie und in welcher Dosierung nehmen kann, damit es einem wieder gut geht und die Nebenwirkungen nicht dominieren. Wirst Du während eines Aufenthalts in einer kompetenten Klinik auf ein Medikament eingestellt, kannst Du Dich sicher fühlen.
100 mg Kortison wird im akuten Notfall nicht viel ausreichen. Da müsste man schon höher dosieren. Eine für mich bewährte Zusammensetzung der Medikamente im Notfall war: Aspisol, Novalgin und Paspertin. Und das alles in einer ausreichenden Dosierung.
Da ich aber jetzt Imigran Injekt habe, komme ich gar nicht mehr in solchen Situationen. Jessi, solange Dich Deine Angst davor hindert, wirksame Medikamente einzunehmen, solange bist Du vor Situationen, wie sie gestern vorkamen, nicht geschützt.
Alles Gute und liebe Grüße
Bettina