Allgemeine Informationen zum Blog

Dies ist ein Blog des Migräne- und Kopfschmerznetzes der Schmerzklinik Kiel mit allgemeinen Informationen rund um das Thema “Medizinische Vorbeugung”.

Dieser Blog dient nicht zur Diskussion, sondern nur zum Abrufen der Informationen. Diskutiert werden kann in den Foren der verschiedenen Gruppen im Hauptblog der Community.

Die hier eingestellten Informationen sind ganz allgemein gehalten und erheben nicht den Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine Therapie muss vom behandelnden Arzt ganz individuell vorgeschlagen und erstellt werden. Umfangreiche Informationen findet Ihr auf www.schmerzklinik.de

Liebe Grüße
Bettina

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Magnesium, Vitamin B 2 und Coenzym Q 10

Hochdosiertes Magnesium, Vitamin B 2 und Coenzym Q 10 können den Energiestoffwechsel des Gehirns verbessern. Eine Unterversorgung von diesen Stoffen erhöht die Übererregbarkeit im Gehirn und kann Migräneanfälle auslösen.

Folgende Dosierungen werden zur Migräneprophylaxe empfohlen:

Magnesium: 300 – 600 mg täglich. Gelegentlich treten, besonders zu Beginn der Behandlung, Durchfälle auf.

Vitamin B 2: 200 – 400 mg täglich. Eine Gelbfärbung des Urins ist völlig unbedenklich.

Coenzym Q 10: 200 – 300 mg täglich.

Grundsätzlich ist die Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit ohne Probleme möglich, wegen der hohen Dosierungen sollte aber der behandelnde Arzt vorher um Rat gefragt werden.

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PETASITES

Pestwurz, Wirkstoff Petasites, wurde bereits in der Antike gegen Schmerzen eingesetzt. Pestwurz wird kurmäßig im Rahmen der Migräneprophylaxe eingesetzt. Studien haben die Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen bestätigt. Ebenso hat sich Pestwurz in der Behandlung von Heuschnupfen bewährt.

Seit 2009 ist Pestwurz in Deutschland nicht mehr im Verkehr, kann aber aus England nach wie vor bezogen werden.
Mögliche Nebenwirkungen:

Aufstoßen

Leberschäden, eventuell

Keine Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Handelsnamen: Petadolex, Tesalin

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METOPROLOL

Metoprolol ist ein Betablocker, der bei Bluthochdruck und zur Migräneprophylaxe eingesetzt wird. Metoprolol besetzt die Beta-Rezeptoren und verhindert damit die Wirkung von Adrenalin am Herzen. Das Herz schlägt langsamer und weniger kraftvoll, dadurch sinkt der Blutdruck. Gleichzeitig verbraucht der Herzmuskel weniger Energie und Sauerstoff. Da Metoprolol den Takt des Herzschlages verlangsamt, kann es auch Herzrhythmusstörungen günstig beeinflussen, wenn sie Folge eines zu schnellen Herzschlages sind.

Metoprolol gehört in der Migräneprophylaxe inzwischen zum Mittel der I. Wahl.

Nachfolgende Nebenwirkungen treten gelegentlich, bis selten auf:

Durchblutungsstörungen von Händen und Füßen

Müdigkeit

Schlafstörungen

Bronchospasmen, daher nicht bei Asthma einnehmen

Bradykardie, Verlangsamung des Herzschlags auf unter 60 Schläge pro Minute


Betablocker sollten in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strenger Indikationsstellung und Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Handelsnamen: Beloc-Zok, Metohexal, Jutabloc, Lopresor

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PROPRANOLOL

Propranolol ist ein Betablocker, der bei Bluthochdruck, ebenso wie bei Migräne eingesetzt wird. Hier gehört er zum Mittel der I. Wahl. Propranolol verengt spezielle Gefäße, die bei der Migräne zu stark erweitert sind, auf ein normales Maß.

Mögliche Nebenwirkungen können vorkommen u.a.:

Müdigkeit

Schlafstörungen

Depressionen

Blutdruckabfall

Leberwerterhöhungen, sehr selten

Verschlimmerung eines Diabetes mellitus, sehr selten

Betablocker sollten in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strenger Indikationsstellung und Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Handelsnamen: Beta-Tablinen, Dociton, Obsidan, Prophylux

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TELMISARTAN (MICARDIS)

Micardis (Wirkstoff Telmisartan) ist ein Angiotensin-II-Antagonist, welcher die Stellen blockiert, an denen Angiotensin-II seine gefäßverengende Wirkung ausübt. Telmisartan wird primär zur Blutdrucksenkung eingesetzt, zeigt aber auch gelegentlich prophylaktische Wirkung bei der Migräne. Zur Migräneprophylaxe ist Micardis nicht zugelassen und wird daher von den gesetzlichen Kassen nicht erstattet.

Gelegentlich können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Muskelschmerzen

Müdigkeit

Infektionen der oberen Atemwege

Magen- Darmbeschwerden

Keine Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit!

Handelsname: Micardis

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PIZOTIFEN

Pizotifen ist ein Serotonin-Antagonist und wird zur Appetitsteigerung, ebenso wie zur Migräne- und Clusterkopfschmerz-Prophylaxe eingesetzt. Pizotifen ist nur noch über die internationale Apotheke, oder direkt im Ausland, erhältlich. Aufgrund der guten Verträglichkeit kann es auch bei Kindern eingesetzt werden.

Mögliche Nebenwirkungen:

Appetitsteigerung

Müdigkeit, Hauptdosis soll daher am Abend eingenommen werden

Obwohl keine Beobachtungen über fruchtschädigende Wirkungen vorliegen, sollte Pizotifen in der Schwangerschaft, besonders im ersten Trimenon, nur bei strenger Indikationsstellung eingenommen werden.

Handelsnamen: Mosegor, Sandomigran

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FLUNARIZIN

Flunarizin ist ein Calciumkanalblocker (Mittel gegen Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung) und besitzt zusätzlich Wirkungen als Antihistaminikum (schwächt die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin ab), Antiepileptikum und Antiarrhythmikum (Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen)

Flunarizin ist zur Behandlung der Migräne mit und ohne Aura zugelassen.

Folgende Nebenwirkungen können u.a. auftreten:

Müdigkeit

Appetitsteigerung

Schlafstörungen

Mundtrockenheit

Muskelschmerzen

Einsatz in der Schwangerschaft nur nach strenger ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung.

Da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, kein Einsatz während der Stillzeit.

Bei Patienten mit Depressionen oder Parkinson sollte das Medikament nicht eingesetzt werden.

Handelsnamen: Natil-N, Sibelium


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AMITRIPTYLIN

Amitriptylin zählt zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Amitriptylin erhöht die Konzentration der Neurotransmitter (hauptsächlich Serotonin und Noradrenalin) im synaptischen Spalt (Kontaktstellen zwischen Nervenzellen und anderen Zellen). Ebenso hat es Effekte auf weitere Übertragungsprozesse im Gehirn und wirkt zudem noch antihistaminerg. Amitriptylin wird sowohl zur prophylaktischen Behandlung des Spannungskopfschmerzes, als auch bei Migräne erfolgreich eingesetzt. Die Schlafqualität wird in der Regel sehr verbessert.

Folgende Nebenwirkungen können, besonders zu Beginn der Behandlung, auftreten:

Mundtrockenheit

Magen- Darmprobleme

Starkes Schwitzen

Gewichtszunahme

Müdigkeit

Keine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen!

Handelsnamen: Amineurin, Saroten, Syneudon

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VALPROINSÄURE

Valproat, Wirkstoff Valproinsäure, ist ein Antiepileptikum, das zur Migräne- und Clusterprophylaxe eingesetzt werden kann. Ganz allgemein bewirkt Valproinsäure, wie alle Antiepileptika, eine Reduzierung der übermäßigen Erregbarkeit in den Nervenzellen.

Folgende Nebenwirkungen können (müssen aber nicht!) u. a. auftreten:

Schlafstörungen

Appetitsteigerung, aber auch gelegentlich Appetitverlust

Haarausfall

Mundtrockenheit

Koordinationsstörungen

Die Nebenwirkungen sind reversibel, d.h. nach Absetzen verschwinden sie.

Leber- und Nierenwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Keine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit!

Handelsnamen: Valproat, Convulex, Convulsofin, Ergenyl, Leptilan, Orfiril

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