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Medizinische Vorbeugung

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Micardis, Zulassung für Migräne? (17 Antworten)

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  • Profilbild Hanah vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Hallo liebes Forum,

    mein (neuer) Neurologe hat mir Micardis nicht verschreiben wollen als Prophylaxe, da es noch nicht für Migräne-Behandlung zugelassen sei.
    Ich war sehr traurig darüber, da ich hier schon so viel Gutes gelesen habe.

    Liebe “Micardis-Einnehmer” :-)
    Wie habt Ihr das hinbekommen? Könnt Ihr mir Tipps/Infos geben, wie ich möglicherweise meinen Neurologen überzeugen könnte?

    Herzliche Grüße
    Hanah

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Liebe Hanah,

    mir wurde Micardis in Kiel verschrieben und meine (Privat-)Kasse zahlt es anstandslos. Ich denke, es ist Verhandlungssache. Micardis ist nicht billig, was natürlich auch eine Rolle bei der Verschreibung spielt.

    Vielleicht könntest Du argumentieren, dass Topamax auch schon lange vor der offiziellen Zulassung als Migräneprophylaxe von den meisten Schmerztherapeuten verschrieben wurde. Bei Micardis ist es ähnlich. Bleib hartnäckig und sprich Deinen Neurologen nochmal ganz gezielt darauf an.

    Vielleicht haben andere noch bessere Tipps?

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild babs vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Liebe Bettina,

    Micardis, was ist das für ein Medikament?

    Liebe Grüße Babs ;-)

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Liebe Babs,

    ich habe nun auf der Pinnwand (unten) Informationen zu Micardis eingestellt. Micardis ist ein Blutdrucksenker, ein Sartan, das oft gute Ergebnisse in der Migräneprophylaxe, bei minimalsten, bis gar keinen Nebenwirkungen, zeigt.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Hanah vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Danke Bettina, ich fürchte, mein Arzt wird stur bleiben. Ich hab ihm schon gesagt, dass ich das hier gelesen hab und andere damit auch behandelt werden. Er sagte, er kann da nichts machen, wenn dann irgendwas passieren würde, wäre er dran.

    Das ist echt sch…. alles. Hab gerade echt nen Hänger (sorry, fürs Jammern)

    :-(

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Liebe Hanah,

    kannst ruhig jammern, solche Zeiten kennt jeder von uns. Ich werde mich erkundigen, was theoretisch machbar ist – ganz unabhängig von individuellen Gegenanzeigen das Medikament betreffend.

    Micardis ist übrigens auch kein “Wundermittel” und hilft einigen gar nicht. Sollte es nicht klappen mit der Verschreibung, geht davon die Welt auch nicht unter. Gerade hast Du ja mit den Hevert Tropfen begonnen. Vielleicht helfen sie Dir ja? Startet man mit 2 Prophylaxen gleichzeitig, könnte man eine eventuelle Wirkung nicht zuordnen.

    Ich melde mich, wenn ich Näheres weiß. Kopf hoch und trotzdem noch einen schönen Tag. :)

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild sternchen vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Liebe Hanah,
    ich nehme Micardis jetzt seit September. Ich kann den Erfolg noch nicht ganz bestätigen, da ich seiner Zeit auch einen Entzug gemacht habe. Bekanntlich geht es nach einem Entzug ja meistens deutlich besser. Im Moment bin ich nach ein paar Höhen und Tiefen, sehr zufrieden. Habe meine Strategie allerdings auch ein wenig geändert. Ich versuche nach einer Migräneattacke mind. 3 Tage Medikamentenpause einzuhalten, bevor ich das nächste Triptan nehme. Sollte ich in diesen 3 Tagen wieder eine Migräne bekommen, was oft passiert, überbrücke ich diese Zeit mit diversen anderen Hilfsmitteln, wie z.B. Wärme, Kälte, Homöopathie, Halskrause usw., usw. . Damit fahre ich zur Zeit super toll. Wie lange weiß ich natürlich nicht. Es ist durchaus denkbar, das Micardis hier auch deutlich zur Besserung beiträgt.
    Ich habe Micardis von der Schmerzlinik verschrieben bekommen, und mein Neurologe hier verschreibt es mir weiter. Einen Neuerologen, der seine Therapie an die Behandlungsweise der Schmerzklinik anlehnt, bekommst du über den Link der Schmerzklinik. Versuche so einen neuen Neurologen oder Schmerztherapeuten in deiner Nähe zu bekommen. Wahrscheinlich hast du dann weniger Probleme mit den Medikamenten und dem Verständnis für deine Krankheit.
    Lieber Gruß
    Sternchen

  • Profilbild Hanah vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Super Tipps! Vielen Dank, Sternchen! :-)

  • Profilbild Hartmut Göbel vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Liebe Hanah,
    Lisinopril (Acerbon) und Telmisartan (Micardis) sind ACE-Hemmer, die normalerweise bei hohen Blutdruck verwendet werden. Es gibt erst wenige Studien zur Wirksamkeit bei Migräne, die Daten untermauern jedoch die mögliche Wirkung in der Vorbeugung. Die Verträglichkeit der Wirkstoffe ist gut. Die Hersteller haben eine Zulassung für die Migränevorbeugung bisher nicht beantragt. Daher werden Ärzte die Arzneimittel erst dann erwägen, wenn andere Möglichkeiten mit zugelassenen Wirkstoffen nicht effektiv sind oder nicht vertragen werden.
    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel

  • Profilbild sternchen vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Hallo an alle,
    hallo Bettina,
    sorry, fast hätte ich meine Frage auf die Pinnwand der Med. Vorbeugung gestellt. Nachdem ich nun seit September 09 Micardis nehme, und ich recht zufrieden mit der Prophylaxe bin, hätte ich gern gewußt, ob mir jemand (leicht verständlich) sagen kann, wie Micardis wirkt, Warum werden die Migräneanfälle seltener, und warum schwächer. Wer hat noch gute Erfahrungen mit Micardis gemacht. Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.
    Lieber Gruß
    Sternchen

  • Profilbild Tina vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Hallo Sternchen,
    ich kann Dir leider nicht erklären wie Micardis wirkt. Ich kann dir nur sagen, dass es bei mir gewirkt hat. Meine Migräneattacken gingen gut über die Hälfte auf ca. 5-7 pro Monat zurück. Nebenwirkungen hatte ich fast keine. Nur ganz am Anfang hatte ich Gelenkschmerzen, vorallem bei Bewegung in den Knien.
    Leider ging bei mir auf einmal die Wirkung nach 7 Monaten rapide zurück, so dass ich wieder auf Topamax wechseln musste. Diese Erfahrung machte ich leider aber bei bisher allen versuchten med. Prophylaxen.
    Mein Neurologe hat es mir auch ohne Probleme verschrieben, allerdings bin ich privat versichert.
    LG Tina

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Liebes Sternchen,

    ich mache auch sehr gute Erfahrungen mit Micardis. Hatte gar keine Nebenwirkungen und nun in diesem Monat erst 3 Migränetäge.

    Telmisartan (ist ein Angiotensin-II-Antagonist) verhindert das Andocken eines bestimmten Hormons (Angiotensin-II) an bestimmten Stellen und verhindert dadurch, dass sich die Blutgefäße verengen und der Blutdruck steigt. Warum sich das allerdings positiv auf die Migräne auswirkt, kann ich Dir auch nicht sagen.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild sternchen vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Danke Tina, für die schnelle Antwort. Topamax habe ich ca. 2 Jahre genommen. Die Nebenwirkungen hielten sich in Grenzen. Allerdings ließ die Wirkung nach 2 Jahren nach. Haben alle Prophylaxen bei dir nur so kurz gewirkt? Hast du bestimmte Trigger, die dir die KS immer wieder bescheren oder sind es immer wieder andere Dinge?
    Lieber Gruß
    Sternchen

  • Profilbild sternchen vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    Hallo Bettina, auch dir herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Wenn das so ist, dass Micardis verhindert, dass sich Gefäße verengen, ist das ja schon eine Erklärung. Denn so wie ich es verstehe, ist das Verengen und Erweitern der Blutgefäße ja genau das Problem in der Migräneentstehung.
    Oder?
    Dies wäre vielleicht noch einmal eine Frage an Herrn Prof. Göbel. Eventuell im nächsten Life-Chat.
    Ich hatte diesen Monat auch erst 3 Triptaneinnahmen und eine sehr lange Pause von 11 Tagen Genau deshalb frage ich auch nach der Wirkweise um besser einschätzen zu können, ob diese Besserung auch von längerer Dauer sein kann. Ich drücke für alle die von Micardis profitieren die Daumen und sage tschüß und bis bald
    Sternchen

  • Profilbild Hartmut Göbel vor 2 Jahre, 3 Monaten:

    ACE-Hemmer wirken aufgrund der Hemmung des Angiotensin umsetzenden Enzyms. Es sinkt dadurch der Blutgefäßtonus, der Blutdruck nimmt ab. Außerdem führt die Abnahme des Angiotensin-II-Spiegels zu einer Reduktion der Aldosteron-Freisetzung aus der Nebennierenrinde. Warum ACE-Hemmer bei Migräne wirken, ist unbekannt. Möglicherweise stabiliseren sie den Gefäßtonus und führen so zu einer stabilen Energieversorgung der Nervenzellen.